Ein unruhiger Lenker kann das Motorradfahren erheblich beeinträchtigen und sogar gefährlich machen. Es ist wichtig, die Ursachen für das Wackeln zu verstehen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Stabilität wiederherzustellen.
Arten von Stabilitätsproblemen
Stabilitätsprobleme äußern sich in einem unsicheren Fahrgefühl und können sporadisch oder kontinuierlich auftreten. Sie beeinträchtigen die Kontrolle über das Motorrad und mindern den Fahrspaß. Zu den häufigsten Formen gehören:
- Shimmy (Lenkerflattern)
- Pendeln
- Lenkerschlagen (Kick-Back)
- Mangelnde Fahrstabilität
- Vibrationen
Shimmy (Lenkerflattern)
Shimmy (oder auch Lenkerflattern genannt) beschreibt ein schnelles (4-10 Hz) Schwingen des Lenksystems vom Motorrad (Vorderrad, Gabel und Lenker) bei niedrigen Geschwindigkeiten (100-40 km/h) um die Lenkachse. Oft wird Shimmy / Lenkerflattern als Pendeln bezeichnet, aber Shimmy wirkt nur auf das Vorderteil des Motorrades und hört in der Regel beim Beschleunigen auf höhere Geschwindigkeiten auf - im Gegensatz zum sog.
Dieser "Shimmy-Effekt" tritt bei einigen Fahrzeugen mehr oder weniger stark auf. Bekannt dafür ist zB die 600er Divi. Entscheidend scheint mir die nicht gelungene Kombination- ein anderer Reifen mit stabileren Seitenwänden könnte Änderung bringen.
Es tritt meist bei Geschwindigkeiten zwischen 40 und 100 km/h auf, häufig beim Ausrollen oder Gaswegnehmen. Ursachen für Shimmy können Unwuchten im Vorderreifen, abgefahrene Reifen, falscher Reifendruck oder Spiel in der Lenkung sein. Shimmy kann zwar beunruhigend sein, führt aber in der Regel nicht zum Verlust der Kontrolle.
Halten Sie den Lenker fest und verringern Sie langsam die Geschwindigkeit, um das Flattern zu stoppen.
Ein großes Projekt verlangt nach großen Partnern - weshalb wir uns entschieden, für unsere Berichteserie Motorradfahren lernen mit hochwertigen Herstellern wie Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech zusammen zu arbeiten. Für einen feinen Querschnitt durch die aktuellen Motorradkategorien haben wir von Honda eine einsteigerfreundliche CB500 Hornet, eine sportliche CBR650R sogar mit E-Clutch (muss man mal probiert haben!) und als Referenz für das Adventure-Segment eine CRF1100L Africa Twin Adventure Sports mit elektronisch verstellbarem Fahrwerk gewählt. Bestückt wurden alle Bikes mit Taschen oder Tankrucksäcken von SW-Motech, damit wir diverse Utensilien, die wir bei unseren Fotofahrten brauchten, gut verstauen konnten. Da wir natürlich nicht wussten, wie das Wetter wird, vertrauten wir bei der Kleidung auf Highend-Ware von Stadler Bekleidung, die dank GoreTex-Material und innovativen SASS-Belüftungsöffnungen sowohl bei nasskaltem als auch bei heißem Wetter ausgezeichnet funktionieren. Schließlich wollten wir auch bei den Reifen nichts dem Zufall überlassen, für unsere Vorführ-Fahrten wurden auf allen drei Maschinen Qualitäts-Pneus von Metzeler aufgezogen.
Pendeln
Bei dem sogenannten (Hochgeschwindigkeits-) Pendeln schwingen das Lenksystem (mit Gabel, Lenker und Vorderrad) und der Rest vom Motorrad (mit Rahmen, Motor und Hinterrad) phasenverschoben um die Lenkachse. Gleichzeitig kippt die Maschine um die Längs- und Vertikalachse des Fahrzeugs. Dieses Phänomen tritt in der Regel oberhalb 120 km/h auf, abhängig von der Art des Motorrads und den Umgebungsbedingungen (insbesondere Wind kann zu Pendeln führen).
