Motorrad Blinkerkabel verbinden – Eine ausführliche Anleitung

Die Individualisierung durch Blinkerumrüstung ist in den letzten Jahren ein großes Thema geworden. Praktische Gründe zur Umrüstung gibt es nur selten; meistens werden die Blinker aus optischen Gründen gewechselt. Es gilt, ein paar grundsätzliche Dinge bei Beschaffung und Anbau zu berücksichtigen, egal ob Edel-, Discount- oder Originalzubehör-Teil.

Grundlegendes zu Motorrad Blinkerkabel und Adapterkabeln

Alle originalen Blinker, die werkseitig am Motorrad verbaut sind, verfügen über markenabhängige Blinkerstecker. Honda, Kawasaki, Yamaha und viele andere Motorradhersteller verwenden unterschiedliche Stecker. Selbst innerhalb der Hersteller gibt es Unterschiede je nach Modell oder Baujahr. Fast alle Zubehörblinker, ob LED oder Halogen, werden mit sogenannten Japan-Rundsteckern hergestellt. Obwohl dies die große Masse ausmacht, gibt es dafür keine wirkliche Norm, sodass viele Zubehörblinker auch ganz ohne Stecker angeboten werden. Informationen zum Stecker des neu gekauften Blinkers finden sich in der Artikelbeschreibung oder beim Verkäufer.

Blinker Adapterkabel

Für viele Motorradblinker gibt es passende Adapterkabel. Diese haben auf der einen Seite den Stecker des originalen Blinkerkabelbaums und auf der anderen Seite zwei Japan-Rundhülsen. Dies ist die schnellste Art, die neuen Blinker mit dem Motorrad zu verbinden, da kein Löten erforderlich ist und keine Veränderungen am originalen Stecker des Motorrads vorgenommen werden müssen. Das Motorrad kann jederzeit schnell auf die originalen Blinker zurückgerüstet werden, falls dies gewünscht ist oder das Fahrzeug mit den originalen Teilen verkauft werden soll.Die Vorteile auf einen Blick:

  • Kein Schneiden am originalen Kabelbaum
  • Schneller Blinkeraustausch
  • Jederzeit wieder rückrüstbar
  • Sichere Verbindung ohne kalte Lötstellen
  • Schutzhülse, die die Verbindung vor Wasser schützt
Die Nachteile:
  • Mehrkosten zwischen 5-15€ für 2 Kabel
  • Nicht für jeden Motorradhersteller verfügbar

Kabel Lötverbinder

Was tun, wenn es kein Adapterkabel für das Fahrzeug gibt? Lötverbinder sind eine gute Alternative für alle, die keinen Lötkolben oder keine Erfahrung im Löten haben. Sie ähneln Schrumpfschläuchen, enthalten aber Lötzinn im Inneren, das mit einem einfachen Feuerzeug erhitzt werden kann. Der Nachteil ist, dass der Stecker des neuen Blinkers abgeschnitten werden muss.

Die Vorteile auf einen Blick:
  • Verhältnismäßig schnelles Verbinden
  • Kein zusätzlicher Schrumpfschlauch notwendig, da die Verbindung vor Wasser schützt
  • Kein Lötkolben oder Lötkenntnisse notwendig
  • Günstiger Preis
Die Nachteile:
  • Stecker vom neuen Blinker muss abgeschnitten werden, was eine Rückgabe verhindert
  • Stecker vom originalen Blinkerstecker muss abgeschnitten werden
  • Beim Ausbau des Blinkers muss die Verbindung immer durchgeschnitten werden
  • Erhältlich in verschiedenen Kabelstärken und Durchmessern

Weitere Alternativen zum Blinker Kabel verbinden

Blinkerkabel verlöten

Es gibt den herkömmlichen Weg, an beiden Seiten die Stecker abzuschneiden und diese miteinander zu verlöten. Auch in diesem Fall sind die Blinker fest verbunden und müssen bei der Montage auseinandergeschnitten oder gelötet werden. Zusätzlich benötigt man Schrumpfschlauch oder Isolierband zum Schutz der Lötnaht. Wer mehr Zeit investiert und die originalen Blinker nicht mehr benötigt, kann die Stecker an die neuen Blinker anlöten und muss keine Veränderungen am Kabelbaum vornehmen. Die Blinker können dann wie die originalen jederzeit abgezogen werden.

