Rennrad Pedale im Test: Ein umfassender Überblick

Die Verbindung zwischen Ihren Rennradschuhen und den Pedalen wird durch die Schuhplatte (Cleat) hergestellt. Jede Rennradfahrt beginnt mit zwei Klicks. Seit Jahrzehnten. Vor der ersten Kurbelumdrehung klickt man die Pedalplatte seiner Radschuhe in das Pedal ein. Der Fuß wird aus dem Pedalsystem herausbewegt, er ist „frei“ - und beim Losfahren bewegt er sich wieder zurück in das System.

Die Auswahl an Rennrad-Pedalen ist groß - je nach Hersteller und jeweiligem System unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Auflagefläche, ihrer Auslösehärte und dem „Float“, der Bewegungsfreiheit, die sie trotz einer festen Verbindung ermöglichen - dies kann etwa bei Knieproblemen dabei helfen, eine „natürlichere“ Bewegung zu ermöglichen. Auch wer an seinem Rennrad Gewicht einsparen möchte, kann dies unter anderem mit der richtigen Pedalwahl tun.

Funktionsweise von Rennradpedalen

Die Bewegung auf das Pedal treten erfordert anfangs etwas Übung. Zum Ausklicken ist ein seitliches Drehen der Ferse nach außen erforderlich, was geübt sein will. Es geht nicht nur um das Herunterdrücken des Pedals, sondern auch um das Hochziehen des Pedals. Es ist wichtig, dass die für dich optimale Position beibehalten wird und dass die Positionierung für dich optimal ist.

Rennradschuhe sind nicht wie beispielsweise Straßenschuhe und bieten somit eine gewisse Steifigkeit. Dies ermöglicht eine bessere Kraftübertragung auf das Pedal. Ein wesentlicher Vorteil von Rennrad-Pedalsystemen und Cleats ist das geringe Gewicht. Allerdings sind sie auch weniger robust und haben eine geringere Selbstreinigung. Die montierten Schuhplatten an deinen Schuhen erschweren das Laufen. Daher empfehlen wir dir Schuhplatten-Abdeckungen oder die Möglichkeit, dein Klickpedal auch kurzfristig in ein Plattformpedal zu verwandeln.

Alternative: MagPed Road Pedale

Eine Alternative zu den vorherrschenden Pedalen von Look, Shimano oder Time kommt jetzt aus Österreich: MagPed setzt statt einer mechanischen auf eine magnetische Verbindung zwischen Rennradschuh und Pedal. Doch diesmal ist alles anders. Das Geräusch ist ein anderes: Es ist kein sattes tiefes, sondern eine sanftes leises - ein Miniklick. Auch der Ort des Klicks ist ein anderer - und die Pedalplatte ist keine Platte.

Was auch ungewohnt ist: Vor dem Einklicken fehlt etwas - das Schlittern. Rennradschuhe sind nicht zum Gehen gemacht. All dies - diese Schwammigkeit beim Gehen beziehungsweise dieses Gefühl des Schreitens wie „auf rohen Eiern“ - fühle ich in diesen Schuhen nun nicht. Die neuen Erfahrungen gehen weiter: Zum Einklicken brauche ich keine Kraft, kein Nachdrücken - sondern nur die richtige Positionierung der Füße beziehungsweise der Sohle meines Radschuhs. Es folgt ein sanftes leises „Klick“.

MagPed Pedale kurz&knapp

  • Preis: 189 Euro
  • Gewicht: 375g (pro Paar, inkl. Cleats)
  • Titan-Achse
  • Pedalkörper per CNC aus einem Alu-Block gefräst
  • Magnete in drei Stärkegraden erhältlich: 100N, 150N und 200N
  • Maße: Länge 89mm; Breite 54mm; Höhe 18mm

Die Pedale selbst sind per CNC aus einem Alu-Block gefräst und machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Sie werden per 6er Inbus in die Kurbel geschraubt. Das Paar Pedale wiegt knapp 270 g und damit nahezu genauso viel wie ein Satz Shimano 105-Pedale. Einzig die Cleats sorgen für ein vernachlässigbares Mehrgewicht. Die Magnete, die den Schuh im Pedal halten, gibt es in drei verschiedenen Stärken, beginnend mit 100N für Fahrer unter 65 kg. Dann gibt es 150N für Fahrer zwischen 65 und 90 kg. Ausgeliefert werden die Pedale standardmäßig mit den stärksten 200N-Magneten, die laut MagPed für alle Fahrer ab 75 kg geeignet sind. Die anderen Magnete sind optional für 15 Euro auch separat erhältlich.

