Nicht immer kann oder will man auf seinem Motorrad zu seinem Bestimmungsort fahren. Bei besonders weiten Strecken, einer lang andauernden Schlechtwetterlage oder gar Flug- und Seereisen kann es nötig sein, das Motorrad zu transportieren. Was Sie beim Transport Ihrer Maschine beachten müssen, erfahren Sie hier. So gelingt der sichere Transport Ihres Motorrads.
Vorbereitung für den sicheren Motorradtransport
Wenn Sie Ihr Bike mit einem Transporter oder Anhänger an seinen neuen Standort bringen wollen, muss die Ladefläche natürlich entsprechend groß sein. Grundsätzlich kannst du mit jedem Transporter oder Anhänger, der einen ebenen Boden und eine Fläche von mindestens 2.5 Metern hat, dein Motorrad, Roller oder Moped transportieren. Wichtig ist, dass der Transporter oder Anhänger an den Stellen, an denen du dein geliebtes Gefährt befestigen willst, über Ösen verfügt. Es gibt auch spezielle Anhänger, die extra für den Motorradtransport gemacht sind. Oftmals sind jedoch die nötigen Hilfsmittel schon inklusive. Außerdem ist es wichtig, dass entsprechende Zurrösen vorhanden sind.
Bevor du dein Motorrad auf dem Anhänger oder im Transporter platzierst, solltest du dir gut überlegen, wo es genau stehen soll, da ein nachträgliches Rangieren schwierig ist. Bist du damit fertig, ist deine nächste Aufgabe das Anbringen von Spanngurten and den Fixierungspunkten. Auch das solltest du unbedingt im Vorhinein machen, da du dich nach dem Beladen nicht mehr frei auf der Ladefläche bewegen kannst.
Stellen Sie sicher, dass sich kein Schmutz auf dem Boden des Lieferwagens befindet, bevor Sie Ihr Motorrad einladen. Falls du einen Vorderradständer hast, solltest du diesen ebenfalls schon einmal platzieren. Bist du mit den Vorbereitungen fertig, kannst du mit der Beladung des Transporters beginnen. Suche dir dafür am besten einen Helfer da dein Gefährt schwer ist und du es bestimmt nicht beschädigen möchtest.
Die richtige Ausrüstung
Um das Motorrad auf die Ladefläche zu bugsieren, benötigen Sie entweder viel Muskelkraft oder tatkräftige Unterstützung. Um dein Fahrrad ganz einfach in deinen Transporter zu bekommen, kannst du zum Beispiel die Ramp Pro verwenden. Um dein Motorrad aufzuladen, brauchst du einen Gegenstand der sich als Rampe benutzen lässt. Am besten nutzt du eine geriffelte Schiene mit hohen Seitenwänden, da diese die Gefahr des Kippens oder Abrutschens minimiert. Befestige die Rampe am Anhänger/Transporter, sodass sie nicht wegrutschen kann.
Einen wertvollen Dienst leisten hier Vorderradständer, die Sie im Fachhandel kaufen können. Eine Motorradwippe bzw. ein Vorderradständer erleichtern das Verladen auf dem Anhänger, da sie das Vorderrad des Motorrads ohne weitere Hilfsmittel senkrecht halten. Wichtig ist, dass der Ständer möglichst weit vorne angebracht wird und die Breite zum Reifen des Motorrads passt. Eine andere Möglichkeit sind Standschienen.
Verwenden Sie unbedingt Profigurte und achten Sie darauf, dass die Zugfestigkeit auch dem Gewicht Ihrer Maschine standhält. Geeignete und für diese Lasten zugelassene Gurte haben die entsprechenden Textil-Typenschilder vernäht. Zu den Gurten, ein zwei Nummer größer ist sicherlich nie verkehrt (heißt jetzt aber nicht anziehen bis Wasser kommt) 750kg-1000kg, geprüft, haben den Vorteil das sie sich im vgl.
Die Spanngurte müssen einiges aushalten, um das Motorrad während der Fahrt zu sichern. Achten Sie bei der Auswahl immer auf die Zugfestigkeit (LC = Lashing Capacity). Für Motorräder bis 200 kg sind Gurte mit LC = 175 daN (daN = Dekanewton, 1 Dekanewton = 10 Newton) ausreichend. Für schwere Maschinen wird LC = 500 daN empfohlen. Außerdem sollten die Zurrgurte mit Ratschen ausgestattet sein, um die Verzurrung zu erleichtern.
ACEBIKES Transportsicherung "TYREFIX": Spezielles Haltesystem zum Verzurren eines Vorder- oder Hinterreifens auf dem Anhänger, PickUp oder im Transporter. Für einen stets sicheren Halt des Fahrzeugs und perfekten Schutz. Außerdem werden alle lackierte Fahrzeugteile geschont.