Das Pendeln beginnt oft nach einer längeren Fahrzeit bei konstanter Geschwindigkeit und wird mit zunehmender Geschwindigkeit immer stärker.
Beim Hochgeschwindigkeitspendeln bewegt sich das gesamte Motorrad in einer wellenförmigen Bewegung. Dieses Phänomen tritt typischerweise bei Geschwindigkeiten über 120 km/h auf und verstärkt sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Ursachen können aerodynamische Unausgewogenheit, falsche Beladung, falsche Einstellung der Stoßdämpfer oder Spiel in der Radaufhängung sein.
Um das Pendeln zu stoppen, nehmen Sie vorsichtig das Gas weg und verringern Sie die Geschwindigkeit. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, da diese die Situation verschlimmern können.
Das Pendeln eines Motorrads kann mehrere Gründe haben. Sie hängen allesamt mit der grundsätzlichen Auslegung des Fahrwerks zusammen, wobei die Geometrie, der Reifen aber auch die Dämpfereigenschaften eine Rolle spielen können.
Wundere dich nicht, wenn dein Motorrad eigentlich keine Pendeleffekte aufweist, wenn du aber etwa mit Koffern fährst, schon! Durch die Beladung hast du deine Gewichtsverhältnisse und die Aerodynamik verändert, das könnte der Grund dafür sein. Pendeln kann auch erst durch die Montage eines Gepäcksystems auftreten. Solch kompakte Softbags, wie jene von SW-Motech auf einer Honda CRF1100L Africa Twin Adventure Sports DCT wirken sich aber in der Regel nicht negativ aus.
Kick-Back (Lenkerschlagen)
Kick-Back (oder auch Lenkerschlagen) wird es genannt, wenn die Gabel, einschließlich Vorderrad und Lenker, plötzlich um die Lenkachse schlägt. Dieser Effekt ist unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit und wird ausgelöst, wenn der Vorderreifen kurz abhebt und dann verwinkelt wieder aufsetzt, z.B. bei starker Beschleunigung aus Kurven oder beim Überfahren einer Bodenwelle in einer Kurve.
Als Kick-Back bezeichnet man eine plötzliche Bewegung der Gabel um die Lenkachse, die unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit auftritt. Häufig tritt es nach einem kurzen Abheben des Vorderrades auf. Auslöser können Bodenwellen, Schlaglöcher, plötzliche Richtungswechsel oder starkes Beschleunigen aus Kurven heraus sein.
Halten Sie den Lenker fest und vermeiden Sie ruckartige Lenkbewegungen. Versuchen Sie, ruhig zu bleiben und das Motorrad sanft zu stabilisieren.
Mangelnde Fahrstabilität
Mangelnde Fahrstabilität äußert sich in einem unruhigen Geradeauslauf oder einem schwammigen Fahrverhalten. Ursachen können abgefahrene Reifen, falscher Reifendruck, defekte Rahmenteile oder eine falsche Dämpfungseinstellung sein. Bei anhaltenden Problemen mit der Fahrstabilität ist es ratsam, das Motorrad in einer Fachwerkstatt überprüfen und einstellen zu lassen. Die Fachleute können die Ursache genau diagnostizieren und beheben.
Vibrationen
Vibrationen erzeugen unter verschiedenen, üblichen Fahrbedingungen Schwingungen in Lenker, Sitz oder Fußrasten, die Unannehmlichkeiten beim Fahren hervorrufen. Die Bewegungsrichtung der Schwingung kann vertikal, lateral oder gemischt sein und am vorderen und/oder hinteren Teil des Motorrads auftreten. Meistens entstehen Vibrationen durch rotierende oder oszillierende Massen, die eine Unwucht aufweisen. Sie können aber auch durch Fahrzeugkomponenten verursacht werden, die nicht richtig befestigt sind oder zu viel Spiel haben.
