Motorradhelm für Damen: Sicherheit, Komfort und Stil

Ein Motorradhelm ist kein Zubehör, das man mal eben im Vorbeigehen kauft, sondern ein Lebensretter, der bei einem Unfall Kopf und Gehirn vor schweren oder tödlichen Verletzungen schützen kann. Der ideale Helm bietet aber nicht nur Sicherheit, sondern erfüllt auch alle anderen Aspekte, die Motorradfahrerinnen und -fahrern wichtig sind. Doch welcher Helm kann in allen Kategorien überzeugen?

Die Wahl des richtigen Helms ist für jede Fahrerin unerlässlich. Er schützt nicht nur vor Verletzungen, sondern ist auch ein Ausdruck des persönlichen Stils. Motorradhelme für Damen sollten nicht nur Stil, sondern auch höchste Sicherheit und Komfort bieten. Im Folgenden werden die verschiedenen Aspekte erläutert, die bei der Auswahl eines Motorradhelms für Damen zu beachten sind.

Verschiedene Helmtypen

Motorradhelme für Damen gibt es in verschiedenen Arten, die unterschiedliche Vorzüge bieten. Diese Helme erfüllen nicht nur die Sicherheitsanforderungen, sondern ermöglichen es den Fahrerinnen auch, ihren persönlichen Stil auszudrücken.

  • Integralhelme: Sie gelten als die sicherste Wahl unter den Motorradhelmen und bieten einen vollständigen Rundumschutz für Kopf und Gesicht. Ihre kopfumschließene Bauform mit festem Kinnteil und Vollvisier zählt zugleich zu den meistgekauften Kopfschützern. Im Fall eines Aufschlages verformt sich die Außenschale im Idealfall wie eine Knautschzone und schützt dabei auch das Kinn.
  • Klapphelme: Sie kombinieren die Vorteile von Jet- und Integralhelmen und bieten Flexibilität. Ein hochklappbares Kinnteil bietet für kurze Stopps den Vorteil, dass nicht der ganze Helm abgesetzt werden muss. Auch Brillenträger profitieren von dieser Helmgattung: Die Sehhilfe lässt sich meist wesentlich leichter ab- oder aufsetzen, bei einem Unfall kann der gesamte Helm leichter vom Kopf abgestreift werden.
  • Jethelme: Sie sind besonders beliebt bei städtischen Fahrerinnen und bieten einen offenen Gesichtsschutz und einen leichten Aufbau. Im Gegenzug sind diese Helme der alten Garde bei Nostalgikern und Roller- oder Chopperfahrern hochgeschätzt, die das luftige Fahrgefühl schätzen.
  • Cross- und Endurohelme: Crosshelme sind extra für den sportlichen Einsatz besonders leicht gebaut und besser belüftet als herkömmliche Helme. Deren Kinnpartie verfügt über größere Belüftungsöffnungen mit dem charakteristischen, weiten Abstand zum Kinn des Fahrers. Sie sind außerdem mit einem Sonnenschild ausgestattet.
  • Halbschalenhelme: Neuerdings immer beliebter sind die so genannten Halbschalenhelme, vielfach als Braincaps bezeichnet und vor allem im Chopper- und Cruisersegment beliebt. Wenn diese nostalgisch anmutenden Helme noch nicht einmal Ohren und Stirn umschließen, präsentieren sie kaum eine nennenswerte Schutzfunktion.

Sicherheitsstandards

Die Sicherheit von Motorradhelmen wird durch verschiedene Standards gewährleistet. In Europa ist die ECE 22.05-Norm gängig, die strenge Tests verlangt, um sicherzustellen, dass Helme einen ausreichenden Schutz bieten. In Nordamerika überprüft die DOT-Behörde die Helme auf ihre Sicherheit.

Es ist ratsam zu beachten, dass zumindest die ECE 22.05-Norm erfüllt ist. Die alte Prüfnorm ECE-R 22.05 wurde ersetzt, und seit Juni 2022 werden nur noch 06er-Genehmigungen erteilt. Eine wesentliche Verbesserung für die Durchführung von Helmtests ist der deutlich größere Helmschalenbereich, in dem nun geprüft werden darf.

Wichtiger Hinweis für die Pflichtkennzeichnung von ECE-Motorradhelmen: Auf dem Prüflabel muss nicht "ECE" oder "ECE-R 22" stehen. Zu finden sind die Genehmigungen und die Norm, nach der sie erteilt wurden, auf dem meist am Kinnriemen angebrachten Prüfnorm-Label nebst zugehöriger Prüfnummer.

