Motorradführerschein Pflichtstunden: Was Sie wissen müssen

Um in Deutschland eine Fahrerlaubnis, egal in welcher Klasse, zu erhalten, muss eine Ausbildung in einer Fahrschule absolviert werden. Ein Führerschein ohne Fahrschule ist nicht möglich. Teil dieser sind immer Fahrstunden (also der praktische Teil) und Theoriestunden.

Theoretische Ausbildung

Im theoretischen Teil der Ausbildung sollen Kenntnisse zur Verkehrssicherheit geschaffen bzw. geschult werden. Diese Kentnisse werden in der theoretischen Prüfung abgefragt.

In der Fahrschule gibt es Pflichtstunden für den theoretischen Teil der Ausbildung. In dieser Zeit soll der Fahrschüler Wissen über die Straßenverkehrsordnung und die Sicherheit im Verkehr erlernen.

Die Mindestanzahl der Theoriestunden bei der Grundausbildung für den Führerschein in der Klasse B liegt bei zwölf Stunden im Grundstoff und zwei Stunden im Zusatzstoff. Diese sind thematisch so strukturiert, dass ein Einblick in alle relevanten Bereiche sichergestellt wird. Allerdings besteht keine Pflicht diese Themen alle abzudecken. Theoretisch könnte auch zwölf Mal die gleiche Theoriestunde zum Grundstoff besucht werden.

Sind alle Stunden absolviert und der Auszubildende fühlt sich sicher in der Beantwortung aller Fragen, kann dieser sich beim TÜV oder der DEKRA zur theoretischen Prüfung anmelden. Dafür wird eine Gebühr von ca. 20 Euro fällig.

Schon gewusst? Es gibt insgesamt 522 Grundstofffragen in 38 Kapiteln. Zum Zusatzstoff sind es sogar 993 Fragen in 57 Kapiteln.

Für Deinen Führerschein der Klasse B brauchst Du insgesamt 14 Doppel-Pflichtstunden Theorie, um zur theoretischen Prüfung zugelassen zu werden. Diese Doppelstunden à 90 Minuten finden in der Regel abends in Deiner Fahrschule statt.

Theoriestunden für verschiedene Führerscheinklassen

  • Klasse B: Zwölf Theoriestunden sind Pflicht.
  • Klasse BE: Keine Theorie erforderlich, da Klasse B schon erworben wurde.
  • Klasse A: Theoretisch müssen zwölf Grundstoffstunden und vier Zusatzstoffstunden belegt werden.
  • Klasse C1: Für die Theorie sind sechs Stunden Grundstoffunterricht und sechs Stunden Zusatzstoffunterricht notwendig.

Praktische Ausbildung

Im praktischen Teil soll der Auszubildende lernen, wie er ein Kfz fährt und was während der Fahrt zu berücksichtigen ist. Auch Gefahrsituationen werden simuliert und beispielsweise eine Vollbremsung geübt.

In der Fahrschule müssen zudem Pflichtstunden im praktischen Führerschein-Bereich absolviert werden. Dabei sind die sogenannten „Führerschein-Sonderfahrten“ als Fahrstunden Pflicht. Die restlichen Stunden sind gesetzlich nicht bestimmt bzw.

Je nachdem wie gut sich der Fahranfänger anstellt, können nur wenige Stunden ausreichen, bevor die Sonderfahrten absolviert werden. Allerdings ist es auch keine Schande, wenn mehr „normale Fahrstunden“ gebraucht werden. Dabei legt der Fahrlehrer den Zeitpunkt fest, ab wann der Schüler bereit ist, diese Pflichtfahrten für den Führerschein zu machen.

Er muss die Gewissheit haben, dass die Fähigkeiten des Fahrschülers ausreichend sind, um ihn und andere Verkehrsteilnehmer nicht in Gefahr zu bringen.

Es ist keine Anzahl an normalen Fahrstunden vorgeschrieben, die ein Fahrschüler absolvieren muss. Aber es gibt dennoch Pflichtstunden für den Führerschein in der Praxis. Insgesamt zwölf Sonderfahrten sind Pflicht. Diese setzen sich zusammen aus fünf Überlandfahrten, vier Autobahnfahrten und drei Nachtfahrten.

Sonderfahrten im Detail

  • Überlandfahrt: Auf dieser Fahrt soll der Prüfling vor allem mit der Fahrt auf Landstraßen vertraut gemacht werden. Dabei soll auf die entsprechende Beschilderung und Geschwindigkeit geachtet werden. Sie dauert etwa fünf Stunden.
  • Autobahnfahrt: In der Fahrschule soll auch das Fahren auf der Autobahn geschult werden. Zu diesem Zweck ist die 4-stündige Autobahnfahrt angesetzt.
  • Nachtfahrt: Wie der Name schon verrät, findet diese Fahrt im Dunkeln statt. Dadurch soll der Fahrschüler lernen, die Beleuchtung des Kfz richtig zu überprüfen und zu nutzen. Dabei wird auch, sofern möglich, der Einsatz des Fernlichts geprobt. Die Nachtfahrt ist die kürzeste der Pflichtstunden für den Führerschein.

Haben Sie diese Fahrten absolviert und die Theorieprüfung bestanden, kann Ihre Fahrschule Sie zur Führerscheinprüfung anmelden. Diese dauert in der Regel 45 Minuten.

Lassen Sie sich nicht von Ihrer Nervosität übermannen und versuchen Sie das Gelernte „auf die Straße“ zu bringen.

