Motorradbatterie richtig laden und pflegen – So geht's!

Gerade bei niedrigen Temperaturen und Schmuddelwetter können sich lange Standzeiten im Freien verheerend auf Motorräder und Batterien auswirken - egal ob klassische Blei-Akkus mit flüssiger Säure, Gel-Batterien oder moderne Lithium-Ionen-Akkus. Die Winterzeit ist die optimale Zeit zur Pflege und Wartung der Motorradbatterie.

Außerdem teilen wir Ihnen mit, wie Sie die Batterie richtig auffüllen, lagern, aufladen und welche Batterie-Ladegeräte die besten sind. Wie es Ihnen gelingt, die Batterie auszubauen und wieder einzubauen, erfahren Sie auf dieser Seite.

Warum Motorradbatteriepflege im Winter wichtig ist

Besonders im Winter braucht eine Motorradbatterie Pflege. Sie muss in der kalten Jahreszeit Höchstleistung vollbringen und verliert deshalb schnell an Leistung. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, die Batterie richtig zu pflegen und zu laden.

Wenn Minusgrade herrschen, ist es auch bei häufiger Nutzung des Motorrades am besten, die Batterie über Nacht auszubauen und am nächsten Tag vor der Fahrt wieder einzubauen.

Motorrad winterfest machen

Bevor das Motorrad eingewintert wird, sollte es zunächst gründlich gereinigt und getrocknet werden. Außerdem sollte entstehender Rost bekämpft und an empfindlichen Stellen Korrosionsschutz aufgetragen sowie die Ketten geölt werden. Hat das Motorrad einen Benzintank aus Metall, dann sollte er vollständig gefüllt werden, um Rost zu vermeiden. Kunststofftanks sollten Sie dagegen leeren. Um Standschäden an den Reifen zu vermeiden, sollte das Motorrad am besten über den Winter aufgebockt werden. Zum Überwintern sollten Motorräder und Motorroller am besten in einen trockenen, nicht zu kalten und gut belüfteten Raum gebracht und dort mit Stoff abgedeckt werden. Da Kabel und Verbindungen bei Motorrädern und Motorrollern noch schlechter vor Umwelteinflüssen geschützt sind als bei Autos, ist hier die Gefahr von Kriechströmen besonders hoch.

Außerdem verbrauchen viele Motorrad-Bauteile auch im abgestellten Zustand noch Strom - und das gilt nicht nur für die Alarmanlage. Daher sollte die Motorradbatterie im Winter zumindest abklemmen oder am Besten sogar ausgebaut werden. Außerdem empfiehlt es sich, die Batterie auch von außen zu reinigen und die Pole mit Polfett einzuschmieren. Batterien sollten frostfrei, idealerweise über 10°C gelagert werden.

Ausbau der Motorradbatterie

  1. Öffnen Sie die Abdeckung am Motorrad.
  2. Nutzen Sie einen Schraubenschlüssel, um die beiden Pole der Batterie abzuklemmen.
  3. Zuerst klemmen Sie beim Ausbau der Motorradbatterie den Minuspol ab. Diesen erkennen Sie an der Kennzeichnung mit einem Minuszeichen. Eventuell ist der Pol rot gekennzeichnet und hat stattdessen kein Minuszeichen.
  4. Beachten Sie, dass Sie Handschuhe nutzen, damit Ihre Hände vor ggfs. auslaufenden und aggressiven Chemikalien geschützt sind.

Lagerung der Motorradbatterie

Selbst ausgebaute Motorrad-Batterien weisen aber noch geringe interne Entladeströme auf. Daher besteht bei längerer Lagerung trotz abgeklemmter Pole das Risiko einer Tiefenentladung. Aus diesem Grund sollte die Motorrad-Batterie im Winter geladen werden - entweder dauerhaft mit einer sogenannten Erhaltungsladung oder alle 4 bis 6 Wochen.

  • Nachdem Sie die Motorradbatterie ausgebaut haben, laden Sie diese zuallererst wieder auf.
  • Nachdem Sie nach dem Aufladen den Säurestand getestet haben, füllen Sie die Batterie bis zum Erreichen des Maximums - siehe: Anzeige bzw. Strich bei "Max" - mit destilliertem Wasser auf.
  • Anschließend legen Sie die Motorradbatterie an einem Ort mit Raumtemperatur ab und lagern die Batterie dort.
  • Damit die Motorradbatterie einwandfrei überwintern kann, ist es wichtig, dass Sie diese mitten in der Winterpause (z. B.

