Wer als Ritter der Landstraße auf zwei Rädern unterwegs ist, sollte das nicht ohne Rüstung machen. Aber muss man dafür immer ganz tief in die Tasche greifen? Wer sich ein Motorrad kauft, braucht auch die entsprechende Bekleidung. In der Regel hängt die bereits im Schrank, bevor das Bike vor der Tür steht. Leider - und hier spricht der Autor aus Erfahrung - sind die Erstkäufe meist keine Glücksgriffe. Das mag an der eigenen Sparsamkeit liegen, an falscher Beratung oder an der Marke.
Um dem aus dem Weg zu gehen, hat sich n-tv.de an einen der großen Shops für Motorradbekleidung und -zubehör gewandt, an Polo. Nach Louis ist die Unternehmensgruppe aus Jüchen in Nordrhein-Westfalen der zweitgrößte Anbieter für Motorrad-Equipment in Deutschland. Die Aufgabe bestand darin, ein Set zusammenzustellen, das für den Fahrer eines Hyper Naked Bikes passt, der neben lockeren Touren auch mal die sportliche Schräglage probt. Das Budget für Helm, Jacke, Hose, Handschuh und Stiefel sollte bei etwa 1000 Euro liegen. Kein Problem, hieße es bei Polo, wir stellen etwas zusammen. Selbst- und preisbewusst griff man bei den Jüchenern auf die Eigenmarken zurück, ließ den teuren Stoff wie Dainese, Alpinestars oder Segura raus und brachte Nexo für den Helm, FLM für Kombi, Stiefel und Handschuhe ins Rennen.
Allwetter-Textilkombis im Test
Wer nicht nur im Sommer bei schönem Wetter unterwegs ist, benötigt eine allwettertaugliche Motorrad-Kombi. 8 dieser Universal-Textilanzüge von 400 bis 1.600 € testete MOTORRAD."Allwettertauglich" definierten wir ganz grob als geeignet für warme wie auch niedrige Temperaturen, für Nässe und für Sonnenschein. Für Schutz sorgt dabei in der Regel eine abriebfeste Außenschicht, für Wärme ein herausnehmbares Thermofutter, für Nässeschutz eine entnehmbare oder ins Außenmaterial integrierte Membran und für kühlende Frischluft großflächige Belüftungsöffnungen.
Im Testfeld gab es insbesondere bei den letzten beiden Aspekten große Unterschiede, Gemeinsamkeiten zeigten sich derweil beim Mut zu helleren Farben und in der Tendenz, die herausnehmbaren Thermofutter so zu gestalten, dass sie auch separat als Alltags- oder zumindest Notfalljacke getragen werden können.
Preise und Vergleichbarkeit
Mit Preisen von 400 bis 1.600 € liegen die getesteten Kombis sehr weit auseinander. Ziel des Tests ist deshalb auch weniger der knallharte Vergleich der Testteilnehmer als vielmehr ein Eindruck, was welcher Anzug bietet und wie viel man dafür zu zahlen bereit sein muss. Dass eine günstige Kombi an der einen oder anderen Stelle sparen muss, dürfte klar sein. Die interessantere Frage ist jedoch, ob sie angesichts des niedrigen Preises dennoch die an sie gestellten Erwartungen erfüllen kann. Wie die Endwertung zeigt, schaffen das tatsächlich alle Kombis, selbst die mit Abstand günstigste von FLM: 229,99 € für die Jacke und 179,99 € für die Hose - damit erhalten Motorradreisende bei Polo eine voll ausgestattete Tourenkombi für zusammen gerade einmal 410 €.
Trotz Einbußen bei Komfort, Belüftung und Bedienung macht sie auf kleineren Touren allemal einen guten Eindruck. Im Bereich von 600 bis 700 € findet sich zunächst die Bogotto-Kombi, die bei kühleren Temperaturen schön warm hält, bei Kombination der Schichten aber die Bewegung einschränkt. Preislich knapp darüber steht die Kombi von iXS, die wesentlich mehr Belüftung bietet und nur knapp die Bewertung "sehr gut" verfehlt. Und schließlich findet sich hier noch die Lösung von Modeka, die zugunsten von Meshgewebe auf herkömmliche Belüftungsöffnungen verzichtet, insgesamt trotz des niedrigen Preises aber sehr gut ist und damit zum Kauftipp gekürt wird.
