Gehören Sie auch zu den Spielern, die sich gelegentlich auf ein virtuelles Motorrad schwingen, aber dort absolut kein Land sehen und die Ideallinie im Zickzack kreuzen, um irgendwann vom Bike zu kippen? Gut, wenn man das mit einer Rückspulfunktion ungeschehen machen kann! Doch auf Dauer frustriert dieses Stop-and-Go natürlich trotzdem.
Um Rennautos im virtuellen Grenzbereich mit dem meisten Fahrspaß sowie möglichst präzise und realitätsnah bewegen zu können, muss man früher oder später zu einem passenden Lenkrad greifen. Ein solches Racing-Wheel erlaubt es, Lenkbewegungen weitaus genauer zu steuern als mit dem Gamepad - und teilweise können sogar Bremsen und sogar die Schaltung simuliert werden.
Die Qual der Wahl: Welches Lenkrad ist das Richtige?
Die Qualitätsunterschiede bei PC-Lenkrädern sind gewaltig, die Testergebnisse reichen von begeisterten 1,0 bis zu vernichtenden 4,0, und das beschränkt sich keineswegs auf den klassischen Unterschied "billige Hardware vs. Top-Gerät". Auch innerhalb der gleichen Preisklasse gibt es größere Unterschiede zu beobachten.
Weniger als rund 200 Euro brauchen Sie in aller Regel gar nicht erst anzuvisieren, um ordentliche Qualität zu erhalten. Ab dieser Preisklasse kommt es dann aber wirklich darauf an, was man wünscht. Geht es einfach nur um präzise Lenkbewegungen und ein Force-Feedback etwa beim Überqueren von Schotterpisten, ist schon in dieser Klasse gute Hardware zu finden, sowie aber separate Pedale fürs Bremsen und Kuppeln dazukommen, wird es teurer. Damit steigt aber auch die Anspruchshaltung der Nutzer wie auch der Tester: Dann wird eher mal kritisch auf den Auslöseweg von Pedalen und deren Justierbarkeit geblickt.
Worauf achten Tester bei teuren Produkten?
Die Magazine gehen recht kritisch an die Bewertungen, selbst bei so populären Herstellern wie Logitech, die sich inzwischen auf die Preisklasse jenseits von 200 Euro spezialisieren. So wird hier von den Lenkrädern nicht nur wirklich realistisches Fahrgefühl gefordert, sondern auch eine entsprechende Haltbarkeit. Was nützen die besten Effekte, wenn die Pedale nach kurzer Zeit immer weicher wirken und der Ansprechpunkt seine Knackigkeit verliert?
Besonders kritisch wird auf die Force-Feedback-Funktion geblickt. Viele Produkte, selbst in den höheren Preisklassen, sind in dieser Hinsicht viel zu lasch aufgestellt. Und selbst wenn das Feedback kräftig ausfällt, monieren Tester nicht selten eine sehr monotone und daher wenig hilfreiche Rüttelei. Gute Systeme können nicht nur verschiedene "Rüttel-Rhythmen" nutzen, sondern auch in der Intensität variieren. Das kostet aber viel Strom und erzeugt viel Abwärme, so dass entsprechende Systeme zum einen meist per extra Trafo angebunden werden müssen und zum anderen eine Lüftung benötigen. Diese ist nicht selten ein Kritikpunkt, weil sie unangenehm laut werden kann.
Lizenzprodukte von Autoherstellern: Mehr Schein als Sein?
Vor allem Ferrari ist sehr aktiv dabei, sein Logo auf Partnerprodukten zu vermarkten, die dann nicht selten für 350 Euro oder mehr an den Kunden gebracht werden sollen. Der Vorteil: Die Lendkräder und Pedale sind eben ihren historischen Vorbildern nachempfunden und bieten damit den optischen Kick zusätzlich zum Gameplay-Nutzen. Letzterer unterscheidet sich im Test aber nicht von demjenigen der lizenzfreien Produkte. Tatsächlich gibt es hier ebenso hochwertige und begeisternde Racing Wheels wie solche, die empfindliche Kritik einstecken müssen. Selbst bei der Verarbeitung muss so manches Lizenzprodukt harsche Kritik einstecken - was man bei einem solchen Produkt nun wahrlich nicht erwarten würde.
Kompatibilität: PC, PlayStation oder Xbox?
