Der Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland auf dem Sachsenring ist ein jährliches Motorsport-Highlight und eine der größten Sportveranstaltungen Deutschlands. Der einzige deutsche WM-Stopp der MotoGP liefert einige interessante Zahlen und Fakten.
Historische Momente und knappe Entscheidungen
Der geringste Abstand zwischen Sieger und Zweitplatziertem betrug auf dem neuen Sachsenring 0,060 Sekunden. Mit diesem knappen Vorsprung schlug Honda-Pilot Sete Gibernau seinen damaligen Markenkollegen Valentino Rossi im Jahr 2003 in einem legendären Fotofinish. Ähnlich knapp verlief der Grand Prix im vergangenen Jahr: Jorge Martín aus Spanien fuhr 0,064 Sekunden vor Weltmeister Francesco Bagnaia ins Ziel.
Vielfalt der Hersteller
Fünf verschiedene Hersteller gehen in der MotoGP 2024 an den Start. Neben Honda und Yamaha aus Japan fahren auch die italienischen Fabrikate von Ducati und Aprilia sowie die Maschinen des österreichischen Herstellers KTM um die WM.
Die einzigartige Strecke
Der Sachsenring ist die Strecke mit der „längsten Linkskurve der Welt“. Sieben Mal hintereinander geht es linksherum, ehe mit der gefürchteten Kurve elf ein schneller Rechtsknick folgt. Eine maximale Steigung von 10 Prozent und ein maximales Gefälle von 12,8 Prozent machen den Sachsenring zu einer der fahrerisch anspruchsvollsten Strecken im MotoGP-Kalender.
Marc Marquez: Der König des Sachsenrings
Acht Mal in Folge gewann der achtfache Weltmeister Marc Marquez das MotoGP-Rennen am Sachsenring. Sieben Mal davon von der Pole-Position aus. Klassenübergreifend kommt der Spanier sogar auf elf Siege. Damit zieht Márquez an MotoGP-Legende Giacomo Agostini vorbei und ist nun alleiniger Rekordsieger auf der Traditionsrennstrecke bei Hohenstein-Ernstthal.
„Ein unglaublicher Moment! Der Sachsenring ist für mich ein ganz besonderer Ort, ich liebe diese Strecke“, sagte ein überglücklicher Márquez. „Ich bin mit drei Siegen in Folge im Gepäck nach Deutschland gekommen, habe viel Selbstvertrauen und mich von Beginn des Wochenendes super wohl gefühlt.“
Der Pole-Setter behauptete beim Start die Führung, kontrollierte danach das Geschehen an der Spitze und fuhr nach 30 Runden als Erster über die Ziellinie. Das Podium komplettierte der zweite Ducati-Werksfahrer, Francesco Bagnaia aus Italien.
Deutsche Fahrer auf dem Podium
In den vergangenen 26 Jahren standen deutsche Fahrer insgesamt 9-mal auf dem Podium:
- Ralf Waldmann (3. in 1999)
- Steve Jenkner (3. in 2002)
- Stefan Bradl (2. in 2008 und 2011)
- Sandro Cortese (3. in 2010 und 1. in 2012)
- Jonas Folger (2. in 2016 und 2017)
- Marcel Schrötter (3. in 2019)
Als einziger Deutscher schaffte es Jonas Folger 2017 am Sachsenring aufs MotoGP-Podium. Zwei Jahre später gelang Marcel Schrötter in der Moto2-Klasse der Sprung auf das Podest. Der Deutsche komplettierte die Top-3 hinter Alex Marquez und Brad Binder.
Infrastruktur und Organisation
Zahlreiche Elemente tragen zur Organisation und Sicherheit des Events bei:
- 10 Kilometer Bauzaun begrenzen das Veranstaltungsgelände.
- 11 Videoleinwände sorgen übers komplette Wochenende für beste Übersicht.
- 12 permanente Kiesbetten, 8.400 Meter Leitplanke, 34 Boxen und ein 22,55 Meter hoher Start-Ziel-Turm umgeben die Strecke.
- 14 LED-Panels werden als digitale Flaggensignale rund um den Sachsenring eingesetzt und erhöhen die Sicherheit für die Fahrer.
- 15 zusätzliche Kilometer Stromkabel und 20 Stromaggregate sorgen für eine ausreichende Stromversorgung auf dem gesamten Veranstaltungsgelände.
- 25 Kilometer Infokabel werden für Telefonie, Internet und den Funk verlegt.
- 30 Baufahrzeuge, Lastwagen, Radlader, Stapler und Kräne werden unter anderem für Bergungsarbeiten benötigt.
- 50 Fahrzeuge garantieren in unterschiedlichen Bereichen einen reibungslosen Ablauf. Sie kommen als Fast Intervention Cars, Media Shuttle, Safety-Cars und Bergungsfahrzeuge zum Einsatz.
