Die MotoGP, ehemals bekannt als die 500ccm-Weltmeisterschaft, ist die Königsklasse des Motorradrennsports. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die MotoGP, einschließlich ihrer Geschichte, des aktuellen Punktesystems, der Regeln und Vorschriften sowie der bevorstehenden Änderungen im Jahr 2027.
Die MotoGP am Sachsenring
Der einzige deutsche WM-Stopp der MotoGP begeistert mit einer Vielzahl von Attraktionen und verwandelt den Traditionskurs in Hohenstein-Ernstthal in ein Motorsport-Festival. Es ist Rennwoche am Sachsenring!
Der Sachsenring ist mit 3,67 Kilometern zwar die kürzeste Strecke im Kalender der Königsklasse, bietet aufgrund seiner topografischen Gegebenheiten aber viele tolle Perspektiven. Ein Spaziergang durch die verschiedenen Zuschauerbereiche wird zu einer Rennstrecken-Expedition der besonderen Art und bietet den Fans eine Vielzahl von Blickwinkeln auf den Sachsenring.
Attraktionen und Rahmenprogramm
- MotoGP Hero Walk: Erstmals gibt es in diesem Jahr den MotoGP Hero Walk auch mit Piloten der Moto2- und Moto3-Klasse. Die MotoGP-Stars von morgen stehen am Samstagmittag vor dem Qualifying in der Karthalle für Selfies und Autogramme zur Verfügung.
- Dekra Riesenrad: Das Dekra Riesenrad feierte im vergangenen Jahr seine Premiere auf dem Sachsenring und war sofort ein beliebter Treffpunkt.
- Fahrervorstellung in der Karthalle: Die Fahrerpräsentation ist einer der absoluten Höhepunkte im bunten Rahmenprogramm am Sachsenring und findet wie gewohnt am Samstagabend ab 19 Uhr statt.
- Historische Motorradausstellung: Freunde des historischen Motorrad-Rennsports kommen beim Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland voll auf ihre Kosten. Gegenüber vom Fahrerlager 2 wartet von Freitag bis Sonntag eine Ausstellung mit einem ganz eigenen Flair - so wird beispielsweise die technische Entwicklung der Rennmaschinen eindrucksvoll präsentiert.
- Red Bull Rennzirkus: Ein absolutes Spektakel verspricht der Red Bull Rennzirkus im Fahrerlager 3. Von Freitag bis Sonntag bietet er den Fans eine geballte Ladung Motorsport. Die Besucher dürfen sich auf eine Hall of Fame, Stunt-Shows, eine Ausstellung erfolgreicher Red-Bull-Motorräder und -Rennfahrzeuge sowie Autogrammstunden freuen.
- Party auf dem Ankerberg: Der Ankerberg in unmittelbarer Nähe des Sachsenrings verwandelt sich während des Liqui Moly Motorrad Grand Prix in eine Partymeile. Camping- und Party-Fans sind hier genau richtig. Ein Besuch des Ankerberg-Festivals ist für Sachsenring-Besucher ein absoluter Pflichttermin.
- Besuch auf der Fanmeile Goldbachstraße: Die Goldbachstraße wird am Wochenende zum Mekka für Motorradsport-Fans. Dort schlägt das Herz des Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland. Auf der Meile finden Fans an zahlreichen Ständen alles rund um ihre Stars: von Schals, Jacken, T-Shirts und Mützen bis hin zu Büchern und Fahnen. Auch für ein großes kulinarisches Angebot ist an den verschiedenen Grill- und Imbissständen gesorgt.
Das Punktesystem der MotoGP
Das Punktesystem in der MotoGP hat sich im Laufe der Jahre erheblich verändert. Seit dem ersten WM-Lauf im Jahr 1949 gab es neun verschiedene Punktesysteme. Mit der Einführung der Sprintrennen wurde die letzte große Änderung vorgenommen.
Aktuelles Punktesystem
Das derzeitige Punktesystem geht auf das Jahr 1993 zurück und ist damit das am längsten geltende in der Geschichte der Weltmeisterschaft. Es sieht vor, dass bei jedem Grand Prix Punkte an die besten 15 Fahrer des Rennens vergeben werden. Der Fahrer mit den meisten Punkten am Ende der Saison wird Weltmeister.
