Die korrekte Ausrichtung des Hinterrads ist entscheidend für die Fahrstabilität, den Reifenverschleiß und die Lebensdauer der Kette. Viele Motorradfahrer verlassen sich auf die Markierungen an der Schwinge, doch diese sind nicht immer genau. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung zur Ausrichtung des Hinterrads, einschließlich verschiedener Methoden und Tipps.
Warum ist die Hinterradausrichtung wichtig?
Wenn die Räder nicht fluchten, fahren sie leicht versetzt und bilden zwei Spuren. Die Längsachse des Fahrzeugs ist leicht versetzt, wodurch das Motorrad bei Geradeausfahrt schräg steht. Dies kann zu folgenden Problemen führen:
- Schlechtes Handling: Das Motorrad fällt in Kurven unterschiedlich leicht in Schräglage.
- Erhöhter Verschleiß: Ungleichmäßige Belastungen führen zu höherem Verschleiß an Reifen, Lagern und Kette.
- Fahrwerksunruhe: Das Motorrad neigt zu Unruhe im Fahrwerk und kann beim Bremsen ausbrechen.
Methoden zur Hinterradausrichtung
Es gibt verschiedene Methoden, um das Hinterrad auszurichten. Hier werden einige der gängigsten vorgestellt:
1. Die Markierungsmethode
Die einfachste Methode ist die Verwendung der Markierungen an der Schwinge. Diese Methode ist jedoch nicht immer genau, da die Markierungen aufgrund von Fertigungstoleranzen oder Beschädigungen ungenau sein können. Die Markierungen an sich sind schon genau. Aber durch verschiedene Blickwinkel auf die Markierungen können auch Fehler entstehen.
2. Die Messmethode
Bei dieser Methode wird der Abstand zwischen Felgenrand und Außenseite der Schwinge gemessen. Der Abstand sollte auf beiden Seiten gleich sein. Gemessen wurde Abstand Felgenrand-Außenseite Schwinge (so um die 7cm).
3. Die Lattenmethode
Bei dieser Methode wird eine lange, gerade Latte an das Hinterrad gelegt. Dann misst man, wie groß der Abstand zwischen Latte und Vorderrad ist. Das Gleiche macht man auf der anderen Seite. Ist der Abstand auf beiden Seiten des Vorderrades gleich, stimmt die Spur.
Diese Methode taugt meines Erachtens nur zur groben Orientierung. Erstens, weil Dachlatten nie exakt gerade sind. Einige Millimeter Versatz haben fast alle, manche deutlich mehr. Dazu kommt, dass es schwierig ist, die Dachlatte sauber auszurichten.
4. Die Laserpointer-Methode
Diese Methode ist präziser als die Lattenmethode. Ein Laserpointer wird an einem Stativ befestigt und so ausgerichtet, dass der Laserstrahl den hinteren Reifen an der Seite vorne und hinten streift. Dann wiederholt man die Prozedur auf der anderen Seite. Stimmen die Punkte überein, ist die Spur korrekt.
- Das Motorrad wird gerade hingestellt. Also nicht auf den Seiten-, sondern den Haupt- oder Montageständer.
- Der Laserpointer (in meinem Fall ein Kettenfluchttester mit Laser) wird an einem Fotostativ befestigt und ausgerichtet.
- Man stellt sich mit dem Laserpointer hinter das Motorrad und richtet ihn so aus, dass der Laserstrahl den hinteren Reifen an der Seite vorne und hinten streift. Und zwar möglichst weit oben am Reifen.
- Man wiederholt die Prozedur auf der anderen Seite. Der Laserstrahl streift das Hinterrad vorne und hinten und trifft dann neben der Aufstandsfläche des Vorderrades auf den Boden.
- Tut er das nicht, muss man die Spur einstellen. Dafür muss man das Hinterrad lösen und die Achse korrekt ausrichten.
5. Kettenflucht-Laser
Ein Kettenfluchttester ist ein Laserpointer, der an das Kettenblatt gedrückt wird und dessen Laserpunkt man dann die Kette entlangwandern lässt. Ist der Punkt immer an der gleichen Stelle der Kettenglieder, passt es. Wenn nicht, kann das allerdings auch andere Ursachen haben (Kettenblatt schief, Motoraufhängung defekt etc.).
Schritte zur Hinterradausrichtung
- Vorbereitung: Stellen Sie das Motorrad auf einen Montageständer oder Hauptständer. Lockern Sie die Achsmutter des Hinterrads.
- Messen: Wählen Sie eine der oben genannten Methoden, um die Ausrichtung zu überprüfen.
- Einstellen: Lösen Sie die Kettenspanner auf beiden Seiten der Schwinge. Drehen Sie die Spanner gleichmäßig, bis das Hinterrad korrekt ausgerichtet ist.
- Überprüfen: Überprüfen Sie die Ausrichtung erneut. Stellen Sie sicher, dass die Kettenspannung korrekt ist.
- Festziehen: Ziehen Sie die Achsmutter mit dem richtigen Drehmoment fest.
Zusätzliche Tipps
- Kettenspannung: Achten Sie darauf, dass die Kettenspannung korrekt ist. Eine zu straffe oder zu lockere Kette kann die Ausrichtung beeinträchtigen.
- Kettenverschleiß: Überprüfen Sie den Zustand der Kette. Eine verschlissene Kette kann die Ausrichtung erschweren.
- Reifenluftdruck: Stellen Sie sicher, dass der Reifenluftdruck korrekt ist.
- Professionelle Hilfe: Wenn Sie sich unsicher sind, lassen Sie die Ausrichtung von einem Fachmann überprüfen.
Tabelle: Vergleich der Ausrichtungsmethoden
| Methode | Genauigkeit | Benötigtes Werkzeug | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Markierungen | Gering | Keines | Einfach, schnell | Ungenau, abhängig von Fertigungstoleranzen |
| Messen | Mittel | Messwerkzeug | Relativ einfach | Schwinge muss symmetrisch sein |
| Lattenmethode | Mittel | Lange, gerade Latte | Kostengünstig | Latte muss gerade sein, Ausrichtung kann schwierig sein |
| Laserpointer | Hoch | Laserpointer, Stativ | Präzise, einfach zu bedienen | Benötigt Laserpointer und Stativ |
| Kettenflucht-Laser | Hoch | Kettenflucht-Laser | Präzise, speziell für Kettenflucht | Kann teuer sein |
Die korrekte Ausrichtung des Hinterrads ist ein wichtiger Aspekt der Motorradwartung. Durch die Verwendung der richtigen Methoden und Werkzeuge können Sie sicherstellen, dass Ihr Motorrad optimal fährt und die Lebensdauer von Reifen und Kette verlängert wird.
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