Auch wenn viele Biker ihr geliebtes Motorrad im Winter in den wohlverdienten Winterschlaf in die Garage schicken, lassen sich einige Motorradfahrer nicht auf ein Saisonkennzeichen ein. Stattdessen wird auch im Winter ordentlich Gas gegeben, doch oft mit fatalen Folgen. Von November bis März ist die Motorradsaison eigentlich vorbei, zumindest für die meisten Motorradfahrer. Doch darf man auch in den Wintermonaten mit dem Bike unterwegs sein? Klare Antwort: Ja!
Es gibt keinen Grund, warum du nicht auch im Winter Motorrad fahren solltest. Erstens, es gibt nichts Besseres, als die klare, kühle Winterluft zu spüren, während du auf deinem Stahlross durch die Landschaft reitest. Es ist erfrischend, belebend und lässt dich lebendig fühlen. Zweitens, die Straßen sind oft weniger befahren, was bedeutet, dass du freie Fahrt hast. Drittens, es hält dich auf Trab. Motorradfahren im Winter erfordert mehr Geschick und Aufmerksamkeit, was dazu beiträgt, deine Fähigkeiten zu schärfen. Und schließlich, es gibt diese sonnigen Wintertage.
Ja, sie sind selten, aber wenn sie kommen, sind sie ein Geschenk. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, die Straßen sind trocken - es ist, als würde Mutter Natur dich einladen, eine Runde zu drehen. Und wer kann schon einer Einladung von Mutter Natur widerstehen? Also, pack dich warm ein, mach dein Bike startklar und nutze den Winter in vollen Zügen.
1. Winterfestes Motorrad
Wer im Winter mit seinem Motorrad unterwegs sein will, muss es auch entsprechend der winterlichen Gegebenheiten anpassen. Überprüft vor Fahrtantritt außerdem die technischen Anlagen auf ihre Funktionsfähigkeit. Nur wenn Lichtanlage, Bremsen, Blinker, Batterie und Antriebskette richtig funktionieren, seid ihr sicher unterwegs. Auch Profil und Reifendruck sollten kontrolliert werden sowie der Füllstand der Bremsflüssigkeit.
Jetzt, da wir uns darauf geeinigt haben, dass Motorradfahren im Winter eine brillante Idee ist, lass uns darüber sprechen, wie du dein Motorrad winterfest machst. Zunächst einmal, die Reifen. Winter bedeutet manchmal rutschige Bedingungen, also brauchst du Reifen, die damit umgehen können. Winterreifen mit einem speziellen Profil und einer speziellen Gummimischung, die auch bei niedrigen Temperaturen gut haftet, sind jedoch ein Luxus.
Es gibt Winterreifen in breiter Auswahl für Roller und auch für einige Motorräder, doch für gelegentliche Ausfahrten im Winter werden sie von der breiten Masse der Motorradfahrer eher nicht genutzt. Aber in jedem Fall benötigt man für Fahrten auf kalter Fahrbahn Reifen welche mit diesen Temperaturen gut umgehen können. Das sind Touring-Reifen mit einer Silica-Mischung.
Als nächstes der Frostschutz. Du willst nicht, dass dein Motor einfriert, also stelle sicher, dass dein Kühlmittel genug Frostschutz hat. Dann die Batterie. Kälte ist der natürliche Feind jeder Batterie, und Motorradbatterien sind da keine Ausnahme. Ein Batterieladegerät ist eine gute Investition, um sicherzustellen, dass deine Batterie immer voll geladen und bereit für die Fahrt ist.
Schließlich die Wartung. Winterbedingungen können hart für dein Motorrad sein, also stelle sicher, dass du es gut pflegst. Reinige es regelmäßig, um Salz und Schmutz zu entfernen, die Korrosion verursachen können, und überprüfe alle Flüssigkeiten, Bremsen und Lichter, um sicherzustellen, dass alles in Top-Zustand ist.