- 80 Klimageräte bieten bei sommerlichen Temperaturen ausreichend Kühlung im TV Compound, im Pressezentrum und in den Zelten der Teams.
- 100.000 Kabelbinder stehen für verschiedenste Arbeiten parat.
- 135 Container beherbergen unter anderem Materiallager, TV-Arbeitsräume sowie zusätzlich sanitäre Anlagen.
- 150 Alpina Airfence-Module rund um den Sachsenring erhöhen die Sicherheit für die Rennfahrer der MotoGP und ihrer Rahmenrennserien beträchtlich.
- Fast 1.000 Verkehrsschilder werden rund um den Sachsenring sowie die angrenzenden Bundesstraßen und Autobahnen aufgestellt, um eine reibungslose An- und Abreise für alle Fans und Offiziellen zu gewährleisten.
- 450 Helfer sind für den sportlichen Bereich als Streckenposten, Technische Abnehmer und Starter im Einsatz.
Rundenrekorde und Top-Speed
Im Vorjahr erzielte Johann Zarco einen neuen Rundenrekord im Rennen. Der routinierte Franzose umrundete den Sachsenring in 1:21,225 Minuten, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 162,7 km/h entspricht.
Der Streckenrekord hingegen stammt noch aus dem Jahr 2022, als die MotoGP auf dem Sachsenring erstmals die Schallmauer von 80 Sekunden für eine Runde knackte. Weltmeister Francesco Bagnaia brauchte auf seiner Ducati 1:19,765 Minuten für die knapp 3,7 Kilometer. Das entspricht einem Durchschnitt von 165,6 km/h.
305,0 km/h ist der gemessene Top-Speed auf dem sehr technischen Sachsenring. Der Rekord stammt von Marco Bezzecchi auf seiner Ducati im Jahr 2023. Erst 2021 durchbrach die MotoGP die Schallmauer von 300 km/h.
Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) stellte im Freitagstraining für den Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring einen neuen Rundenrekord auf. Mit dem neuen Rundenrekord von 1:19.071 Minuten beendete Fabio Di Giannantonio das Freitagstraining für den Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring als Schnellster.
Zuschauerrekord und Popularität
Im Vorjahr verzeichnete der MotoGP-Lauf auf dem Sachsenring einen neuen Zuschauerrekord: 233.196 Besucher pilgerten über die drei Veranstaltungstage an die Rennstrecke. 256.441 Fans haben beim Motorrad Grand Prix am Sachsenring für einen Besucherrekord gesorgt. Auch ohne einheimischen Starter wurde zum vierten Mal nacheinander der Bestwert übertroffen, zum zweiten Mal die 250.000er-Marke.
Ergebnisse der Rahmenrennen
In einem dramatischen Rennen der Moto2-Klasse hieß der Sieger Deniz Öncü (Red Bull KTM Ajo). Der Türke gewann mit 0,129 Sekunden Vorsprung auf Barry Baltus (Fantic Racing Lino Sonego) aus Belgien. Platz drei des Podiums erreichte der britische Pole-Setter Jake Dixon (ELF Marc VDS Racing Team).
Manuel González vom deutschen Team Liqui Moly Dynavolt Intact GP baute als Viertplatzierter im Rennen seine WM-Führung weiter aus. Der Spanier holte sich seinen zweiten WM-Sieg, nachdem er sich in der letzten Kurve spektakulär gegen sieben Konkurrenten durchsetzte. David Muñoz entscheidet in der letzten Runde der Moto3 das Rennen für sich.
Ergebnisse des Northern Talent Cup
Auf dem Sachsenring belegten die schwarz-rot-goldenen Hoffnungsträger im Samstagsrennen die ersten drei Plätze: Fynn Kratochwil aus der ADAC Stiftung Sport siegte im aufgrund von starkem Regen vorzeitig abgebrochenen Lauf vor dem Sachsen Robin Siegert und Gaststarterin Smilla Göttlich. Am Sonntag gewann Siegert vor dem Österreicher Tobias Kitzbichler und Kratochwil. Letzterer führt die Gesamtwertung mit sechs Siegen in acht Rennen deutlich an. Vier der Top-Fünf im NTC kommen aus Deutschland.
Blick in die Zukunft
Am Rennsonntag begann bereits der Vorverkauf für den deutschen Motorrad Grand Prix im Jahr 2026. Die MotoGP kehrt vom 10. bis 12. Juli 2026 auf den Sachsenring zurück. Die aktuelle Vereinbarung mit Rechteinhaber Dorna läuft im kommenden Jahr aus, doch es soll auf dem Traditionskurs mindestens bis 2031 weitergehen.
Statistiken und Fakten
Einige interessante statistische Details zum Sachsenring:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Streckenlänge | 3,671 Kilometer |
| Anzahl Linkskurven | 10 |
| Anzahl Rechtskurven | 3 |
| Maximale Steigung | 10 % |
| Maximales Gefälle | 12,8 % |
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