Dreirad-Roller: Modelle, Sicherheit und Fahrspaß

Dreirad-Roller erfreuen sich wachsender Beliebtheit, besonders bei Autofahrern, die nach einer Alternative suchen, ohne auf Sicherheit verzichten zu müssen. Aber auch für Roller- und Motorradfahrer, die besonderen Wert auf Sicherheit legen, könnte das Konzept vor allem für Herbst- und Winterfahrten eine Überlegung wert sein. Dank der Dreirad-Roller ist es möglich, Schräglage ohne Motorradführerschein, ohne Erweiterung des Autoführerscheins und ohne Leistungsgrenze zu fahren. Hier ist ein Überblick über einige Modelle auf dem deutschen Markt.

Kymco CV3 550i ABS

Der KYMCO CV3 550i ABS ist der erste dreirädrige Scooter in der KYMCO Flotte. Der Newcomer der Klasse stammt aus Taiwan und hört auf den Namen Kymco CV3. Er punktet mit seinem sportlichen Design und einem Zweizylinder - eine Seltenheit in dieser Klasse. Die beiden Vorderräder werden von einer Parallelogramm-Aufhängung mit doppelten Gabeln geführt und sorgen in jeder Situation für zusätzliche Stabilität und Vertrauen. Zuverlässig geschmeidigen Vortrieb liefert der 550er Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor. Und auch bei den Extras wurde nicht gegeizt: das Cockpit ist mit NOODOE samt GPS-Navigation übers Smartphone und Tempomat ausgestattet. Außerdem bietet das Dreirad ein Windschild, Heizgriffe sowie ein Keyless-System.

Piaggio MP3

Der Klassiker aus dem Hause Piaggio ist zurzeit in drei Versionen erhältlich. Die hubraumschwächste ist der MP3 300, mit 25,8 PS Leistung. Mit 35 PS bildet der 400er die goldene Mitte der Piaggio MP3 Modelle. Bereits mit den Ausmaßen und dem Design des großen Bruders, bietet dieser Roller viel Komfort und mehr Leistungsreserven. Mehr Dreirad-Roller gibt es aus dem Hause Piaggio zurzeit nicht. Die Exclusive-Version kommt mit Rückfahrhilfe und sogar -kamera daher, was nur die Spitze des Ausstattungs-Eisbergs ist.

Peugeot Metropolis

Den Metropolis bietet Peugeot in verschiedenen Varianten an, im Herzen sind sie aber eines: Ein stylischer und kompetenter Roller in der Dreirad-Klasse. Auch diesem Fahrzeug mangelt es nicht an Ausstattung, sodass es Fahrern an nichts mangeln will.

Yamaha Tricity

Wer an Versicherungskosten sparen möchte, sollte sich den Tricity in der 125 Kubik Variante ansehen. Zwar bietet er keine unglaublichen Beschleunigungswerte, dafür ein einfaches Fahrverhalten und viel Sicherheit. Yamahas Spitzenmodell im Dreirad-Segment hört auf den Namen Tricity 300. Mit seinem Plus an Leistung bietet der mit dem B-Führerschein fahrbare Roller mehr Flexibilität, da auch Autobahnetappen problemlos möglich sind.

Yamaha Niken GT

Die Yamaha Niken GT ist ein Motorrad mit drei Rädern und kontroversem Design. Sie hat auch einen neuen Motor und weitere Verbesserungen bekommen. Die dreirädrige Kurvenkünstlerin pfeilt ultrastabil um Biegungen jedes Radius‘. Egal ob der Untergrund super grippt oder aber nass-krank, dreck-krank oder sonstwie bösartig erscheint: Situationen, in denen sich die Arme von Motorradfahrern gerne unbewusst versteifen, kümmern einen auf der Niken nicht. Sie bügelt über all das hinweg, als wäre nichts. Dass die zwei sich parallel neigenden Vorderräder weit mehr verzeihen als ein einzelnes Vorderrad, ist, fahrphysikalisch gesehen, keine Überraschung. Schon eher erstaunt, wie viel mehr zwei Räder verzeihen beziehungsweise möglich machen. In unbekanntem Terrain mächtige Schräglagen um die 40 Grad abreiten? Let’s grins. In Schräglage bremsen? Was soll’s. Ähnlich viel Fahrspaß bei unfassbar hoher Fahrsicherheit unter wechselnden, unbeständigen Fahrbahnbedingungen kann kein reguläres Motorrad bieten.

Technische Details der Yamaha Niken GT (2023)

Merkmal Wert
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h
Normverbrauch 5,8 l/100 km
Federweg vorne 110 mm
Federweg hinten 125 mm
Radstand 1500 mm
Sitzhöhe 825 mm
Gewicht fahrfertig 270 kg

Die weiteren Änderungen der 2023er-Generation betreffen nicht das Konzept, sondern alleine dessen Umsetzung. So gibt es eine Modifikation des Stahlrahmens mit dem Ziel einer leichten Massenverschiebung. Dazu wird der Motor um fünf Grad stärker nach vorne geneigt, was neue Aufhängungspunkte erforderlich machte. Auch gibt es eine neue Abstimmung der Schwinge. Das Triebwerk entspricht weitgehend dem aktuell in der Tracer 9 verwendeten Aggregat. Es bietet gegenüber der Ur-Niken bei 42 ccm mehr Hubraum deutlich mehr Kraft. Das ist angesichts des beträchtlichen Fahrzeuggewichts sehr willkommen. Dass der Ansaugtrakt leiser arbeitet und die Auspuffanlage überarbeitet worden ist, empfinden wir ebenfalls positiv. Zu notieren sind zudem ein jetzt gut funktionierender Quickshifter für kupplungsloses Schalten, ein neues, 7 Zoll großes TFT-Display samt endlich passendem Bedienkonzept, neue Lenkerarmaturen und eine deutlich voluminösere Plexiglasscheibe zugunsten eines verbesserten Windschutzes. Sehr angenehm empfinden wir die neu gestaltete Komfort-Sitzbank. Auch ein Tempomat ist serienmäßig. Er ist allerdings nicht von der adaptiven Machart, die Yamaha der ebenfalls modifizierten Tracer 9 GT+ spendiert hat.

Führerscheinbestimmungen für Dreirad-Roller

Dreirad-Roller sind vor allem für Autofahrer interessant, da hierfür der Autoführerschein Klasse B ohne Erweiterung ausreichend ist. Seit Januar 2016 ist es in Deutschland wieder erlaubt, Dreirad-Roller mit dem Autoführerschein zu fahren. Eine abermalige Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung zum 28. Dezember 2016 ermöglichte in Deutschland aufs Neue allen Besitzern eines Autoführerscheins den Zugang zum Dreirad-Roller.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0