Der Ölstand des Motorrades sollte mindestens alle 1.000 km kontrolliert werden - eine einfache, aber wichtige Aufgabe. Ein schlecht geschmierter Motor ist anfällig für Schäden. Daher gilt es, regelmäßig den Ölstand zu prüfen und bei Bedarf Öl nachzufüllen. Doch die Ölstandskontrolle geht nicht bei allen Maschinen gleich vonstatten.
Warum ist die Ölstandskontrolle wichtig?
Motoröl soll die beweglichen Teile des Motors wie Pleuel- und Kurbelwellenlager, Nockenwellen und Zylinderlaufflächen schmieren und den Motor kühlen. Sobald der Motor mit zu wenig Öl läuft, werden die beweglichen Teile nicht ausreichend geschmiert, was zu erhöhtem Verschleiß bis hin zum Motorschaden führen kann.
Läuft der Motor dagegen mit zu viel Öl, verliert er an Leistung, da das Öl die beweglichen Teile bremst. Es kann durch aufschlagende Kurbelwellen, Pleuel und Kolbenböden schaumig werden und seine Schmierfähigkeit verlieren. Durch zu viel Öl erhöht sich zudem der Öldruck im Inneren des Motors, was zu defekten Dichtungen führt - oder der Druck entlädt sich über die Kurbelwellenentlüftung in den Luftfilter. Daher ist es umso wichtiger, den Ölstand regelmäßig zu messen - am besten bei jedem Tankstopp, in jedem Fall aber vor längeren Fahrten.
Vorbereitung zur Ölstandskontrolle
Für eine genaue Kontrolle stellt man die Maschine auf den Hauptständer. Hat das Motorrad nur einen Seitenständer, lässt man es am besten von einer zweiten Person einen Augenblick in der Waagerechten halten, bevor man den Ölstand auf Niveau des Schauglases abliest. Wird der Ölstand nicht auf Niveau des Schauglases abgelesen, führt dies zu einem verfälschten Ablesewert. Infolgedessen werden Motoren dann mit Motorenöl überbefüllt.
Dazu zuvor je nach Herstellervorgabe den Motor 2 bis 3 Minuten laufen lassen, damit sich das Öl im Kreislauf verteilen kann. Nach dem Abstellen des Motors etwa 1 bis 2 Minuten warten. Dann den Ölstand entweder mit Hilfe des Messstabes oder durch Ablesen am Schauglas ermitteln.
Vor der Messung des Öls sollte man daher mit dem Motorrad wenigstens zehn Kilometer fahren. Zum Messen muss der Motor warm, aber nicht mehr heiß sein. Um das Öl des Motorrads zu messen, sollte das Fahrzeug dann auf einem ebenen Untergrund abgestellt werden. Maschinen mit Nasssumpfschmierung sollten dort erstmal zehn Minuten stehen bleiben, denn so hat das Öl genug Zeit, um zurück in die Ölwanne zu fließen. Zudem sollte der Motor genügend Zeit haben, um sich abzukühlen.
Ölstandskontrolle mit dem Schauglas
Das Schauglas im Motorgehäuse ist eine weitere Variante, um das Öl im Motorrad zu messen. Es mag einem zwar akrobatisch vorkommen, die Maschine auszurichten und gleichzeitig auf das Bullauge zu schauen - aber das geht prima.
- Schritt 1: Stellen Sie sicher, dass das Motorrad auf einer ebenen Fläche steht und der Motor warm ist.
- Schritt 2: Suchen Sie das Schauglas am Motorgehäuse. Es ist meistens ein kleines, rundes Fenster.
- Schritt 3: Positionieren Sie sich so, dass Sie das Schauglas gut sehen können. Bei Bedarf können Sie das Motorrad leicht neigen, um den Ölstand besser zu erkennen.
- Schritt 4: Achten Sie auf den Ölstand im Schauglas. Laut Betriebsanleitung soll der Motorölstand optimalerweise in der Mitte des Schauglases sein.
