Motorradbatterie Abklemmen: Eine Anleitung für Biker

Die Motorradbatterie ist ein zentrales Element für einen reibungslosen Start und Betrieb deines Bikes. Damit dieser Moment möglichst nicht eintritt, gilt es, einige Grundsätze zu beachten und dem Akku etwas Zuneigung zu geben - er wird es mit Zuverlässigkeit danken! Ob für dein Auto, Motorrad oder Roller, das korrekte Anklemmen der Batterie verhindert Schäden an der Elektronik.

Warum die Batterie abklemmen?

Es gibt einige Situationen, in denen es sinnvoll ist, die Batterie abzuklemmen:

  • Längere Standzeiten: Mottet ihr ein Motorrad oder ein Cabrio über den Winter ein oder legt ihr es für unbestimmte Zeit still, empfiehlt es sich, die Batterie entweder abzuklemmen oder direkt an ein Ladegerät zu hängen. So könnt ihr sichergehen, dass das Kfz auch wieder anspringt, wenn der Schnee getaut ist und die ersten Blumen blühen.
  • Wartungsarbeiten: Auch wenn ihr beispielsweise einen USB-Port an eurem Motorrad installieren wollt, kann es sein, dass dieser direkt an der Batterie eures Motorrades angebracht werden muss und ihr sie zu diesem Zweck abklemmen müsst.

Die richtige Reihenfolge beim Abklemmen und Anklemmen

Besonders bei älteren Batterien fliegen buchstäblich die Funken, wenn ihr die richtige Reihenfolge nicht einhaltet.

Daher ist es sehr wichtig, zuerst den Minuspol abzuklemmen, danach erst den Pluspol. Achtet darauf, dass die Pole nicht mit Metallteilen oder der Karosse in Berührung kommen, solange mindestens ein Pol an die Batterie angeschlossen ist.

Damit ihr euch im Eifer des Gefechts nicht vertut, sind die Pole farblich gekennzeichnet:

  1. Abklemmen:
    • Schritt: Minuspol, markiert mit schwarz.
    • Schritt: Pluspol, markiert in rot.
  2. Anklemmen:
    • Schritt: Pluspol, markiert in rot.
    • Schritt: Minuspol, markiert mit schwarz.

Denkt daran, dass das nur für das Abklemmen gilt, beim Anklemmen einer Batterie geht es genau anders herum:

Achtet besonders beim Wiedereinbau auf die richtigen Pole: Das rote Kabel muss an den Pluspol, das schwarze Kabel an den Minuspol.

Auf der Batterie sind Minus- und Pluspol eingestanzt, somit sollte es rein prinzipiell kein Problem geben. Passiert euch allen Erwartungen zum Trotz ein Fehler, kann ein Kurzschluss die Folge sein. Im ungünstigsten Fall startet ein Kabelbrand, der das ganze Motorrad oder Auto abfackelt.

Bei modernen Fahrzeugen werden zwar entsprechende Vorkehrungen getroffen, um dieses Worstcase-Szenario zu vermeiden, ein Restrisiko bleibt jedoch immer. Selbst, wenn der Super-GAU nicht eintritt, wird euer Fahrzeug nicht anspringen, wenn ihr die Kabel falsch verbunden habt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Abklemmen der Motorradbatterie

  1. Vorbereitung: Öffnen Sie die Abdeckung am Motorrad. Beachten Sie, dass Sie Handschuhe nutzen, damit Ihre Hände vor ggfs. auslaufenden und aggressiven Chemikalien geschützt sind.
  2. Minuspol abklemmen: Nutzen Sie einen Schraubenschlüssel, um die beiden Pole der Batterie abzuklemmen. Zuerst klemmen Sie beim Ausbau der Motorradbatterie den Minuspol ab. Diesen erkennen Sie an der Kennzeichnung mit einem Minuszeichen. Eventuell ist der Pol rot gekennzeichnet und hat stattdessen kein Minuszeichen.
  3. Pluspol abklemmen: Danach den Pluspol abschrauben (rot).
  4. Sicherungsband abnehmen, Batterie ganz herausnehmen.

Motorradbatterie Laden

Wenn Sie im Schuppen von Opa ein Ladegerät finden, mit dem dieser früher die Batterie seines Traktors geladen hat, dann hängen Sie daran keine Motorradbatterie, denn es kann sein, dass sie dann während eines Ladevorgangs kaputtgeht.

Kaufen Sie sich ein Batterieladegerät speziell für Motorradbatterien (Batterie-Ladegeräte im MOTORRAD-Test), bei dem sich kleine Ladeströme einstellen lassen. Es gibt auch ganz prima elektronische Batterieladegeräte, die nach dem Anschließen zunächst einige Zeit mit der Batterie korrespondieren und deren Lade- und Allgemeinzustand abchecken. Aufgrund dieser Ergebnisse werden Ladestrom und Ladezeit automatisch eingestellt (»Ladekurve«).

