Motorradjeans Herren Protektoren Test: Sicherheit und Stil für Biker

Das Angebot an Biker-Jeans hat in den letzten Jahren ähnlich stark zugenommen wie das Interesse daran. Doch wie gut lässt sich das blaue stylische Gewebe mit Protektoren und Kunstfasern kombinieren, um für Motorradfahrer den optimalen Schutz zu bieten?

Die Biker-Jeans mussten sich dabei in den Kategorien Sicherheit, Passform/Komfort, Wetterschutz, Belüftung, Ausstattung sowie Verarbeitung unter Beweis stellen.

Aktuelle Motorradjeans im Test: Theoretisch sollen Motorradjeans aus hochwertiger Baumwolle und mit hochabriebfesten Fasern das Schlimmste mildern, doch nicht jeder ist davon überzeugt.

Wir führen den Crashtest durch - mit 18 einlagigen Motorradjeans, von billig bis teuer. Motorradjeans stehen für Komfort und Leichtigkeit.

So sind sie vorwiegend im Sommer eine gute Wahl - doch auch eine sichere? Schließlich muss Schutzkleidung schützen und darf sich nicht in Wohlgefallen auflösen.

Testergebnisse und Kaufberatung

Hier eine Übersicht einiger getesteter Motorradjeans:

  1. Rokker Original
    • Passgenauigkeit: Sehr gut
    • Material/Verarbeitung: Hochwertig
    • Sicherheit: Sehr gut
    • Praxistauglichkeit: Sehr gut
    • Wetter: Gut
    • Ausstattung: Sehr gut
    • Tragekomfort: Sehr gut
    • Fazit: „Die Motorrad-Jeans begeistert durch hochwertige Materialien, exzellente Verarbeitung und sehr gute Resultate bei Labor- und Praxistests. Einziger Wermutstropfen bleibt der relativ hohe Preis.“
    • Punkte: 90
    • Günstigster Preis: ab 239,95 Euro
  2. iXS Classic AR Jeans Cassidy
    • Passgenauigkeit: Gut
    • Material/Verarbeitung: Gut
    • Sicherheit: Gut
    • Praxistauglichkeit: Sehr gut
    • Wetter: Befriedigend
    • Ausstattung: Gut
    • Tragekomfort: Sehr gut
    • Fazit: „Alltagstaugliche Motorradjeans, leger geschnitten und angenehm zu tragen.“
    • Punkte: 90
    • Günstigster Preis: ab 147,99 Euro
  3. Dainese Strokeville
    • Passgenauigkeit: Gut
    • Material/Verarbeitung: Gut
    • Sicherheit: Gut
    • Praxistauglichkeit: Gut
    • Wetter: Befriedigend
    • Ausstattung: Gut
    • Tragekomfort: Sehr gut
    • Fazit: „Insgesamt ist die STROKEVILLE eine klasse Motorradhose mit einem bequemen Schnitt und gleichzeitig einem hohen Maß an Sicherheit“
    • Punkte: 84
    • Günstigster Preis: ab 119,50 Euro
  4. Spidi J&Dyneema Evo
    • Passgenauigkeit: Gut
    • Material/Verarbeitung: Gut
    • Sicherheit: Gut
    • Praxistauglichkeit: Sehr gut
    • Wetter: Ausreichend
    • Ausstattung: Gut
    • Tragekomfort: Gut
    • Fazit: „Die J&Dyneema Evo wird durch ihre Eigenschaften schnell zum Liebling für die Kurzstrecke und auch bei regelmäßiger Nutzung offenbart sich nur ein kleiner Wermutstropfen: Die Hose darf offiziell nicht in der Maschine gewaschen werden.“
    • Punkte: 82
    • Günstigster Preis: ab 242,91 Euro
  5. Modeka Brandon
    • Passgenauigkeit: Gut
    • Material/Verarbeitung: Gut
    • Sicherheit: Gut
    • Praxistauglichkeit: Sehr gut
    • Wetter: Ausreichend
    • Ausstattung: Gut
    • Tragekomfort: Sehr gut
    • Fazit: „Sehr bequeme Motorradjeans, die allen, die bislang ohne Schutzkleidung unterwegs waren, jegliche Argumentationsgrundlage entzieht.“
    • Punkte: 82
    • Günstigster Preis: ab 107,10 Euro