Vibrationen können sowohl vorne als auch hinten am Motorrad auftreten und verschiedene Teile wie Lenker, Sitz oder Fußrasten betreffen. Sie werden häufig durch Unwuchten in Reifen oder Felgen, lose Schrauben, verschlissene Lager oder schlechte Wartung verursacht. Um Vibrationen zu minimieren, sollten Sie Ihr Motorrad regelmäßig warten und lose Teile befestigen lassen.
Häufige Ursachen für Lenkerflattern und Pendeln
Es gibt verschiedene Bedingungen, die Fahrzeugvibrationen verursachen können. Teilnehmer . Allgemeines: Der Shimmy-Effekt ist unter Fachleuten bestens bekannt- hat aber leider verschiedene Ursachen. Zunächst einmal ist dieser Effekt in der Regel völlig ungefährlich. Hauptgrund dafür ist der Kompromiss, den die Ingenieure zwischen stabilem Geradeauslauf und Handlichkeit schließen müssen. D.h. ein möglichst steiler Lenkkopf führt zu Tophandlichkeit- aber instabilem Geradeauslauf. Bei älteren Maschinen kam ein häufig nicht vollkommen verwindungssteifer Rahmen dazu und verstärkte die Probleme.
An zweiter Stelle für die Ursachen ist das Vorderrad und seine Bereifung zu nennen. Bei der Tiger ist die Achsaufnahme vor den Aufstandspunkt der Gabel gesetzt und nicht -wie bei der Explorer- in einer Linie mit der Gabel. Allein das ist schon ein Schritt in Richtung stabiler Geradeauslauf (ich spare mir die Erklärung zum Begriff "Nachlauf"). Die Yamaha wiederrum ist genauso schwer wie die Explorer, kommt aber nach Umbau genauso gut ums Eck und läuft dennoch stur geradeaus. Sie hat Straßenreifen (Pilot Road 2), Gußräder- vor allem aber ein nachgerüstetes Schrägrollenlager im Lenkkopf. Das war vor Jahrzehnten immer der wichtigste Schritt, um Ruhe ins Fahrwerk zu bringen- weil Kugellager eine viel zu geringe Auflagefläche haben.
sind grundsätzlich elastischer - und daher an Enduro/Trialmaschinen zu finden. An Maschinen für die Straße ist es hauptsächlich der Wunsch nach schöner Optik- weniger eine echte Notwendigkeit. Technisch gesehen bereiten sie Probleme (z.B. Ursachen für den Shimmy-Effekt sind meines Erachtens in erster Linie die Speichenfelgen in Verbindung mit den Reifen Metzeler Tourance next. Entscheidend scheint mir die nicht gelungene Kombination- ein anderer Reifen mit stabileren Seitenwänden könnte Änderung bringen.
Dann fällt mir noch ein: Der Verdacht, die Felgen seien unrund usw. kam mir auch. Zuletzt: Der Metzeler der Erstbereifung hatte einen massiven Höhenschlag, der sich auch auf meiner teuren Wuchtmaschine nicht entlarven ließ......Den Schlag habe ich bei eingebautem Rad mit einem senkrecht vor dem Rad gehaltenen Lot messen können.
Lenkerflattern kann viele Ursachen haben....drei wurden genannt die oft auch zutreffen...Es kann aber auch ganz einfach am Motorrad selber liegen das mit dem Fahrer zusammen exakt genau da seine Eigenfrequenz erreicht und damit zu Schwingungen über die Hochachse neigt...ein schwererer oder leichterer Fahrer würde es vllt. gar nicht mitbekommen oder bei anderen Geschw.