Die Antriebskette ist eines der wichtigsten Bauteile am Motorrad. Sie überträgt die Energie des Motors auf das Hinterrad. Leider ist sie den Witterungsbedingungen schutzlos ausgeliefert. Besonders Streusalz und übermäßige Feuchtigkeit greifen das Metall der Kettenglieder an. Rost und schnellere Abnutzung können die Folgen sein. Regelmäßiges Waschen und Schmieren mit geeinigten Reinigungsmitteln und Ölen entfernt aggressive Salzreste.
2. Die richtige Motorrad Winterkleidung
Eine Fahrt im Winter kann sehr kalt werden, gerade wenn ihr längere Strecken plant oder es sehr windig ist. Deshalb lohnt es sich, eine hochwertige Lederkombi zu tragen, die durch ihre Materialien den Wind optimal abschirmen kann. Zieht darunter am besten zusätzlich eine wärmende Funktionsunterwäsche an, die für einen gewissen Komfort auf dem Motorrad sorgt - selbst an kalten Tagen. Ein Helm ist beim Motorradfahren sowieso Pflicht - im Winter solltet ihr zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um euren Kopf bei frostigen Temperaturen gut zu schützen.
Wenn es um das Motorradfahren im Winter geht, ist die richtige Garderobe entscheidend. Es geht nicht nur darum, warm zu bleiben - obwohl das natürlich wichtig ist - sondern auch darum, sicher und sichtbar zu sein. Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: der Jacke. Du brauchst eine, die dich warm hält, aber auch genug Bewegungsfreiheit bietet. Such nach einer Jacke mit einer wind- und wasserdichten Außenschicht und einer isolierenden Innenschicht. Achte besonders im Winter auch auf reflektierende Elemente. Denn im Winter steht die Sonne tiefer, die Sicht ist oftmals schlechter und die Kollegen in den Autos rechnen nicht mit Motorradfahrern auf den Straßen.
Sollte Deine Motorradjacke nicht warm genug sein, kannst Du sie mit einer Zusatzschicht etwas tunen. Achte aber immer darauf, dass Du trotzdem in Deiner Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt bist. Als nächstes die Hose. Ähnlich wie bei der Jacke, such nach einer Hose, die dich vor den Elementen schützt und gleichzeitig bequem ist. Thermohosen mit einer wasserdichten Schicht sind eine gute Wahl. Dann die Handschuhe. Deine Hände sind beim Motorradfahren besonders exponiert, also brauchst du ein Paar Handschuhe, die sie warm halten und gleichzeitig einen guten Griff bieten. Beheizbare Handschuhe sind eine Überlegung wert, wenn du keine Griffheizung hast.
Mit der Kombination Griffheizung plus Handguards wirst Du auch ohne beheizbare Handschuhe eine längere Tour durchstehen. Ohne diese Features sind beheizte Handschuhe eine wunderbare Sache. Und vergiss nicht den Helm! Ein Helm mit einem Antibeschlag-Pinlock-Visier wird Dir helfen, das Beschlagen zu verhindern. Ohne Pinlock Visier ist das Fahren im Winter sehr mühsam. Achte bei der Unterwäsche darauf, dass diese eng anliegt und Schweiß auch wirklich vom Körper wegtransportiert. Baumwoll-Wäsche wäre eine falsche Wahl, Funktionswäsche muss es sein!
Das Zwiebelprinzip
Beim Motorradfahren im Winter sollte das Zwiebelprinzip zum Einsatz kommen. Hierbei werden unterschiedliche Kleidungsschichten übereinander angezogen. jeweils andere Aufgaben. Die unterste Schicht ist die Unterwäsche. Körper wegzuführen, der während des Fahrens entsteht. nicht scheuert. Bei der Unterwäsche spielt das Material eine wichtige Rolle.
