Wenn sich die Motorrad-Saison dem Ende neigt und die kalte Jahreszeit vor der Türe steht, kann das für Ihre Motorradbatterie ohne richtige Einwinterung das Ende sein. Damit Sie auch im nächsten Jahr wieder die schönsten Touren bestreiten können, sind eine regelmäßige Wartung der Motorradbatterie sowie das richtige Überwintern unverzichtbar. Soll die Batterie Ihres Motorrads lange leben, sind regelmäßige Wartung und richtiges Überwintern unerlässlich.
Batterie-Typen und ihre Besonderheiten
Neben der seit Jahrzehnten weit verbreiteten Blei-Säure-Batterie gibt es eine Vielzahl neuer Starterbatterien, mit denen Motorräder ausgestattet sein können. Es handelt sich zwar ebenfalls um Blei-Akkus, allerdings sind diese anders konstruiert und wartungsfrei. Anders als die übliche Blei-Säure-Batterie haben die Blei-Gel- und die AGM-Akkus einen gebundenen Elektrolyten. Dieser Elektrolyt hat keine freie Flüssigkeit, sondern z. B. eine in einer Glasfasermatte gebundene Flüssigkeit.
Die Säure, mit der klassische "trockene" Batterien nach dem Kauf üblicherweise befüllt werden, dürfen seit 2021 nur noch an gewerblichen Endkunden verkauft werden. Hintergrund ist die Verordnung (EU) 2019/1148, die den Vertrieb von "Ausgangsstoffen für Explosivstoffe" an "Mitglieder der Allgemeinheit" verbietet. Aus diesem Grund dürften diese klassischen Batterien mit zugänglichen Zellen, die vom Anwender mit Flüssigkeit (Anfangs Säure, später nur destilliertes Wasser) befüllt werden können, nach und nach verschwinden. Ersatzweise verbreiten sich vollständig verschlossenen, wartungsfreie Gel- oder Vlies-Batterien. Für diese beschränkt sich die Wartung auf das regelmäßige Laden und äußerliche Reinigung.
Ausbau und Lagerung der Batterie
Unsere Experten raten dringend, bei einer Einmottung von Motorrad oder Roller die Batterie auszubauen, sie vollzuladen und an einem kühlen Ort (bei etwa zehn Grad Celsius) zu lagern. Am besten ist es, wenn Sie die Batterie ausbauen, vollladen und an einem kühlen, aber trockenen Ort aufbewahren. Damit Ihre Motorradbatterie nach Saisonabschluss den Winter unbeschadet übersteht, sollte diese ausgebaut und an einem trockenen, nicht zu warmen, aber vor Frost geschützten Ort gelagert werden.
Beim Ausbau der Batterie sollten Sie immer den Minuspol zuerst abklemmen und beim Einbau auch als letztes wieder anklemmen. Damit wird vermieden, dass das Werkzeug an dem Pluspol bei Berührung des Rahmens einen Kurzschluss erzeugt. Beim Einbau der Batterie sollten Sie die Klemmen an die sauberen und fettfreien Pole montieren und danach erst mit Polfett schützen.
Ein Ausbau ist nicht zwingend notwendig, wenn das Motorrad über den Winter in der Garage steht, wo die Mindesttemperaturen erreicht werden. Allerdings ist darauf zu achten, dass keine Dauerverbraucher aktiv sind. Da Kabel und Verbindungen bei Motorrädern und Motorrollern noch schlechter vor Umwelteinflüssen geschützt sind als bei Autos, ist hier die Gefahr von Kriechströmen besonders hoch. Außerdem verbrauchen viele Motorrad-Bauteile auch im abgestellten Zustand noch Strom - und das gilt nicht nur für die Alarmanlage. Daher sollte die Motorradbatterie im Winter zumindest abklemmen oder am Besten sogar ausgebaut werden.
Tipp: Sie sind auf der sicheren Seite, wenn Sie die Batteriekabel abschrauben, auch wenn die Batterie im Motorrad verbleibt.
Laden der Batterie
Damit die Motorrad-Batterie während der Wintermonate nicht an Funktionsfähigkeit und Lebensdauer verliert, ist sie unbedingt im vollgeladenen Zustand zu lagern. Zudem wird bei längeren Standzeiten (bis drei Monate) empfohlen, mindestens einmal nachzuladen. Selbst ausgebaute Motorrad-Batterien weisen aber noch geringe interne Entladeströme auf. Daher besteht bei längerer Lagerung trotz abgeklemmter Pole das Risiko einer Tiefenentladung. Aus diesem Grund sollte die Motorrad-Batterie im Winter geladen werden - entweder dauerhaft mit einer sogenannten Erhaltungsladung oder alle 4 bis 6 Wochen.
