MotoGP Sachsenring Sprint: Martín siegt, Márquez dominiert im Regen

Der Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland auf dem Sachsenring bot den Zuschauern packende Rennen und überraschende Wendungen. Hier sind die Details zum MotoGP Sprint.

MotoGP Sprint: Jorge Martín triumphiert

Wie im Vorjahr gewann Jorge Martín (Prima Pramac Racing) das Sprintrennen beim Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland. Nach 15 Runden auf dem 3,7 Kilometer langen Traditionskurs lag der Spanier 0,676 Sekunden vor Miguel Oliveira (Trackhouse Racing). Dritter wurde Weltmeister Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team) aus Italien.

Die Entscheidung führte Martín bereits in der Anfangsphase des Rennens herbei: In der dritten Runde übernahm er mit einem mutigen Manöver gegen den auf Platz eins liegenden Bagnaia in Kurve acht die Führung und kontrollierte danach das Geschehen von der Spitze aus. „Das war ein beeindruckendes Rennen. Sicherlich war es für alle Fahrer sehr schwierig, weil das Layout der Strecke ungewöhnlich ist und wir den Wind berücksichtigen mussten. Aber ich habe mich sehr gut gefühlt und hatte viel Selbstvertrauen. Es war nicht einfach zu gewinnen. Die anderen waren nah dran und ich konnte mich nicht absetzen. Ich danke den deutschen Fans, sie sind immer toll.“

Qualifying: Martín mit Streckenrekord zur Pole-Position

In einem turbulenten Qualifying sicherte sich Martín zudem mit einem neuen Streckenrekord die Pole-Position. Er umrundete den Sachsenring in 1:19,423 Minuten (166,3 km/h im Schnitt) und verwies damit Oliveira und Raúl Fernández auf die Plätze. Bagnaia qualifizierte sich als Vierter vor Álex Márquez. Stefan Bradl belegte den 21. Platz im Qualifying, muss aber wegen einer Strafe nach dem Zwischenfall in beiden Läufen von der 22. und letzten Position starten.

Turbulentes Rennen für Marc Márquez

Marc Marquez feierte seinen zehnten Sprintsieg in der MotoGP-Saison. Nach einem verpatzten Start musste Marc Marquez im Sachsenring-Sprint eine Aufholjagd starten. Der Ducati-Werksfahrer überholte Fahrer um Fahrer und schnappte sich zu Beginn der letzten Runde die Führung von Marco Bezzecchi (Aprilia).

Der sechsfache MotoGP-Weltmeister erlebte dabei ein turbulentes Regenrennen auf dem Sachsenring. Nach dem Start verlor der Pole-Setter mehrere Positionen, kämpfte sich aber Schritt für Schritt weiter nach vorn und setzte in der letzten Runde das entscheidende Überholmanöver zum Sieg. Wegen eines Verbremsers ging es für Márquez nach dem Start bis auf Rang sechs zurück. Nach einigen Minuten drehte der 32-Jährige aber auf und startete seine Aufholjagd. In der letzten Runde kam es zum Showdown zwischen Márquez und dem Italiener Marco Bezzecchi (Aprilia Racing). Márquez zog in Kurve eins neben seinen Kontrahenten, übernahm die Führung und fuhr kurz darauf zum Sieg. Bezzecchi, der das Rennen nach Márquez’ Verbremser über 14 der 15 Runden anführte, wurde Zweiter.

„Ich kann heute nicht sagen, dass ich viel an die Meisterschaft gedacht habe“, räumt Marc Marquez ein. „Am Anfang des Rennens hatte ich Schwierigkeiten. Ich hatte zu kämpfen, aber dann habe ich Schritt für Schritt meinen Rhythmus gefunden. Sollte es am Sonntag wieder regnen, muss ich beim Überholen einfach ein bisschen ruhiger bleiben. Ich freue mich über die zwölf Punkte für die Meisterschaft“, sagte Márquez.

Qualifying im Regen

Schon im verregneten Qualifying am Vormittag setzte sich der WM-Führende durch. Er umrundete den Sachsenring in 1:27,811 Minuten und wehrte damit die Schlussattacke von Johann Zarco (Castrol Honda LCR) ab. Dem Franzosen fehlten nur 0,151 Sekunden auf den Spitzenplatz. Für Márquez war es die 101. Pole-Position seiner Laufbahn in der Weltmeisterschaft, davon die 73. in der Königsklasse MotoGP. Bezzecchi fuhr als Drittplatzierter in die erste Startreihe.

Rennverlauf im Detail

Der gesamte Samstag fand bei immer wieder einsetzendem Regen auf nasser Strecke statt. Mit lediglich 16 Grad Celsius war es auch am Nachmittag für den Sprint kühl. 15 Runden waren für das kurze Rennen angesetzt. Marc Marquez beschleunigte von der Poleposition am besten weg, aber in der ersten Kurve verbremste er sich und fuhr einen weiten Bogen. Bezzecchi übernahm die Führung vor Franco Morbidelli (VR46-Ducati) und Quartararo. Marc Marquez war nach der ersten Runde nur Fünfter. Nach zwei Runden war er weiterhin Fünfter und mittlerweile schon zwei Sekunden hinter der Aprilia an der Spitze.