Die Vorteile auf einen Blick:
  • Bei einer guten Lötnaht eine sichere Verbindung
  • Keine extra Kosten, wenn Werkzeuge und Material vorhanden
  • Blinkerstecker vom originalen Blinker können genutzt werden
Die Nachteile:
  • Stecker vom neuen Blinker muss abgeschnitten werden, was eine Rückgabe verhindert
  • Stecker vom originalen Blinkerstecker muss als Alternative abgeschnitten werden
  • Beim Ausbau des Blinkers muss die Verbindung bei einer Lötverbindung immer durchgeschnitten werden
  • Setzt Lötzinn und Lötkolben voraus
  • Extra Isolation mit Schrumpfschlauch oder Isolierband notwendig

Blinkerkabel mit Japan Rundhülsen / Kabelschuhen verbinden

Viele Blinker haben Japan-Rundstecker. In diesem Fall kann der Blinkerstecker vom Kabelbaum abgeschnitten und durch eine Japan-Rundhülse ersetzt werden. Man spart sich das Löten und kann den Blinker jederzeit einfach wieder abziehen. Für diese Methode wird eine entsprechende Presszange bzw. Kabelschuhzange benötigt. Es ist auch mit einer normalen Zange möglich, aber es besteht die Gefahr, dass die Verbindung nicht richtig gepresst ist.

Die Vorteile auf einen Blick:
  • Jederzeit trennbare Verbindung
  • Keine extra Kosten, wenn Werkzeuge und Material vorhanden
Die Nachteile:
  • Stecker vom neuen Blinker muss abgeschnitten werden, was eine Rückgabe verhindert
  • Abschneiden vom originalen Blinker Kabelbaumstecker notwendig

Mechanisches und elektrisches Zubehör

Passendes Zubehör und richtiges Werkzeug sind wichtig. Schauen Sie sich genau an, wie die serienmäßigen Blinker befestigt sind. Die neuen Blinker sind meist mit M8- oder M10-Gewindestücken ausgestattet, während die alten Blinker entweder mit stabilen Klick-Steck-Halterungen oder irgendwie anders mit vibrationsabsorbierenden Gummiplättchen und Formteilen in großen, oft rechteckigen Bohrungen befestigt sind. Für die neuen Blinker können Sie generell keine Befestigungsteile der bisherigen Blinker verwenden.

Es gibt sogenannte „Spacer“, das sind Zwischenteile in entsprechender, zum alten „Loch“ in der serienmäßigen Verkleidung, Lampen- oder Nummernschildhalterung passender Form. Spacer sind paarweise erhältlich; hinten auf der Packung steht, für welches Modell und welches Modelljahr sie passen. Auch brauchen Sie Verbindungskabel: und zwar von den Steckern, die am Kabelbaum befestigt sind, zu den neuen Blinkern. Dazu gibt es Zwischenstücke („Adapter“). NICHT DIE STECKER AM BORDEIGENEN KABEL ABZWICKEN - wir wissen ja, was weg ist, ist weg...Weil die Steckerchen meistens in Kunststofftüllen sitzen und ziemlich fest packen sollen, testen Sie VOR dem Zusammenstecken der Steckerteile („Vater“ heißt der Stecker, „Mutter“ die Steckdose), ob die Kabelenden auch wirklich fest mit Vater und/oder Mutter verpresst sind: Anschauen und etwas dran ziehen schafft Klarheit. Wenn zu lose, mit einer speziellen „Steckerzange“ nachquetschen.