Wer eine Fahrpause von rund drei Monaten einlegt, der sollte die Batterie zwischendurch mindestens einmal mit einem Ladegerät laden, um wieder 100 Prozent der Kapazität zu erreichen. Selbstverständlich gilt dies auch fürs Ende der Standzeit. Der Ladevorgang sollte in einem rund 20 Grad warmen Raum laufen, jedoch nicht in Wohn- oder Schlafräumen.
Wird die Batterie im eingebauten Zustand geladen, darf auf keinen Fall die Zündung eingeschaltet werden! Sonst drohen Schäden an Motorsteuergeräten. Auch wenn die Batterie im Fahrzeug bleibt, muss sie entsprechend gewartet werden. In vielen Fällen ist dies aufgrund der Lage der Batterie allerdings nur mit zusätzlichen Kabelverbindungen möglich, so dass der Ausbau meist die bequemere Methode ist.
Batterie-Ladegeräte für Motorrad und Roller
Dazu eignen sich die gängigen Batterieladegeräte, die bereits für kleines Geld zu kaufen sind. Bei Standard-Batterien ist darauf zu achten, dass die Ladezeiten eingehalten werden. Sobald die Säure Gase bildet, ist der Ladevorgang zu beenden. Noch einfacher ist es, wenn Sie auf ein Automatik-Ladegerät mit Regelelektronik zurückgreifen. Die modernen Systeme passen sich automatisch der Batteriegröße sowie dem aktuellen Ladezustand an.
Standard-Batterien können Sie mit nichtautomatischen Ladegeräten laden, die günstig zu haben sind (ab zehn Euro). Dabei muss allerdings nach der Formel "maximaler Ladestrom = maximal 1/10 der Batteriekapazität" die Ladezeit errechnet und die Batterie beobachtet werden. Wenn die Säure zu gasen beginnt, müssen Sie den Akku vom Netz nehmen. Bei Fahrzeug-Ruhezeiten von mehr als drei Monaten müssen Batterien zum Erhaltungsladen dauerhaft an spezielle Motorradbatterie-Ladegeräte angeschlossen werden, damit Schäden durch die sogenannte Tiefentladung vermieden werden. Von amperestarken Auto- oder Baumarkt-Ladegeräten ist abzuraten, sie können die kleine Motorradbatterie schädigen oder zerstören. Die richtige Wahl ist ein Automatik-Ladegerät mit Regelelektronik, das sich selbständig der Größe der Batterie und deren Ladungszustand anpasst.
Für die in neueren Motorrädern zunehmend eingebauten wartungsfreien Gel- und Microvlies-Batterien sind solche intelligenten Ladegeräte zu Preisen zwischen 15 und 30 Euro zwingend nötig: Eine Sichtkontrolle der Batterieflüssigkeit ist schließlich nicht möglich. Wer die Batterie seines Motorrades oder Rollers noch schonender über einen langen Winter oder andere lange Standzeiten bringen will, der sollte ein automatisches Gerät mit zusätzlicher Be- und Entlade-Funktion wählen. Solche Geräte simulieren den Rhythmus des alltäglichen Fahrbetriebs: Ist die maximale Ladespannung erreicht, wird die Batterie wieder entladen. Das ständige Formieren der Zellen schützt die Batterie und verlängert deren Lebensdauer. Ein solches Gerät ist im Fachhandel zu Preisen zwischen 40 und 60 Euro zu bekommen. Es lohnt sich übrigens auch für Wenig-Fahrer und Zweirad-Fans, die während der Saison längere Pausen einlegen.
Für die immer populärer werdenden Lithium-Ionen-Batterien sind besondere Ladegeräte bzw. Ladetechniken erforderlich. Hierzu sollte der Fachhändler befragt werden. Batterien dieser Bauart können trotz relativ geringer Selbstentladung allein durch die schwache Last stiller Verbraucher (Alarmanlage, Wegfahrsperre etc.) nach relativ kurzer Standzeit (wenige Wochen) entladen sein.
Wartung und Pflege
Die richtige Wartung und Batteriepflege ist besonders wichtig, um die Lebenszeit zu verlängern. Bei längeren Standzeiten ist die Anschaffung eines automatischen Ladegeräts mit der Funktion der Be- und Entladung empfehlenswert. Diese Systeme sind etwas teurer als ein gewöhnliches Ladegerät, doch die Simulation des alltäglichen Fahrbetriebs zahlt sich aus, denn die Formierung der Batteriezellen verlängert die Lebensdauer erheblich.
