Handys sind selbstverständliche Begleiter im Alltag geworden, über die wir uns kaum noch Gedanken machen. Doch wohin mit dem Ding, wenn man es auch am Motorrad befestigen möchte, um die Navigations- oder sogar die Kamerafunktion nutzen möchte? Heutige Smartphones sind leistungsfähiger denn je und bieten derart vielfältige Funktionen, dass sie so manchen PC in die Tasche stecken. Zudem sind die Navigations-Apps so gut geworden, dass sie separate Navigationsgeräte adäquat ersetzen. Fahren nach Karten war gestern. Heute spüren Biker:innen mit Navigationssoftware den schönsten Kurven und höchsten Pässen nach. Dazu braucht man einen Handyhalter fürs Motorrad. Wir haben sie getestet.
Ob zum Kommunizieren, Navigieren, oder Hören der Lieblingsmusik - Unsere Smartphones können viel und so möchte man auch unterwegs die mobile Kommandozentrale im Blick behalten. Ein Gerät für verschiedene Zwecke zu nutzen, ist praktisch. Doch während der Fahrt das Handy aus der Tasche zu holen ist nicht nur verboten, sondern auch viel zu gefährlich.
Worauf Sie beim Kauf einer Motorrad-Handyhalterung achten sollten
Anbieter gibt es viele und die Preisspanne reicht von günstigen zwanzig Euro bis hin zu weit über einhundert Euro. Auch die Montagemöglichkeiten sind vielfältig. Der meistgenutzte Montage-Ort wird in der Regel der Lenker sein, aber auch Armatur, Gabelbrücke oder Spiegel sind Optionen. Am Ende liegt es an den baulichen Möglichkeiten am Motorrad und am persönlichen Geschmack, wo das Handy seinen Platz findet.
Wenn Sie sich nach einem für Sie passenden Handyhalter umschauen, sollten Sie zunächst evaluieren, auf welche Merkmale Sie Wert legen. Muss die Halterung staub- und wasserfest sein? Auch die Größe Ihres Smartphones und die Lenkerdicke Ihres Motorrads sind entscheidend. Denn nicht alle Handyhalterung passen zu jedem Gerät.
Eine sichere Befestigung des Handys am Motorrad ist essentiell. Die meisten Handyhalterungen werden mit einer Klemme am Lenker befestigt und können je nach Modell angepasst werden. Das Handy wird entweder ebenfalls mit einer Klemmvorrichtung an der Halterung befestigt oder in eine Schutzhülle bzw. Tasche gelegt. Die Halterungen mit Klemme haben den Vorteil, dass sie auf verschiedene Smartphonegrößen angepasst werden können. Dennoch sind die Halterungen hier in der Regel nur in einem gewissen Umfang flexibel.
Wichtige Eigenschaften von Motorrad-Handyhalterungen
- Sichere Befestigung: Das Gerät sollte sicher befestigt sein.
- Drehbarkeit: Sie sollten die Handyhalterung so drehen können, dass sie für Sie bestmöglich ausgerichtet ist. Denn je nach Fahrergröße und Sonnenstand muss die Ausrichtung verändert werden.
- Zugänglichkeit: Auch sollte es freien Zugriff auf alle Tasten und Anschlüsse geben.
- Stoßdämpfung: Die Stoßdämpfung sorgt dafür, dass das Handy die durch die Fahrt verursachten Stöße nicht bzw. weniger stark abbekommt. Sie kann unterschiedlich ausgestaltet sein.
Motorrad-Handyhalterungen sind meist aus Kunststoff oder Aluminium gefertigt und dadurch relativ leicht. Sie sind üblicherweise in schwarz oder auch in silber erhältlich.
Testumgebung und Ergebnisse
Als Testmotorrad haben wir uns für eine Harley-Davidson FXR entschieden, die mit ihrem ehrwürdigen Evolution-V2 angenehme Vibrationen durchs Chassis schickt, um die Probanden auf ihre Schüttelfestigkeit zu testen. Hier zeigte sich auch sofort der Unterschied hinsichtlich des Preises. Die günstigen Halterungen ließen aufgrund ihrer einfachen Verarbeitung schon mal das Handy wackeln, während die teureren ihre Stärken ausspielten. Absolut sicherer Sitz ist unbedingt notwendig und sollte keinen Kompromissen unterworfen werden. Dennoch gab es keine echten Ausfälle im Test.
