Motorrad Kennzeichen vorne anbringen: Vorschriften und Methoden

Das richtige Anbringen des Nummernschildes an deinem Motorrad ist sehr wichtig, um vorschriftsmäßig am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Ob ein Fahrzeughalter nach dem Autokauf bei einem neu zugelassenen Fahrzeug das Kennzeichen anbringen oder bei einem umgemeldeten Kfz das Nummernschild wechseln möchte, ihm wird durch § 12 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) genau vorgeschrieben, welche Vorschriften er dabei zu befolgen hat.

Auch wenn sich dieser Paragraph direkt auf die üblichen Nummernschilder „mit schwarzer Beschriftung auf weißem schwarz gerandetem Grund“ bezieht, so gelten seine Vorschriften auch für besondere Kennzeichen und für rote Händlerkennzeichen, die ausschließlich für Prüfungsfahrten, Probefahrten und Überführungsfahrten zugelassen sind.

Gesetzliche Grundlagen und Vorschriften

In der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) wird die „Ausgestaltung und Anbringung der Kennzeichen“ im § 10 umfassend geregelt. Sowohl die Positionierung und die Farbe der Standardkennzeichen als auch Angaben zu bestimmten Eigenschaften sind Teil der Regelungen. Interessant für uns sind vor allem die Angaben, die die Befestigung und Positionierung betreffen.

Hierbei ist auf einige Details zu achten, die vor allem die gute Sichtbarkeit für Beamte und andere Autofahrer sicherstellen sollen. Die Regeln zur korrekten Anbringung der Kennzeichen sind in der Tat recht umfangreich, weswegen wir dir hier vor allem wichtigsten Dinge nennen. Du findest eine ausführliche Erläuterung im § 10 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) zum Thema: „Ausgestaltung und Anbringung der Kennzeichen“.

So ist dort beispielsweise erwähnt, dass am Pkw immer jeweils ein Kennzeichen vorn und eines hinten angebracht werden muss. Sofern es sich nicht um ein grünes Kennzeichen oder rotes Händlerkennzeichen handelt, muss es außerdem schwarze Lettern und Ziffern auf weißem Untergrund aufweisen. Die Kennzeichen dürfen nicht spiegeln und müssen stets gut lesbar sein, ein Bekleben etc. ist verboten. Außerdem gibt der Gesetzgeber vor, dass es fest am Pkw angebracht sein muss. Eine Ausnahme stellen bestimmte Werkstatt-, Probe- und Überführungsfahrten dar.

Anbringung und Sichtbarkeit

Das Kennzeichen muss an der Vorder- und Rückseite des Fahrzeugs angebracht sein. Es sollte so angebracht sein, dass es gut sichtbar ist und nicht verdeckt wird. Das Kennzeichen sollte am Heck des Motorrads angebracht werden.

Generell müssen Kennzeichen immer gut lesbar und sichtbar am Fahrzeug angebracht sein. Sie dürfen nicht verdeckt, verschmutzt oder beschädigt sein, da dies die Identifizierung des Fahrzeugs erschweren kann. Die Einhaltung dieser Vorschriften ist wichtig, da Verstöße gegen die Anbringungsvorschriften und die Gestaltung der Kennzeichen mit Bußgeldern und anderen Sanktionen geahndet werden können.

Die Autonummer auf der Hinterseite muss zudem mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet sein. Diese darf Licht „nicht unmittelbar nach hinten austreten lassen“, muss aber dafür garantieren, dass das Kennzeichen bis auf 20 Meter Entfernung noch erkennbar ist. Auch Höhe und Winkel einer Kennzeichenbefestigung wird in § 12 FZV festgelegt.

Motorradspezifische Regelungen

Für zweirädrige Kfz, also Kraft- oder Motorräder, sind keine zwei Kennzeichen vorgesehen, es reicht ein hinten angebrachtes und beleuchtetes Nummernschild. Es gibt auch einachsige Zugmaschinen, die nur vorne ein Kennzeichen tragen.

