Im urbanen Bereich gibt es kaum ein besseres Fortbewegungsmittel als Roller. Mit immer stärker werdendem Verkehr und überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man mit solchen Gefährten schnell und entspannt an sein Ziel. Doch welcher Roller ist für dich der Richtige?
Führerschein und Leistung: Die Grundlagen
Bevor es zum Kauf deines heiß ersehnten Rollers geht, musst du erst einmal wissen, welche Klasse du bewegen darfst. Sprichwort: Führerschein! Jetzt, wo du weißt, welche Führerscheinklasse du benötigst, stellt sich die große Frage: Wie viel Leistung brauche ich für meine Einsatzzwecke? Denn nur weil du z.B. den A-Führerschein besitzt, heißt es nicht, dass du über 50 PS benötigst - vielleicht reichen ja schon 15!
Die 125er Klasse: Ideal für die Stadt
Du lebst in der Stadt und willst dir volle Öffis ersparen? Dann ist das deine Klasse. 15 PS reichen für schnelle Ampelstarts, zusätzlich sind 125er Roller kompakt und wendig, weshalb du dich unbeschwert durch Autokolonnen schlängeln kannst. Wenn du möchtest, kannst du auch Stadtautobahnen und kurze Überland Etappen fahren, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 bis 110 km/h könnte die Autobahn aber etwas viel werden. Kurze Strecken zu zweit sind möglich, für die große Reise könnte dir aber ein wenig Leistung abgehen.
Die Allrounder-Klasse: Die goldene Mitte
Hier sind wir bei der Allrounder-Klasse - die goldene Mitte, sozusagen. Sowohl in der Stadt, als auch im Umland kommst du mit der Leistung - die sich meist zwischen 20 und 48 PS bewegt - gut zurecht. Autobahn-Etappen absolvierst du entspannt und auch Überholmanöver gelingen dir dank einer Höchstgeschwindigkeit von 120 bis 150 km/h (je nach Fahrzeug) gut und sicher. Somit sind solche Roller perfekte Fahrzeuge, wenn du vom Umland weitere Strecken in die Stadt pendeln möchtest. Fahrten zu zweit sind auch entspannt möglich, die Leistung reicht dafür vollkommen aus!
Die Königsklasse: Motorrad-ähnliche Roller
Spricht man von Rollern, die man ausschließlich mit dem großen A-Führerschein bewegen darf, hat man es meist mit Fahrzeugen zu tun, die eher Motorrad, als Roller sind. Deshalb punkten sie mit dem sportlichsten Fahrverhalten und und der wohl besten Langstreckentauglichkeit. In unseren Tests hat ein Vertreter dieser Klasse - der Honda Forza 750 - mit seinem stabilen Fahrverhalten auf der Autobahn und einer Höchstgeschwindigkeit (lt. Tacho) von circa 185 km/h gepunktet. Natürlich zeichnen sich solche Roller durch ihre erwachsenen Ausmaße aus, für die man schon etwas Erfahrung im Sattel mitnehmen sollte. Sonst könnten Größe und Gewicht im Stadtverkehr zum Verhängnis werden.
Stauraum: Ein entscheidender Faktor
Leistung ist aber nicht alles, schließlich zeichnen sich Roller durch ihren praktischen Nutzen aus! So gut wie alle Roller verfügen deshalb über ein Staufach unter der Sitzbank, das je nach Fahrzeugart mehr oder weniger Platz bietet. In den meisten Fällen kann man bereits an den Ausmaßen des Fahrzeugs erkennen, wie viel Platz unter dem Sattel wartet. Kompakte Stadtroller bieten oft nur Raum für einen Helm, während Roller, die sich größer und sportlicher präsentieren, oft Platz für zwei Helme bieten. Eine feste Konstante ist jedoch das Topcase, das bei fast jedem Roller montiert werden kann. Diese zusätzlichen Koffer gibt es in verschiedenen Größen und bieten zusätzlichen Platz im Alltag und auf Reisen. Für kleines Hab und Gut - wie Geldbörse und Handy - bieten einige Roller auch Handschuhfächer an. Wer Angst hat, diese seien unsicher und vor Langfingern nicht gefeit, kann beruhigt sein: Selbst Handschuhfächer sind meist abschließbar.
