Motorrad Merkel GmbH: Eine Reise durch die Geschichte

Die Geschichte der Motorrad Merkel GmbH ist eng mit der Entwicklung des Motorradbaus in Deutschland und insbesondere in Zschopau verbunden. Im Folgenden werden die wesentlichen Aspekte und Epochen dieser traditionsreichen Firma beleuchtet.

Die Wurzeln in Zschopau und die Verbindung zu DKW und Audi

Die Wurzeln von Audi liegen im Erzgebirge. Die Firmengeschichte ist eng mit den Marken DKW, Wanderer, Horch und Audi verbunden. Es gilt darzustellen, dass die Wiege von Audi nicht in Ingolstadt liegt, sondern im Erzgebirge.

Bei Erwähnung des Audi-Werks in Zwickau darf ein Hinweis auf den VEB Sachsenring und ein Foto vom Trabbi nicht fehlen.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurde die in der Sowjetischen Besatzungszone gelegene Auto Union AG enteignet. Führende Mitarbeiter des Unternehmens gingen daraufhin nach Bayern, wo 1949 in Ingolstadt mit der Auto Union GmbH eine neue Gesellschaft gegründet wurde, die die Kraftfahrzeugtradition der Vier Ringe fortführte.

Zunächst waren es die bewährten DKW Produkte mit Zweitaktmotoren - Motorräder, Personenwagen und Kleintransporter - die im Zeichen der Vier Ringe wieder gebaut wurden. 1965 erschien ein neues Modell der Auto Union auf dem Markt, erstmals nach dem Krieg mit einem Viertaktmotor. Eine neue Ära begann und diese verlangte nach einer neuen Produktbezeichnung: der traditionsreiche Name Audi erlebte seine Wiederauferstehung. Wenig später verließen die letzten Zweitakt-DKWs die Produktionsbänder in Ingolstadt. Fortan wurden dort unter der Markenbezeichnung 'Audi' die neuen Modelle mit Viertaktmotor gebaut.

MZ in der DDR: Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

Das Motorradwerk Zschopau (MZ) war ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der DDR. Die allgemeine Sicht der Gesellschaft auf MZ, wirtschaftliche Aspekte, Arbeitsbedingungen und das politische Interesse an MZ prägten das Unternehmen. Dabei geht es um die Wiedergabe der damaligen Verhältnisse.

Die Typengeschichte interessiert weniger, ist halt mehr Richtung Geschichte bzw Politik/Wirtschaft.

Im VEB MZ Werk arbeiten im Wendejahr ca. 3200 Beschäftigte, welche nach dem Mauerfall wie viele anderen VEB-Beschäftigte um Ihren Arbeitsplatz bangen.

MZ hat von 1950 - 1990 insgesamt 2.545.112 Motorräder produziert, aber mit der Wende wurde die Luft eng.

Das Wendejahr und seine Folgen

Dank vieler mutiger Menschen wurde die Mauer der DDR zu Fall gebracht und ein neuer Abschnitt in der Geschichte wurde eröffnet.

Der MZ-Club organisierte zu Zeiten geschlossener Grenzen eine internationale Sternfahrt zu den Six-Days in Waldürn.

Es wurden die Kontakte zu den MZ-Club’s Holland und der CSSR gepflegt. Auch zum englischen und schweizer Club gab es regen Kontakt und gegenseitige Besuche auf den Treffen.

Weiter gab es eine Aktion „Helme für die DDR“. Für das Jahr 1990 war für West-Europa eine gesetzliche Änderung angekündigt, wonach Motorradhelme zwingend ein ECE-Kennzeichen brauchten. Also sammelte der Club diese Helme ein und spendete sie an die DDR und CSSR, denn dort galt die neue Regelung nicht. Natürlich wurden auch die DDR-MZ-Fahrer nun endlich Persönlich begrüßt.

Erst im nächsten Jahr wird sich zeigen, dass die Einheit, die Einführung der DM, MZ ziemlich zu schaffen macht. Fast der gesamte Ostblockmarkt bricht weg. Die Treuhandgesellschaft wird 1990 aus der VEB Motorradwerk Zschopau die MZ GmbH machen und aufgrund des Produktionsrückgangs die Belegschaft auf 1950 Beschäftigte reduziert.

Die Zeit nach der Wende: MZ GmbH und MuZ

1994 wurde der Verein als gemeinnützig anerkannt und hat neben vielen nationalen und Internationalen Treffen auch eng mit dem Werk, welches inzwischen nach Hondorf umgezogen und den Namen MuZ trug, zusammengearbeitet. Pünktlich zum Jubiläum gab es vom Werk einige Ersatzteile spendiert und es gab ein gemeinsames, europäisches MZ Treffen in Pfaffenroda.

Im Laufe des Jahres wurden dann die ETZ-Patente und -fertigungsanlagen an Kuralkan verkauft.

Im Oktober wird bei MuZ die neue RT 125 mit Viertaktmotor vorgestellt. MuZ wird in MZ „rückbenannt“.

Neuanfang und das endgültige Aus

Anfang 2009 war geprägt von dem Ausruf „MZ lebt!“ Zwei MZ-Freunde und ehemalige MZ Rennfahrer Martin Wimmer und Ralf Waldmann wagen das Risiko und erwecken mit etwas politischer Unterstützung, genauer gesagt 3. Millionen Anschubfinanzierung, das Werk und die dazugehören Arbeitsplätze. Die Produktion von Rollern und Motorrädern sollte weiter gehen.

Waldmann und Wimmer mussten im Jahr 2013 endgültig aufgeben.

Der MZ-Club Deutschland

1984 wurde der Verein ins westdeutsche Vereinsregister eingetragen. Es hält sich tapfer das Gerücht, dass dieser Verein an einem Kneipenstammtisch ins Leben gerufen wurde.

Wie auch immer, der Club war gegründet und erfolgreich. Denn schon in einem der ersten Rundschreiben an die Mitglieder aus dem Jahr 1984 setzt sich der Verein für eine deutsch-deutsche und internationale Verbindung ein. Es ist ein Aufruf zu einem ersten Internationalen Sommertreffen in der ehemaligen CSSR.

Diese Familie bestand im Jahr 1984 (erste noch vorhandene Mitgliederliste) aus 115 Mitgliedern. Auch damals wurde bereits ein Clubbeitrag von stolzen 24 DM pro Jahr fällig. Um Mitglied zu werden reichte es damals wie heute aus, ein Freund des MZ Motorrades zu sein.

2004 konnte das MZ-Werk einen Großauftrag der französischen Armee erfolgreich bei einer Ausschreibung gewinnen und 502 Enduro-Maschienen im Wert von je 3.690 Euro ausliefern.

Anmerkung zum Artikel: Dieser Artikel umfasst ausschließlich das Gründungsjahr 1984 bzw. die Jubiläumsjahre 1989, 1994, 1999, 2004, 2009 und 2014 auf Grundlage des vorhandenen Archivs. Sofern Euch Informationen vorliegen oder bekannt sind, welche von dieser Darstellung abweichen würde sich der Vorstand um eine entsprechende Rückmeldung freuen.

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