Blinkrelais und Widerstände

Gern vergessen: Ohne passendes Relais und/oder Widerstände funktioniert wenig bis gar nichts. Jetzt kommen wir zu zwei entscheidenden Bauteilen, die beim Einkauf von Nachrüstblinkern meist „vergessen“ werden. Blinkrelais: Sie wissen nicht, welches Blinkrelais eingebaut ist? Nachsehen im Fahrzeughandbuch, Markenhändler fragen oder das Blinkrelais selbst suchen, wo es eingebaut ist. Je nach Art des Blinkrelais gibt es solche mit zwei oder drei Anschlusssteckern. Auf dem Gehäuse ist der Typ aufgedruckt. Je nach Art und Typ der neuen Blinker ist es ziemlich wahrscheinlich, dass das serienmäßige Blinkrelais gegen ein spezielles ausgewechselt werden muss. Ganz kritisch wird es bei neuen Maschinen, die ein vollelektronisches Cockpit haben, bei dem das Blinkrelais fester Elektronikbestandteil der Innereien ist, also kein extra Bauteil. Auch wenn die Blinkkontrolle nur eine Leuchte ist und keine für rechts und links getrennte Anzeige hat, ist höchste Alarmstufe geboten.

Und dann die Sache mit den Widerständen: Wenn die serienmäßigen Blinker mit 10-Watt-Lampen bestückt sind, die Wunschblinker aber nur 6 oder 4,3 Watt (LED) haben, dann ist der Blinkrhythmus zu schnell. Es müssen dann pro Blinker entsprechende Widerstände in die Kabel zwischen den Steckern am Kabelbaum und am Blinkerkabel eingebaut werden. Wichtig: Wenn die Blinker blinken, werden diese Widerstände warm. Deswegen sollen sie nicht in direktem Kontakt zu Kunststoffteilen angebaut werden, sondern möglichst mit entsprechendem Freiraum.

Erster Test

Stichwort: „Vorher probieren!“ Noch haben wir die alten Blinker nicht abgebaut. Stattdessen: Zugang zur Fahrzeugbatterie schaffen. Ihre Anschlüsse freilegen (aber nicht abschrauben!). Die Kabel der neuen Blinker mit den zwischengeschalteten Widerständen mal an die Batteriepole anlegen (Rot ist „Plus“, Schwarz ist „Minus“) und schauen, ob sie leuchten. Das nennt man Funktionskontrolle. Die Zündung braucht man dazu nicht einschalten. Jetzt nach den Steckern der serienmäßigen Blinker suchen: Am besten hinten, da ist am wenigsten zu schrauben, man kommt meist durch Abnehmen der Sitzbank an die Stecker. Stecker eines Blinkers auseinanderziehen und nun die neuen Teile anschließen: Adapter, Widerstand, Blinker. Dann Zündung EINschalten, Blinker betätigen und gucken: Der neue hintere Blinker muss im Rhythmus des vorderen blinken; die eine Seite mit dem alten und dem neuen Blinker muss genauso schnell blinken wie die andere Seite mit den beiden alten Blinkern. Wenn die neue Seite es nicht tut, muss man nach dem Zusatzwiderstand schauen und einen passenden einbauen.

Montage

Jetzt wird endlich richtig geschraubt - wenn alle vier neuen Blinker durchgecheckt sind, ihre Stecker fest sitzen und alle Teile vorhanden sind. Bis die alten Blinker abgebaut und die neuen angebaut sind, dauert es zwischen eineinhalb und vier Stunden, weil bei verkleideten Maschinen die Verkleidungsteile abgebaut werden müssen. Es kann aber auch durchaus sein, dass man zum Auffinden der Stecker der vorderen Blinkerkabel den Tank und die Airbox abbauen muss, weil die Kabel mit den Steckern oben auf dem Zylinderkopfdeckel („Ventildeckel“) versteckt liegen. Da kommt Freude auf…Vor dem Abbau der alten Blinker schauen Sie sich deren Befestigung an; bei älteren Maschinen sind sie geschraubt, bei neuen aber gesteckt und irgendwie ineinander verkeilt. NICHT grob herumwerken! Zuerst das Hirn und dann aber auch gutes Werkzeug benutzen!

Die Kabel der neuen Blinker sollten mit Schrumpfschlauch überzogen werden. Das ist bei Kraftfahrzeugelektrikern nicht nur üblich, sondern mit Schrumpfschlauch zusammengefasste und somit gesicherte Kabel sind auch geschützt gegen Scheuern und Knicken.Beim Anbau der neuen Blinker bitte sicherstellen, dass sich die Verschraubungen später im Betrieb nicht lösen können: Entweder Scheibe und Federscheibe („Sprengring“) unterlegen und/oder einen Tropfen Loctite „mittelfest“ ans Gewinde geben. Beim Festziehen der Muttern den Blinker außen in der endgültigen Anbauposition halten und die Mutter dann mit Gefühl festziehen, nicht „bombenfest“, es ist kein Kranhaken, der hier montiert wird, sondern ein sehr filigranes Bauteil.

