Motorrad Ölwechsel Intervall bei geringer Kilometerleistung

Die Frage, wie oft ein Ölwechsel bei geringer Kilometerleistung erforderlich ist, beschäftigt viele Motorradfahrer. Hier werden verschiedene Aspekte und Meinungen zu diesem Thema beleuchtet.

Herstellerempfehlungen und Garantie

Zunächst sollte man sich an den vom Hersteller empfohlenen Intervallen orientieren. Wenn Du nicht wegen Garantie oder sowas dich an diesen Zeitraum halten musst, würde ich das Öl in den vom Hersteller empfohlenen Intervallen wechseln. Alles andere ist rausgeschmissenes Geld. Oder warum gibt der Hersteller den Intervall denn an. Zumindest sollte Dir klar sein, dass sich das Thema "Kulanz" im Falle eines Falles erledigt haben dürfte, wenn Du die vorgeschriebenen Wechselintervalle nicht einhältst.

Es gibt aber auch Stimmen, die sagen, dass eine jährliche Inspektion nicht unbedingt nötig ist. Manche gehen eben nur in die Werkstatt, wenn was nicht i O ist.

Ölwechsel bei geringer Laufleistung

Wenn die Garantiezeit vorbei ist stellt sich für mich die Frage, ob ich wenn ich einem Jahr mal beispielsweise nur auf 1000 Kilometer Fahrleistung komme dann wirklich jedes Jahr noch zum Freundlichen gehen und den Ölwechsel machen lassen soll. Wegen der Garantie mach ist das jetzt aktuell noch, aber wie sinnvoll oder nötig ist ein jährlicher Ölwechsel bei nur ganz geringen Laufleistungen, oder reicht es wenn ich nur alle 2 Jahre das Öl wechseln lasse ? Ich sehe auch nicht den Sinn darin und werde nach der Garantie den Ölwechsel nur alle 2 Jahre durchführen.

Es stimmt zwar, dass das Öl im Stand irgendwann verharzt - das dürfte nach 1 Jahr aber noch nicht der Fall sein, zumal der Motor - wenn auch wenig - bewegt wurde. Bei nur 2000km würde ich mir den Ölwechsel sparen. Mach ihn im normalen Wechselintervall.

Allerdings, wenn Du die 1000 km auch noch in vielen Etappen fährst, also viel Kurzstrecke, würde ich sagen, ein jährlicher Ölwechsel ist dennoch sinnvoll. Ich jedenfalls würde es nicht anders machen. Die paar Euro zum Wohle des Bikes wären es mir wert.

Zeitaufwand und Kosten

Mir geht es zudem weniger um die Kosten als um die Zeit, 4 Mopeds heißt 4 mal Ölwechsel pro Jahr, das ist vom Zeitaufwand her leider immer nicht ganz ohne...

Das Argument des hohen Zeitaufwandes kann ich übrigens nicht nachvollziehen (1 Std. 1 Stunde je Bike, ok, aber ich bzw. mein Bike muss ja irgendwie dorthin kommen oder soll ich mein Bike etwa dorthin beamen ? Ich war ziemlich genau 12 Stunden unterwegs und habe knapp 900 Kilometer zurückgelegt ( Moped auf dem Hänger).

Das Öl zu wechseln sollte jeder hinbekommen... Das kann im Zweifel auch jede freie Werkstatt „um die Ecke“.

Qualität und Alterung des Öls

Moin Markus,ich denke, dass der jährliche Ölwechsel bei geringen Laufleistungen nicht erforderlich ist. Tests haben immer wieder gezeigt, dass Öl sogar problemlos viel länger als angegeben gefahren werden kann.

Es entstehen in der Standzeit ja keine neuen Ablagerungen im Mopped, aber es kann zB. Ich wechsle jedes Jahr, das sind sie mir Wert! Ich wechsle das Öl bei meiner auch jeden Jahr im Winter wenn se abgemeldet ist, egal ob se bis dahin 6000km oder vllt auch 8000km mit dem Öl in der Saison gelaufen hat, ich wechsel doch nicht ende August das Öl weil 6000km rum sind um dann bis ende Oktober nochmal 2000km mit dem neuen Öl zu fahren. Also ich wechsel es einfach jeden Winter nach der Saison und fahre mit der Methode super.