Generell lassen sich die vorhin genannten Hinweise zur Batteriepflege auf alle Motorradbatterien beziehen, was die wartungsfreien Blei-Akkus einschließt. Haben Sie also eine AGM- oder Blei-Gel-Batterie in Ihrem Motorrad, dann bauen Sie diese ebenfalls für die Winterpause aus und laden sie innerhalb der Winterpause bis zu 3x auf. Sie klemmen zum Laden zuerst den Minus- und dann den Pluspol ans Ladegerät. Dann schließen Sie das Ladegerät per Netzstecker an den Strom an. Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich zum Laden ein Automatik-Ladegerät kaufen. Dieses erkennt, wie viel Strom die Batterie zum vollständigen Aufladen braucht, und passt die Ladeströme dem Ladevorgang an.
Unter allen Umständen raten wir Ihnen davon ab, Standard-Ladegeräte zu kaufen, die nicht automatisiert funktionieren. Achten Sie darauf, dass die Batteriepole richtig eingesetzt werden. Mit der Maßnahme, die Batteriepole einzufetten, tragen Sie zu einer verzögerten Oxidation an den Polen der Batterie bei. Die Oxidation ist bei Blei-Akkus einer der größten Gründe dafür, dass eine Batterie an Lebensdauer einbüßt.
Nach dem Laden muss bei klassischen „nassen“ Blei-Säure-Akkus der Flüssigkeitsstand überprüft und ggf. destilliertes Wasser nachgefüllt werden.
Wenn Sie eine Säurebatterie besitzen, achten Sie bitte auf den Säurestand. Bei herkömmlichen Standardbatterien sollten Sie den Säurestand kontrollieren. Fehlt der Batterie Flüssigkeit, korrigieren Sie den Stand mit destilliertem Wasser. Ganz wichtig: Erst nach dem Ladevorgang, denn die Säure gewinnt beim Laden an Volumen und ihr Pegel steigt.
Weitere Tipps zur Motorrad-Überwinterung
Um dein Motorrad winterfest zu machen, solltest du vor Ende der Saison das Motoröl und die Bremsflüssigkeit wechseln. Frisches Öl bietet besseren Korrosionsschutz als altes Öl und sorgt dafür, dass du im Frühjahr mit einem optimalen Motor startest. Überprüfe auch den Frostschutz für Wasserkühlungen mit einer entsprechenden Prüfspindel. Tanke bei Metalltanks vor der Winterpause voll auf, um Entstehung von Kondenswasser zu vermeiden und somit Rostbildung zu verhindern. Reinige und schmiere zudem die Antriebskette, damit dein Motorrad gut geschützt in den Winter geht. Bei Kunststofftanks ist es genau umgekehrt. Eine lange Standzeit belastet die Reifen erheblich, da das gesamte Gewicht der Maschine über Monate auf derselben Stelle ruht. In Kombination mit Bodenfrost sind Standschäden nahezu unvermeidbar. Mit einem einfachen Holzbrett unter den Reifen schützt du das Gummi vor Bodenfrost. Darüber hinaus solltest du den Luftdruck um etwa 0,5 bar über die Herstellerangaben erhöhen.
Wenn es an der Zeit ist, dein Motorrad winterfest zu machen, bietet es sich an, die Maschine gründlich auf ihren technischen Zustand zu überprüfen und bei Bedarf Wartungs- oder sogar Umbauarbeiten vorzunehmen. Dies ist jedoch nur ratsam, wenn du über das nötige Know-how verfügst. In den Wintermonaten haben Motorradwerkstätten oft weniger zu tun.
Der richtige Stellplatz für Ihr Motorrad
Stellen Sie das Motorrad in einem trockenen, gut belüfteten, nicht zu warmen Keller- oder Garagenraum ab, und decken Sie es mit einer Decke oder Stoffbahn ab. Verwenden Sie keine luftundurchlässige Plane, da sich darunter Schwitzwasser sammeln kann. Wer nicht über einen derartigen Stellplatz verfügt, sollte mit seinem Motorradhändler sprechen. Einige Firmen bieten für den Winter Abstellplätze an, teilweise sogar in Verbindung mit speziellen Pflegeprogrammen.
Ein guter Stellplatz ist trocken und gut belüftet. Am besten wird es dann mit einer wasserdichten, undurchsichtigen, bis zum Boden reichenden Pelerine geschützt. Verwenden Sie gegebenenfalls eine spezielle Motorradplane, die sich mit einem kleinen Bügelschloss anschließen lässt. Weil sich darunter leicht Feuchtigkeit verstecken kann, sollten Sie an trockenen Tagen den Wetterschutz abnehmen und die Maschine gut auslüften lassen. Bei derartiger Überwinterung sind die Rostschutzmaßnahmen besonders wichtig.
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