Alpinestars und Scott liegen um die 1.000 €, Erstere lässt aufgrund der kleinen Level-1-Protektoren Punkte liegen, der Scott bleibt derweil nur deshalb die Note "sehr gut" verwehrt, weil sie mehr Adventure- als Tourenkombi ist und dadurch sehr robust ausfällt. Weitere 400 bis 600 Euro darüber kommen wir zu den Testsiegern: Held und Rukka teilen sich punktgleich den ersten Platz, wobei sie die Punkte unterschiedlich sammeln.
Erfahrungen mit Mohawk Jacken
Einige Motorradfahrer haben Erfahrungen mit der Mohawk Sympatex® Fahrerjacke gemacht. Natürlich habe ich sofort wieder die neueste Mohawk gekauft denn für mich kam kein anderes Modell (vorher ) in Frage. Am 2 Tag gingen an der Jacke schon die Druckknöpfe ab wurden anstandslos ersetzt. Wenige Wochen später hatte ich beim herunterziehen des Beinreissverschlußes den Verschluss in der Hand, ärgerlich aber hab mir einen neuen gebastelt der war stabiler als der alte. Dann hatte ich Ruhe. Die Kombination ist jetzt 2 Jahre alt und ich musste den Reissverschluß in der Schneiderei erneuern hat ein viertel von der Hose gekostet weil alles aufgetrennt wird.
Einige Leute aus meinem Bekanntenkreis und auch ich selbst fahre diese Kombination. So auch von ihrer Wasserdichtigkeit! Ich habe die Jacke innerhalb der Gewährleistung 2 mal umgetauscht, weil in den Armbeugen schon nach wenigen Minuten das Wasser eindringt und weil die Nähte schnell durchscheuern. Außerdem sind die Naht-Zugaben zu gering und alle Jacken "platzen" neben den Nähten auf. Ich werde mir eine neue Jacke kaufen.
Testberichte und Preisvergleiche
Es gibt eine Vielzahl von Testberichten und Preisvergleichen für Motorrad-Lederjacken. Hier sind einige Beispiele:
- Vanucci ART XIX: "Die Kombijacke ART XIX überzeugt als außergewöhnlich schwerelos. Die großflächigen Stretch- und Elastikeinsätze ermöglichen ein Höchstmaß an Bewegungsfreiheit." (88 Punkte, UVP: 399,99 Euro)
- Rukka Aramen: "Wer auf Leder steht und bei gutem als auch schlechtem Wetter ganz unkompliziert unterwegs sein möchte, liegt mit dem Rukka Aramen goldrichtig." (88 Punkte, Günstigster Preis: ab 759,99 Euro)
- iXS Classic LD Cruiser: "Vielseitig einsetzbare Motorrad und Freizeitjacke im klassischen Vintage-Look. Hochwertiges Material, tolle Verarbeitung." (85 Punkte, Günstigster Preis: ab 236,96 Euro)
- Spidi Garage: "Wer eine Lederjacke sucht, die unverwüstlich ist und auch nach 'zig Jahren noch zeitlos cool ausschaut, ist mit der Garage bestens beraten." (83 Punkte, Günstigster Preis: ab 457,99 Euro)
- Spidi Vintage: "Wer eine zeitlose, klassisch geschnittene Lederjacke sucht, die mit den Jahren und leichten Gebrauchsspuren immer besser wird, liegt mit der Spidi Vintage genau richtig." (83 Punkte, Günstigster Preis: ab 461,61 Euro)
- Rukka Blockrace-R: "Die Rukka Blockrace-R ist eine komfortable Motorradjacke für den Alltag, mit Abstrichen bei der Sicherheit." (81 Punkte, Günstigster Preis: ab 494,10 Euro)
- Dainese Atlas: "Wer eine klassische Lederjacke sucht, die unverwüstlich anmutet und auch nach zig Jahren noch zeitlos cool ausschaut, ist mit der Dainese Atlas bestens beraten." (81 Punkte, Günstigster Preis: ab 242,10 Euro)
- Modeka Wing: "Wer auf der Suche nach einer klassischen und dennoch stylishen Lederjacke ohne viel Schnickschnack ist, kann hier getrost zugreifen." (81 Punkte, UVP: 239,90 Euro)
- Spidi Genesis: "Für 420,-- Euro bieten die Italiener mit der Genesis eine Option für all diejenigen, die eine coole Lederjacke suchen, dabei aber nicht auf Komfort und Vielseitigkeit verzichten wollen." (81 Punkte, Günstigster Preis: ab 356,92 Euro)
- Modeka Valyant: "Die Lederkombi Valyant von Modeka ist insgesamt eine wirklich gute, komfortable Lederkombi. Gute Passform, hoher Komfort, viel Sicherheit und hochwertige Materialien - passt." (79 Punkte, Günstigster Preis: ab 287,78 Euro)