Auch wenn die Geräte vielfach per USB oder Bluetooth angeschlossen werden, ist die Kompatibilität sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Hersteller von Gaming-Zubehör haben meist spezielle Versionen für die verschiedenen Konsolen oder den PC im Portfolio. Die größte Auswahl gibt es momentan für den PC sowie mit etwas Abstand für die PlayStation 4. Die XBox liegt noch einmal ein Stück zurück, schließt aber langsam auf - und für die Nintendo-Konsolen gibt es in der Regel nur ein einziges Nintendo-eigenes Zubehör, das auf reines Fun-Daddeln ausgerichtet ist.
Drei PC-Lenkräder im Vergleich: Logitech, Thrustmaster und Fanatec
AUTO BILD MOTORSPORT hat die Geräte der besten Gaming-Lenkradmarken getestet. Wer macht das Rennen - Thrustmaster, Logitech oder Fanatec?
Qualität
- Logitech G29: Hoher Plastikanteil, aber auch ein Lederkranz ums Lenkrad.
- Fanatec Porsche: Lederummantelung, besteht im Wesentlichen aus Metall und Carbon.
- Thrustmaster T-GT: Mix aus beidem; viele Teile wurden aus Metall gefertigt, aber auch der Plastikanteil ist hoch.
Fahrgefühl
- Fanatec Porsche: Das beste Fahrzeug-Feedback, am Lenkrad muss kräftig gearbeitet werden.
- Thrustmaster T-GT: Curbs und Bodenwellen sind deutlich und präzise zu spüren.
- Logitech G29: Simuliert die Fahrten über Unebenheiten nur sehr schwammig.
Komfort
Alle Lenkräder liegen durch die bequeme Lederummantelung auch nach mehreren Spielstunden noch angenehm in der Hand. Einen kleinen Vorteil hat das Logitech-Lenkrad: Die Tasten am G29 lassen sich während des Fahrens am besten erreichen.
Pedalerie
- Fanatec Clubsport-Pedale: Das Maß der Dinge in Sachen Qualität und Einstellmöglichkeiten.
- Thrustmaster: Die Pedalerie überzeugt, denn auch hier lassen sich die Druckpunkte einstellen.
- Logitech: Die Pedalwege sind zu kurz, und der Widerstand ist zu lasch.
Zubehör
- Fanatec: Verschiedene Lenkradaufsätze (im Formel 1- oder BMW-Stil), eine H-Schaltung sowie eine Handbremse nachrüsten.
- Thrustmaster: Ein ähnliches, aber preislich günstigeres Angebot.
- Logitech: Lediglich eine separate H-Schaltung.
Fazit
- Thrustmaster T-GT: Sieger in der Preis-Leistungs-Klasse.
- Fanatec Porsche: Das Nonplusultra-Gerät (1299 Euro). In Sachen Fahrgefühl und Verarbeitung ist es einsame Spitze.
- Logitech: Spielt in einer anderen Liga; für nur 249 Euro bieten sie ein solides Lenkrad.
Checkliste für den Kauf eines Gaming-Lenkrads
Käufer sollten sich vor allem darüber klar werden, welche Ansprüche sie an das Produkt stellen. Wer viel Wert auf ein möglichst realistisches Feedback legt, muss das Budget höher anlegen. Günstige Modelle verfügen meist nur über ein Vibrations-Feedback.
Ähnliches gilt für die Verarbeitungsqualität: Preiswerte Modelle sind oft aus Plastik, während höherpreisige Produkte aus Metall oder Carbon gefertigt und mit Leder bezogen sind. Wer Bodenwellen und Widerstand deutlich spüren will und zudem Wert auf gute Verarbeitungsqualität legt, muss mindestens 700 Euro auf den Tisch legen.
Auch der Lenkeinschlag ist ein wichtiges Kriterium in Sachen Realitätsnähe: Einsteiger-Modelle haben in der Regel einen Lenkeinschlag von 180 Grad, während hochwertige Modelle mit 1080 Grad (drei Umdrehungen) gleiche Voraussetzungen wie ein "echtes" Lenkrad bieten.
Weiterhin stellt sich die Frage nach der Kompatibilität: soll das Lenkrad am PC oder einer bestimmten Konsole genutzt werden? Außerdem gilt die Befestigung zu klären: bei manchen Modellen muss Zubehör z.B. für eine Befestigung am Schreibtisch dazu gekauft werden.