Bei der Verlegung der Kabel ist es sehr wichtig, dass jedes Kabel ohne Zug verlegt wird, es muss „in sich lose“ liegen. Aber auch wieder nicht zu lose und schon gar nicht darf es Kontakt haben zu sich bewegenden mechanischen Bauteilen (Kupplungshebel unten am Motor, Gaszug am Drosselklappengehäuse, Federbeinumlenkung, etc.) oder gar an Bauteilen anliegen, die heiß werden (Auspuffkrümmer, Motorgehäuse, Zylinderkopf), sonst besteht die Gefahr des Verbrennens.

Finish

Blinken, schauen, freuen. Wenn’s gefällt, haben sich Geldausgabe und Arbeit gelohnt, der Besitzer darf stolz sein.

Grundlegendes zu Motorrad Miniblinker

LED Miniblinker wie auch Halogen Motorrad Miniblinker müssen in Deutschland über eine E-Zulassung verfügen. Dabei gilt es auch die Kennziffern zu beachten, wie z. B. 11 /12. Diese Ziffern geben an, ob der Motorradblinker für vorn oder hinten oder ggf. für beides zugelassen ist. Die E-Nr. im Kreis gibt an, in welchen EU Land die Zulassung erteilt wurde.

Anschlusshilfe

WARNUNGEN:

  • Vor der Installation muss die Zündung ausgeschaltet sein.
  • Niemals direkt in die LED Blinker schauen, solange diese leuchten. Dies kann Augenschäden zur Folge haben!

Anschluss von Motorrad Led Miniblinker oder LED Blinker-/Rücklicht-Kombinationen

  • ANSCHLUSS LED Blinker mit 2 KABEL:
    • Gelbes Kabel / Graues Kabel = Blinker (+)
    • Schwarzes Kabel = Blinker = Masse
  • ANSCHLUSS LED Blinker mit Rücklicht 5 KABEL: (Je nach Hersteller können die Farben der Anschlusskabel auch abweichen.)
    • Rotes Kabel = Bremslicht (+)
    • Gelbes Kabel = Fahrlicht (+)
    • Schwarzes Kabel = Masse (-)
    • Blaues Kabel = Blinker (+)
    • Weißes Kabel = Masse (-)
  • ANSCHLUSS LED Blinker mit Rücklicht mit 4 KABEL:
    • Rotes Kabel = Bremslicht (+)
    • Gelbes Kabel = Fahrlicht (+)
    • Schwarzes Kabel = Masse (-) & Blinker = Masse
    • Blaues Kabel = Blinker (+)

Sollte die Blinkerfrequenz zu hoch sein, müssen entweder parallel Widerstände zwischen Blinker und Kabelbaum angeschlossen oder ein lastunabhängiges Blinkrelais im Bordnetz eingebaut werden.

BITTE NICHT VERGESSEN:

  • Bitte unbedingt vor jeder Fahrt die Lichtanlage (Scheinwerfer, Blinker und Rücklicht) überprüfen.
  • Eventuell freiwerdende Leitungen sorgfältig isolieren.
  • Alte Steckverbindungen unbedingt erst reinigen.

Die Kabel müssen sorgfältig verlegt werden, um sicherzustellen, dass sie nicht beim Hantieren mit Tank, Sitzbank, Seitendeckel etc. beschädigt werden können. KURZSCHLUSSGEFAHR!!! (Kabelbrand)

Bei technischen Veränderungen der Leitungen und/oder der Steckverbindungen erlöschen jegliche Garantieansprüche. Dies gilt auch für daraus entstehende Folgeschäden. Die Leuchten sind für eine Spannung von 12V bis max. 13.5V ausgelegt. Bei Überspannung im Bordnetz (durch defekte Lichtmaschinen, Regler oder Kabelkurzschluss) erlischt ebenfalls jeglicher Garantieanspruch.

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