Kleine oder große Räder: Was ist besser?
Du weißt nun, wie viel Leistung du benötigst und was dich beim Thema Stauraum erwartet. Doch einige Roller verfügen über kleine Räder, während andere auf großen Rädern stehen. Macht das einen Unterschied? Durchaus! Denn neben dem Fahrzeuggewicht ist das ein wichtiger Indikator, wie wendig ein Roller ist.
Kleine Räder: Vor- und Nachteile
Die kleinste handelsübliche Raddimension, die man in der Front finden kann, ist bei modernen Rollern 12 Zoll. Diese Fahrzeuge zeichnen sich durch ein sehr agiles und wendiges Fahrverhalten aus. Es reicht nur ein leichter Impuls am Lenker und der Roller ändert sofort seine Richtung. Während das im engen Stadtverkehr von Vorteil sein kann, werden solche Roller bei höheren Geschwindigkeiten ab 80 km/h gerne etwas nervös, da die Kreiselkräfte nicht so groß sind.
Große Räder: Vor- und Nachteile
Im Gegensatz dazu stehen Roller, die mit 16, bzw. auch 17 Zoll Vorderrädern ausgeliefert werden. Diese fühlen sich selbst bei Autobahntempo pudelwohl und begeistern mit Stabilität, sowie einem ruhigeren Fahrverhalten bei schlechten Straßen. Dafür braucht es aber auch mehr Kraft, sowie mehr Körpereinsatz, um sie in die Kurve zu bewegen.
Ergonomie: Passen Roller auch für kleine Leute?
JA! Egal ob klein oder groß - jeder und jede kann Roller fahren! Je nach Bauart des Rollers variiert die Sitzhöhe. Bei niedrigen Exemplaren, wie dem Honda PCX125 kann dieser Wert bei 764 mm liegen, während höhere Kandidaten, wie der Honda SH350i, auf 805 Millimeter liegt. Doch die Sitzhöhe ist nicht einzig und alleine entscheidend, wie gut man Platz findet. Der Schrittbogen kann oft das entscheidende Detail sein.
Sitzhöhe und Schrittbogen
Mit diesem Wert bestimmt man das Maß von einer Fußinnenseite, über den Schritt, bis zur Innenseite des anderen Fußes. Wie wirkt sich das auf einen Roller aus? Je breiter der Sattel, desto länger muss der Schrittbogen sein, um mit den Füßen einen sicheren Stand zu haben.
Durchstieg: Tief oder hoch?
In der Welt der Roller existieren zwei Konzepte: Tiefer und hoher Durchstieg. Fahrzeuge mit tiefem Durchstieg bieten den Vorteil des leichten Aufstiegs, sowie der Möglichkeit, Einkaufstaschen zwischen den Beinen zu transportieren. Aufgrund des Rahmenkonzepts sind sie jedoch nicht ganz so stabil wie Roller mit hohem Durchstieg. Hier verläuft der Rahmen höher und bietet somit mehr Stabilität bei hohem Tempo.
Sicherheit: ABS und Traktionskontrolle
Inzwischen gibt es auch bei kompakten 125 Kubik Rollern viel Ausstattung, die für eine sichere Fahrt sorgen. Eines dieser Features ist ein Antiblockiersystem, kurz ABS, das bei starken Bremsmanövern das Blockieren der Räder verhindert. Während ABS unumstritten sinnvoll ist, kommt oft die Frage auf, ob man auf Rollern unbedingt eine Traktionskontrolle braucht. Dieses System, das das Durchdrehen des Hinterrads verhindert, ist überraschenderweise auf Rollern ganz besonders sinnvoll! Im urbanen Umfeld gibt es viele Untergründe, die äußerst rutschig sein können: Straßenmarkierungen, Kopfsteinpflaster und Straßenbahnschienen - um nur ein paar zu nennen. Auf solchen Belägen reichen selbst 15 PS, um bei Nässe Schlupf am Hinterrad zu generieren.