Motorradbatterie anschließen zum Laden

  1. Batterie an Ladegerät anschließen: zuerst Pluspol anklemmen, dann Minuspol.
  2. Bei Blei-Säure-Batterien unbedingt ALLE Stopfen entfernen!
  3. Ladegerät einschalten, Batterie mit kleiner Ladespannung laden.
  4. Batterie von Ladegerät abklemmen: zuerst Minuspol abklemmen, dann Pluspol.

Nach der Ladung die Batterie mindestens 30 Minuten ruhen lassen, also nicht sofort einbauen und losfahren.

Motorradbatterie Einbauen und Anschließen

  1. Vor dem Einbau Folgendes abchecken: Ist eine Gummiunterlage für die Batterie im Batteriekasten vorhanden? Wenn nein, schnippeln Sie sich eine aus säurefestem Gummi, etwa einer alten Auto-Fußmatte; zur Not kann man auch einige Streifen Fensterdichtgummi unter die Batterie kleben. Batterie nicht ohne Gummi einbauen, sonst drohen Vibrationsschäden.
  2. Sind die Batterie-Kabelanschlüsse sauber und ohne Korrosion? Wenn nein, auf beiden Seiten mit feinem 400er-Schmirgel abziehen.
  3. Ladedatum auf der Batterie vermerken, Batterie in Batteriekasten einsetzen.
  4. Schrauben mit etwas Kupferpaste einschmieren, das sichert guten elektrischen Kontakt und beugt Korrosion vor.
  5. Zuerst Pluskabel an Batterie anschließen, dann Minuskabel. Kabel exakt verlegen, sie dürfen sich nicht übermäßig stark knicken oder irgendwo scheuern.
  6. Schutzkappen auf Anschlüsse aufstecken.
  7. Deckel des Batteriekastens schließen.

Tipps zur Batteriepflege und Wartung

  • Reinigung: Ausgebaute Batterie unter fließendem warmen Wasser reinigen, Wurzelbürste zu Hilfe nehmen. Batterie gut abtrocknen. Polanschlüsse mit einer Messingbürste oder mit Schmirgelleinen blank putzen.
  • Ladezustand prüfen: Egal ob Gel-Batterie, wartungsfreie MF- oder Blei-Säure-Batterie: Eine Batterie muss geladen werden, wenn ihre Spannung weniger als 12,3 Volt (beziehungsweise 6,3 Volt) beträgt. Dies ist am »müden« Elektrostarter zu spüren, wenn dieser den Motor nicht mehr richtig durchdreht (oder am flackernden Licht, wenn der Motor mit niedriger Drehzahl läuft).
  • Säurestand kontrollieren (bei Blei-Säure-Batterien): Bei herkömmlichen Standardbatterien sollten Sie den Säurestand kontrollieren. Fehlt der Batterie Flüssigkeit, korrigieren Sie den Stand mit destilliertem Wasser. Ganz wichtig: Erst nach dem Ladevorgang, denn die Säure gewinnt beim Laden an Volumen und ihr Pegel steigt.
  • Polanschlüsse schützen: Beim Einbau der Batterie sollten Sie die Klemmen an die sauberen und fettfreien Pole montieren und danach erst mit Polfett schützen. Mit der Maßnahme, die Batteriepole einzufetten, tragen Sie zu einer verzögerten Oxidation an den Polen der Batterie bei.

Batterie-Ladegeräte für Motorrad und Roller

Für die in neueren Motorrädern zunehmend eingebauten wartungsfreien Gel- und Microvlies-Batterien sind solche intelligenten Ladegeräte zu Preisen zwischen 15 und 30 Euro zwingend nötig: Eine Sichtkontrolle der Batterieflüssigkeit ist schließlich nicht möglich.

Wer die Batterie seines Motorrades oder Rollers noch schonender über einen langen Winter oder andere lange Standzeiten bringen will, der sollte ein automatisches Gerät mit zusätzlicher Be- und Entlade-Funktion wählen. Solche Geräte simulieren den Rhythmus des alltäglichen Fahrbetriebs: Ist die maximale Ladespannung erreicht, wird die Batterie wieder entladen. Das ständige Formieren der Zellen schützt die Batterie und verlängert deren Lebensdauer.

Häufige Fragen

Frage Antwort
Warum sollte ich beim Batterieanschluss zuerst den Pluspol anschließen? Der Pluspol sollte zuerst angeschlossen werden, um Funkenbildung zu vermeiden und die Batterie korrekt zu verbinden.
Was passiert, wenn ich die Autobatterie falsch anklemme? Falsch angeschlossene Batterien können zu Kurzschlüssen, Funken oder sogar Bränden führen. Daher ist es wichtig, die richtige Reihenfolge zu beachten.
Muss ich eine Autobatterie vor dem Anschließen aufladen? Es ist ratsam, eine Autobatterie vor dem Anschließen aufzuladen, insbesondere wenn sie schwach oder leer ist.

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