Schritte zum sicheren Verladen
- Auffahren des Motorrads: Ein oftmals unterschätzter Punkt stellt das sichere Auffahren des Motorrads dar. Das Bike wird hierbei auf die Ladefläche mithilfe von Schienen oder Befestigungsplatten befördert. Hierbei ist es sehr zu empfehlen, diesen Schritt mindestens zu zweit auszuführen. Während eine Person das Motorrad anschiebt, kann die helfende Hand darauf achten, dass das Motorrad nicht seitlich abrutscht. Für den Vorgang sind Schienen mit Seitenplatten sehr zu empfehlen. Befestigen Sie die Auffahrschiene und schieben Sie das Motorrad über die Rampe auf den Anhänger. Dazu können Sie das Motorrad vorsichtig im ersten Gang neben sich herschieben. Bei einem absenkbaren Anhänger entfällt die Rampe.
- Positionierung und Fixierung: Richten Sie das Vorderrad Ihres Motorrads auf den SteadyStand aus, während Sie es vorsichtig in den Transporter rollen. Das Gewicht des Motorrads trägt dazu bei, es fest zu sichern, sobald es in Position ist. Das Vorderrad sollte aufrecht stehend fixiert werden. Und zwar so, dass es auf der Fahrt stabil in dieser Position bleibt. Wenn du einen Vorderradständer hast, kannst du dein Motorrad in diesen hineinschieben und dann mit der Verzurrung beginnen. Hast du keinen, sollte eine Person das Motorrad aufrecht halten, während die andere Person mit der Befestigung beginnt. Ohne Vorderradständer solltest du auch unbedingt darauf achten, dass die Räder deines Motorrads blockiert sind, sodass es beim Transport nicht herumrollen kann. Das Motorrad muss nun so aufgestellt werden, dass es im nächsten Schritt mit Spanngurten gesichert werden kann. Achten Sie darauf, dass das Vorderrad nach vorne stabil abgestützt ist. Dafür eignet sich ein Vorderradständer, der die Maschine sofort aufrecht hält.
- Anbringen der Spanngurte: Jetzt kommt der wichtigste Arbeitsschritt - das Anbringen der vier Spanngurte. Zuerst einen Gurt von rechts und einen von links vorne um die Gabelbrücke legen und abwechselnd festziehen, damit sich das Motorrad aufrichtet. Danach werden hinten die zwei Zurrgurte angebracht. Falls der Seitenständer verwendet wurde, wird dieser nun wieder eingeklappt. Um das Motorrad zu sichern, verwenden Sie Ratschengurte oder Klemmschnallen von Acebikes. Vermeiden Sie empfindliche Bereiche wie den Auspuff oder die Karosserie und befestigen Sie die Gurte am Rahmen des Motorrads und an starken Ankerpunkten im Fahrzeug. Am effektivsten halten die Gurte, wenn Sie diese direkt am Rahmen oder der unter der Gabelbrücke befestigen. Verzurren Sie Ihr Motorrad so, dass die Gurte stets symmetrisch verlaufen und spannen Sie gleichmäßig links und rechts, vorne und hinten ab. Achte bei der Befestigung der Spanngurte am Motorrad darauf, dass sie einen 45 Grad Winkel bilden. Positionieren Sie die Zurrpunkte gleichmäßig auf der Ladefläche des Anhängers. Fixieren Sie die Zurrgurte an festen Motorradteilen.
- Sichern des Lenkers: Hierbei werden die Motorradlenkergurte über die Lenkergriffe gestülpt. Es gibt viele verschiedene Arten von Lenkerspanngurten auf dem Markt, wodurch mit Leichtigkeit das passende Motorradzubehör aufzufinden ist. Achte beim Anbringen des Riemens darauf, diesen so zu positionieren, dass er die gesamte Breite des Lenkers abdeckt. Ziehe anschließend die Spanngurte an jedem Ende fest, bis der Riemen unter Spannung steht. Es wird empfohlen, zusätzlich zur Sicherung des Lenkers auch durch die Reifen den Gurt zu führen, um zusätzlich für mehr Halt zu sorgen. An der Vorderseite kannst du dein Motorrad, Roller oder Moped sowohl am Lenker als auch an der unteren Federgabel befestigen. Bei der Federgabel ist jedoch Vorsicht geboten, sollte diese rosten.