Die Montage erfolgte in unserem Fall ausnahmslos am Lenker. Hier waren die Halterungen mit Kugelkopfgelenken im Vorteil, da sich bei ihnen der Blickwinkel beliebig und schnell einstellen ließ. Ihre Drehbarkeit haben wir mit der Angabe „360 Grad“ in den Datenkästen aufgeführt. Ist die Einstellung nur vertikal und horizontal über Scharniere möglich, muss man ein wenig probieren, um die optimale Position zu finden.
Keine Überraschung war dagegen, dass, bis auf die Halterung von Ram-Mounts, alle Probanden in Fernost produziert werden. Europa ist ein teures Pflaster und die Margen für die Hersteller sind anscheinend zu gering. Der Qualität tut das aber keinen Abbruch.
Testsieger: SP Connect Moto Bundle
Der Testsieger kommt von SP Connect und versüßt das Leben schon bei der Montage: In den drei Schachteln, in denen das kostspielige Trio aus Halter, Handyhülle und optionalem Vibrationsdämpfer versendet wird, steckt auch ein Beutel Gummibärchen. Daneben gibt es hochwertige Frästeile, die auch ein Premium-Bike nicht entstellen, einen großen Verstellbereich und eine wirksame Vibrationsdämpfung. Die Handyhalterung von SP Connect ist außerordentlich solide und vielfach verstellbar.
In den drei Schachteln, in denen das kostspielige Trio aus Halter, Handyhülle und optionalem Vibrationsdämpfer versendet wird, steckt auch ein Beutel Gummibärchen. Daneben gibt es hochwertige Frästeile, die auch ein Premium-Bike nicht entstellen, einen großen Verstellbereich und eine wirksame Vibrationsdämpfung.
Das Gesamtsortiment von SP Connect ist riesig, da gibt es für jede Anforderung eine optimale Lösung. Die hier getestete 3in1-Smartphone-Halterung Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+ trumpft mit Einhandbedienung und einwandfreier Verarbeitung auf.
Im Fahrtest zeigt die 3in1 von SP Connect mit dem Anti-Vibrations-Modul beste Ergebnisse. Dank des Moduls dringen selbst auf der nahezu unerträglichen Kopfsteinpflaster-Strecke nur minimale Vibrationen bis zum Handy durch, alle Informationen bleiben nicht nur gut erkennbar, sondern auch ablesbar. Auf der Schnellstraße gibt es keine Ruckeleien, das System ist sehr stabil.
Preis-Leistungssieger: Moggam Motorrad-Handyhalter
Die zweite Stufe des Siegerpodests erklimmt der unscheinbare Moggam-Handyhalter. Er sieht zwar weniger wertig aus als der Testsieger, überzeugt aber mit grundsolider Materialqualität und einem integrierten Dämpfer, der Vibrationen auf ein geringes Maß reduziert. Außerdem kann man ihn nicht nur am Lenkerrohr, sondern dank eines mitgelieferten Auslegers auch am Rückspiegel montieren.
Der Moggam nimmt das Handy nur von drei Seiten in die Zange. Das aber tut er mit seinem seitlichen Klemmhebel so energisch, dass man das Smartphone auch im Querformat nutzen kann.
Sehr empfehlenswert: Quad Lock Handlebar Mount Pro
Unter Biker:innen gelten die Handyhalter von Quad Lock fast schon als Institution. Wer das beste und schönste für Maschine und Smartphone verlangt, greift gerne zu den kostspieligen, aber hochwertig verarbeiteten Handyhaltern mit dem charakteristischen blauen Entsperrhebel.