Einige Lenkräder lassen sich außerdem z.B. mit einem Schalthebel ("Shifter") erweitern. Auch Wheel Stand und Pedalerie können das Fahrerlebnis noch verbessern.
Empfehlenswerte Lenkräder für PC und Konsole
Hier eine Übersicht einiger empfehlenswerter Lenkräder für PC und Konsole, basierend auf den bereitgestellten Informationen:
Fanatec
- Gran Turismo DD Pro: Offizielles Direct Drive-Lenkrad für Gran Turismo®, kombiniert die Leistung der PlayStation 5-Konsole mit der FANATEC® Direct Drive-Technologie.
- Podium Racing Wheel F1®: Das realistischste Force-Feedback-System für PlayStation, die Podium FANATEC® Direct Drive-Technologie.
- ClubSport Universal Hub für Xbox One: Kompatibel mit Sony PlayStation 3 und 4 sowie PC. Ermöglicht die freie Auswahl an Lenkradkränzen.
Thrustmaster
- T-GT II: Offiziell für PlayStation 5 und Gran Turismo lizenziert.
- T300RS GT Edition: Bietet dank eines schnellen, leistungsstarken und extrem reibungsarmen Thrustmaster-Doppelriemensystems eine präzise Fahrtechnik.
- T248: Offiziell für PlayStation 5 und PlayStation 4 lizenziert und mit PC kompatibel.
Logitech
- G923: Die TRUEFORCE-Technologie der nächsten Generation stellt für ein extrem detailreiches Feedback eine Verbindung zur Game-Engine her.
- G29: Die Driving Force-Technologie simuliert das Fahrgefühl eines realen Autos mit einer Präzisionssteuerung und druckempfindlichen Pedalen.
Ride 5: Fahrhilfen für Einsteiger
Ride 5 kann das virtuelle Motorradfahren deutlich entschärfen, wenn nicht sogar komplett aus dem Weg räumen. Wie? Durch neue Fahrhilfen. Mit allen Hilfen braucht man tatsächlich gar nichts mehr tun. Das habe ich so natürlich nur ausprobiert und ansonsten sowohl das Lenken als auch das Bremsen sowie das Gasgeben selbst übernommen - mit einer ebenso kleinen wie entscheidenden Ausnahme.
Es gibt nämlich bei allen drei Aspekten eine weitere optionale Hilfe. Und die greift nur sehr behutsam ein, um wie in einem Arcade-Racer mit hochwertiger Physik das Fahren zu erleichtern, ohne es einem aber abzunehmen.
Die Hilfen sorgen lediglich dafür, dass man auch als Unerfahrener im Sattel bleibt, anstatt ständig das Rodeo mit dem Bike zu verlieren. Dabei enden die Hilfen gar nicht bei der Unterstützung des Fahrens. Immerhin kann man selbst auf Rasen und Kies relativ normal weiterfahren, wenn das so eingeschaltet ist.
Abgesehen davon hat man die Wahl, ob sämtliche Zusammenstöße vom Spiel registriert werden, ob sie wie mit eingeschaltetem NOCLIP-Cheat einfach ignoriert werden oder ob nur solche ohne Folgen bleiben, die sonst zu einem Sturz geführt hätten. Und wenn dann doch mal was schiefgeht, gibt es ja nach wie vor das jederzeit verfügbare Zurückspulen.
Mir scheinen die hier vorgestellten Lösungen in ihrer Gesamtheit aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung zu sein. Trotz erster Erfahrungen mit verschiedenen Zweirad-Simulationen zähle ich mich ja selbst noch zu den blutigen Anfängern - merke aber, wie ich in Ride 5 mit jeder Runde ein Stück Selbstvertrauen dazugewinne. Eine der Hilfen habe ich deshalb sogar schon deaktiviert und meine Motivation, mich frustfrei auch zum Abschalten der anderen hinzuarbeiten, ist groß.
Zusammenfassung
Die Wahl des richtigen PC-Lenkrads hängt stark von den persönlichen Ansprüchen und dem Budget ab. Es gibt eine Vielzahl von Modellen auf dem Markt, von Einsteigergeräten bis hin zu High-End-Produkten. Wichtig ist, auf die Qualität, das Force Feedback, die Kompatibilität und das Zubehör zu achten. Mit dem richtigen Lenkrad wird das Rennspielerlebnis deutlich intensiver und realistischer.
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