Ob zum Kommunizieren, Navigieren oder Hören der Lieblingsmusik - unsere Smartphones können viel, und so möchte man auch unterwegs die mobile Kommandozentrale im Blick behalten. SP Connect hat eine innovative und vor allem praktische Handyhülle samt Halterung fürs Motorrad entwickelt, die mit fast jedem Motorrad kompatibel ist.
Marktüberblick: Quad Lock vs. SP Connect
Nach eigenen Angaben ist Quad Lock bei den Smartphone-Halterungen der Marktführer - weltweit, außer in Europa. Hier hält SP Connect dagegen. Welche Marke bietet die besseren Systeme? Wo liegen die Unterschiede?
Quad Lock hatte seinen Anfang 2012 als Kickstarter-Kampagne für Smartphone Halterungen. Das in Melbourne, Australien ansässige Unternehmen erweiterte bald die Produktpalette auf andere Fortbewegungsarten und ist nun äußerst weit verbreitet. Die Halterungen und Produkte selbst werden in China produziert.
SP Connect ist das europäische Gegenstück, gehört zu einer 1988 von einem Österreicher in Deutschland gegründeten Firma, die unter anderem Snowboardbindungen produziert und seit 2016 als SP Connect bei Smartphone Zubehör mitmischt. Die Zentrale SP Connects ist in Wien, produziert wird ebenfalls in China.
Unterschiede beim grundsätzlichen Einrastmechanismus
Bevor wir zu den Halterungen kommen, sehen wir uns die verbindenden Einrastmechanismen und deren Unterschiede genauer an.
Quad Lock
Bei Quad Lock gibt es passend zum Namen vier diagonal angeordnete Vertiefungen in der Smartphone-Hülle und dazwischen überstehende Kanten, unter denen sich der Kopf der Halterung einhaken kann. Zur Arretierung wird das Smartphone im 45° Winkel angesetzt und kann dann in eine beliebige Richtung gedreht werden. Dadurch lassen sich Smartphones mit dem Quad Lock System sowohl im Quer- als auch Hochformat befestigen, ohne die Halterung verändern zu müssen. Dafür ist das Anbringen selbst etwas fummeliger, weil die seitlich angebrachte, gefederte Sicherheitslasche von hinten gegen die Smartphone Hülle drückt und das Treffen der insgesamt vier Vertiefungen etwas erschwert.
SP Connect
Bei SP Connect muss man nur zwei Vertiefungen in der Hülle mit den hervorstehenden Gegenstücken an der Halterung treffen und dann das Smartphone um 90° in eine Richtung drehen. Das geht leichter vonstatten, gerade mit einer Hand, bietet aber dennoch einen festeren Sitz, vor allem mit Antivibrationsmodul, aber dazu später mehr. Durch die Arretierung per Vierteldrehung kann das Smartphone mit SP Connect nur in Hoch- oder Querformat montiert werden. Um die Position zu ändern, muss die Schraube im Kopf der Halterung gelöst und dieser um 90° verdreht wieder fixiert werden.
Noch einen Nachteil hat das System von SP Connect. Quad Lock mag zwar etwas fummeliger einrasten, doch durch die Abwesenheit beweglicher Teile kann es auch keine Fehlstellungen des Mechanismus geben. Bei SP Connect kommt es aber vor, da in der Mitte des Mechanismus auf der Smartphone-Hülle ein Ring verdreht wird, dass beim eiligen Abnehmen des Handys unter Zug der Ring nicht zurück in die neutrale Position kommt und der Einrastmechanismus das nächste Mal nicht mehr funktionieren will. Dafür wird von SP Connect extra ein kleines Plastikteil mitgeliefert, durch welches sich die Mechanik per Hand zurücksetzen lässt. Inzwischen gibt es bei SP Connect aber eine geupdatete Version des Einrastmechanismus, genannt SPC+. Dieser neue Standard ist nicht nur kompatibel mit magnetischen Halterungen, auch das Problem mit der nicht zurückgestellten Mechanik scheint nicht mehr aufzutreten.