Passform und Komfort

Die richtige Passform ist entscheidend für die Sicherheit eines Motorradhelmes. Ein Helm muss eng anliegen, ohne dabei unkomfortabel zu sein. Die Passform ist ist ein wichtiger Aspekt der Sicherheit: Der Helm darf weder zu fest noch zu locker auf dem Kopf sitzen und sich nicht mit den Händen abziehen lassen - sogenannte Abstreifsicherheit.

Um die passende Größe zu ermitteln, messe den Umfang des Kopfes an der höchsten Stelle. Die Konfektionierung ist aber nur ein Teilaspekt beim Helmkauf. Der Tragekomfort und also auch die Sicherheit eines Helms werden entscheidend von einer guten Passform beeinflusst. Daher muss ein Helm vor dem Kauf immer anprobiert werden - am besten in einer 10-minütigen Trockenübung mit Auf- und Absetzen, Kinnriemen Öffnen und Schließen, am besten mit Handschuhen und der bei der Fuhre getragenen Sehhilfe.

Viele moderne Helme sind mit Belüftungsschlitzen ausgestattet, die eine optimale Luftzirkulation gewährleisten. Die meisten Fahrerin bevorzugen Helme mit herausnehmbaren, waschbaren Innenfutterelementen. Der Sitz des Helms beeinflusst ebenfalls den Komfort. Helme sollten eng am Kopf anliegen, ohne Druckstellen zu verursachen.

Materialien und Konstruktion

Motorradhelme können aus verschiedenen Materialien bestehen und unterscheiden sich stark in der Ausstattung. Rein äußerlich zeigen Helme schon allein bei Farbe und Dekor große Differenzen. Hier gilt die Faustregel: Je aufwendiger ein Helm äußerlich gestaltet ist, umso teurer ist er auch.

Motorradhelme bestehen meist entweder aus Thermo- oder Duroplaste. Thermoplaste ist ein leicht formbarer Kunststoff, der im automatisierten Verfahren mit Spritzgussmaschinen hergestellt wird und günstig in der Produktion ist. Bei den Duroplaste-Modellen sind die Helmschalen aus einem Verbund von Karbon-, Kevlar- und Fiberglasfäden gefertigt - ein aufwendiges Hochtechnologieverfahren mit dem Ergebnis besonders bruchfester und steifer Helme.

Mit Motorradhelmen aus Carbon schlagen die Hersteller in die Kerbe des Gewichts: Die meist sehr leichten Helme tragen viel zum Tragekomfort bei. Dafür müssen Interessenten aber auch tiefer in die Tasche greifen. Pin-Lock-Visiere oder „Anti-Beschlag-Visiere“ sind als nachrüstbares Zubehör erhältlich.

Design und Stil

Der Motorradhelm ist nicht nur ein Sicherheitsdevice, sondern auch ein modisches Statement. Ein passender Motorradhelm für Damen vereint Sicherheit, Komfort und Stil. Fashion-orientierte Modelle bieten ansprechende Farben und Muster. Neonfarben sind besonders bei jüngeren Fahrerinnen beliebt.

Sie punkten als Treiber für Lifestyle und Stil als Differenzierungsimension für eine ganz bestimmten Käuferkreis. So würde ein Integralhelm schlecht zu einem Chopper passen, ein Jethelm kaum zu seinem Supersportler.

Test Motorradhelme: Ergebnis im Überblick

Die Zeitschrift "Motorrad" hat zwölf aktuelle Klapphelme getestet (Heft 11/2024). Hier ist eine Übersicht der Ergebnisse:

Modell Preis in Euro Urteil Motorrad
Schuberth C5 ab 699,00 Sehr gut
Shoei Neotec 3 ab 669,00 Sehr gut
Nolan N100-6 ab 399,99 Sehr gut
LS2 FF901 Advant X Carbon ab 469,00 Sehr gut
HJC RPHA 91 Carbon 699,90 Sehr gut
BMW System 7 Carbon Evo ab 710,00 Gut
AGV Tourmodular ab 549,95 Gut
Germot GM 970 159,90 Gut
Airoh Specktre ab 259,99 Gut
MTR K-4 Evo ab 99,99 Gut
Rocc 810 ab 189,95 Befriedigend
Harley-D. Evo X17 Sunshield Modular 383,00 Befriedigend

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