Neu seit der Einführung der Sprintrennen ist: Die Fahrer können nicht nur im Rennen über die volle Distanz am Sonntag WM-Punkte sammeln, sondern bereits am Samstag im verkürzten Sprintrennen. Die dort gesammelten Punkte gehen ebenfalls in die Endwertung ein. Ihre Vergabe weicht aber von der im Hauptrennen ab, denn nicht die besten 15 Fahrer, sondern nur die besten Neun erhalten Punkte.
Punkteverteilung
Der Gewinner eines MotoGP-Sonntagrennens erhält 25 Punkte. Dahinter verringert sich die Punktzahl schrittweise nach folgendem Schema bis zum 15. Platz: 20-16-13-11-10-9-8-7-6-5-4-3-2-1. Dieses Punktesystem gilt auch für die Moto2 und Moto3.
Bei den Sprintrennen werden nur die ersten neun Positionen mit Punkten berücksichtigt. Der Gewinner erhält zwölf Punkte, der Zweite neun, der Dritte 7 Punkte, der vierte Platz sechs Punkte und so weiter bis zu einem Punkt für den neunten Platz.
Maximale Punktzahl pro Wochenende
Durch zwei Rennen pro Wochenende hat sich die Anzahl der Punkte, die ein MotoGP-Fahrer pro Rennen sammeln kann, erhöht. Wenn er beide Rennen, das Sprintrennen am Samstag und das Hauptrennen am Sonntag, gewinnt, kann ein Fahrer insgesamt 37 Punkte an einem einzigen Wochenende sammeln.
Geschichte des Punktesystems
Bis 1993, als das bis heute geltende Punktesystem eingeführt wurde, befand es sich in ständigem Wandel. Wäre das heutige System (ohne Sprintrennen) seit Beginn der Weltmeisterschaft in Kraft gewesen, hätte das nicht weniger als 46 Titel verändert.
Reglement-Änderungen ab 2027
Umfangreiche Neuerungen im Reglement sollen die Chancen kleinerer Teams in der MotoGP verbessern. Dadurch soll die Serie ab der Saison 2027 deutlich spannender werden. Und auch Nachhaltigkeit ist ein Thema.
Mit der Optimierung der Aerodynamik, äußerlich sichtbar durch die markanten Winglets an der Verkleidung, erfuhr die Performance der MotoGP-Racer ihrer letzte große Steigerung. Und genau an diesem Punkt setzt eine der wichtigsten Änderungen am Reglement der Motorrad-Königsklasse an. Durch neue Vorgaben, wie eine Verschlankung der Front und eine Rückverlegung der Fahrzeugnase, soll die Bedeutung der Aerodynamik reduziert werden. Kleinere Teams, die die Kosten für die aufwendigen Windkanalversuche nicht aufbringen können, sollen damit bessere Chancen erhalten.
Einen gravierenden Einschnitt gibt es auch beim Hubraum. Anstelle der bislang erlaubten 1.000 sind ab 2027 nur noch 850 Kubikzentimeter zulässig. Ziel ist eine Absenkung der Höchstgeschwindigkeit und eine Verbesserung der Laufleistung der Aggregate. Gleichzeitig sind künftig statt sieben nur noch sechs Motoren pro Fahrer und Saison erlaubt.
Dieses Ziel verfolgt auch die Einführung eines neuen Kraftstoffes, der vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird. Derzeit werden nur 40 Prozent Biosprit beigemischt. Auch in Sachen Elektronik wird das Reglement strenger.
Und last but not least wird das Konzessionssystem zwar nicht reformiert, alle Hersteller werden zum Start der Saison 2027 jedoch auf Rang B zurückgestuft und zur Mitte der Saison erneut bewertet. Gegebenenfalls können sie dann den Rang wechseln, um Zugang zu mehr Konzessionen zu erhalten.
Testfahrten für die MotoGP Rennklassen
Der Motorsport ist ein erheblicher Kostenfaktor und für die verschiedenen Rennserien gibt es vor allem das Problem, dass kleine Teams nicht so viel Geld zur Verfügung haben wie die großen Herstellerteams.
Rahmenbedingungen für das Testen der Maschinen
Bevor auf die einzelnen Klassen überhaupt eingegangen wird, gelten einige Definitionen, die als Rahmenbedingungen umschrieben werden können.
