Yamaha in der MotoGP: Neustart mit V4-Motor und starker Partnerschaft

Yamaha stellt sich für die MotoGP-Zukunft neu auf und investiert viel Geld, um nach zwei sieglosen Jahren zu alten Erfolgen zurückzukehren. Dabei wird nichts unternommen, um zu alten Erfolgen zurückzukehren. Mit Pramac hat man erstmals seit 2022 wieder ein Satellitenteam am Start. Die beiden zusätzlichen Motorräder sollen dabei helfen, die Entwicklung und die Aufholjagd zu beschleunigen.

Yamaha hat bestätigt, dass sein neues V4-Bike im kommenden Monat beim Grand Prix von San Marino erstmals im Rennen eingesetzt wird.

V4-Motor Debüt in Misano

Die Aufgabe für das Renndebüt wird dabei Testrennfahrer Augusto Fernandez anvertraut.

"Für Misano planen wir, Augusto Fernandez auf unserem neuen M1-Prototyp mit V4-Motor starten zu sehen", sagt Paolo Pavesio, Geschäftsführer von Yamaha Motor Racing, am Montag in einer auf X veröffentlichten Videobotschaft.

Dass Fernandez die V4-Maschine in Misano fahren wird, war im MotoGP-Fahrerlager von vielen bereits erwartet worden. Zudem wird angenommen, dass auch die Yamaha-Stammfahrer wie Fabio Quartararo das Motorrad beim offiziellen Misano-Test, der einen Tag nach dem Rennen stattfindet, ausprobieren werden.

Quartararo unter Druck

Quartararo betonte zuletzt mehrfach, er freue sich auf den Montagstest in Misano, um den V4-Motor erstmals selbst zu fahren, auch wenn er den Zeitpunkt für zu spät halte. "Ja, ich hätte ihn gerne früher getestet, aber ich glaube, Yamaha hatte Angst, dass das Motorrad noch nicht bereit ist. Natürlich hätte ich es vor Misano bevorzugt."

Für ihn sei entscheidend, dass die neue Maschine innerhalb einer halben Sekunde an seine aktuellen Rundenzeiten herankomme: "Dann wäre das für mich ein guter Schritt und ein Signal, dass wir endlich den Weg einschlagen, den wir brauchen."

Denn einen Weg zurück sieht Quartararo nicht: "Aus meiner Sicht ist es klar: Wir können nicht noch einmal mit dem Vierzylinder-Reihenmotor antreten. Wir sind viel zu weit zurück und entwickeln dieses Bike kaum noch. Deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass wir künftig mit der V4 fahren werden."

Angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten mit dem aktuellen Motorrad hat Quartararo Yamaha dennoch unter Druck gesetzt, das Renndebüt der V4 vorzuziehen.

Er betont: Zwar sei der Montagstest in Misano ein wichtiger Moment, wirklich entscheidend seien für ihn aber die Vorsaisontests im Februar. "Zwischen November und Februar kann man die größten Anpassungen machen. Für mich wird deshalb der Test im Februar der wichtigste seit Langem sein", so der Franzose.

Und er ergänzt: "Intern hört man oft, Motorleistung sei nicht so wichtig. Aber ehrlich gesagt, für mich ist sie einer der wichtigsten Punkte."

"Man sieht ja, wie schwer es inzwischen in der MotoGP ist, zu überholen. Wenn du keinen Motor hast, um ein Überholmanöver vorzubereiten, kannst du es nicht machen. Also, selbst wenn das Motorrad schnell ist, ich brauche eines, das im Rennen kämpfen kann. Und ohne Spitzenleistung wird es das nicht sein."

Miller als wichtige Unterstützung

Neben Quartararo wird aber auch Satellitenfahrer Jack Miller, der kürzlich mit Pramac verlängerte, eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des V4-Motors spielen.

Denn während Quartararo in der MotoGP bisher nur Motorräder mit Reihen-Vierzylinder gefahren ist, verfügt Miller über Erfahrung mit V4-Maschinen bei KTM und Ducati.

Yamahas Prioritäten

Deshalb genießt das V4-Projekt bei Yamaha auch höchste Priorität, wie Teamdirektor Massimo Meregalli gegenüber Motorsport-Total.com bestätigt: "Angesichts des neuen Reglements war für uns klar, dass die Zukunft nur mit dem V4 möglich ist."

"Deshalb investieren wir viel Zeit und Geld, um schon jetzt Daten zu sammeln und rechtzeitig für 2027 gerüstet zu sein." Man arbeite momentan parallel an drei Projekten: dem aktuellen Bike, der Version für 26 und der langfristigen Entwicklung für die neuen Regeln.