SP Connect bietet mittlerweile zwei Generationen von Einrastmechanismen. Trotz der Unterschiede im Aufbau und beim haptischen Gefühl der beiden Systeme beweisen zahlreiche Youtube-Videos und auch unsere Erfahrungen, dass beide Einrastmechanismen robust sind und verlässlich Smartphones fixieren. Selbst wüste Tankslapper und harte Offroad-Passagen halten sie bei richtiger Montage aus. Das gilt auch für die verschiedenen Halterungen, von welchen Quad Lock und SP Connect eine riesige Menge an unterschiedlichen Varianten anbieten.
Standard-Halterungen
Da beide Hersteller ursprünglich aus dem Fahrrad-Bereich kommen, kann man sagen, dass Halterungen, die sich an einem runden Lenker montieren lassen, die Basis-Version sind. Zumindest im Motorrad- und Fahrrad-Segment. Von all den unterschiedlichen Halterungen für einen Lenker, bietet der Handlebar Mount Pro von Quad Lock mit seinem speziellen Gummiring die einfachste und verlässlichste Montage.
Für Lenker SP Connect bietet den Mount LT und Mount Pro an, Quad Lock den Handlebar Mount, plus eine Pro Version. Der Unterschied bei beiden Marken zwischen der Pro- und Nicht-Pro-Variante ist, dass die günstigeren Halterungen aus Plastik bestehen und die teureren aus CNC-gefrästem Aluminium.
Zur Montage und Verstellung setzen beide auf mitgelieferte Imbusschlüssel, SP Connect auf einen 4 mm Imbus, Quad Lock auf 3 mm. SP Connect Halterungen passen auf Lenker mit einem Rohrdurchmesser von 22,2 mm bis 31,7 mm. Quad Lock schafft eine etwas größere Spreizung mit 22 bis 32 mm, mit Pro Halterung sogar bis zu 35 mm. Zur Anpassung an die verschiedenen Stärken des Rohres nutzen beide Systeme kleine Gummiringe, die zwischen Lenker und der Klemme der Halterung liegen und nebenbei auch noch Kratzer verhindern sollen.
Die Ringe von SP Connect unterscheiden sich nicht zwischen Pro und Standard-Version und haben an einer Seite eine kleine Seitenwand, um das Herabrutschen der Halterung beim Festziehen zu verhindern. Das funktioniert auch ganz gut, bis man die Halterung an einer sich verjüngenden Stelle des Lenkers befestigen möchte. Dann kann es etwas fummelig werden, weil sich die Halterung beim Festziehen selbst in Richtung des dünneren Endes des Rohres drückt.
Quadlock setzt hier standardmäßig auf Plastikringe mit zwei Seitenwänden. So kann die Halterung nicht runterrutschen, dafür kann es bei Motorrädern mit wenig Platz am Lenker schon mal knifflig werden, die Klemme überhaupt um den Ring zu bekommen, da man ja zuerst über die höhere Seitenwand muss. Die Pro-Halterung von Quad Lock bietet hier das beste System. Die Innenringe verzichten auf Seitenwände, weisen stattdessen kleine Erhöhungen entlang der Mitte auf.
Weitere Halterungsmöglichkeiten
Wer die Smartphone Halterung nicht am Lenker befestigen möchte, der hat bei Quad Lock und SP Connect eine Vielzahl von weiteren Möglichkeiten. Wir nutzten zum Beispiel oft die an den Seitenspiegeln angebrachten Mirror Mounts. Aber auch Halterungen, die an der Lenkerbrücke, am Lenkkopflager, Bremsausgleichsbehälter, oder über die Halteschrauben der Lenkerarmaturen montiert werden, gibt es im Programm beider Hersteller.
Ebenso findet man für Auto, Fahrrad und andere Zwecke jede erdenkliche Lösung, selbst Halterungen für die Wand. Hinzu kommen noch austauschbare Köpfe für die unterschiedlichen Halterungen, wie Antivibrationsmodule, Charging-Köpfe zum kontaktlosen Laden des Smartphones und für den Gebrauch im Auto auch vermehrt magnetische Haltesysteme.