Zu den großen Vorteilen der MagPed-Pedale gehört laut Hersteller das extrem leichte Ein- und Ausklicken sowie die freie Bewegung des Fußes im Pedal. Und in der Tat: Dank der Magnet-Verbindung gelingt das "Einklicken", das ja technisch gar kein einklicken mehr ist, spielend leicht. Mit ein bisschen Übung landet der Fuß problemlos im Pedal, hinzu kommt ein sehr gutes, hör- und spürbares Feedback, wenn die Verbindung hergestellt ist.

In der Fahrt kann der Fuß widerstandslos auf dem Pedal "floaten", d.h. sich nach rechts oder links drehen - ein bisschen vergleichbar mit Speedplay-Pedalen. Und genau wie bei Speedplay lässt sich auch der Bereich einstellen, wie groß das Spiel sein soll. Dazu werden Unterleg-Ringe unter eine Schraube im Pedal montiert (siehe Foto), die in drei Breiten im Lieferumfang enthalten sind.

Das Ausklicken gelingt ebenfalls spielend leicht. Wird der Fuß wie gewohnt zur Seite gedreht (egal ob nach innen oder außen), verliert der Magnet den direkten Kontakt und der Fuß ist frei. Im Gegensatz zu einem mechanischen Pedalsystem besteht auch nicht die Gefahr, dass sich irgendetwas verhakt oder mit der Zeit schwergängig wird. Allerdings: Mit einem etwas kräftigeren Ruck nach oben lässt sich der Fuß auch auf diesem Weg aus dem Pedal lösen - oder auch, wenn der Fuß im Antritt minimal im Pedal verkantet. In beiden Fällen besteht die realistische Gefahr, dass sich die Verbindung unvermittelt löst - was im ungünstigsten Fall zu einem Sturz führen kann. Wer regelmäßig kräftig antritt, sollte sich vielleicht nach einem anderen Pedal umschauen.

Die MagPed-Pedale überzeugen durch ihre große, widerstandsfreie Bewegungsfreiheit und sind mit ihrem sehr leichten Ein- und Ausstieg definitiv ein Tipp für Rennrad-Einsteiger.

PW8: Ein neues Pedalsystem von Ekoi

Weit, flach, luftig, filigran - so wirken die PW8 auf den ersten Blick. Dies ist nicht irgendein neues Pedal - es ist ein neues System. Wer sich dafür entscheidet, entscheidet sich für einen radikalen Wechsel. PW8 lautet der Name des Systems. Die Kombination steht für die Zahl an Millimetern, die das neue Pedal die Füße nahe an die Achse bringt - näher als alle anderen Pedale auf dem Markt. Die französischen Radbekleidungsexperten von Ekoi gründeten für das Projekt PW8 eigens eine neue Unterfirma. Im März 2025 wurde das erste fertige Produkt nun präsentiert. Das Pedalpaar wiegt 210 Gramm. Der Körper besteht aus einem Carbon-Composite-Material, die Achse ist aus Stahl.

Anfangs werden die Pedale in einem Set mit den passenden Ekoi-Radschuhen angeboten. Deren Sohlen haben andere Cleatbohrungen als andere bislang bekannte Modelle. Der Pedalkörper ist lang, offen und extrem flach. Ein Klick- beziehungsweise Federmechanismus ist zunächst nicht zu erkennen. Genauer gesagt: Die Feder ist extrem klein und filigran gehalten.

Fast so wie man auf dem Boden steht beziehungsweise sich beim schnellen Laufen von diesem abdrückt. Die tiefere Sattelposition machte am Testrad keine weiteren Einstellungsanpassungen nötig. Beim Einklicken sollte man die Füße immer gerade stellen - das Nach-Außen-Oben-Ziehen beim Ausklicken mit anderen Systemen ist nicht mehr nötig. Sie werden aktuell, leider, nur in ganzen Größen angeboten. Sie fallen normal bis weit beziehungsweise recht groß aus. Die Steifigkeit der Vollcarbonsohle ist auf einem sehr hohen Niveau. Ein Schuh bringt mit Cleats 348 Gramm auf die Waage.