"Das ist anstrengend, aber es motiviert das gesamte Team. Niemand beschwert sich, jeder zieht mit. Und genau dieser Spirit gibt uns Auftrieb."

Auf die Frage, ob schon zu 100 Prozent entschieden sei, dass nächstes Jahr mit dem V4 gefahren wird, sagt Meregalli: "Es ist nicht zu 100, aber zu 90 Prozent sicher." Mit dem Wildcard-Einsatz in Misano und dem anschließenden Test durch die Stammfahrer wird er Hersteller versuchen, die letzten Zweifel zu beseitigen.

Partnerschaft mit Pramac

"Nachdem wir 2021 die Weltmeisterschaft gewonnen haben, hat sich die Situation drastisch verändert. Wir mussten uns verändern", sagt Takahiro Sumi, der globale Motorsportchef von Yamaha. "2024 haben wir die Entwicklung des Motorrads beschleunigt."

"Und 2025 haben wir das Team erweitert. Yamaha hat verstanden, dass wenn man eine globale Herausforderung wie die MotoGP gewinnen will, man sich breit aufstellen muss. Wir haben einen guten Mix an japanischen und europäischen Ingenieuren."

"Die technische Kooperation zwischen Italien und Japan ist viel besser geworden", betont Sumi. Denn die Europabasis von Yamaha befindet sich in Gerno di Lesmo. Pramac hat den Teamsitz in Siena. Technischer Leiter ist mit Max Bartolini ebenfalls ein Italiener.

Vorgestellt wurde die M1 mit einem Reihenvierzylinder. Ein V4-Motor wird im Hintergrund entwickelt.

"Wie alle wissen, entwickeln wir zwei Motorenprojekte parallel", sagt Bartolini. "Wir werden das beste Projekt auswählen. Noch ist nichts entschieden."

Paolo Pavesio ist der neue Rennchef bei Yamaha. Er hat die Nachfolge von Lin Jarvis angetreten.

"Für mich ist es ein neuer Job, aber ich arbeite seit 21 Jahren für Yamaha", sagt Pavesio. "Es war eine lange Reise, bis ich diese Position bekommen habe."

"Ich fühle mich geehrt, dass mir Yamaha das angeboten hat. Man spürt natürlich das Erbe von Lin Jarvis. Die Strategie ist einfach und gleichzeitig herausfordernd. Wir wollen Yamaha zurück an die Spitze bringen. Ich spüre die Aufbruchstimmung. Yamaha ist eine große Marke."

"Die MotoGP ist ein globaler Sport. Wichtig ist, wie wir zusammenarbeiten. Wir haben ein gemeinsames Ziel. Wir haben in den vergangenen Jahren verstanden, dass sich die MotoGP verändert hat und wir mehr Werksfahrer brauchen", so Pavesio.

"Dafür braucht man einen Partner. Pramac ist der beste Partner und teilt unsere Visionen."

Beide Rennställe sollen in der Praxis als ein großes Team agieren. Das verdeutlichte die gemeinsame Präsentation im W Hotel in Kuala Lumpur (Malaysia).

Quartararo: Keine Ziele setzen

Im Werksteam ist weiterhin Fabio Quartararo die Speerspitze. Der Weltmeister von 2021 steht vor seiner siebten Saison in der Königsklasse.

"Ich bin sehr stolz", sagt der Franzose. "Das Motorrad sieht sehr gut aus. Hoffentlich ist es auch schneller."

"In den vergangenen Jahren habe ich gelernt, dass man vor der Saison lieber keine Erwartungen hat. Wir müssen uns auf die Gegenwart konzentrieren und bei den Tests gute Arbeit leisten.

"Yamaha hat im Winter sehr hart gearbeitet", sagt der Spanier. "Wir werden beim Test viel ausprobieren können."

"Wir wollen alle gewinnen, das stimmt. Die größte Sache ist, dass wir das Motorrad zurück an die Spitze bringen. Das ist die Priorität. Ziele sind nur ein Wort. Wir haben im Vorjahr gezeigt, dass wir uns in einem Prozess befinden und das Motorrad weiterentwickeln."

Pramac: Ein großer Schritt

Ein wesentlicher Baustein für die Rückkehr an die Spitze ist Pramac. Nach vielen Jahren mit Ducati hat sich Paolo Campinoti für den neuen Weg entschieden.

Mit Miguel Oliveira und Jack Miller setzt man zudem auf viel Erfahrung. "Für uns ist das ein großer Schritt", sagt Campinoti. "Wir sind mit dieser Änderung sehr glücklich. Die Philosophie von Yamaha sorgt dafür, dass wir uns schon zu Hause fühlen. Wir sind kein Kunde, sondern ein richtiger Teil der Yamaha-Familie. Ich glaube, dass wir zum nächsten Schritt beitragen werden. Die Zukunft wird großartig werden."