Warum dein Lenker flattert, hat damit zu tun, dass dein Vorderrad einen sogenannten Nachlauf hat, das heißt, dass die gedachte Verlängerung deiner Lenkachse den Boden vor der Aufstandsfläche deines Reifens durchbohren würde. Du hast den Effekt vielleicht schon einmal gesehen, wenn du im Supermarkt einen Einkaufswagen geschoben hast, und eines der Räder flatterte hin und her, weil ja zumindest die Vorderräder auch hinter der Lenkachse gezogen werden. Einkaufswagenvorderräder haben also auch einen Nachlauf.
- Reifen:
- Reifenfülldruck
- Neue Reifen mit hoher Profiltiefe und/oder Blockprofil (insbesondere Enduro-/Cross-Reifen)
- Verschleißzustand der Reifen (insb.
- Fahrwerk:
- Falsch eingestelltes Fahrwerk
- Spiel in der Lenkung
- Falsche Einstellung der Stoßdämpfer
- Beladung:
- Falsche Beladung der Maschine
- Aerodynamische Unausgewogenheit durch Koffer oder Topcase
- Sonstiges:
- Lose Schrauben
- Defekte Rahmenteile
- Unwucht in Reifen oder Felgen
Mögliche Lösungen
Allgemeines: Der Shimmy-Effekt ist unter Fachleuten bestens bekannt- hat aber leider verschiedene Ursachen. Zunächst einmal ist dieser Effekt in der Regel völlig ungefährlich. Hauptgrund dafür ist der Kompromiss, den die Ingenieure zwischen stabilem Geradeauslauf und Handlichkeit schließen müssen. D.h. ein möglichst steiler Lenkkopf führt zu Tophandlichkeit- aber instabilem Geradeauslauf. Bei älteren Maschinen kam ein häufig nicht vollkommen verwindungssteifer Rahmen dazu und verstärkte die Probleme.
Die Hersteller versuchen mit Rahmenkonstruktion, Lenkungsdämpfern, Angaben zu Reifenbindung etc.
Was weiterhin auch stimmt, ist daß bestimmte Reifen Einfluß auf das Shimmy haben, sowohl positiv als auch negativ. Also, da man das Phänomen nun mal nicht ganz eliminieren, es durch die richtige Reifenwahl nur begrenzt minimieren kann würde ich einfach nicht freihändig fahren. Ist sowieso nicht zulässig.
Es läuft darauf hinaus: Frag jemanden, der sich auskennt! Er wird bei einer Probefahrt die Gegenmaßnahmen auf einige wenige Möglichkeiten eingrenzen können.
Ich würd also ggfs. Eine weitere Möglichkeit, die mir auf Anhieb einfallen würde, ist der Lenkungsdämpfer: wurde er beim Zusammenbau Deines moppeds nicht richtig eingebaut und ist damit funktionsuntüchtig ?? So oder so, wenn Du keine guten Schrauberkenntnisse hast (hab ich z.B.
- Reifendruck prüfen und korrigieren: In der Regel sollte er zwischen 2,25 und 2,5 bar (vorne) und zwischen 2,5 und 2,9 bar (hinten) liegen. Häufig ist der maximale Reifendruck auf der Reifenflanke eingeprägt.
- Reifen auf Unwucht prüfen und auswuchten lassen
- Lenkkopflager prüfen und ggf. einstellen oder austauschen
- Fahrwerkseinstellung überprüfen und anpassen: Besonders die Federvorspannung und Dämpfung sollten auf das Fahrergewicht und die Beladung abgestimmt sein.
- Lenkungsdämpfer montieren oder überprüfen: Ein Lenkungsdämpfer kann helfen, Lenkerflattern und Pendeln zu reduzieren.
- Regelmäßige Wartung: Sie beugt vielen Ursachen für unruhiges Fahrverhalten vor.