  6. Modeka Bronston
    • Passgenauigkeit: Gut
    • Material/Verarbeitung: Gut
    • Sicherheit: Gut
    • Praxistauglichkeit: Sehr gut
    • Wetter: Ausreichend
    • Ausstattung: Gut
    • Tragekomfort: Gut
    • Fazit: „Durchaus auch freizeittauglich lässt sich die Hose mit den Jacken aus der Urban-Wear-Kollektion von Modeka kombinieren und man kann sicher sein, zu einem angemessenen Preis eine gute Qualität zu erhalten.“
    • Punkte: 81
    • UVP: 159,90 Euro
  7. Vanucci Cordura 2 Slim
    • Passgenauigkeit: Gut
    • Material/Verarbeitung: Gut
    • Sicherheit: Gut
    • Praxistauglichkeit: Gut
    • Wetter: Ausreichend
    • Ausstattung: Gut
    • Tragekomfort: Gut
    • Fazit: „Für alle, die flatternde Biker-Jeans nicht leiden können, ist die knackig sitzende, vergleichsweise günstige Vanucci Cordura 2 Slim ein heißer Tipp.“
    • Punkte: 79
    • UVP: 179,99 Euro
  8. Segura Hopper
    • Passgenauigkeit: Gut
    • Material/Verarbeitung: Gut
    • Sicherheit: Befriedigend
    • Praxistauglichkeit: Gut
    • Wetter: Ausreichend
    • Ausstattung: Gut
    • Tragekomfort: Gut
    • Fazit: „Ein angenehmes und sicheres Tragegefühl, kombiniert mit einer guten Optik und Belüftung machen sie zu einem lobenswerten Begleiter.“
    • Punkte: 78
    • Günstigster Preis: ab 105,24 Euro
  9. Rukka Wilde-R
    • Passgenauigkeit: Gut
    • Material/Verarbeitung: Gut
    • Sicherheit: Befriedigend
    • Praxistauglichkeit: Gut
    • Wetter: Ausreichend
    • Ausstattung: Gut
    • Tragekomfort: Gut
    • Fazit: „Motorrad-Fans, die bei guten Wetterbedingungen auch gern mit dem Motorrad an die Arbeit oder in die Stadt fahren, suchen in der Regel Motorradkleidung, die Schutzwirkung und Alltagstauglichkeit vereint. Die WILDE-R TRS von Rukka schafft genau das.“
    • Punkte: 76
    • Günstigster Preis: ab 269,10 Euro
  10. Held Creek
    • Passgenauigkeit: Gut
    • Material/Verarbeitung: Gut
    • Sicherheit: Befriedigend
    • Praxistauglichkeit: Gut
    • Wetter: Ausreichend
    • Ausstattung: Gut
    • Tragekomfort: Gut
    • Fazit: „Komfortable, waschmaschinenfeste und alltagstaugliche Motorradjeans aus dem Hause Held.“
    • Punkte: 75
    • Günstigster Preis: ab 219,99 Euro
  11. Modeka Glenn
    • Passgenauigkeit: Gut
    • Material/Verarbeitung: Gut
    • Sicherheit: Befriedigend
    • Praxistauglichkeit: Gut
    • Wetter: Ausreichend
    • Ausstattung: Gut
    • Tragekomfort: Gut
    • Fazit: „Wer auf der Suche nach einer Motorradjeans für die ein oder andere Tagestour bei schönem Wetter ist, kann hier bedenkenlos zugreifen!“
    • Punkte: 75
    • Günstigster Preis: ab 83,90 Euro

Weitere Modelle im Überblick

Einige weitere erwähnenswerte Modelle:

  • Richa Jegging: Bequeme Motorradjeans für den täglichen Einsatz, Protektoren EN 1621-1 an den Knien.
  • Vanucci VUT-3: Herrenjeans aus Armalith, Klasse AA zertifiziert, komplette Protektoren-Ausstattung.
  • Rev'It Reed SF: CE-Zertifizierung auf AAA-Niveau, modisch im Trend.
  • Merlin Lombard: Teil der "Tech Wax" Heritage Collection, Cotec-Gewebe.
  • Rokker Cord Chino: Hochabriebfeste, einlagige Chino-Motorradhose in moderner Cord Optik.
  • BMW Moosach: Hose aus abriebfestem Denimgewebe, unauffällige Protektion.
  • BMW London: Hose im modernen 5-Pocket-Look, NP-Flex-3D-Protektoren an den Knien.