Sichtbarkeit: Ein oft übersehener Aspekt
Ein vielleicht leicht zu übersehender Sicherheitsaspekt auf Rollern ist die (Achtung Wortspiel) Sichtbarkeit. Moderne Roller verfügen oft über LED-Beleuchtung, die dafür sorgt, dass der restliche Verkehr einen besser wahrnimmt. Außerdem bringt diese Beleuchtung den Vorteil von hellerem Licht mit sich, was in der Nacht sehr willkommen ist.
Fahrtechniken: Tipps für Roller-Neulinge
Wer schon länger auf zwei Rädern unterwegs ist, braucht über dieses Kapitel vielleicht nicht nachdenken - doch Neulinge fühlen sich möglicherweise etwas verunsichert, wenn es auf die offene Straße geht. Deshalb wollen wir dir ein paar Tipps geben, wie du sicher unterwegs bist. Solltest du lange nicht gefahren sein, empfehlen wir, einen Fahrsicherheitskurs zu besuchen, der bei vielen Organisationen angeboten wird. Dort übst du auch einen weiteren wichtigen Aspekt: Das Bremsen. Du solltest dich nicht fürchten, eine Notbremsung durchführen zu müssen! Taste dich in einem sicheren Umfeld langsam an diese Übung heran, bis du dich sicher fühlst. Ein zusätzlich wichtiger Aspekt ist die Linienwahl in der Kurve. Vergiss nicht, weit in den Kurvenverlauf zu blicken - denn wo wir hinsehen fahren wir auch hin. Linkskurven darfst du auch nicht unterschätzen. Fährst du zu weit mittig, könnten dein Oberkörper und Kopf in den Gegenverkehr ragen.
Schutzkleidung: Sicherheit geht vor
Zurzeit herrscht im deutschsprachigen Bereich ausschließlich eine Helmpflicht beim Bewegen von motorisierten Zweirädern. Auch wenn das Tragen von Schutzkleidung bei sommerlichen Temperaturen in der Stadt nicht attraktiv klingt, ist es durchaus sinnvoll. Viele Bekleidungshersteller bieten bereits urbane Motorradbekleidung an, die sich optisch kaum von normaler Kleidung unterscheiden, aber Protektoren, sowie abriebfestes Material bieten. Somit ist man nicht nur cool und luftig, sondern auch sicher unterwegs.
Motor und Leistung: Der Kern des Vergleichs
Ein ganz entscheidendes Kriterium beim Kauf ist der Motor und dessen Leistung. Während Roller immer häufiger mit modernen und umweltfreundlichen Elektromotoren ausgestattet sind, findet man bei Motorrädern häufig noch klassische Verbrennungsmotoren. Motorräder haben daher im Vergleich häufig mehr PS und eine bessere Beschleunigung zu bieten.
Bauweise und Design
Die Bauweise und das Design unterscheiden sich ebenfalls. Roller sind oft recht einfach gebaut, Motorräder bestehen aus deutlich mehr Teilen. Wer gerne in aufrechter Position fährt, liegt mit dem Roller richtig, beim Motorrad ist eine gebeugte und damit sportlichere Sitzposition üblich.
Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit
Roller sind im Vergleich zu Motorrädern energieeffizienter, wenn es sich um eine Elektrovariante handelt. Strom kostet im Vergleich zu Benzin oder Dieselkraftstoff weniger Geld, zudem ist es umweltfreundlicher, da kein CO2 ausgestoßen wird.
Kosten: Anschaffung und Wartung
Der Anschaffungspreis ist geringer, auch das Fahren ist schneller erlernt als bei Motorrädern. Bei der Wartung kann ein Roller ebenfalls punkten, denn regelmäßige Ölwechsel, Filterwechsel und andere Arbeiten müssen hier nicht durchgeführt werden. Lediglich der Akku wird regelmäßig aufgeladen.
Benutzerfreundlichkeit
Ein Roller ist vergleichsweise einfach in der Bedienung, das Fahren und Bremsen wird damit in der Regel sehr schnell gelernt. Zu den Nachteilen von Rollern zählen die geringere Geschwindigkeit und Leistung im Vergleich zu Motorrädern, aber auch die begrenzte Reichweite für längere Strecken.
Motorrad: Leistung und Flexibilität
Motorräder bieten im Vergleich eine höhere Leistung und mehr Geschwindigkeit, was sie im Verkehr flexibler macht. Mit dem Motorrad kann man problemlos auf der Autobahn und längere Strecken fahren, die Fahrstabilität und das Handling eignen sich sogar für Langstrecken. Im Vergleich zu Rollern sind Motorräder teurer.