- Sichern des Hinterrads: Oft wird empfohlen, die Fußstützen des Beifahrers zu sichern oder um den Sitz herum zu versteifen. Es ist wichtig, dass es sich dabei um Metallteile und nicht um Kunststoff oder kunststoffbeschichtete Teile handelt. Auf der Rückseite bieten sich die Beifahrer-Fußrasten oder der Hilfsrahmen als Befestigungsstellen an. Der einfachheitshalber können zwei separate Verriegelungsgurte auf der linken und rechten Seite angebracht werden. Dies ist jedoch nicht zwangsläufig vonnöten, da prinzipiell ein einziger ausreichend sein sollte. Wichtig ist nur, dass das Motorrad nicht hochgehoben werden darf. Hierbei würde die gleiche Problematik bezüglich des Aufschwungs der Feder herauf provoziert werden, sobald sich die Hauptfeder des Motorrads um die Hinterradschwinge dreht. Zusätzliche Gurte sollten direkt an der Ratsche oder um das Fahrrad herum befestigt werden. Dieser Schritt sollte unternommen werden, um zu verhindern, dass sie unkontrolliert im Luftstrom gezogen werden und die Ratsche lockern.
- Endgültige Sicherung: Das Motorrad sollte nun in seiner endgültigen Position gesichert sein. Ziehe die Lenkerklemmen auf beiden Seiten allmählich an, bis die Vorderradgabel vollständig eingedrückt ist und kein Federweg mehr am vorderen Ende des Motorrads vorhanden ist. Sollte dieser Punkt nicht sorgfältig vollzogen worden sein, kann das Motorrad bei Fahrten auf holprigen Straßen wackeln, was durch die Federung (Gabel) unterstützt wird. Wenn das Motorrad hier richtig gesichert ist, sollte es im Anschluss auch am Hinterrad verzurrt werden, damit keinerlei Spielraum für eventuelle Ungleichheiten gegeben ist. Um eine sichere Befestigung des Motorrades zu gewährleisten, sollten die Spanngurte nach dem Anbringen gleichmäßig festgezogen werden. Stellen Sie sicher, dass alles sicher ist, indem Sie alle Gurte und Verankerungspunkte zweimal überprüfen, bevor Sie losfahren.
Zusätzliche Tipps für den Transport
- Empfindliche Stellen wie Lack oder Chrom können durch Tücher oder Schaumstoff geschützt werden. In einigen Fällen ist es unvermeidlich, dass ein Spanngurt die Verkleidung oder das Auspuffrohr berührt. Um zu verhindern, dass der Gurt die Oberfläche beschädigt, sollten Sie diese Bereiche schützen.
- Wenn Sie Ihr Bike mit dem Anhänger transportieren, denken Sie daran auch die losen Ende der Zurrgurte entsprechend zu sichern.
- Achten Sie beim Transport auf eine vorsichtige Fahrweise, besonders in Kurven, und halten Sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit mit Anhänger ein. Überprüfen Sie regelmäßig die Spannung der Gurte, damit das Motorrad stabil auf dem Anhänger bleibt.
- Werden die Gurte nach der Fahrt gelöst, sind alle Schritte in umgekehrter Reihenfolge durchzuführen. Um ein Umfallen des Motorrads beim Entladen zu vermeiden, bitten Sie eine zweite Person darum, das Motorrad zu halten, wenn Sie die Spanngurte an einer Seite lösen.
Weitere Transportmöglichkeiten
Wenn Sie nicht selbst einen Transporter oder Anhänger fahren wollen oder Ihr Reiseziel gar nicht mit dem Auto zu erreichen ist, gibt es auch noch weitere Möglichkeiten Ihr Motorrad an den gewünschten Ort bringen zu lassen.
- Es gibt einige Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, Motorräder zu transportieren. Diese verfügen über eine Sonderausstattung und garantieren höchste Sicherheit.
- Auch die Deutsche Bahn bietet die Möglichkeit Ihr Motorrad von A nach B zu bringen.
- Wenn Sie vorhaben Ihr Motorrad mit auf ein Schiff wie beispielsweise eine Fähre zu nehmen, klären Sie vorher unbedingt die Transportbedingungen ab. Generell verfügen die meisten Fähren über einen Motorradstellplatz, welcher dir gleich zu Beginn zugewiesen wird.
- Teuer und aufwendig ist es, wenn Sie Ihr Bike mit dem Flugzeug verschicken wollen. Hierfür bietet es sich an, sich im Fachhandel eine spezielle Transportkiste für Motorräder zu besorgen. Oft fallen diese als Verpackungsmüll beim Motorradhändler an.
Sicherheitshinweise
Das Verzurren eines Motorrads ist ein wichtiges Sicherheitsverfahren, das bei einem Unfall schwere Verletzungen oder sogar den Tod verhindern kann. Fernab der Tatsache, dass dies notwendig ist, um schadenfrei ein Motorrad zu transportieren. Dieser Thematik sollte eine große Wichtigkeit zugeschrieben werden, da bei Fehlern die Motorradversicherung keinerlei Schäden übernimmt.
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