Bei diesen ziehen Magneten das Smartphone automatisch in die richtige Position an der Halterung, doch leider sind diese Systeme bei beiden Herstellern nicht robust genug, um die starken Erschütterungen am Motorrad auszuhalten.
Grundsätzliche Unterschiede, die wir bei all den verschiedenen Halterungen beobachten konnten: Für Quad Lock müssen im Durchschnitt mehr Schrauben pro Halterung festgeschraubt und angezogen werden, da dort auch manchmal Schrauben übereinander liegen. SP Connect funktioniert in der Montage minimal unkomplizierter, grundsätzlich ähneln sich beide Systeme aber sehr.
Smartphone Hüllen
Nach dem Einrastmechanismus und den verschiedenen Halterungen wenden wir uns den Hüllen zu. Beide Hersteller bieten für vier Marken von Smartphones modellspezifische Hüllen an. Bei Quad Lock sind das Samsung Galaxy Modelle, Apple iPhones und iPads, Google Pixel und Huawei Modelle. SP Connect bietet Hüllen für Samsung Galaxy, Apple iPhones, Google Pixel und Xiaomi Modelle.
Zusätzlich bieten beide noch Universallösungen, wobei SP Connect hier wesentlich kreativer ist. Bei Quad Lock gibt es nur zwei Varianten (einmal Standard und einmal für die magnetischen Halterungen) von universellen Klebe-Pads, die auf der Rückseite des Smartphones angeklebt werden. Die Hüllen von SP Connect und Quad Lock bieten guten Schutz, außer für die exponierten Kameralinsen. Etwas Pech reicht aus, und schon ist die Linse, wie im Bild zu sehen, hinüber.
Bei den Standard-Hüllen ähneln sich die Materialien sehr. Beide setzen auf robusten Kunststoff, dessen Oberfläche haptisch härterem Gummi ähnelt. Auch bei der Passgenauigkeit und Verarbeitung schenken sich die zwei Kontrahentinnen nichts. Die Hüllen wirken hochwertig und fassen das Smartphone fest ein. SP Connect saß bei den von uns getesteten Hüllen etwas fester, war dafür auch schwerer vom oder auf das Handy zu bekommen. Selbst gewichtstechnisch und bei der Dicke liegen sie sehr knapp beinander.
Eine Quad Lock Hülle für ein Samsung Galaxy S21 Ultra wiegt laut unserer Messung 46,85 g und packt zwischen 4,2 mm (MAG Hülle) und knapp 5 mm auf die Dicke des Smartphones obendrauf. Die SP Connect Hülle für das gleiche Samsung Modell ist mit 46,93 g nur minimal schwerer, fügt dafür aber nur knapp über 3 mm zur Dicke des Handys hinzu.
Beide Hersteller bieten Optionen zur Individualisierung der Hüllen an. Quad Lock z.B. in Form austauschbarer, farbiger Ringe (nur kompatibel mit MAG Hüllen). SP Connect mit Hüllen in thematischen Designs.
Auch abseits der Halterungen und Motorräder mussten unsere Hüllen einiges einstecken, zumindest bei mir. Der Bildschirm ist nicht wirklich geschützt, doch davon abgesehen stecken die robusten Hüllen auch gröbere Stürze und Einschläge am Asphalt weg.
Anti-Vibrationsmodule
Doch ein mit Smartphone Halterungen verbundener Schadensfall, der die hochwertigen Kameras moderner Smartphones betrifft, wird noch häufig diskutiert. In Foren und sozialen Netzwerken wird es heiß diskutiert: Mechanische Kamerastabilisatoren teurer Smartphones sollen durch die Vibrationen am Motorrad kaputt gehen. Genau dafür bieten SP Connect und Quad Lock Anti-Vibrations-Module an.