Im Lieferumfang befinden sich die geschraubte Lenkerklemme und ein 50 mm langer Verlängerungsarm, beide edel aus Aluminium gefräst und schwarz eloxiert, dazu der sogenannte Indexkopf mit der eigentlichen Verriegelungsmechanik. Für perfekten Sitz am Lenker hat Quad Lock vier Adaptereinsätze (22,2 mm, 25,4 mm, 28,6 mm und 31,8 mm) beigelegt. Das ist eine vergleichsweise sehr große Auswahl, andere Hersteller bieten ab Werk meist nicht so viele Anpassungsmöglichkeiten. Auch ein passender Innensechskantschlüssel sowie eine extra lange Schraube für ein Distanzstück (nicht im Lieferumfang) zwischen Verlängerungsarm und Klemme sind enthalten.
Mit dem optionalen Dämpfer absorbiert er Vibrationen hingegen so souverän, dass das Smartphone auch auf der als Autobahn A3 getarnten Hardcore-Rüttelpiste nicht herunterfiel.
Der neue Testsieger Quad Lock Handlebar Mount Pro ist ein Klassiker am Motorradlenker. Er überzeugt durch sehr stabile und sichere Montage an der Griffstange, festen Halt des Handys und Einhandbedienung.
Als gute und zugleich sehr kompakte Halterung für die Spiegelstange zeigt sich im Test die Quad Lock Mirror Mount. Einhandbedienung und fester Halt überzeugen.
Seit fast 15 Jahren tüfteln Zwei- und Mehrradbegeisterte bei Quad Lock an Smartphonehalterungen aller Art. Auf Motorrädern haben sie sich weltweit fast zum Standard entwickelt.
Weitere Empfehlenswerte Modelle
- Rockbros Handyhalter fürs Motorrad: Fixiert das Handy mittels eines Rändelrads aus Aluguss. Das dauert ein bisschen, hält aber heftigsten Erschütterungen stand.
- iMestou-Handyhalter mit Ladefunktion: Ein echter Pluspunkt bei langen Touren. Dank eines USB-C-Ausgangs kann man wahlweise ein zweites Gerät kabelgebunden laden, oder aber den Halter selbst ohne große Strippenzieherei mit Strom versorgen.
- Peak Design Motorcycle Bar Mount: Die gefräste Aluminiumhalterung mit Kugelgelenk lässt sich sehr variabel an den Blickwinkel anpassen und mit einer Hand bedienen.
- RAM Mounts: Die recht große und sehr kräftige Fotoklemme mit Innengummierung lässt sich weit öffnen und passt so auf alle infrage kommenden Lenkerdurchmesser.
Zusätzliche Aspekte
Wer auf Tour geht und das Handy als Navinutzen will, braucht externen Strom, sonst ist das Teil nach wenigen Stunden durch die permanente Nutzung von GPS leergesaugt. Manche Motorräder verfügen ab Werk über USB-Buchsen, andere nicht.
Womit wir beim nächsten Thema wären, denn Optik spielt am Motorrad nunmal für die meisten eine große Rolle. Da überlegt man sich schon, ob dauerhaft eine klobige Halterung, die zwar funktional, aber eben immer am Motorrad verbleibt, die Lösung ist. Oder ob man etwas mehr Geld investiert und nach Entnahme des Smartphones nur ein kleiner, formschöner Aluminiumhalter sichtbar bleibt. Hier haben die Systeme von Sp-Connect, Quadlock, Harley-Davidson und auch SW-Motech eindeutig einen Vorteil. Ein Dreh und das Handy samt Case ist entfernt.
Der Wetterschutz spielt keine zentrale Rolle mehr. Zwar gibt es Wetterschutzhüllen, doch diese nehmen Universalhalterungen gleich aus dem Rennen, da mitunter das Smartphone nicht mehr reinpasst. Abgesehen davon sind heutige Handys in der Regel IP-zertifiziert.
Fazit
Ob nun eine günstige Halterung ihren Zweck erfüllt oder ob es teurer sein darf, ist natürlich primär eine Frage der eigenen Ansprüche. Wer Wert auf Optik und Funktionalität legt, wird tiefer in die Tasche greifen müssen. Universalhalterungen erfüllen ihren Zweck am Motorrad.
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