Anders als beim PKW oder LKW kann am Motorrad ein kleineres Kennzeichen angebracht werden. Wie ein Nummernschild am Motorrad anzubringen ist und welche Regelungen diesbezüglich gelten, lesen Sie hier. Ein Kennzeichen am Motorrad darf verschieden breit sein, die Höhe ist allerdings auf 200 mm (130 mm bei Leichtkrafträdern) festgelegt.

Seit 2011 können sich beim Motorrad Kennzeichen in der Größe unterscheiden. Denn es sind nun Breiten von 180, 200 oder 220 mm möglich. Ältere Kennzeichen können noch bis zu 280 mm breit sein. Die Höhe ist bei 200 mm geblieben. Die älteren Varianten können nach der Änderung der Vorschriften in ein kleines Motorradkennzeichen umgetauscht werden.

Allerdings ist zu beachten, dass bei der schmalsten Version von 180 mm Breite neben den zwei Buchstaben nur noch zwei Ziffern stehen können und diese bei mehr Zeichen nicht anwendbar sind. Hier sind Kennzeichen mit 220 mm Breite notwendig. Hat das alte Motorradkennzeichen sechs Stellen hinterm Ortskürzel, erhalten Fahrzeughalter eine neue, kürzere Kombination, da die alten nicht auf die schmalen neuen Kennzeichenvarianten passen.

Fürs Motorrad muss ein neues Kennzeichen also 5-stellig sein. Hier spielen unter anderem die Richtlinie 2009/62/EG eine Rolle. Hier sind unter anderem Vorschriften zu finden, die beim Motorrad bzw. Ein Abknicken in der Mitte ist bei der Montage immer zu vermeiden, da dies die Lesbarkeit beeinträchtigt und das Motorradkennzeichen somit nicht mehr den Vorschriften entspricht.

Befestigungsmethoden

Für die Befestigung eines Nummernschilds (unabhängig davon, ob es sich um ein klassisches Kennzeichen oder ein E-Kennzeichen handelt) an deiner Fahrzeugkarosserie gibt es bisher nur zwei Methoden: mit Halterung oder konventionell. Die konventionelle Methode erfordert, dass Löcher ins Nummernschild gebohrt werden und es dann direkt an der Karosserie verschraubt wird. Die Verwendung einer Halterung zur Befestigung deines Nummernschilds ist jedoch vorteilhafter, da dabei keine Löcher ins Schild gebohrt werden müssen.

Einzig die Art und Weise, wie Halter ein Kennzeichen anbringen sollen, ist im Gesetzt nicht genau festgeschrieben. So muss es lediglich fest sein. Daher bieten sich jedem Kfz-Besitzer verschiedene Möglichkeiten. Ein Kennzeichen befestigen, ohne dafür Schrauben zu benutzen, stellt heutzutage kein Problem mehr dar.

Kennzeichenhalterung

„Benötige ich eine Halterung für mein Nummernschild?“ ist eine Frage, die sich vielen Autobesitzern vor der Montage des Kennzeichens stellt. Ein Verzicht auf dieses Zubehör kann aus ästhetischen Gründen erfolgen. Doch für viele hat sich der Nummernschildhalter bewährt. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

Ein Kennzeichenhalter hat den Vorteil, dass nach erstmaliger Montage Halter einzelne Kennzeichen leicht anbringen und leicht austauschen können. Zudem benötigen Sie beim Nummernschild keine extra Schrauben. Wenn sich der Halter eines Kfz gegen den Kennzeichenhalter entscheidet, kann er auch die klassische Methode verwenden, ein Nummernschild anzubringen.

Dabei werden Löcher in das Schild gebohrt, nachdem der Abstand der Bohrpunkte genau festgelegt wurde. Diese Festlegung muss besonders gewissenhaft erfolgen, damit das Kennzeichen später gerade und fest am Auto sitzt. Bezüglich der Schrauben für das Kennzeichen hat hier jeder Interessent die Wahl zwischen Angeboten von verschiedenen Herstellern. Handwerkliches Knowhow ist für diese Methode nötig.