Die Lithium-Ionen-Akkus vor Frost schützen. Bei fest verbauten Batterien sollte das ganze Motorrad frostsicher aufgestellt werden.

Laden der Motorradbatterie

Dabei ist genau auf die Gebrauchsanleitung von Batterie bzw. Motorrad und Ladegerät zu achten, um sicherzustellen, dass keine Fehler passieren. Nach dem Laden muss bei klassischen „nassen“ Blei-Säure-Akkus der Flüssigkeitsstand überprüft und ggf. destilliertes Wasser nachgefüllt werden.

Sie klemmen zum Laden zuerst den Minus- und dann den Pluspol ans Ladegerät. Dann schließen Sie das Ladegerät per Netzstecker an den Strom an. Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich zum Laden ein Automatik-Ladegerät kaufen. Dieses erkennt, wie viel Strom die Batterie zum vollständigen Aufladen braucht, und passt die Ladeströme dem Ladevorgang an.

Sobald die Batterie aufgeladen ist, nehmen Sie das Ladegerät aus der Steckdose und klemmen die Batterie ab.

Unter den automatischen Ladegeräten gibt es sogenannte Erhaltungsladegeräte; diese weisen die Besonderheit auf, dass die Batterie die ganze Zeit angeschlossen ist und mit geringeren Strömen geladen wird. Unter allen Umständen raten wir Ihnen davon ab, Standard-Ladegeräte zu kaufen, die nicht automatisiert funktionieren.

Wichtig: Wird die Batterie im eingebauten Zustand geladen, darf auf keinen Fall die Zündung eingeschaltet werden! Sonst drohen Schäden an Motorsteuergeräten.

Batterie-Ladegeräte für Motorrad und Roller

Standard-Batterien können Sie mit nichtautomatischen Ladegeräten laden, die günstig zu haben sind (ab zehn Euro). Dabei muss allerdings nach der Formel "maximaler Ladestrom = maximal 1/10 der Batteriekapazität" die Ladezeit errechnet und die Batterie beobachtet werden. Wenn die Säure zu gasen beginnt, müssen Sie den Akku vom Netz nehmen.

Bei Fahrzeug-Ruhezeiten von mehr als drei Monaten müssen Batterien zum Erhaltungsladen dauerhaft an spezielle Motorradbatterie-Ladegeräte angeschlossen werden, damit Schäden durch die sogenannte Tiefentladung vermieden werden. Von amperestarken Auto- oder Baumarkt-Ladegeräten ist abzuraten, sie können die kleine Motorradbatterie schädigen oder zerstören. Die richtige Wahl ist ein Automatik-Ladegerät mit Regelelektronik, das sich selbständig der Größe der Batterie und deren Ladungszustand anpasst.

Für die in neueren Motorrädern zunehmend eingebauten wartungsfreien Gel- und Microvlies-Batterien sind solche intelligenten Ladegeräte zu Preisen zwischen 15 und 30 Euro zwingend nötig: Eine Sichtkontrolle der Batterieflüssigkeit ist schließlich nicht möglich. Wer die Batterie seines Motorrades oder Rollers noch schonender über einen langen Winter oder andere lange Standzeiten bringen will, der sollte ein automatisches Gerät mit zusätzlicher Be- und Entlade-Funktion wählen.

Solche Geräte simulieren den Rhythmus des alltäglichen Fahrbetriebs: Ist die maximale Ladespannung erreicht, wird die Batterie wieder entladen. Das ständige Formieren der Zellen schützt die Batterie und verlängert deren Lebensdauer.

Ein solches Gerät ist im Fachhandel zu Preisen zwischen 40 und 60 Euro zu bekommen. Es lohnt sich übrigens auch für Wenig-Fahrer und Zweirad-Fans, die während der Saison längere Pausen einlegen. Für die immer populärer werdenden Lithium-Ionen-Batterien sind besondere Ladegeräte bzw. Ladetechniken erforderlich. Hierzu sollte der Fachhändler befragt werden.

CTEK MXS 5.0 Batterieladegerät

Mit dem Batterieladegerät CTEK MXS 5.0 schaffen wir Abhilfe! Durch drücken der Taste "MODE" werden beim MXS 5.0 die Einstellungen vorgenommen. Nach etwa 2 Sekunden aktiviert das CTEK Batterieladegerät das gewählte Programm.