Materialien und Schutz

Außen besteht sie weiterhin aus gewöhnlichem Denim-Stoff, aber innen befindet sich eine mehrschichtige Lage aus Aramid-Gewebe, landläufig unter dem geschützten Markennamen "Kevlar" bekannt.

Aramid besteht aus hochfesten Polyamid-Fasern, aus denen auch schusssichere Westen hergestellt werden.

Die mehrlagige Motorradjeans weist gute Reibwerte auf, der Denim scheuert auf Asphalt zwar durch, aber das Polyamid- oder Polyester-Gewebe darunter hält stand.

Der einlagige Stoff, fachsprachlich als "Monolayer" bezeichnet, ist leicht und luftig und soll dennoch zuverlässig schützen.

Die Sonic Mono von Modeka wirkt wie eine ganz normale Jeans, erfüllt die Schutzklasse für Motorradbekleidung. Sie ist gemäß der Norm EN 17092-4:2020 zertifiziert.

Dabei wird nach der sogenannten "Darmstadt Methode" der Sturz und das Rutschen eines Motorradfahrers auf Asphalt simuliert und das Material auf Abriebfestigkeit geprüft.

Als Clou ist ein Band aus reflektierendem Material innen am Saum der Hosenbeine eingenäht. Wenn sie umgekrempelt werden, reflektieren sie Scheinwerferlicht.

Komfort und Alltagstauglichkeit

Kein Kneifen in den Knienwinkeln, die Hosenbeine liegen gut an, spannen aber nicht, das gleich gilt für den Hosenbund. Auch die Protektoren bleiben an den Knien da, wo sie sein sollten. Verrutschen Knieprotektoren, bieten sie keine Schutzwirkung mehr. Das habe ich schon öfters erlebt.

Natürlich sind dünne Motorradjeans nichts für niedrige Temperaturen, dafür erweist sich die Sonic Mono über 15 Grad als sehr angenehm.

Die Sonic Mono ist während des Sommers rasch zu meiner Lieblingshose geworden, da sie nicht nur sehr bequem ist, sondern auch im Alltag nicht als Motorradhose auffällt. Wer sitzt schon gern mit der voluminösen Hose einer Textil-Kombi im Café?

Sie lässt sich ganz normal bei 30 Grad in der Waschmaschine waschen, allerdings sollte man vorher die Knieprotektoren herausnehmen, was aber nur Sekunden dauert.

Worauf Sie Beim Kauf Achten Sollten

Wollen Sie eine Motorradjeans kaufen, gilt zunächst einmal das Gleiche wie bei jedem anderen Hosenkauf: Die Jeans muss optimal sitzen, darf nicht verrutschen und nicht scheuern. Im Idealfall sollten Sie die Motorradjeans deshalb direkt in einem Geschäft erwerben, wo Sie sie vorher anprobieren können.

Mitunter ja, denn es kann Ihnen natürlich helfen, die richtige Größe zu finden, wenn Sie eine Motorradjeans auswählen, die für Ihr Geschlecht gedacht ist. Darüber hinaus kann sich auch der Schnitt unterscheiden: Motorradjeans für Frauen sind meist für breitere Hüften, breitere Oberschenkel und kürzere Beine ausgelegt.

Besonders empfehlenswert sind hier Motorradjeans, die aus Kevlar bestehen oder einen Kevlar-Anteil besitzen. Wichtig sind aber vor allem die Proktektoren. Dabei handelt es sich um Polster aus Polyurethan-Schaum, die vor allem im Hüftbereich und an den Knien angebracht werden.

Wenn Sie eine Motorradjeans einem Test unterziehen, sollten Sie genau darauf achten, ob die Protektoren an den richtigen Stellen sitzen und ob diese nicht verrutschen.

Hinweis: Bei den meisten Motorradjeans sind die Protektoren in der Lieferung inbegriffen, doch das ist keine Selbstverständlichkeit.