Oliveira: Ein Meilenstein

"Für uns ist das ein großer Schritt", sagt Campinoti. "Wir sind mit dieser Änderung sehr glücklich. Die Philosophie von Yamaha sorgt dafür, dass wir uns schon zu Hause fühlen. Wir sind kein Kunde, sondern ein richtiger Teil der Yamaha-Familie. Ich glaube, dass wir zum nächsten Schritt beitragen werden. Die Zukunft wird großartig werden."

Neue Sponsoren

Auch die Farben des Pramac-Teams sind neu, denn mit Alpine gibt es neben Prima einen neuen Hauptsponsor. Dabei handelt es sich um die Sportmarke von Renault. Alpine tritt in der Formel 1 und in der Langstrecken-WM WEC an. Nun hat man auch als Sponsor einen Fuß in der MotoGP.

Für Oliveira ist es nach KTM und Aprilia die dritte Marke in der MotoGP. Er hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Als einziger der vier Yamaha-Fahrer hat der Portugiese noch Red Bull als persönlichen Sponsor, wie auf seinem Helm zu sehen ist.

"Wir haben die richtigen Leute, wir haben die Erfahrung. Für mich persönlich ist es eine neue Herausforderung und ein Meilenstein, ein Yamaha-Werksfahrer zu sein."

"Wir haben einen guten Mix an Zutaten, um erfolgreich zu sein. Ich kann kein Datum nennen, wann wir wieder an der Spitze sind. Aber es ist alles vorhanden. Ich muss mich natürlich an das Motorrad und das neue Team gewöhnen."

Miller kehrt zurück

Miller hat einen Einjahresvertrag erhalten. Nach Honda, Ducati und KTM ist es für den Australier die bereits vierte Marke in der Königsklasse. Aber es ist eine Rückkehr zu Pramac. Für das Team ist er bereits von 2018 bis 2020 gefahren.

"Für mich ist es fantastisch, denn ich komme nach Hause", sagt Miller. "Mit Yamaha ist es natürlich ein neuer Schritt. Es gibt viele bekannte Gesichter, aber auch neue. Es ist fantastisch, wieder in dieser Familie zu sein.

Miller trägt nun die Logos von Monster auf dem Helm. Mit Giacomo Guidotti arbeitet Miller mit einem neuen Crewchief zusammen. Für Oliveira ist Luca Ferraccioli verantwortlich.

Yamaha wird mit allen vier Fahrern bereits am Samstag und am Sonntag in Sepang die Testarbeit aufnehmen. Da Yamaha in Concession-Gruppe D ist, dürfen die Stammfahrer am Shakedown-Test teilnehmen.

Die Zusammenarbeit zwischen Yamaha und Pramac umfasst auch ein Moto2-Projekt. Man setzt in der mittleren Klasse auf das Chassis von Boscoscuro. Als Fahrer wurden Tony Arbolino und Izan Guevara verpflichtet. Teammanager des Moto2-Projekts ist Ex-Rennfahrer Alex de Angelis.

Die Fahrer der MotoGP-Saison 2025 im Überblick

Mit Marc Marquez (6 Titel), Joan Mir (1), Fabio Quartararo (1), Francesco Bagnaia (2) und Titelverteidiger Jorge Martin (1) gehen in diesem Jahr gleich fünf MotoGP-Weltmeister an den Start. Der Spanier Martin entthronte nach einem packenden Zweikampf über das gesamte Jahr hinweg den Italiener Bagnaia. Bekanntester Pilot ist aber mit Sicherheit Marquez. Der einstige Seriensieger wechselte von Gresini Racing auf die Werks-Ducati und ist jetzt der neue Partner an der Seite von Bagnaia. Mit siegfähigem Material möchte der 32-Jährige an alte glorreiche Zeiten anknüpfen.

Insgesamt sind im Jahr 2025 übrigens neun der 22 Piloten aus Spanien, die zweitstärkste Nation ist Italien mit sechs. Die restlichen Fahrer kommen aus Frankreich (2), Portugal, Japan, Australien, Südafrika und Japan. Ein deutscher Fahrer ist nicht dabei. Dafür allerdings ein deutscher Grand Prix. Am 13.

Fahrer Titel Team
Marc Marquez 6 Ducati
Joan Mir 1 [Teamname]
Fabio Quartararo 1 Yamaha
Francesco Bagnaia 2 [Teamname]
Jorge Martin 1 [Teamname]

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