Kosten für den Motorradführerschein

Vor allem die Anzahl der praktischen Fahrstunden wirkt sich auf die Höhe der Führerscheinkosten aus.

Die Kosten variieren je nach Gemeinde, Fahrschule und Anzahl der Übungsfahrten.

Haben Sie bereits einen Pkw-Führerschein und möchten noch den Motorradführerschein machen, können Sie einen Teil der Kosten sparen. Die theoretische Ausbildung ist für beide Führerscheine ähnlich.

Bei den Übungsstunden können Sie einiges einsparen, wenn Sie schon längere Zeit im Straßenverkehr unterwegs sind. Um die zwölf Sonderfahrten auf Landstraßen, auf der Autobahn und bei Nacht kommen Sie jedoch nicht herum.

Gut zu wissen: Für Fahranfänger und Wiedereinsteiger ist zu Beginn der Saison ein freiwilliges Fahrsicherheitstraining für etwa 100 Euro sinnvoll. Dabei lernen Sie, Ihr Zweirad noch besser zu kontrollieren und in Gefahrensituationen richtig zu reagieren.

Die Preise für die Sonderfahrten sind höher als bei normalen Fahrstunden.

Es gibt keinen Pauschalpreis für Fahrstunden oder Sonderfahrten. Jede Fahrschule legt ihre Preise für den Führerschein fest, sowohl für die Pflichtstunden im Auto als auch die normalen Fahrstunden. Die Sonderfahrten sind teurer als die normalen Übungsstunden.

Kostenübersicht (ungefähre Angaben)

Diverse Portale nennen in aktuellen Preisbeispielen rund 1.250 Euro inklusive aller Gebühren für Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs oder Prüfungsanmeldung für die Klasse A, errechnet auf Basis der Fahrschulpreise in Berlin bei zwölf Übungsstunden. Braucht ein Fahrschüler 20 Stunden (Durchschnittswert), kostet der Schein schon über 1.500 Euro - im günstigen Berlin. Diese Preiseinschätzung erachten wir allerdings als zu gering. In Stuttgart oder München sind 2.000 bis 2.500 Euro realistischere Größen für einen Motorradführerschein.

Kostenpunkt Ungefährer Preis
Fahrschule inkl. Lernmaterial ca. 200 - 300 Euro
Sehtest ca. 6,43 Euro
Erste-Hilfe-Kurs ca. 20 - 40 Euro
Übungsfahrten (pro Stunde) ca. 30 - 50 Euro
Sonderfahrten (pro Fahrt) ca. 40 - 60 Euro
Vorstellung zur theoretischen Prüfung ca. 30 - 60 Euro
Theorieprüfung (TÜV) ca. 22,49 Euro
Vorstellung zur praktischen Prüfung ca. 80 - 180 Euro
Praktische Prüfung (TÜV) ca. 90 - 150 Euro
Ausstellung des Führerscheins ca. 30 - 50 Euro

Weitere wichtige Informationen

In Deutschland gibt es keine Möglichkeit, die Pflichtstunden für den Autoführerschein zu umgehen. Sowohl die praktischen als auch die theoretischen Stunden müssen absolviert sein, andernfalls ist eine Zulassung zur Führerscheinprüfung nicht möglich.

Die Anzahl der Fahrstunden für Klasse B zum Beispiel hängen von den individuellen Fähigkeiten des Fahranfängers ab. Lernt dieser schnell und beweist Sicherheit im Umgang mit dem Pkw, können die Pflichtfahrstunden für Klasse B schnell angesetzt werden.

Sie sollten sich vor der Anmeldung bei der Fahrschule informieren, wann die Theoriestunden stattfinden. Wählen Sie eine Fahrschule, bei der Sie zu diesen Zeiten keine anderen Verpflichtungen haben, sonst riskieren Sie, dass sich die Fahrausbildung unnötig in die Länge zieht, weil Sie beispielsweise nur einmal in der Woche eine Theoriestunde besuchen können.

Du solltest auf jeden Fall die Pflichtstunden für Deinen Führerschein nicht einfach so absitzen, sondern dabei auch etwas lernen. Dann fällt Dir nicht nur die Prüfung leichter, Du bist auch gleichzeitig beim Fahren auf manche Situationen besser vorbereitet. Du lernst z. B. Verkehrsschilder und -regeln in der Theorie kennen, damit Du sie in der Praxis erkennst bzw.

Mach Dir keine Sorgen, durch die Führerscheinprüfung zu fallen ist kein Weltuntergang. Um eine neue Prüfung ablegen zu können, egal ob Theorie oder Praxis, musst Du nicht alles noch einmal machen. Die absolvierten Pflichtstunden werden Dir für Deinen Führerschein weiterhin angerechnet. Du kannst aber natürlich nochmals in den Theorieunterricht gehen oder weitere Fahrstunden absolvieren, um Dich für die nächste Führerscheinprüfung zu verbessern. Mach Dich nicht verrückt und nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, um Deinen Führerschein zu machen.

Du hast alle zwölf Sonderfahrten für Deinen Führerschein der Klasse B geschafft, fühlst Dich aber auf der Autobahn, Landstraße oder bei Nachtfahrten trotzdem noch unsicher? Das macht nichts! Du kannst so viele Sonderfahrten machen, wie Du möchtest. Wichtig ist, dass Du Dich am Steuer des Autos wohlfühlst. Frag‘ einfach in Deiner Fahrschule bzw.

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