Die Idee am Beginn der Entwicklung der PW8 2020 lautete: leichter, einfacher, aerodynamischer, eine größere Kontaktfläche und eine Annäherung an die Pedalachse. Die Ekoi-Ingenieure maßen aerodynamische Verbesserungen von elf Prozent in der Relation zu Konkurrenz-Pedalen.

Q-Faktor und Pedale

Der Q-Faktor beschreibt den Abstand zwischen den beiden Montagepunkten der Pedale. Weil die Hersteller unterschiedlich breite Tretlager und gekröpfte Kurbeln produzieren, gibt es unterschiedliche Abstände. Nicht alle Fahrer kommen mit allen Abständen gleich gut zurecht. Ist er zu groß, kann dies bei manchen zu Knieproblemen führen. Pedal-Fabrikate mit kurzen Achsen sollen diese Unterschiede ausgleichen können. Daher ist der Q-Faktor auch bei den Pedalen relevant. Meist liegen die Unterschiede bei nur wenigen Millimetern.

Aber auch durch eine andere Montage der Pedalplatten, auch „Cleats“ genannt, lässt sich der Q-Faktor anpassen. Manche Pedalplatten wie etwa jene von Wahoo, Look oder Shimano kann man auch einfach seitlich verschieben. Generell gilt: Je mehr sich der Druckpunkt der Pedalachse annähert, desto besser, ergo effizienter ist die Kraftübertragung. Eine geringe Bauhöhe des Pedals gilt demnach als vorteilhaft, ebenso wie eine möglichst dünne Sohle. Allerdings: Es handelt sich hier um einen Spielraum von wenigen Millimetern.

Um genügend Druck auf das Pedal zu bringen, empfiehlt sich eine große Auflagefläche. Hier ist das Zusammenspiel von Pedal und Schuhplatte von Bedeutung. Für die Wahoo-Speedplay-Pedale gilt: Die Auftrittsfläche ist deutlich größer, als es das Pedal vermuten lässt.

Powermeter-Pedale im Test

Ein Wahoo-Kickr-Smarttrainer diente zum Abgleich, um unter kontrollierten Bedingungen vergleichen zu können. Neben der Leistung im Ausdauer­bereich bis 400 Watt haben wir auch Antritte und Sprints bis 1.000 Watt geprüft. Im kreuzweisen Abgleich kristallisiert sich eine “Mehrheitsmeinung” heraus: Das Spider-Powermeter von SRM und mehrere Pedale von Favero zeigen auf ein bis drei Watt identische Werte an. Diese sind nahezu deckungsgleich mit einem Power2max-Gerät, das seit ­Längerem als ­Referenz dient. Von Favero hatten wir vier Pedale zum Vergleich, die innerhalb von ein bis drei Watt Varianz liegen (im Bereich 150-400 Watt) - das ist erstaunlich genau. Pedale, die seit Jahren im Einsatz sind, zeigen die gleichen Werte wie neue Geräte.

SRM X-Power Road

Die zweite Generation der SRM-Straßenpedale passt zu Shimanos SPD-SL-Cleats. Die Elektronik und der fest verbaute Akku liegen im Inneren der Achse. Geladen wird per Magnetstecker, die Akkulaufzeit liegt bei 30 Stunden. Trotz Metallbauweise ist das Pedal sehr leicht, die Auslösehärte lässt sich praxisgerecht einstellen, die Platten rasten definiert ein. SRM gibt +/-2 Prozent Genauigkeit an - das passt zu den Messungen.

Vorteile:

  • + leicht, knackiges Einrasten

Nachteile:

  • - Installation, Konnektivität, Akkulaufzeit, Preis

Favero Assioma Pro MX

Deutlichster Unterschied von Faveros Offroad-Pedal zum bewährten Straßenmodell: Der charakteristische Pod, der Knubbel mit der Elektronik, entfällt, diese ist komplett in die Achse gewandert. Dadurch ist der Fußabstand der gewohnte. Das Pedal ist kompatibel mit Shimanos SPD-Cleats. Wir konnten das Pedal rund 1500 Kilometer unter rauesten Bedingungen nutzen, es zeigte keinerlei Aussetzer und eine sehr hohe Genauigkeit. Die Stahlspangen, die die Pedalplatte umgreifen, sind hart und korrosionsfest.