- Held Summer Ride II: "Mit 499,95 Euro ist die Summer Ride II nicht die günstigste Lederjacke im Urban-Segment." (78 Punkte, Günstigster Preis: ab 474,00 Euro)
- Bogotto Radic: "Die Bogotto Radic ist eine leichte, gut gelungene Sommerjacke für den entspannten Ausflug bei schönem Wetter." (Günstigster Preis: ab 233,32 Euro)
Weitere Produktvorstellungen
- Segura Dorian: Herausnehmbares Thermo-Innenfutter, Weitenverstellung am Saum, abnehmbare Kapuze, Sicherheitsnähte nach ISO 4916. (Günstigster Preis: ab 277,99 Euro)
- Spidi Roar: Inspiriert von den Farbgebungen des Motorradrennsports der 80er-Jahre, sportlich-schlanker Schnitt. (Günstigster Preis: ab 453,06 Euro)
- Black-Cafe London Gorgan II: Hochwertiges Rindsleder, kariertes Innenfutter aus Baumwolle, einstellbare Manschetten. (UVP: 389,95 Euro)
- Bogotto Frisco: Motorradjacke, die sicher ist, aber optisch nicht zu auffällig, diverse Verstellmöglichkeiten in der Weite. (Günstigster Preis: ab 149,99 Euro)
Sportliche Motorrad-Lederjacken im Test
Auch auf der schnellen Runde ums Eck muss auf knackiges Leder nicht verzichtet werden. Welche Motorradjacke passt zur luftigen Motorradjeans? Eine Reihe von Herstellern hat für Stadt-und-Land-Entspannungstouren gute Angebote im Programm. Und auch ordentlich schützen, denn neben dem modischen Aspekt wählen viele Fahrer das Lederoberteil auch aus einem guten Grund: Sicherheit.
Beispiele getesteter Jacken
| Jacke | Preis | Plus | Minus | Fazit | MOTORRAD-Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Alpinestars Celer | 499,95 Euro | Prima zugängliche Taschen, hautfreundlicher Kragenabschluss, hochwertige Verarbeitung | Sehr hohes Gewicht, Ärmel etwas zu kurz geschnitten | Erfreut durch knackigen, aber komfortablen Sitz. Die Top-Sicherheitsausstattung treibt aber den Preis hoch. | sehr gut |
| Difi Aragon | 299,95 Euro | Sehr bequemes Leder, leicht und luftig, hoher Tragekomfort | Protektoren an Schultern zu klein, Rückenschützer zu weit oben | Könnte auch als Freizeitjacke durchgehen, sammelt dank des tollen Tragekomforts viele Sympathiepunkte. | gut |
| FLM Shooter Evo Blouson | 349,95 Euro | Angenehm locker geschnitten, sehr guter Rückenprotektor | Sehr geringe Größenauswahl, Verarbeitung an Nähten z. T. nachlässig | Eine gute Wahl für heiße Kurztrips. Kleine Nachlässigkeiten trüben das Gesamtbild. | gut |
| Furygan Power | 399,95 Euro | Ausgewogene Passform, geschmeidiger Sitz, robustes Leder | Nähte scheuern etwas am Hals, Protektoren verrutschen leicht | Sportlich, aber bequem - die hochwertige Furygan Power ist eine gute Jacke, die man gerne überwirft. Kleines Komfortdefizit. | gut |
Motorrad Textiljacken als Allroundtalente
Motorrad Textiljacken sind Allroundtalente und durch den guten Wetterschutz zumindest auf größeren Touren die bessere Wahl. Wir haben uns einige der Reisebegleiter genauer angeschaut. Trifft man auf unterschiedliche Wetter- und Temperaturbedingungen, fährt es sich mit einer anpassbaren Außenhaut deutlich komfortabler. Unser Testfeld bietet zu diesem Zweck jeweils ein wärmendes Innenfutter und eine wasserdichte Membran. So ausgestattet sind Textiljacken unerschrockene Reisebegleiter bei allen Wetterlagen.
Drei Schichten Schutz
Grundsätzlich ist eine Textiljacke in drei Schichten aufgebaut: Der äußeren Schicht, zumeist aus widerstandsfähigem Cordura, folgt eine wind- und wasserundurchlässige Membran. Hier unterscheidet man Z-Liner und ein 2- oder 3-Lagen-Laminat. Ein Z-Liner, in der Regel eine einzippbare Membranjacke, ist etwas kostengünstiger in der Produktion. Der Nachteil: Die Außenjacke saugt sich bei Regen voll, wird nass und schwer.
