Um das Motorrad zur Rennstrecke oder zum Urlaubsort zu transportieren, werden in der Praxis wohl am häufigsten Anhänger verwendet. Sie sind verhältnismäßig günstig, beeinträchtigen die Zuladung des Zugfahrzeugs kaum und lassen sich mit jedem Campingbus ziehen.
Allerdings gibt es auch Abstriche beim Reisetempo. Mehr als 100 km/h sind nicht erlaubt, auf Landstraßen ist Tempo 80 die Grenze. Das Rangieren ist für Ungeübte außerdem eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.
Verschiedene Arten von Motorradanhängern
Besonders für Biker bietet der Markt eine breite Auswahl an Spezialanhängern. Sie sind üblicherweise mit Schienen ausgestattet, die die Position des Bikes vorgeben. Eine Auffahrrampe sollte ebenfalls zur Ausstattung jedes Motorradanhängers gehören, wenn er nicht über eine Absenk- oder Kippfunktion verfügt, mit der die Ladefläche bis auf den Boden heruntergelassen werden kann.
Mit Plane oder Kastenaufbau wird der Anhänger im Urlaub zur vollwertigen Garage für mehrere Motorräder - und das Zugfahrzeug kann man unabhängig davon nutzen.
Offene Anhänger
Ein offener Anhänger ist günstiger im Anschaffungspreis und angenehmer zu ziehen, da er weniger Luftwiderstand bietet und leichter ist. Allerdings bietet er keinen Witterungsschutz für das Motorrad und ist weniger vielseitig für andere Transportaufgaben geeignet.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sie deutlich einfacher zu beladen sind, weil man von außen überall problemlos dran kommt.
Zudem sind die Dinger mit einem Bremsscheibenschloss gut gesichert.
Kofferanhänger
Ein Kofferanhänger bietet guten Schutz gegen Witterungseinflüsse und ist abschließbar. Allerdings ist er teurer in der Anschaffung und führt zu einem höheren Spritverbrauch.
Geschlossene Anhänger haben den Vorteil, dass Motorrad, Klamotten oder Koffer beim Transport vor Regen geschützt sind und man die transportierte Ware nicht direkt sehen kann.
Ein Kofferanhänger ist flexibel für Nutzungen aller Art, zum Beispiel auch zum Möbeltransport.
Anhänger mit Plane
Ein Anhänger mit Plane kombiniert die Eigenschaften eines offenen und eines geschlossenen Anhängers. Er bietet einen gewissen Witterungsschutz, ist aber möglicherweise nicht so sicher wie ein Kofferanhänger.
Absenkanhänger
Das Motorrad über eine Rampe auf den Hänger zu manövrieren kann tricky sein. Bei Absenkanhängern nicht: Die Ladefläche wird auf den Boden abgelassen, das Bike barrierefrei aufgeschoben.
Faltanhänger
Spezielle Anhänger wie der Cochet Uno von Eiler sind nicht nur absenkbar, sondern zusätzlich auch faltbar. Zusammengeklappt nimmt das Eiler-Modell (2549 Euro) nur 1,2 Quadratmeter (1,85 mal 0,64 Meter) ein. Das Problem eines Anhängerstellplatzes ist damit in den meisten Fällen gelöst.
Quertransporter
Mit dem Anhänger rangieren ist für Unerfahrene eine Herausforderung. Ein Modell, auf das ein Zweirad quer aufgeladen wird - wie auf einen Heckträger -, macht’s leichter, denn es ist besonders kurz. Beim Sawiko Wheely (mit Rüstsatz ab 2254 Euro) steht das Bike direkt auf der Achse.
Kosten und Überlegungen beim Kauf
Bei der Anschaffung eines Anhängers für den Motorradtransport müssen folgende Kosten einkalkuliert werden: Preis des Anhängers selbst (750 Kilogramm für zwei Bikes ab ca. 750 Euro), Zulassung (26 Euro) und Versicherung (rund 55 Euro im Jahr). Unterm Strich stehen dann schon knapp 900 Euro für ein Standardmodell. Dazu kommen regelmäßig Kosten für den TÜV und gegebenenfalls nötige Reparaturen.
Ein vergleichbarer Leihanhänger kann pro Woche für durchschnittlich 120 Euro angemietet werden. Bis allein die Anschaffungskosten erreicht sind, wären also schon sieben Wochen Miete drin.