SP Connects System besteht dabei aus einem Gummi-gelagerten Kopf für die Halterung mit Schaumstoffring um den Haltemechanismus. Um das Smartphone in das SP Connect Modul zu bekommen, braucht es durchaus etwas Kraft, dafür sitzt das Handy dann sehr fest. Bei Quad Lock wiederum baut man, anstatt es gegen den Standard-Kopf auszutauschen, das Anti-Vibrations-Modul zwischen den Kopf und den Rest der Halterung.
Die Dämpfung in diesem Modul übernehmen drei kleine Gummi-Blöcke, die zwischen zwei Außenplatten positioniert sind. Da das Anti-Vibrationsmodul bei Quad Lock aus mehreren beweglichen Teilen besteht, scheint es zunächst recht wacklig und instabil.
Obwohl sich ihr Aufbau stark unterscheidet, scheinen beide ihren Zweck zu erfüllen. Vor allem Apple iPhone Kamerastabilisatoren scheinen betroffen zu sein, doch richtig reproduzierbar sind die Schadensfälle nicht. Zu viele Faktoren scheinen mitzuspielen. Manche Apple User spulen zahllose Kilometer mit dem iPhone am Lenker ohne Probleme ab, andere ärgern sich nach wenigen Fahrten über Schlieren, die sich durchs Bild ziehen.
Unser Redaktionsleiter Poky war unter den Unglücklichen. Sein damaliges iPhone X R hatte nach einigen Hundert Kilometern auf der SP Connect Halterung gröbere Probleme mit dem Kamerastabilisator. Sowohl mit als auch Anti-Vibrations-Modul war er dabei unterwegs. Als Ersatz hat er sich ein iPhone 13 geholt und ist seither problemlos mit Quad Lock unterwegs. SP Connect hat seitdem in den letzten Jahren aber nachgebessert und mit dem SPC+ System auch ein neueres System auf den Markt gebracht, mit dem wir noch nicht so viele Erfahrungen sammeln konnten.
Um es zusammenzufassen: Es gibt keine klare Empfehlung in diesem Fall. Wir teilen hier unsere Erfahrungen.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Gibt es beim Preis-Leistungs-Verhältnis wenigstens größere Unterschiede? Auch nicht wirklich! Die Preispolitik von Quad Lock und SP Connect ähnelt sich großteils sehr. Smartphone Hüllen gibt es ab 30 € und Standard Halterungen für den Lenker ab 50 €. Kleinere Preisunterschiede von ca. 10 € findet man bei Mirror Mounts, den Halterungsköpfen mit Ladefunktion und den Universallösungen. Die einzig größere Differenz findet man bei den Anti-Vibrationsmodulen.
Praxistest: SP Connect Moto Bundle
Das SP Connect Moto Bundle bietet eine innovative Lösung für Motorradfahrer, die ihr Smartphone während der Fahrt sichtbar und am Motorrad fixiert haben möchten. Mit 28 verschiedenen maßgeschneiderten Phone Cases bedient SP Connect alle gängigen iPhone, Samsung und auch Huawei Modelle. Solltet Ihr ein Handy eines anderen Herstellers benutzen - keine Sorge es gibt auch Universal Handyhüllen, die quasi mit jedem Modell kompatibel sind.
Im Moto Bundle ist das Phone Case, das Weather Cover (transparente Hülle für die Vorderseite), das Moto Mount Pro (Schwingungsgedämpfter, aus Flugzeug Aluminium CNC gefertigter Montagearm fürs Handy), ein Adapter für verschiedene Rohrdurchmesser und ein Innensechskantschlüssel enthalten.
Man muss lediglich die Schraube an der Halterungsschelle lösen, ggf. ein Adaptergummi bei kleinerem Lenker Rohrdurchmesser zwischen legen und die Schraube festziehen. Anschließend lockert man die Schraube am Halterungsarm damit man den Arm passend drehen und positionieren kann.