Weitere Tipps und Hinweise
Bei der letzten Autobahnhatz war's allerdings so schlimm, dass ich mich nicht über 200 getraut hab. Das Problem hab ich aber immer, wenn ich mit Seitenkoffern fahre. Der Grund: ich müsste hinten die Federvorspannung erhöhen. Wenn ich hinten mehr Gewicht habe, wird das Bike vorne leichter, insbesondere durch den Auftrieb des Tempo's.
Nicht böse gemeint: Wenn ich meinen Lenker zu fest halte, dann flattert sie auch bei höheren Geschwindigkeiten.
Würde ja gerne eine Wette mit Dir abschließen... Hatte 20 TKM Michelin gefahren. Mit dem Umstieg auf den Trail Attack (bislang 16 TKM) ging es bei mir dann auch mit dem Lenkerschlabbern los. Ist bei mir auch immer von der Außen-, bzw. der Reifentemperatur (anderer Luftdruck) und des Beladungszustandes der Maschine abhängig. Extrem ist es bei mir, wenn ich nach ca. 2 Stunden Fahrt bei 90 Km/h die Hände kurz vom Lenker nehme. Dann beginnt er so stark zu schlagen, dass Du glaubst, gleich ins schlingern zu kommen und abzusteigen.
Seit ich von Goretexkombi auf Atlantis4 gewechselt habe ist mein Lenkerflattern weg...
Kann ich so auch bestätigen. Seitdem ich eine andere Enduojacke fahre läuft meine Adventure ach beu hohen Geschwindigkeiten pfeilgerade.
Fahrwerksphänomene unter der Lupe
Auch wenn die Zeiten wild schlingernder Motorräder vorbei sind, kämpfen manche moderne Maschinen mit Fahrwerksschwächen, die schwer zu erklären und noch schwerer zu lösen sind. MOTORRAD ging den geheimnisvollen Phänomenen auf den Grund.
Wenn man heutzutage auf einem Supersportler mit 270 km/h in leichter Schräglage über die Autobahn pfeilt, scheint es kaum noch vorstellbar, dass Motorräder in den 70er und 80er Jahren schon bei vergleichsweise moderaten 180 km/h vielfach furchterregend ins Schlingern gerieten. Labile Rahmen, labbrige Federelemente und schlechte Reifen versetzten damals selbst routinierte Testredakteure in Angst und Schrecken, vereinzelt kam es sogar zum Sturz. Mittlerweile gehört es zur Ausnahme, dass die MOTORRAD-Testfahrer auf welligen Autobahnabschnitten von Pendelsymptomen überrascht werden. Auch preisgünstige Maschinen brettern wir an der Schnur gezogen über die Bahn. Stabile Fahrwerke, funktionelle Federelemente und nicht zuletzt sehr gut dämpfende Radialreifen machten dem Spuk der 80er Jahre ein Ende. Damit haben sich jedoch keineswegs alle Probleme erledigt. Im Gegenteil, die steifen Fahrwerke beschwören sogar neue herauf, etwa das berüchtigte Lenkerschlagen (Kickback). Auf den folgenden Seiten finden sich eine Analyse der häufigsten Fahrwerksprobleme und Tipps zu Gegenmaßnahmen.
Bremsflattern
Zunächst erstaunt, dass ausgerechnet Hightech-Sportler dieses zwar selten auftretende, dann aber lästige Gabelflattern zeigen. Der Grund liegt nicht in unzureichend gedämpften Federelementen, sondern in zu großen Elastizitäten im Rahmen oder in den Gabelholmen. So musste Kawasaki bereits im Jahr 2000 bei der ZX-9R durch die Nachrüstung mit anderen, weniger bissigen Bremsbelägen dieses Verhalten abschwächen, weil der Rahmen nicht ausreichend steif dimensioniert beziehungsweise unzureichend mit dem Motor verschraubt war. Aber auch den aktuellen Supersport-Modellen ist Gabelflattern trotz steifer Rahmenbauweise keineswegs fremd. Honda tauschte beispielsweise 2004 bei einigen Fireblade-Besitzern nach deren Beschwerden die Bremsbeläge, um die Anregung von Resonanzschwingungen bei hartem Anlegen der Bremsbeläge zu entschärfen.