Zwischen der untersten und der obersten Schicht befinden sich die sogenannten Isolationsschichten. sind dafür da, den Körper warm zu halten und vor kalten Einflüssen zu schützen. Motorradhosen oder Motorradjacken mit einer integrierten Isolationsschicht ausgestattet sind. Varianten bieten zudem die Möglichkeit, dieses Innenfutter herauszunehmen. Hier haben sie eine größtmögliche Flexibilität. Isolationsschichten, während andere größeren Wert auf Atmungsaktivität legen. hierbei Fleece. Dieses kann den Schweiß abtransportieren, trocknet aber selbst schnell.
Auf der obersten, atmungsaktiven Schicht, die meist aus einer Motorradjacke bzw. Protektoren zu finden. Diese müssen auch im Winter zwingend getragen werden. sorgen sie dafür, dass bei einem eventuellen Sturz die Fahrer bestmöglich geschützt sind. Hinweis: Es ist wichtig, die Protektoren optimal auf den eigenen Körper anzupassen. einerseits sichergestellt, dass sie effizient arbeiten und den Fahrer schützen.
Zusätzliche Tipps für warme Kleidung
- Heizwesten mit Akku sind eine gute Möglichkeit, um sich auch bei langen Fahrten warm zu halten.
- Ein nützliches Utensil für Motorradfahrer im Winter sind Heizgriffe. beim Fahren eine angenehme Wärme verspüren und man nicht so leicht starre Finger bekommt. eine größere Kontrolle über das Motorrad zu behalten.
3. Fahrtechnik im Winter
Wie immer, solltet ihr auch im Winter vorausschauend fahren und genügend Sicherheitsabstand einhalten. Um auf die dadurch verursachten schlechten Straßenverhältnisse rechtzeitig reagieren zu können, solltet ihr besonders konzentriert sein, damit sie nicht zur Gefahr werden. Gerade unter Brücken und in der Nähe von Bächen und Flüssen kann Glatteis auftreten. Auch feuchtes Laub, Rollsplit, der zum Streuen verwendet wird, und morgendlicher Raureif können den Grip eurer Räder entscheidend verschlechtern und euch ins Straucheln bringen.
Deshalb solltet ihr vorsichtig fahren und bremsen. Nutzt beim Bremsen vor allem die Hinterradbremse, damit das Vorderrad nicht blockiert.
Im Winter Motorrad zu fahren, erfordert ein wenig mehr Planung als im Sommer. Zunächst einmal, informiere dich über das Wetter. Überprüfe die Wettervorhersage für deine geplante Route und achte auf Warnungen vor Niederschlag. Zweitens, wähle deine Route sorgfältig. Vermeide schattige Bereiche in engen Tälern, wo das Eis länger liegen bleiben kann, und bevorzuge Straßen, die gut gepflegt sind. Wenn du eine Bergpassroute planst, überprüfe, ob sie offen ist und ob es Einschränkungen gibt. Während im Sommer die kleinen netten Nebenstraßen oft eine sehr gute Wahl sind, solltest Du im Winter unbedingt auf den Hauptverkehrsverbindungen bleiben. Denn diese bieten einfach viel bessere Fahrbahnverhältnisse.
Drittens, plane Pausen ein. Bei kaltem Wetter kann es anstrengender sein zu fahren, und du wirst wahrscheinlich öfter anhalten wollen, um dich aufzuwärmen. Plane deine Route so, dass du regelmäßig an Orten vorbeikommst, an denen du eine Pause einlegen und einen heißen Kaffee trinken kannst. Außerdem sind die Tage im Winter deutlich kürzer. Wer im Sommer Touren von über 500 km am Tag fährt sollte im Winter maximal 350 km einplanen. Schließlich, sei flexibel. Wenn das Wetter schlechter wird oder die Straßenbedingungen nicht ideal sind, sei bereit, deine Pläne zu ändern.
Wenn Du besonders viel Zeit in die Planung stecken möchtest, kannst Du auch darauf achten immer mit der Sonne im Rücken zu fahren. Im Winter steht die Sonne vormittags und nachmittags sehr tief. Mit der Sonne im Rücken siehst Du viel besser. Aber Vorsicht! Mit der Sonne im Rücken wirst Du selbst nicht so gut gesehen - Darauf musst Du bei Links-Abbieger-Kreuzungen achten.