  • Vorteil: Autonummern sind auf diese Weise sicher am Fahrzeug befestigt.
  • Nachteil: Das Auswechseln eines Schilds ist recht zeitintensiv.

Alternative Befestigungsmethoden

Neben der konventionellen Methode, ein Kennzeichen an der Fahrzeugkarosserie zu befestigen, gibt es zahlreiche alternative Möglichkeiten. Mittlerweile ist es auch möglich, ein Nummernschild zu befestigen, ohne zum Bohrer greifen zu müssen. Dafür gibt es beispielsweise magnetische Schilder. Sogar Kennzeichen mit Klettbändern sind nicht unüblich.

Entsprechend werden Schilder aus Kunststoff schon in der Herstellung mit einem textilen Flausch auf der Rückseite versehen. Fahrer können diese Kennzeichen mit speziellen Verschlüssen dann einfach am Auto montieren. Es muss eine Außentemperatur von über 15 °C herrschen, wenn ein Fahrzeugbesitzer ein Nummernschild mit Klettband anbringen möchte - nur dann verbinden sich die Pads richtig mit der Oberfläche.

  • Vorteil: Kennzeichen lassen sich schnell wechseln.
  • Nachteil: Schilder können je nach Material durch häufiges Wechseln verbiegen.

Eine Möglichkeit ist die Verwendung eines speziellen Klettbandes. Dabei wird das selbstklebende Klettband sowohl auf die Rückseite des Kennzeichens als auch auf die Stoßstange geklebt. Diese Methode erfordert weder Bohren noch Schrauben und bietet eine schnelle und optisch ansprechende Lösung. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung einer Magnethalterung.

Hierbei wird eine Magnethalterung am Fahrzeug befestigt und kleine oder große Magnete werden auf dem Kennzeichen angebracht. Hier können sowohl 3D-Kennzeichen als auch herkömmliche Kennzeichen aus Blech mit Magneten befestigt werden. Die Halterungen können entweder angeschraubt oder angeklebt werden.

Nicht zulässige Methoden

Bis Frühjahr 2023 war die alternative Anbringung mittels Klett, Magnet oder Saugnapf nicht klar geregelt. Seit Erscheinen des Verkehrsblatts am 15. Februar 2023 ist die Sache klar, in Paragraf 10 Absatz 5 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung, der die Regeln für Kfz-Kennzeichen bestimmt, steht: "Kennzeichen müssen an der Vorder- und Rückseite des Kraftfahrzeugs vorhanden und fest angebracht sein." Mit anderen Worten: Klettband, Klebeband oder Magnetschilder sind nicht erlaubt.

Bußgelder und Sanktionen

Die Einhaltung dieser Vorschriften ist wichtig, da Verstöße gegen die Anbringungsvorschriften und die Gestaltung der Kennzeichen mit Bußgeldern und anderen Sanktionen geahndet werden können. Bei allen Fahrzeugen, bei denen die Kennzeichenbefestigung nicht den Vorschriften entspricht, darf dem Gesetzgeber folgend keine Inbetriebnahme im öffentlichen Straßenverkehr erfolgen.

Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele für Geldbußen bei Verstößen im Zusammenhang mit Kfz-Kennzeichen:

Sachverhalt Geldbuße
Führen eines Fahrzeugs, dessen Kennzeichen nicht lesbar ist 5 Euro
Führen eines Fahrzeugs, dessen Kennzeichen mit Klett- oder Magnethalterung befestigt ist 10 Euro
Führen eines Fahrzeugs ohne vorgeschriebenes amtliches Kennzeichen 60 Euro
Führen eines Fahrzeugs, dessen Kennzeichen mit Glas, Folie o. ä. abgedeckt ist 65 Euro

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0