Vorteile:

  • + genau, robust, preiswert

Favero Assioma

Die Italiener machen den sportlichsten Preis und überzeugen bei jahrelanger Nutzung mit Dauerpräzision. Die vergossene Elektronik hat sich bewährt. Zu beachten ist der etwas weitere Fußabstand durch die Elektronik-Pods - was kein Nachteil sein muss, je nach individuellem ­Körperbau.

Look Kéo Power

Unsichtbare Powermessung, geringstes Gewicht, knackiger Ein- und Ausstieg über Carbonfederplatte (Auslösehärte: 16 Nm, Carbonfeder austauschbar), sehr gute Genauigkeit.

Garmin Rally

Garmins Power-Pedal der vierten Generation arbeitet genau und bietet mit seinem Strauß von Cycling-Dynamics-Kennzahlen einen Mehrwert. Die Stromversorgung erfolgt über CR1/3N-Knopfzellen (rund 120 Stunden). Montage mit 15er-Schlüssel.

Wahoo Powrlink

Wahoo hält den Geist der Speedplay-Lollies aufrecht. Geringe Höhe, einstellbare Drehfreiheit, präzise Führung und geringer Verschleiß sind die bekannten Vorteile des Systems. Die Schuhplatte mit Federmechanismus ist schmutzempfindlich.

Weitere getestete Pedale

Neben den oben genannten Modellen wurden auch folgende Pedale getestet und bewertet:

  • Shimano PD-RS500 SPD-SL
  • Fischer Pedale 85835
  • Shimano Dura-Ace PD-R9100
  • Look Cycle PEKC14260
  • Eventin Ultra-Light 803
  • Rockbros K203-RD/RBSDE
  • MKS Sylvan Road
  • Time X-PRO 10
  • Willyn Aluminium-Legierung Plattform Pedale
  • Gewage GE324
  • CozyRoomy 160

Einkaufshilfe für Rennrad-Pedale

Klick-Pedalen fürs Rennrad sind ein wichtiger Bestandteil des Fahrrads, da sie die Verbindung zwischen den Füßen des Fahrers und dem Antriebssystem des Bikes herstellen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Pedalen haben Rennrad-Pedale eine cliplose Verbindung zwischen dem Schuh des Fahrers und dem Pedal. Sie sind aus einem besonders robusten und zeitgleich auch leichtem Material gefertigt, sodass keine zusätzliche Last beim Fahren anfällt. Diese Verbindung ermöglicht eine effizientere Kraftübertragung von den Beinen auf die Kurbel, da der Fahrer seine Beine nicht nur nach unten drücken, sondern auch nach oben ziehen kann. Die cliplose Verbindung wird in der Regel durch spezielle Fahrradschuhe mit entsprechenden Cleats hergestellt, die in das Pedal eingerastet werden. Dies gibt dem Fahrer ein hohes Maß an Kontrolle und Stabilität, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten oder beim Klettern von steilen Anstiegen.

Es gibt verschiedene Arten von Rennrad-Pedalen ohne Klick, wie z.B. Look, Time oder Shimano SPD-SL. Einige Rennrad-Pedale mit Schlaufe bieten auch eine einstellbare Pedalposition oder unterschiedliche Auslösekräfte an, um den Bedürfnissen und Vorlieben des Fahrers gerecht zu werden.

Relevante Faktoren bei der Auswahl

  • Geringes Gewicht
  • Material
  • Griffigkeit
  • Bewegungsfreiheit

Mit den passenden Rennrad-Pedalen sind Damen und Herren für jeden Untergrund gerüstet. Rennrad-Pedale gewährleisten maximale Mobilität und werden von Profi- und Amateur-Rennradfahrern sowie von Triathleten und Langstreckenfahrern verwendet. Sie sind auch bei Pendelfahrern und Alltagsradlern beliebt, die die Vorteile einer effizienten Kraftübertragung und einer besseren Kontrolle schätzen.

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