In der dritten Runde stürzte Morbidelli auf Platz zwei liegend in der schnellen Kurve 8. Im Kiesbett schlug der Italiener unzählige Purzelbäume. Am Ende der fünften Runde konnte Marc Marquez in der Zielkurve Di Giannantonio überholen und war damit Dritter. Kurz darauf zog auch Acosta an der gelben Ducati vorbei. Dahinter fand Marc Marquez seinen Rhythmus und schloss Schritt für Schritt auf das Spitzenduo auf. Acosta hatte in Runde 8 einen wilden Ausritt in Kurve 8 durch das Kiesbett, aber er blieb sitzen. Zu Beginn der neunten Runde überholte Marc Marquez in Kurve 1 Quartararo und war neuer Zweiter. Sein Rückstand auf Bezzecchi betrug rund eineinhalb Sekunden. Zu Beginn der vorletzten Runde hatte Marc Marquez zu Bezzecchi aufgeschlossen. Aber erst eine Runde später griff er an. Aber Marc Marquez hielt die Außenlinie und setzte sich schließlich durch. Das war die Entscheidung im Duell um den Sieg. Marc Marquez siegte im elften Sprint des Jahres zum zehnten Mal.

„Ich bin sehr, sehr glücklich, das Rennen so lange angeführt zu haben", sagt der Aprilia-Fahrer. „Natürlich ist es immer schwierig, am Ende den Kampf zu verlieren, aber ich muss sagen, es war ein sehr positiver Tag für mich.“ Viereinhalb Sekunden hinter dem Spitzenduo fuhr Quartararo als Dritter ins Ziel. „Es war unglaublich“, freut sich der Franzose. „Während des Rennens fühlte ich mich ziemlich gut, konnte das Hinterrad gut kontrollieren.“ Di Giannantonio belegte Platz vier, gefolgt von Jack Miller (Pramac-Yamaha), Brad Binder (KTM), Johann Zarco (LCR-Honda) und Alex Marquez (Gresini-Ducati). In der Schlussphase setzte sich Acosta in einem sehenswerten Duell gegen Rookie Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) durch. Als Zehnter verpasste Aldeguer knapp die WM-Punkteränge.

Weitere Klassen: Moto2 und Moto3

Moto2

In der Moto2-Klasse sicherte sich Jake Dixon vom ELF Marc VDS Racing Team mit einer Rundenzeit von 1:33,487 Minuten den besten Startplatz. Er verwies Barry Baltus und Tony Arbolino auf die Plätze zwei und drei. Senna Agius führte das Qualifying auf nasser Strecke lange Zeit an, stürzte jedoch wenige Minuten vor dem Ende. Sein Teamkollege Manuel González kam nicht über Rang 16 hinaus.

Moto3

Der junge Brite vom Team CIP Green Power umrundete den Sachsenring in 1:35,001 Minuten und war damit lediglich 0,042 Sekunden schneller als David Almansa. Die Plätze drei und vier belegten die beiden Fahrer von der deutschen Mannschaft Liqui Moly Dynavolt Intact GP: Guido Pini und David Muñoz.

Deutsche Beteiligung

Die deutsche Intact GP Mannschaft brillierte in der Moto3 und MotoE. Collin Veijer hat im Qualifying der Moto3-Klasse Geschichte geschrieben: Der Niederländer hat auf dem Sachsenring als erster Fahrer der kleinsten Klasse die Schallmauer von 1:25 Minuten durchbrochen! In 1:24,885 Minuten sicherte sich Veijer die Pole-Position. Unter der Nennung Dynavolt Intact GP MotoE war die Mannschaft aus Memmingen auch in der Elektro-Rennserie erfolgreich: Das erste Rennen, das nach einem Startcrash abgebrochen werden musste, gewann der spanische WM-Führende Hector Garzó. Lukas Tulovic fiel beim Restart weit zurück und kämpfte sich noch auf Platz sieben vor. Das zweite Rennen am Nachmittag wurde wegen eines heftigen Gewitters mit über einer Stunde Verspätung gestartet.

Deutsche Starter sucht man dagegen vergebens. Es ist das zweite Jahr in Folge ohne einen deutschen WM-Fixstarter. Dagegen trumpfen die Deutschen im Nachwuchs auf. Im Northern Talent Cup will der 14-jährige Fynn Kratochwil aus Mühlhausen seine Erfolgsserie ausbauen.

Unfall von Franco Morbidelli

Für Franco Morbidelli endete der Sprint vorzeitig. Der 30-Jährige wurde nach einem heftigen Sturz ins Krankenhaus gebracht.

Ausfall von Maverick Viñales

Maverick Vinales konnte nicht am Sprint teilnehmen und wird auch am Sonntag im Grand Prix fehlen. Sie wurde noch an der Strecke wieder eingerenkt. Nach einem ersten Check im Medical Center vermuteten die Ärzte jedoch einen kleinen Bruch in der linken Schulter. Das Tech3-KTM-Team wartet nun auf weitere Informationen zum Heilungsverlauf. Somit werden auch am Sonntag im Grand Prix über 30 Runden nur 19 Fahrer an den Start gehen.

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