Testfahrer: Ein Testfahrer im Sinne der Regeln ist ein Rennfahrer, der von einem der Teams auch für die Weltmeisterschaft genannt wurde.
Fahrtraining: Die Regeln erlauben ein Fahrtraining auf jeder Strecke, allerdings nicht, wenn innerhalb der nächsten 14 Tage auf dieser Strecke ein Rennen ausgetragen wird. Außerdem ist das Fahrtraining nur mit Motorrädern gestattet, die über eine normale Straßentauglichkeit verfügen. Das heißt, die rennmäßige Einstellungen sind nicht erlaubt.
Praktische Fahrbedingungen gibt es jedes Rennwochenende am Donnerstag, um die Maschine auf die vorhandenen Gegebenheiten einzustellen und das beste Setup zu finden.
- ein Test mit zwei oder mehr Tagen auf einer Rennstrecke in Europa zwischen dem letzten Rennen der abgelaufenen WM und dem 30.
- drei Tests mit jeweils drei Tagen zwischen dem 1.
Keine Tests gibt es zwischen dem 1. Dezember und 31.
Diese Regelungen können auch abgeändert werden, wobei dies aber mit den Teams abgesprochen wird. Auch für die Fahrer in der Moto2 und Moto3 gelten ähnliche Spielregeln.
- Das Setup am Rennwochenende ist Thema des Einfahrens am Donnerstag und Teil des Rennens.
- bis zu drei offizielle Tests auf einer Rennstrecke in Europa zwischen dem 1. Februar und dem 1.
Auch in der Moto2 und Moto3 gilt die Testsperre vom 1. Dezember bis 31.
Zusätzlich gibt es eine Sommerpause vom 16. Juli bis zum 2.
Das Rennwochenende
Das Herzstück der MotoGP welcher Klasse auch immer ist das Rennwochenende mit dem eigentlichen Grand Prix am Sonntag. Aber damit dies möglich ist, braucht es die Rennstrecke, die zum Teil die gleiche ist wie in der Formel 1 oder in anderen Rennserien und einige zusätzliche Einrichtungen und Regeln.
Natürlich braucht es auch die Fahrer mit der entsprechenden Fahrberechtigung sowie die Teams, damit es Motorräder geben kann und damit die Finanzierung gesichert ist.
Das Rennwochenende selbst beginnt mit dem Training, wird mit Qualifying fortgesetzt und am Renntag gibt es das Warm-up und schließlich das Rennen selbst.
Die Klassen der MotoGP
Die MotoGP setzt sich aus drei Klassen zusammen, die im Laufe der Zeit neu benannt und technisch definiert wurden. Lange Jahre gab es die 500 ccm²-Klasse als höchste Klasse, dann die 250er und 125er (noch früher sogar 80er) Klasse. Heute ist die Einstiegsklasse die Moto3 gefolgt von der Moto2 und der höchsten Rennserie mit der MotoGP.
MotoGP im TV
Das Heimrennen der MotoGP wird live im Free-TV übertragen! Auf dem Privatsender DF1 laufen die wichtigen Sessions rund um Qualifying, Sprint und Rennen. Wer auch die Trainings sehen will, braucht den Pay-TV-Sender Sky. Hier laufen alle Sessions des gesamten Wochenendes live.
Auch über den kostenpflichtigen Streamingdienst WOW können Sie die MotoGP live verfolgen.
Zeitplan für den Deutschland-Grand-Prix
- 1. Freies Training: Freitag: 10.45 - 11:30 Uhr (WOW/Sky)
- Training: Freitag: 15 - 16 Uhr (WOW/Sky)
- 3. Freies Training: Samstag: 10.10 - 10.40 Uhr (WOW/Sky)
- Qualifying: Samstag: 10.50 Uhr (WOW/Sky und DF1)
- Sprint: Samstag: 15 Uhr (WOW/Sky und DF1)
- Rennen: Sonntag: 14 Uhr (WOW/Sky und DF1)
Aktueller WM-Stand
- Marc Marquez (Ducati Lenovo Team): 307 Punkte
- Alex Marquez (BK8 Gresini Racing MotoGP): 239 Punkte
- Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team): 181 Punkte
- Franco Morbidelli (Pertamina Enduro VR46 Racing Team): 139 Punkte
- Fabio Di Giannantonio (Pertamina Enduro VR46 Racing Team): 136 Punkte
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