MotoGP Umkehrschaltung: Eine Erklärung

GP steht für Grand Prix - und das nicht ohne Grund: 99 % der Racer fahren mit der sogenannten GP-Schaltung. Doch was bedeutet das?

Theorie der Umkehrschaltung

Hallo, mir ist schon öfters aufgefallen, dass die Fahrer der MotoGP-Maschinen genau umgekehrt schalten, als was man bei Straßenbikes gewohnt ist, dh.: Schalthebel nach unten drücken = raufschalten; Schalthebel nach oben ziehen = runterschalten. Warum ist das so?

Wie der Name schon sagt: umgekehrt also. Was ist komfortabler für dich? Was kannst du intuitiver bedienen?

Auf Rennmaschinen erfolgt die Bedienung des Gangwahlhebels nicht in der uns vertrauten Reihenfolge erster Gang runter, die restlichen Gänge rauf, sondern umgekehrt mittels Umkehrschaltung. Erster Gang rauf, die restlichen Gänge runter.

Die Schaltung ist eine Frage der Vorliebe.

Vorteile der Umkehrschaltung

Neben diversen anderen Aspekten, die es für die perfekten Kurven zu beachten gilt, ist eine guten Haftung und das richtige Schalten zur richtigen Zeit elementar.

Dass es in starker Schräglage - insbesondere wie es beim Racing der Fall ist - deutlich intuitiver ist, den Fuß beim Hochschalten Runterzudrücken braucht kein besonderes Vorstellungsvermögen: Du bist ja ohnehin schon in der Schräglage.

Der Vorteil beim hochschalten in der links nach S/Z und auch die links Gegengerade war da.

Die Umstellung hab ich nur in der Boxengasse und ab und zu beim anbremsen.

Es geht um's hochschalten.

Du gewinnst ein wenig an Bodenabstand. Ihm liegt, aber diese Zentimeter können einen großen Unterschied machen. Effizienz und Geschwindigkeit.

Wenn man mit dem Fuß nur den Schalthebel nach unten tippen muss, die ganze Fuhre wesentlich ruhiger ist, einfach besser zu fahren.

Auch ist der Kraftaufwand beim Tippen nach unten geringer.

Am Ende bleibt der Vorteil des leichten Antippens zum Hochschalten (Schaltautomat richtig eingestellt nenne ich mal Voraussetzung) gerade in besagten Linkskurven... Und auch bei Rechtskurven ist das kein Nachteil!

Schräglage und Gangwechsel

Damit man bei voller Schräglage nen Gang runterschalten kann um im optimalen Drehzahlbereich zu liegen, wenn man rausbeschleunigt.

Weitere Vorteile

  • Geschwindigkeit und enge Kurven mit weitem Reinlehnen
  • Adrenalinbesessen

Umstellung und Anpassung

Umstellen ist bei den meisten Maschinen denkbar einfach, nur einen kleinen Hebel umdrehen. Beachte, dass nicht alle Motorräder auf eine Umstellung ausgelegt sind. Im Zweifelsfall nochmal das Manual deines Motorrads deines Vertrauens auf!

Bist du selten oder gar nicht auf Rennstrecken unterwegs? Dann bleiben Motorrad-Fans bei der Standard-Schaltung, um Fahrkomfort noch mehr zu erhöhen.

Ich war bei unseren Truppenteilen so ziemlich der Letzte, der von normal auf umgekehrt gewechselt ist, da ich bis dato auch keinen wesentlichen Vorteil sah.

Am Ende war es so, dass ich immer durcheinander kam, wenn ich mal andere Mopeten gefahren bin. Und zwar nicht, wenn ich von meiner Normal-Schaltung auf Umkehrschaltung stieg, sondern dann wieder umgedreht.

Als ich dann mein eigenes Mopped wieder fuhr habe ich mich ständig vermacht. Ich ging in mich und drehte die Schaltung dann bei mir auch um. Ich halte es für die Intuitivere Lösung. Jetzt will ich auch nichts anderes mehr. Nachteile sehe ich bei der Umkehrschaltung garnicht. Auch nicht Getriebeseitig.