Eine Besonderheit des MXS 5.0 ist der Recond-Mode. Hierbei handelt es sich um eine Instandsetzungsfunktion für tief entladene Batterien. Dazu gehören Batterien der Arten EFB, Nass und Ca/Ca. Durch den Recond Mode werden bei einer Batterie die Sulfate von den Platten gelöst.

Bitte unbedingt darauf achten, dass folgende Batterien nicht für den Recond-Mode geeignet sind: Gel Batterien, Lithium Batterien sowie AGM Batterien. Auch leere Batterien können nicht wieder zum Leben erweckt werden.

Bedienung des CTEK MXS 5.0

  1. Schließen Sie das Ladegerät an die Steckdose an. Die Netzleuchte zeigt an, dass das Netzkabel an die Steckdose angeschlossen wurde. Die Fehlerleuchte zeigt an, dass die Batterieklemmen falsch angeschlossen wurden.
  2. Beachten Sie die 8-stufige Anzeige während des Ladevorgangs. Sobald SCHRITT 4 leuchtet, ist die Batterie zum Starten eines Motors bereit.
  3. Wurde der Ladevorgang in SCHRITT 1, 2 oder 5 unterbrochen? Starten Sie den Ladevorgang erneut, indem Sie auf die Taste MODE drücken.

Wenn der Ladevorgang immer noch unterbrochen ist, kann dies folgende Ursachen haben:

  • SCHRITT 1: Die Batterie ist erheblich sulfatiert und muss ggfs. ersetzt werden.
  • SCHRITT 2: Die Batterie nimmt keine Ladung mehr auf und muss ggfs. ersetzt werden.
  • SCHRITT 5: Die Batterie ist nicht in der Lage, die Ladung zu halten und muss ggfs.

BLINKT - ist das Ladegerät in den Energiesparmodus übergegangen.

Motorradbatterie einbauen und anschließen

Vor dem Einbau Folgendes abchecken:

  • Ist eine Gummiunterlage für die Batterie im Batteriekasten vorhanden? Wenn nein, schnippeln Sie sich eine aus säurefestem Gummi, etwa einer alten Auto-Fußmatte; zur Not kann man auch einige Streifen Fensterdichtgummi unter die Batterie kleben. Batterie nicht ohne Gummi einbauen, sonst drohen Vibrationsschäden.
  • Sind die Batterie-Kabelanschlüsse sauber und ohne Korrosion? Wenn nein, auf beiden Seiten mit feinem 400er-Schmirgel abziehen.
  • Ladedatum auf der Batterie vermerken, Batterie in Batteriekasten einsetzen.
  • Schrauben mit etwas Kupferpaste einschmieren, das sichert guten elektrischen Kontakt und beugt Korrosion vor.
  • Zuerst Pluskabel an Batterie anschließen, dann Minuskabel. Kabel exakt verlegen, sie dürfen sich nicht übermäßig stark knicken oder irgendwo scheuern.
  • Schutzkappen auf Anschlüsse aufstecken.
  • Deckel des Batteriekastens schließen.

Entlüftungsschlauch bei MF-Batterie

Sollte Ihr Motorrad mit einer wartungsfreien MF-Batterie ausgestattet sein und Sie sind aus irgendeinem Grund einmal gezwungen, eine nicht wartungsfreie Bleibatterie anstatt einer wartungsfreien Batterie einzubauen, wird ein Entlüftungsschlauch benötigt. Dieser muss unbedingt knickfrei nach unten verlegt werden, und sein Ende muss so ins Freie gelangen, dass austretende Dämpfe mit keinem Teil des Fahrzeugs in Berührung kommen, sonst entstehen an der Maschine in kürzester Zeit hässliche Säureschäden.

Vor dem Einbau einer neuen Bleibatterie

Eine neue Batterie muss vor ihrem Einbau zunächst mit Säure befüllt und dann geladen werden. Dies gilt bei einer »nicht wartungsfreien« Blei-Säure-Batterie genauso wie bei einer wartungsfreien MF-Batterie. Beide sind zwar trocken vorgeladen und nach der Erstbefüllung mit Säure theoretisch sofort einsatzbereit, doch je sorgsamer eine neue Batterie auf ihren ersten Einsatz vorbereitet wird, desto länger lebt sie.

Bei einer Bleibatterie muss die Batteriesäure mithilfe eines Trichters in die einzelnen Zellen eingefüllt werden. Bei einer wartungsfreien MF-Batterie ist es etwas einfacher.

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