Interpretation des Ölstands
- Optimal: Der Ölstand befindet sich zwischen der minimalen und maximalen Markierung am Schauglas.
- Zu niedrig: Wenn im Schauglas auch nach Kippen nach Links (10°-Winkel reicht) nichts zu sehen ist, ist deutlich zu wenig Öl im Motor. In diesem Fall sollte man gleich 1/2 Liter auffüllen und den Rest in 1/8 Liter-Schritten langsam bis Max. auffüllen.
- Zu hoch: Tatsächlich ist auf dem Schauglas ersichtlich, dass der Ölstand höher sein muss, im Schauglas ist nur Öl zu sehen, keine Luft.
Der korrekte Füllstand befindet sich zwischen der oberen und der unteren Markierung. Der Füllstand darf nie über der oberen Markierung oder unter der unteren Markierung liegen. Ein zu niedriger Stand kann einen schweren Motorschaden infolge von Ölmangel verursachen. Ein zu hoher Füllstand beschädigt Dichtungen, Katalysator und führt zu Panschverlusten.
Nachfüllen von Öl
Wenn der Ölstand zu niedrig ist, nur so viel wie nötig nachfüllen. Dabei das Öl immer in kleinen Mengen einfüllen. Danach einige Sekunden abwarten, bis das Öl sich in der Ölwanne gesammelt hat. Es ist darauf zu achten, dass Schmutzpartikel, vor allem Sand, nicht in die Ölwanne geraten. Vor dem Herausdrehen des Messstabs oder Abschrauben des Deckels den Bereich um den Einfüllstutzen sorgfältig sauber wischen.
Der Ölverbrauch einer neuen 1200S etc. ist ca. 0,1-0,2 Liter/1000 Km. Ab 10000 Km verringert er sich noch, bis bei ca.
Wichtige Hinweise
- Die eventuell vorhandene Ölstandsanzeige im Display ersetzt keine regelmäßige Ölkontrolle.
- Verwenden Sie nur das vom Hersteller empfohlene Öl. Angaben zum vorgeschriebenen Öltyp finden Sie im Handbuch Ihres Motorrads.
- Zusätze verboten! MOTUL Motorradschmierstoffe werden exakt nach den Spezifikationen und Anforderungen der Hersteller entwickelt.
Motorradöle und ihre Eigenschaften
Es gibt drei Sorten von Motoröl - mineralisches, teilsynthetisches und synthetisches. Welches Öl für das jeweilige Motorrad das richtige ist, steht in der Betriebsanleitung. Wird vom Hersteller ein bestimmtes Öl vorgeschrieben, sollte man dieses auch benutzen, um keine Garantie- oder Kulanzansprüche zu verlieren.
Ein Motorenöl ist ein komplexes Gemisch aus Basisölen und Additiven, die aufgrund spezieller Eigenschaften ausgewählt werden. Sie bieten den besten Kompromiss zwischen Leistung, Schutz und Langlebigkeit. Zusätzliche Additive würden die Ausgewogenheit des Schmierstoffs beeinträchtigen und könnten die Lebensdauer des Motors verkürzen. Eine regelmäßige und sorgfältige Wartung wirkt sich dagegen positiv auf die Lebensdauer aus.
Tabelle: Ölstandskontrolle - Schritt für Schritt
| Schritt | Aktion | Hinweise |
|---|---|---|
| 1 | Motorrad auf ebenem Untergrund positionieren | Hauptständer oder von Helfer halten lassen |
| 2 | Motor warmlaufen lassen | Ca. 2-3 Minuten |
| 3 | Motor abstellen und kurz warten | Ca. 1-2 Minuten |
| 4 | Ölstand am Schauglas ablesen | Sollte zwischen Min- und Max-Markierung liegen |
| 5 | Bei Bedarf Öl nachfüllen | Kleine Mengen, passendes Öl verwenden |
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