Ich fahre auf der Rennstrecke umgekehrt, da ich in links Kurven (in Most) immer schwierig unter den Hebel kam. Umstellung ging recht fix. Durch meine kurzen Beine kann ich auch in rechts Kurven mit Hang Off so einfacher schalten.

Umkehrschaltung auf der Straße

Hallo, ich spiele mit dem Gedanken, die Schaltvorgänge an meinem Motorrad (cbr500r 2022) umzukehren, also von 1 down 5 up zu 1 up 5 down. Die frage ist, ob es auf der Straße überhaupt erlaubt ist.

Hallo Zusammen,

Damit dich von der Rennstrecke auf den Strassenbetrieb nicht die Schaltung jedesmal umdrehen muss habe ich mir die selbe Frage gestellt.

Grundsätzlich ist jede Änderung prüfpflichtig. Die Strassenverkehrsämter haben Richtlinien die unter www.asa.ch im Reglement beschrieben sind.

Leider habe ich dort nichts über Schaltungsbedienung gefunden deshalb schaute ich in der VTS (Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge) die unter admin.ch heruntergeladenen werden kann.

Im Artikel 34 und Artikel 30 sind die prüfpflichtigen Änderungen beschrieben. Beim Getriebe und Achsantieb ist die Übersetzung prüfpflichtig. Die Bedienung der Schaltung der Gänge ist nichts beschrieben.

Jetzt kommt es darauf an wie die Bedienung der Schaltung geändert wird. Sind zusätzliche Bauteile nötig so brauchst du für diese Bauteile eine Hersteller Eignungserklärung.

Kannst du die Schaltung mit den am Motorrad verbauten Teilen umbauen, z.B den Schalthebel auf der Schaltwelle um 180 Grad drehen. So muss der Experte diesen Umbau mit seinem Fachwissen beurteilen.

Dabei geht es darum ob die Änderung Mechanisch gesehen korrekt ist und keine Kollision mit anderen am Motorrad verbauten Teilen vorhanden ist. Auch die Bedienung muss gut zugänglich sein also wie vorher nur umgedreht.

Dann hat der Experte auf dem Strassenverkehrsamt keine Gesetztes-Grundlage um diese Änderung zu beanstanden. Wie deine Schaltung funktioniert ist erstmal frei wählbar. Wichtiger ist was du konkret umbaust.

Bastelst du selbst was? Kaufst du dir ne komplette Fußrastenanlage oder nur ein Kit fürs Gestänge?

Wenn du ne Racingfußrastenanlage ohne klappbare Rasten und ABE montieret ists definitiv nicht zulässig.

Besonderheiten bei Rennmaschinen

Stellt sich die Frage, warum die heutigen Boliden im Vergleich zu den ersten MotoGP-Bikes so schwer sind? Und das trotz Titan, Carbon & Co.

Dall’Igna: „Heutzutage sind die Kosten ein großes Problem. die Performance angeht.

Ein MotoGP-Fahrer zieht im Rennverlauf durchschnittlich bis zu 30 % der Zeit am Bremshebel! Nur bei Regenrennen kommen vorne und hinten Bremsscheiben aus Stahl zum Einsatz, da die Carbon-Scheiben nicht auf die benötigte Arbeitstemperatur kämen.

Hier eine Tabelle mit einem Vergleich zwischen MotoGP-Bikes und Straßenmotorrädern:

Merkmal MotoGP-Bike Straßenmotorrad
Schaltung Umkehrschaltung (meistens) Standard
Bremsen Carbon (meistens) Stahl
Auspuffanlage Ohne Katalysator und Schalldämpfer Mit Katalysator und Schalldämpfer
Weitere Bauteile Minimalistisch (kein Startermotor, Licht, etc.) Voll ausgestattet

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