Vor- und Nachteile von Motorradjeans

Im Gegensatz zur herkömmlichen Motorradhose aus Leder sind Motorradjeans atmungsaktiv und leichter, was besonders bei hohen Temperaturen von Vorteil ist. Zudem unterscheiden sie sich optisch kaum von normalen Jeans und eignen sich somit gut für den Alltag.

Der Nachteil von Motorradjeans ist allerdings, dass sie meist nicht wind- und nässeabweisend sind.

Weitere Aspekte

Auch wenn es sich um einen Jeans handelt, die Anforderungen, die an die Motorradhose gestellt werden, weichen nicht ab. Dies gilt ebenfalls für die Belastungen, die beim Sturz oder Unfall auf die Hose einwirken.

Die Aufgabe bleibt dennoch bestehen und bezieht sich auf die Sicherheit des Unterleibs, Hüfte und der gesamten Beine. Vor allem die Gelenke sind empfindlich und mit langen Heilungsphasen verbunden, weshalb diese zusätzlich zu schützen sind.

Das Obermaterial ist aus Denim oder einem Material mit ähnlichen Eigenschaften. Darunter befindet sich das Kevlar Gewebe, welches sehr robust und abriebfest ist. Die Materialzusammenstellung muss nicht nur ideal gegen Verletzungen schützen, sondern ebenso witterungsbeständig und atmungsaktiv sein.

Um sich im Straßenverkehr behaupten zu können, werden zusätzlich mindestens an den Knien und an der Hüfte Protektoren eingearbeitet. Je nach Modell sind diese fest integriert oder lassen sich entnehmen und wieder einsetzen.

So kann es ebenfalls sein, dass beim Kauf lediglich die Möglichkeit zum Einsetzen gegeben wird, die Protektoren jedoch nicht im Lieferumfang enthalten sind.

ADAC Test 2014

Im Jahr 2014 hat ADAC einen Test von unterschiedlichen Modellen der Motorradjeans getestet. Hierbei kam es auf die Abriebfestigkeit, Protektoren, Komfort und Verarbeitung im Visier der Tester.

Lediglich vier Modelle haben mit einem guten Ergebnis abgeschlossen. Die Note 2,2 hat VANUCCI Passatempo Jeans erhalten und steht damit auf dem ersten Platz. Auf dem zweiten Platz befindet sich mit 2,3 dicht dahinter die PIKE BROTHERS 1958 MotoRoamer. Den dritten Platz teilen sich zwei Modelle, die jeweils eine Bewertung von 2,5 erhalten haben.

Fazit

Die Motorradjeans sieht einer herkömmlichen Jeans teilweise zum Verwechseln ähnlich. Diese Hosen lassen sich schnell und leicht anziehen und überzeugen oftmals mit einem angenehmen Tragegefühl. Der Platzbedarf dieser Hose ist nur geringfügig höher als bei klassischen Hosen für den Alltag.

Tests zeigen, dass die Modelle, die mehr Sicherheit bieten, oftmals mit einem schlechteren Tragekomfort verbunden sind. Selbst Modelle, die beide Komponenten vereinen, sind nicht für jede Gelegenheit geeignet.

So wird empfohlen, dass die Motorradjeans vorzugsweise bei ruhigeren Fahrten verwendet wird.

Die Schutzfunktion der Motorradjeans kann sich im Verhältnis zur Optik und weiteren Aspekten durchaus sehen lassen. Dennoch ist nicht sicher, ob diese einer extremen Belastung bei hohen Geschwindigkeiten und einem Rutschen auf der Straße Stand halten würde.

Dies ist auch von der Anordnung der Protektoren abhängig, die oftmals selbst einzusetzen sind. Somit kann sich die Motorradjeans ebenfalls für Fahrten im Urlaub anbieten.

Es ist unbedingt notwendig, dass die Jeans über mehrere Minuten beim Anprobieren getragen wird. Dabei lohnt es sich auch in die Position wie beim Motorradfahren zu bringen, um einen umfassenden Eindruck des Tragekomforts zu bekommen.

Die Materialzusammenstellung und Verarbeitung erweist sich oftmals als hochwertig. Der Vorteil der Kevlar Fasern zeigt sich im hohen Schmelzpunkt.

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