Fahranfänger und Sicherheit
Anfänger müssen den Umgang und das Fahren auf dem Motorrad aber erst lernen. Vor allem das Halten des Gleichgewichts sowie das richtige Fahrverhalten in der Kurve sind wichtig, wenn man mit höherer Geschwindigkeit auf der Straße unterwegs ist. Der Treibstoffverbrauch ist im Vergleich zu Rollern höher, das schlägt sich aber in einer besseren Leistung und höheren Geschwindigkeit nieder.
Beliebte Modelle
Wer sich für den Kauf eines Rollers entscheidet, hat eine große Auswahl. Beliebte Rollermodelle auf dem Markt gibt es zum Beispiel von der Traditionsmarke Vespa, aber auch Roller von Honda oder Yamaha stehen bei rollerbegeisterten Fahrern hoch im Kurs. Ein Modell wie die Vespa GTS 300 hat einen starken Motor und bietet optisch ein tolles Design. Bei den Motorrädern sind es Modelle von Honda, BMW oder Yamaha, die mit guten Fahreigenschaften und einem sportlichen Design überzeugen.
Zielgruppen
Wendig und leicht sind dagegen Roller und damit geeignet für alle, die flexibel zur Arbeit pendeln und dabei keine Langstrecken zurücklegen müssen. Stadtpendler und Kurzstreckenfahrer fahren mit einem Roller am besten, der energieeffizient und umweltfreundlich ist und zudem geräuscharm ist. Die Zielgruppe von Motorrädern ist eine andere. Hier geht es oft um Geschwindigkeit, Fahrspaß und die Lust auf Ausflüge in die Natur - eben das typische Freiheitsgefühl, das Sportbegeisterte und Abenteurer überzeugt. Wer damit auch mal ins Ausland fahren will, profitiert von der Power und Geschwindigkeit eines starken Motors.
Fazit: Die richtige Wahl treffen
Roller sind die richtige Entscheidung für umweltbewusste Fahrer, die hauptsächlich auf Kurzstrecken unterwegs sind. Motorräder dagegen sind dank ihrer Motorleistung und hohen Geschwindigkeit auch für Langstrecken geeignet. Wer sich vor dem Kauf unsicher ist, sollte sich überlegen, welche Touren hauptsächlich mit dem neuen Zweirad gefahren werden und welche Eigenschaften für einen persönlich besonders wichtig sind.
Vor- und Nachteile im Überblick
Um die Entscheidung zu erleichtern, hier eine tabellarische Übersicht der wichtigsten Vor- und Nachteile von Motorrädern und Rollern:
| Merkmal | Motorrad | Roller |
|---|---|---|
| Leistung | Höher | Geringer |
| Geschwindigkeit | Höher | Geringer |
| Reichweite | Größer | Begrenzt |
| Fahrstabilität | Besser | Weniger stabil |
| Stauraum | Weniger | Mehr |
| Kraftstoffverbrauch | Höher | Niedriger (besonders bei Elektro-Rollern) |
| Anschaffungskosten | Höher | Geringer |
| Wartungskosten | Höher | Geringer |
| Wendigkeit | Weniger | Höher |
| Fahrkomfort (Stadt) | Weniger | Höher |
| Fahrkomfort (Langstrecke) | Höher | Weniger |
Weitere Überlegungen
Neben den genannten Faktoren gibt es noch weitere Aspekte, die bei der Entscheidung zwischen Motorrad und Roller eine Rolle spielen können:
- Persönliche Vorlieben: Welcher Fahrzeugtyp gefällt Ihnen optisch besser?
- Fahrstil: Bevorzugen Sie eine sportliche oder eine entspannte Fahrweise?
- Umweltaspekte: Spielen Umweltfreundlichkeit und niedrige Emissionen eine wichtige Rolle?
- Parkmöglichkeiten: Sind Parkplätze in Ihrer Stadt knapp und teuer?
Indem Sie all diese Faktoren berücksichtigen, können Sie die beste Entscheidung für Ihre individuellen Bedürfnisse treffen.
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