Besonders gut gefallen hat mir die schnelle und leicht von der Hand gehenden Drehbewegung gefallen, um das Smartphone in Sekundenschnelle an der Halterung zu fixieren. Um den ordnungsgemäßen Halt des Mechanismus braucht Ihr euch übrigens keine Gedanken machen. Selbst bei Tempo 260 auf der deutschen Autobahn und mehreren unsanften Landungen des Vorderrads durch weniger gut gelungene Wheelies, hat sich das Handy zu keiner Zeit aus der Halterung bzw. der Hülle gelöst. Auch ein bis zwei Stürze auf Holzboden in der Wohnung hat sowohl das Handy als auch das Phone Case problemlos überstanden.
Die Handyhülle umschließt alle Ecken des Smartphones und bietet zudem eine Schutzkante für das Display. Vor Stürzen auf dem Asphalt ist mein Handy zum Glück bewahrt worden. 360° Verstellmöglichkeit des Haltearms ermöglichen eine individuelle Montage, ganz nach den eigenen Vorlieben.
Weitere getestete Produkte
Quad Lock Handlebar Mount Pro
Der neue Testsieger Quad Lock Handlebar Mount Pro ist ein Klassiker am Motorradlenker. Er überzeugt durch sehr stabile und sichere Montage an der Griffstange, festen Halt des Handys und Einhandbedienung. Der Wechsel der Displayposition vom Hoch- ins Querformat lässt sich beim Einklicken des Smartphones bequem wählen, ohne schrauben zu müssen.
SP Connect Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+
Das Gesamtsortiment von SP Connect ist riesig, da gibt es für jede Anforderung eine optimale Lösung. Die hier getestete 3in1-Smartphone-Halterung Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+ trumpft mit Einhandbedienung und einwandfreier Verarbeitung auf. Im Fahrtest zeigt die 3in1 von SP Connect mit dem Anti-Vibrations-Modul beste Ergebnisse.
Quad Lock Mirror Mount
Als gute und zugleich sehr kompakte Halterung für die Spiegelstange zeigt sich im Test die Quad Lock Mirror Mount. Einhandbedienung und fester Halt überzeugen.
Peak Design Motorcycle Bar Mount
Mit dem Prädikat »Luxusklasse« läuft die Smartphonehalterung für Motorradlenker von Peak Design Motorcycle Bar Mount. Die gefräste Aluminiumhalterung mit Kugelgelenk lässt sich sehr variabel an den Blickwinkel anpassen und mit einer Hand bedienen. Auf der groben Kopfsteinpflasterstrecke mit harter Fahrwerkseinstellung bewegt sich das Handy kaum und ist gut abzulesen. Ebenso schluckt der Dämpfer auf der glatten Asphaltstraße Vibrationen nahezu komplett, das Smartphone bewegt sich lediglich minimal. Insgesamt hinterlässt das System von Peak Design einen sehr guten Gesamteindruck.
RAM Tough Claw mit X-Grip
Der Klassiker RAM bietet Unmengen Optionen und Zubehör von Motorrad-Handyhalterungen mit Ladefunktion bis hin zu Gelenk-Verbindungsarmen. Die hier getestete Version mit Schraubklemme (Tough Claw) und der sogenannten X-Grip-Federklemmung stellt zwar eine relativ einfache Variante dar, sie macht ihren Job aber gut. Im Fahrtest dringen selbst auf grobem Kopfsteinpflaster kaum Vibrationen bis zum Handy durch, auf der Schnellstraße liegt das Smartphone absolut zitterfrei im Blick.
Montage und Handhabung
Der erste Schritt ist die sichere und korrekte Montage einer Handyhalterung: Komfortabel ist es schon, wenn sich eine Klemmschelle mit Rändelschraube nach kurzer Zeit stramm und sicher am Lenker des Motorrades befindet. Werkzeugfreie Montage ist praktisch und wohl nur unter dem Betrachtungspunkt der Diebstahlsicherheit nicht ideal.
Manche Hersteller im Test setzen auf klassische Verschraubungen der Klemmschellen mit einer oder zwei Innensechskantschrauben. Das ist zwar für Langfinger weniger schnell demontiert, kann aber je nach Lenkerart und Konfiguration des Cockpits Probleme bereiten, wenn etwa die Schrauben in der optimalen Position der Klemme nur schlecht festzuziehen sind oder die Schrauben unten lang aus dem Gewinde hervorstehen und an einem Fahrzeugteil anstoßen.