Ab 25 Grad Außentemperatur lässt die Wirkung einer Membran nach. Dann müssen die Belüftungsöffnungen der Jacke ran, um im Fahrbetrieb das Temperaturgefälle wieder zu erhöhen und die Atmungsaktivität anzukurbeln.
Beispiele für Textiljacken
- Alpinestars Andes V3 Drystar: In Sachen Funktionalität und Verarbeitung schon immer top, sind jetzt auch Details wie der Kragenabschluss im Vergleich zum Vorgängermodell nachgebessert.
- Bores Emilio: Komplexe, hochfunktionale Jacke, nicht nur durch den unschlagbaren Preis ganz vorne im Testfeld.
- Dainese Carve Master 2 Gore-Tex Jacket: Herausragend in Verarbeitung, Haptik und Passform, trumpft die Carve Master 2 noch mit einer hervorragenden Ausstattung.
- Difi Ontario Aerotex: Eine sehr bequeme, voll funktionale und sehr gut ausgestattete Textiljacke.
- Furygan Thruxton: Ein zeitloser Klassiker in neuem Design.
- Harley-Davidson FXRG Riding Jacket: Sommerliche Tourenjacke im kürzeren Blouson-Stil.
- Held Renegade: Der längere, bequeme Tourenschnitt ist prima, ebenso wie groß dimensionierten Taschen.
- Icon Stormhawk WP Jacket: Wie immer bei Icon ist auch die Stormhawk komplett mit guten D30-Protektoren ausgestattet.
- IXS Tour LT Montevideo: Die Montevideo zeigt sich als ernstzunehmende Tourenjacke, wirkt aber funktional leicht überladen.
- Modeka Viper LT: Gut verarbeitete, im Tragegefühl aber etwas dünne und einfache Einsteigerjacke.
- Rukka Armarone: Souveräne Platzierung auf den oberen Plätzen für die Armarone.
- Rukka Melfort: Urbaner Old-School-Look in der für Rukka typischen hohen Qualität.
- Scott Voyager Dryo: So ist die klare, bequeme und funktionale Voyager auch eine Empfehlung.
- Vanucci HiRider III: An der gut ausgestatteten HiRider III gibt’s wenig zu meckern.
FLM Nubuk Motorrad-Lederkombi 1.0
Die FLM Nubuk Motorrad-Lederkombi 1.0 ist eine interessante Option für Motorradfahrer. Beim ersten Anziehen macht sich die Steifheit des Leders bemerkbar. Das stört mich jedoch nicht in meiner Bewegungsfreiheit. Die Protektoren an Schulter, Ellenbogen und der Rückenprotektor sitzen an den richtigen Stellen. Sie verfügt über Klettverschlüsse in der Taille und am Beinabschluss, mit denen die Weite reguliert werden kann. Dank der Cooltech Ausrüstung, die Sonnenstrahlen reflektiert, wird es mir in der Kombi nicht zu heiß.
Kaufberatung für Motorradjacken
Wenn Sie sich einen Traum erfüllen und ein Bike von KTM, Ducati oder Harley-Davidson kaufen, ist auch das richtige Zubehör wichtig. Neben dem Helm ist auch eine gute Motorradjacke unverzichtbar. Eine empfehlenswerte Jacke sollte möglichst hochwertig verarbeitet und aus robusten Materialien gefertigt sein. Sie können sich für Jacken aus Textil oder Leder entscheiden. Achten Sie auf einen guten Sitz und wählen Sie die passende Größe aus.
Materialien
Folgende Materialien können bei Motorradjacken zum Einsatz kommen:
- Leder
- Polyamid
- Polyester
- Cordura (reißfest)
- Maxdura (reißfest)
- Mesh (Netzinnenfutter)
- Coolmax (feuchtigkeitsregulierend)
- Gore-Tex (Klimamembran)
- Poro-Tex (Klimamembran)
Protektoren
Moderne Jacken bieten in der Regel integrierte Schutzpolster, die sich häufig problemlos austauschen lassen. Teilweise sind sogar Exemplare mit zusätzlichen Rückenprotektoren zu finden. Achten Sie unbedingt auf die Einhaltung der Mindeststandards nach DIN EN 1621-1 (Gelenkprotektoren) sowie EN 1621-2 (Rückenprotektoren).
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