Die Geschichte der schnellsten Runde beim MotoGP in Spielberg

Der Red Bull Ring in Spielberg ist eine Strecke, die sowohl für ihre atemberaubende Landschaft als auch für ihre anspruchsvollen Kurven und Hochgeschwindigkeitsabschnitte bekannt ist. Im Laufe der Jahre haben viele Fahrer hier ihr Können unter Beweis gestellt und Rekorde aufgestellt, die in die Geschichte des MotoGP eingegangen sind.

Die aktuellen Rekorde auf dem Red Bull Ring

Die aktuell schnellste MotoGP-Rennrunde auf dem Red Bull Ring hat der Spielberg-Experte Andrea Dovizioso (ITA/Ducati) mit 1:23,827 Minuten beim Österreich-Grand-Prix 2019 aufgestellt. Marc Márquez (ESP/Honda) hält den All-Time-Rundenrekord der Motorrad-Königsklasse am Spielberg. Der sechsfache MotoGP-Champion hat sich in Q2 2019 in nur 1:23,027 Minuten die Pole Position geholt.

Ein Überblick über die Rekorde:

Rekord Fahrer Team Zeit Jahr
Schnellste Rennrunde Andrea Dovizioso Ducati 1:23,827 2019
All-Time-Rundenrekord Marc Márquez Honda 1:23,027 2019

Schlüsselstellen der Strecke

Der Red Bull Ring ist eine Herausforderung. Die nach außen hängenden Kurven, die harten Bremsmanöver und Highspeed-Passagen bringen auch die besten Motorsportler an ihre Grenzen.

  • Kurve 1 - Niki Lauda Kurve: Richtig eng wird es auf dem Red Bull Ring gleich nach dem Start in der Niki Lauda Kurve, wo ein 90-Grad-Turn athletische Meisterleistungen abverlangt.
  • Kurven 2 und 3: Im sechsten Gang rasen die Zweirad-Helden durch den Knick, der bei 310 km/h ordentlich Richtung macht, auf die Haarnadel in Turn 3 - die AMS AG Kurve - zu. Dort müssen die Rider ihre Bikes auf 55 km/h im ersten Gang runterbremsen, um die Ideallinie in der langsamsten Kurve der MotoGP-Saison zu finden.
  • Kurven 4 und 5: Eben noch mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs, muss das Bike in der abschüssigen Bremszone zur Rauch-Kurve (4) im zweiten Gang bei 70 km/h eingefangen werden, damit die Fahrt vorbei an der Tribüne Nord fortgesetzt werden kann.
  • Kurven 6 und 7: Bei 70 Prozent Rechtskurven lässt der Red Bull Ring die MotoGP-Reifen in den Linkskurven 6 und 7 aufatmen.
  • Kurve 8 und Rindt-Kurve: Hier beginnt das Grande Finale einer perfekten Runde auf dem Red Bull Ring.
  • Finale Zielkurve: Einmal noch atmen die MotoGP-Heroes in der kurzen Geraden hinab zur finalen Kurve 10 des Red Bull Ring kurz durch, bevor sie im zweiten Gang mit 100 km/h um die Ecke biegen und sich hineinstürzen in die 626 Meter lange Start-Zielgerade.

Besondere Momente und Fahrer

Marc Marquez's Dominanz

Marc Marquez feierte in Spielberg seinen 71. MotoGP-Sieg und den sechsten Triumph in Folge - eine Serie, die er zuletzt 2014 erreicht hatte, als er die ersten zehn Rennen der Saison gewann. Insgesamt ist es bereits die 21. Strecke, auf der er in der MotoGP mindestens einen Grand Prix gewinnen konnte. Mit diesem Erfolg wurde der Spanier zudem zum Sieger des 1000. Gleichzeitig baute er seinen Rekord als Ducati-Fahrer mit den meisten aufeinanderfolgenden Siegen weiter aus. Damit verbesserte er seinen eigenen Bestwert für die meisten Doppelsiege innerhalb eines Jahres und ist zudem der erste Fahrer, dem sechs „Doubles“ in Serie gelangen.

In Spielberg musste sich Marquez zunächst lange hinter Marco Bezzecchi anstellen. Zunächst folgte er der Aprilia knapp, ließ sich dann aber für einige Runden zurückfallen, um schließlich den Angriff zu starten.

Das Duell um den Sieg schien entschieden, bis Fermin Aldeguer aufdrehte und fast vier Sekunden auf Marquez gutmachte. Am Ende konnte Marquez diese acht Zehntel halten.

Giancarlo Falappa's Comeback

Es gab in den frühen 90-er Jahren einen Fahrer aus Italien, der auf dem damals Österreichring genannten Kurs auf einem noch deutlich anderen Layout beinahe sein Leben verlor. Die Details dazu sind in der WSBK-Story Teil 5 auf dieser Seite zu finden (siehe History - WorldSBK 1988 - 1994). Giancarlo Falappa war als Ducati Werksfahrer damals neuer Teamkollege des schnellen kleinen Franzosen Raymond Roche, im Gegensatz zu ihm einem ehemaligen GP-Fahrer.

Die damalige Strecke war schlicht lebensgefährlich und teils waren ungeschützte Leitplanken nur einen bis eineinhalb Meter neben der Piste montiert, was im Jahr 1990 noch völlig normal war. Ausgerechnet an seinem Geburtstag verunfallte der zu diesem Zeitpunkt WM-Siebte schwer.

Sämtliche Warnungen und Bitten in den Wind schlagend, kam Giancarlo im Jahr danach zurück. Er konnte sein linkes Bein nicht mehr richtig beugen und noch schlimmer, seinen linken Arm nicht mehr vollständig gebrauchen. Der Neuanfang war schwierig, aber ausgerechnet in Spielberg gelang ihm kurz nach Laguna Seca das erst zweite Top Ten Ergebnis der Saison.

Nach drei Podestplätzen kam ausgerechnet in der sechsten Runde in Spielberg nicht nur sein erster Sieg, sondern er gewann gleich beide Rennen von Spielberg. Der Schnitt von Falappas schnellster Runde betrug damals 188,888 km/h. In der MotoGP wurde bis 2020 die bis dahin schnellste Runde auf dem Red Bull Ring von Marc Marquez 2019 mit einem Schnitt von 187,2 km/h gemessen.

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