4. Sichtbarkeit im Winter
In der Winterzeit wird es zeitig dunkel und auch am Morgen geht die Sonne recht spät auf. Wenn ihr diese Tageszeiten trotzdem für eure Touren nutzen wollt, sollte euch bewusst sein, dass ihr als Motorradfahrer im Winter schwer zu sehen seid. Um nicht von Autofahrern übersehen zu werden, solltet ihr deshalb auf eine funktionierende Lichtanlage und Reflektoren achten, die an eurer Kleidung für zusätzliche Sicherheit sorgen. Auch wenn Schnee liegt und die Sonne scheint, kann es zu einer Blendgefahr durch die Reflektion kommen.
5. Vorbereitung ist alles
Wer noch nie im Winter bei den gegebenen Straßenverhältnissen gefahren ist, sollte sich im Vorfeld besser auf das Fahren auf rutschigem Untergrund vorbereiten. Immerhin ist das Motorradfahren im Winter etwas anderes, als im Sommer auf trockenen, sauberen Straßen zu fahren. Enduro-Fahrer haben da bereits einen Vorteil und wissen, wie sich ihre Maschinen auf glatten und rutschigen Untergründen verhalten. Aber auch Liebhaber von Sportbikes, Choppern, Cruisern oder Touring-Maschinen können sich entsprechend vorbereiten.
Im Winter vergisst man tendenziell eher darauf ausreichend zu trinken. Achte bewusst auf ausreichende Flüssigkeitsversorgung für Deinen Körper. Schließlich, höre auf deinen Körper. Wenn du anfängst, dich kalt, müde oder unwohl zu fühlen, mache eine Pause und wärme dich auf. Du hast ausreichend Platz in einem Gepäcksystem oder im Rucksack? Gönne Dir ein paar Extras für die Extraportion Sicherheit und Komfort.
- Starthilfekabel: Eine leere Batterie kann jederzeit passieren, besonders bei kaltem Wetter.
- Taschenlampe: Eine gute Taschenlampe ist unerlässlich, besonders wenn du nachts eine Panne hast.
- Wärmepackungen: Diese kleinen Pakete können eine große Hilfe sein, um deine Hände bei Problemen wieder auf Betriebstemperatur zu bringen.
- Powerbank: Ein voll aufgeladenes Handy ist unerlässlich, aber der Akku kann schnell leer werden, besonders bei kaltem Wetter. Eine Powerbank sorgt dafür, dass du immer genug Saft hast, um einen Anruf zu tätigen.
- Reserveschicht on Top: Du denkst Du bist ausreichend warm angezogen? Kann sein! Doch bei Problemen oder Verzögerungen kommst Du evtl. später als geplant nach hause. Wenn Du noch Platz für eine zusätzliche Schicht Koffer hast, dann pack diese doch einfach ein. Sehr nützlich sind zum Beispiel zu groß geratene Regenjacken oder Softshell-Jacken. Diese sind wenig elegant, können aber im Notfall noch über die Motorradjacke gestülpt werden.
Wenn Du im Winter noch nie Motorrad gefahren bist, dann ist eine Verbindung mit Freunden oder der Familie bestimmt ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit für Dich - aber auch Für deine Freunde. Zunächst einmal, stelle sicher, dass dein Handy immer voll aufgeladen ist, bevor du losfährst. Zweitens, informiere jemanden über deine Pläne. Teile ihnen mit, wohin du fährst, welche Route du nimmst und wann du planst, zurück zu sein. Drittens, nutze Kommunikationstechnologien, um in Kontakt zu bleiben. Es gibt viele Apps und Geräte, die es dir ermöglichen, deine Position in Echtzeit zu teilen. Doch Vorsicht: Diese Livetracker benötigen viel Strom. Ein Betrieb ohne laufende Stromversorgung oder eine Powerbank ist nur bei kurzen Touren ratsam.
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