Zu bedenken ist auch der freie Lenkeinschlag nach rechts und links sowie in beide Ausrichtungen der Halterung horizontal und vertikal, sofern die Option gegeben ist. Ebenso sollte der vielleicht nur gelegentlich montiere Tankrucksack im Reiseformat einmal aufgesattelt werden. Hier zeigte sich im Test, dass die gut im Blickfeld befestigten Halterungen samt Handy beim Lenkereinschlag früh am Tankrucksack anlagen.
Weitere wichtige Aspekte
- Lenkerdurchmesser: Lenkerdurchmesser können je nach Modell und Typ des Motorrades sehr unterschiedlich ausfallen, bei konifizierten Griffstangen verjüngt sich der Durchmesser von der Klemmung nach außen hin sogar. Dafür müssen bei den Halterungs-Sets möglichst viele verschieden dicke Gummieinsätze für die Klemmschellen beigelegt sein.
- Spiegelhalterungen: Spiegelhalterungen sind ein eher seltenes Zubehörteil. Praktisch sind sie allerdings, wenn sich auf dem Lenker partout kein Platz für die manchmal recht große Halterung finden lässt. Auch lässt sich das Handydisplay so besser und direkter in das Blickfeld bringen, der Weg der Augen vom Verkehrsgeschehen hin zur Information wird kürzer.
- Akkulaufzeit: Auf langen Touren kann der Akku mächtig gefordert werden, wenn die Displayhelligkeit auf max. steht und gleichzeitig GPS und mobile Daten für möglichst genaue Orientierung sorgen. Spielt dann noch die Lieblingsmusik via Bluetooth in das im Helm verbaute Headset, ist der Energiespeicher schnell auf null Prozent.
- Größe und Abmessungen: Länge, Breite und Höhe aktueller Handys unterscheiden sich zum Teil extrem. Das muss bei den Innenabmessungen der Halterungen bedacht werden. Insbesondere bei der angegebenen maximalen Dicke (Höhe) sind die Werte oft knapp oder Angaben kaum nachvollziehbar.
- Handhabung: Ob das Smartphone in der Halterung festgeschraubt, per Federklemmung, Magnet (für die meisten Handys kein Problem, mit dem Hersteller klären!) oder Bajonettverschluss gehalten wird, ist letztlich Geschmackssache. Praktisch ist es auch, wenn sich der Betrachtungswinkel des Displays ohne Werkzeug ändern lässt. Auch die schnelle Formatänderung von hoch nach quer sollte im Idealfall ohne Werkzeug und Einhand während der Fahrt möglich sein.
- Vibrationen: In vielen Smartphone-Modellen sind sehr sensible Mechanikbauteile oder Sensoren etwa zur Bildstabilisierung integriert. Apple schreibt dazu beispielsweise recht allgemein: „Motorradmotoren mit hoher Leistung und großem Hubraum erzeugen intensive Vibrationen mit hoher Amplitude, die über das Fahrgestell und den Lenker übertragen werden."
Empfehlungen aus Foren und Community
- Ein Nutzer empfiehlt den "Ciro® Smart Phone/GPS Holder" in Kombination mit der "Ciro Perch Ball Mount" oder "Ball Fairing Mount", da dieser nicht auf Hersteller-Schutzhüllen angewiesen ist und einen stabilen Eindruck macht.
- Ein anderer Nutzer fährt eine CVO Street Glide von 2018 und hat sich den Halter auf der rechten Lenkerseite aus den USA bestellt, da er sein großes Handy (Samsung Note 10+) optimal in die eigene Blickrichtung drehen kann.
- Ein weiterer Tipp ist der Bar Clamp Mount von SP Connect, der mit einer passenden Zoll-Schraube für Harley Davidson geliefert werden kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wahl der richtigen Motorrad Handy Halterung von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die Art des Motorrads, die individuellen Bedürfnisse des Fahrers und das Budget.
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