Mieten oder Kaufen?
Ich würde mir als erstes die Frage stellen, ob Du wirklich einen eigenen Anhänger haben willst. Sowohl Motorradanhänger, als auch normale Anhänger kann man mieten. Natürlich kannst du die Miete sehr schnell gegen den Kaufpreis aufrechnen, aber es kommen dann noch Versicherungen/TÜV/Wartung (in Summe nicht viel) hinzu und viel wichtiger: Du hast das Ding vermutlich 360 Tage im Jahr irgendwo im Weg stehen. Wenn Du Platz genug hast, kein Problem. Demgegenüber stehen die geringere Spontanität und zusätzliche Wege zum Vermieter. Außerdem bist du mit der Miet-Lösung am flexibelsten. Willst du Moppeds transportieren, nimmste nen Moppedanhänger, willste was anderes transportieren, nimmste halt nen anderen passenden Anhänger.
Zulässiges Gewicht und Führerschein
Welcher Anhänger überhaupt gezogen werden darf, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst vom eigenen Führerschein. Mit der Klasse B darf die zulässige Gesamtmasse des Anhängers 750 Kilogramm hinter einem Campingbus mit 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse nicht überschreiten. Für zwei mittelgroße Motorräder reicht das aber immerhin.
Mit BE-Schein dürfen Hänger bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht angekoppelt werden - wenn Stütz- und Anhängelast des Zugfahrzeugs dies erlauben. Sie sind in den Papieren vermerkt. Wer die Werte kennt, findet schnell den Anhänger, der zu den persönlichen Ansprüchen passt. Dann heißt es: Anhängen und die Unabhängigkeit genießen.
Wenn dein Führerschein von vor Anfang 2013 ist, dann darfst Du einen Anhänger bis 750 kg Gesamtgewicht immer ziehen (vorausgesetzt, die max. Anhängelast beim Zugfahrzeug spielt mit). Außerdem darfst Du einen Anhänger ziehen, wenn das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers niedriger ist als das Leergewicht des Zugfahrzeugs und das Gesamtgewicht des Gespanns niedriger als 3,5t ist und der Anhänger nicht die maximale Anhängelast übersteigt.
Ladungssicherung
Ganz gleich, ob im Transporter, auf dem Heckträger oder per Anhänger - eine optimale Ladungssicherung ist das A und O.
Entscheiden Sie sich für einen Transporter oder Anhänger als Transportmittel, benötigen Sie entweder zwei Schienen, ein stabiles Brett oder eine Rampe, um das Motorrad sicher auf die Ladefläche zu bringen. Führen Sie diesen Schritt mit mindestens zwei Personen durch. Dabei schiebt eine Person das Motorrad vorsichtig an und die andere achtet darauf, dass das Zweirad seitlich nicht abrutscht oder umfällt.
Steht das Motorrad mittig auf der Ladefläche des Pkw-Anhängers oder Transporters, muss das Kraftrad nun ordnungsgemäß gesichert werden. Als Hilfsmittel dienen dabei Spanngurte, die an den entsprechenden Zurrpunkten oder Zurrösen am Boden der Ladefläche befestigt werden.
Zusätzlich werden ein Motorradlenkergurt, ein Motorradbremsband sowie ein Vorderradständer empfohlen, die für maximale Sicherheit sorgen.
Verteilen Sie die Spannung der Gurte gleichmäßig und stellen Sie sicher, dass das Motorrad fest steht. Sichern Sie die Spanngurte nach dem Verspannen, damit sie sich während der Fahrt nicht lösen können.
Verwenden Sie zusätzlich Abdeckungen, um Lack und empfindliche Teile vor Kratzern und eventuellen Witterungseinflüssen zu schützen.
Übrigens: Bei nicht korrekter Ladungssicherung im Anhänger können Strafen und Bußgelder fällig werden. Achten Sie darauf, dass das Motorrad sicher und stabil verzurrt ist.
Alternativen zum Anhänger
Neben dem Transport mit einem Anhänger gibt es auch andere Möglichkeiten, wie den Transport im Transporter oder auf einem Heckträger.
Heckträger
Wer mit einem Heckträger für den Motorradtransport liebäugelt, sollte sich vorab genauestens informieren. Die Heckträger sind je nach Ausführung lediglich mit maximal 300 Kilogramm belastbar, weshalb große Motorräder für die Aufhängung zu schwer sind.
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