Ebenso trat bei MOTORRAD-Tests mit Kawasaki ZX-10R und Yamaha YZF-R1, Baujahr 2007, Gabelflattern in Einzelfällen auf. Beim blitzartigen Zupacken der bissigen Zangen, etwa bei einer Schreckbremsung, geriet die Gabel in Resonanzschwingungen, die sich bis zum Stillstand nicht mehr beruhigten. Wird der Bremsvorgang mit einem langsameren, normalen Druckaufbau eingeleitet, sodass die Gabel genügend weit eintauchen kann, kommt es dagegen zu keinerlei Vibrationen. Und zwar deswegen, weil die große Überlappung von Gleit- und Standrohr die Gabel beim Einfedern steifer macht.
MOTORRAD vermutet daher als Ursache eine zu starke Durchbiegung der zuletzt immer leichter und dünnwandiger konstruierten Gabelrohre bei abrupten Bremsmanövern, wodurch sich eine Resonanzschwingung mit ziemlich exakt 24 Ausschlägen pro Sekunde ergibt.
Bremsstempeln
Beim Bremsen tritt manchmal auch am Hinterrad eine unangenehme Erscheinung auf, die die ganze Fuhre durchschüttelt. Wird die Hinterradbremse stark betätigt und gleichzeitig herunter-geschaltet, überträgt sich das unregelmäßige Schleppmoment des Motors durch die Verdichtungstakte über den Antriebstrang auf die Federung und löst eine Schwingung aus, die vom hydraulischen Stoßdämpfer nicht mehr eingebremst werden kann. In Verbindung mit dem Drehmoment der Bremskraft gerät dann bisweilen das Hinterrad in eine Schwingungsfrequenz, das sogenannte Bremsstempeln (siehe Diagramm unten). Abgesehen von der unkomfortablen Schüttelei kann das Hinterrad in diesem Zustand natürlich nur noch wenig Bremskraft übertragen.
Chattering
Ein Ärgernis, das speziell im Rennsport auftritt und den Fahrwerksspezialisten graue Haare wachsen lässt. Beim Chattering neigt vor allem das Vorderrad dazu, beim Einlenken in Kurven oder in Schräglage zu springen. Im Gegensatz zum Bremsflattern bewegen sich die Frequenzen nicht horizontal, sondern in Federrichtung, also in Längsachse der Gabel. Ursache für Chattering ist in erster Linie der Reifen, der im Rennsport meist einen sehr steifen Karkassaufbau benötigt, um Lenk- und Bremskräfte präzise zu übertragen. Wenn das Motorrad in maximaler Schräglage fährt und durch leichtes Öffnen des Gasgriffs wieder unter Zug steht, verschwinden die Vibrationen oft.
Als Auslöser für Vorderrad-Chattering kommen durchaus auch Probleme der Hinterradfederung in Betracht. Ein schlecht gewuchteter Hinterreifen oder ein Motor mit zu wenig Schwungmasse und hohen Schleppmomentspitzen (siehe auch Brems-stempeln) übertragen die Vibrationen über das Chassis nach vorn.
Lenkerpendeln/Shimmy
Betreffen die bisher aufgeführten Phänomene meist neue, technisch ausgereifte Maschinen, haben speziell ältere und billigere Motorräder mit Lenkerflattern, sogenanntem Shimmy, zu kämpfen. Bei diesem Effekt, benannt nach einem rhythmischen, körperbetonten Tanz, tritt eine Drehschwingung um die Lenkachse auf. Ausgelöst werden diese Schwingungen vom Reifen, der durch Unwucht oder unrunden Lauf das Lenksystem anregt. Selbst kleine, im Reifen verborgene Unregelmäßigkeiten, zum Beispiel die überlappende Schnittstelle der Karkasslagen, sind in der Lage, das Lenksystem in Schwingung zu versetzen.
Meist spürt der Fahrer das Phänomen zwischen 60 und 100 km/h durch leichte Vibrationen im Lenker. Warum gerade in diesem Geschwindigkeitsbereich? Weil sich dort die Raddrehzahl mit der Eigen-frequenz des Lenksystems, das sich aus allen um die Lenkachse drehenden Massen ergibt, überlagert. Verstärkt tritt Lenkerflattern beim Ausrollen oder bei konstanter Fahrt auf, während in der Beschleunigungsphase durch das entlastete Vorderrad nichts zu spüren ist. Wirklich gefährlich ist Shimmy aber nicht, solange man den Lenker fest im Griff hat. Wenn man jedoch unvorsichtigerweise zum falschen Zeitpunkt die Hände vom Lenker nimmt, kann sich die Lenkung von Anschlag bis Anschlag aufschaukeln. Die Shimmy-Neigung verstärkt sich, je weiter das Reifenprofil abgefahren ist. Die dicke Gummilage und tiefen Profilrillen neuer Reifen dämpfen die Schwingungen.
Lenkerschlagen/Kickback
Dieses Problem sorgte vor allem seit der Generation der extrem leichten Supersportmaschinen Anfang der 90er Jahre für Schlagzeilen, war aber bereits in den Achtzigern nicht unbekannt. Etwa bei BMW K 75-Modellen, die beim Beschleunigen auf holprigem Asphalt wild mit dem Lenker auskeilten. Die Ursache ist dieselbe: Das Lenksystem wird durch eine außermittig einwirkende Kraft schlagartig in eine Drehbewegung versetzt. Die Rückstellkraft des Nachlaufs am Vorderrad versucht, die Lenkung wieder in Geradeausstellung zu bringen. Bei diesem Kampf der Kräfte und Momente kann es zu einem heftigen Schlagen kommen, das entweder nur kurz auftritt oder auch mehrere Sekunden dauern kann. Im Extremfall schlägt es dem Fahrer den Lenker aus der Hand.
Hauptursache für Lenkerschlagen ist die seitliche Krafteinwirkung aufs Vorderrad. Wird diese nicht durch die weiche Karkasse des Reifens abgefedert, überträgt sie sich in die Gabel. Die sind heute aufgrund von Standrohren mit großen Durchmessern und massiven Brücken so steif, dass sie kaum noch Torsionsbewegungen zulassen. Mit dem Resultat, dass nichts mehr hilft außer einem hydraulischen Lenkungsdämpfer.
Tipp: Mit einem schnellen Tritt auf die Hinterradbremse lässt sich gefährliches Lenkerschlagen durch den hohen Anpressdruck des Vorderrads schnell beruhigen.
Pendeln
Diese klassische Fahrwerksschwäche ist heutzutage weitgehend verschwunden. Leichte Gelände-Enduros und Supermoto-Flitzer nerven ihre Reiter bei hohem Tempo manchmal mit mehr oder weniger starkem Pendeln. Auch beladene Maschinen, womöglich mit Topcase, zeigen diese Unart. Dabei spürt der Fahrer eine permanente Drehschwingung, die daraus resultiert, dass sich die Maschine über die Hochachse eine gedachte vertikal durch den Maschinenmittelpunkt verlaufende Linie verdreht. Diverse Ursachen können dieses Pendeln auslösen. Dazu gehören schwach dimensionierte Rahmen, zu viel Spiel in den Schwingenlagern oder torsionsempfindliche Telegabeln. Auch sehr unflexible, steife Diagonalreifen können bewirken, dass die Maschine bei hohem Tempo ins Schlingern gerät. Routinierte Piloten verlagern dann die Sitzposition nach vorn oder hinten und stabilisieren das Ganze mit einem festen Knieschluss am Tank.
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