Recht habt ihr alle. Letztendlich muß jeder selbst Wissen was ihm/ihr die Maschiene Wert ist. Das größte Problem ist und bleibt das Wasser welches sich im Öl sammelt! Ich fahre seit 13 Jahren GSX 750 F (GR78A) und wechsle persönlich mein Öl plus Filter alle 15 000 km und mein Motor wurde noch nie geöffnet außer zum Ventiele einstellen und glaubt mir der is noch kern gesund!!

Vergleich mit PKW-Ölen

Aber warum bei einem Turboautomotor des gleichen Herstellers mit höherer Literleistung, im Betrieb vergleichbarem Motordrehzahlniveau und der besonderen thermischen und Drehzahlbelastung der Lader ein Ölwechsel alle zwei Jahre oder alle 30.000Km ausreicht und das technisch sicher nicht ganz primitve DKG gar eine "Lifetimefüllung" hat, während beim Motorrad die Öle in kurzen Fristen getauscht werden müssen, hat mir noch niemand überzeugend erklärt.

Der Vergleich mit den PKW Ölen ist glaube ich nicht sinnvoll. Die Additive in den PKW Ölen sind auf diese Distanzen ausgelegt und sollen hauptsächlich die Reibung minimieren. Das geht in den Motorradölen nicht weil dort die Kupplung mitversorgt werden muss. Bei der nineT zwar nicht, aber trotzdem wird ein Standardöl verwendet was eben auch für Kupplungen funktionieren muss und somit nicht die Schmiereigenschaften der PKW Öle erreichen kann weil sonst die Reibscheiben der Kuplung ihre Aufgabe nicht mehr erledigen könnten.

Der 2. Grund sind die Drehzahlen. Mein A6 fährt bei der Drehzahl die die nineT im Stand hat 120 km/h und ist im roten Bereich wenn die nineT gerade anfängt sich wohl zu fühlen. Ich würde das Öl wechseln.

Motorrad- vs. Auto-Öl

Wie ich es weiß gibt es da keine unterschiede zwischen Otto-motor auto und Motorrad, 10w40 ist da gleich. Im Autoöl sind ganz andere Additive als im Motorradöl, schon allein deshalb weil beim Bike die Kupplung im Öl läuft. Mit einem Autoöl im Motorrad läuft man gefahr, das dann die Kupplung durchrutscht, da ja im Autoöl die Additive mehr auf Reibungsminderung ausgelegt sind. Auch sind Motorradöle wesentlich druckstabiler, da ja auch das Getriebe im selben Öl läuft.

Es gibt doch tatsächlich unter den Bikern immer noch Leute, die glauben Ihrem Motorrad etwas Gutes zu tun, wenn sie wie in ihrem Auto das Super-High-Tech-Motorenöl verwenden. Es gibt aber auch Leute die der Meinung sind, daß es die „Billig-Plempe“ aus dem Baumarkt auch tut. Dabei wird aber nicht bedacht, daß so ein Motorradmotor unter ganz anderen Betriebsbedingungen als ein Auto betrieben wird und das Öl auch noch zusätzliche Funktionen erfüllen muß.

Höhere Drehzahl, Kolbengeschwindigkeit und Literleistung als im Auto-Motor beanspruchen das Motorenöl extrem auf Scherung. Dadurch verlieren die in mineralischen Mehrbereichsölen eingesetzten VI-Verbesserer ihre Wirkung und das Öl wird dünner. Das führt zur Verringerung der Schmierfähigkeit des Öles; im schlimmsten Fall zum sogenannten Abriß des Schmierfilms und zur Verschmutzung der Brennräume. Die Folge davon ist ein vorzeitiger Verschleiß bzw.

Sehr häufig werden Naßkupplungen zur Kraftübertragung in Motorradmotoren eingesetzt. Diese Kupplungsart wird über den Schmierstoffkreislauf des Motors mit Öl versorgt. Werden hier synthetische Motorenöle der Leichtlauf- bzw. Super-Leichtlaufklasse für Auto-Motoren verwandt, so kommt es durch die in diesen Ölen vorhandenen Reibwertverminderer zum Rutschen der Kupplung. Diese Additive bewirken in Auto-Motoren durch Verringerung der Reibung eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauches.

Werden einfache mineralische Auto-Öle verwandt, kann dies wiederum zum Verkleben der Kupplungslamellen führen. Das Getriebe wird ebenfalls bei den meisten Motorrädern über den Ölkreislauf des Motors versorgt. Aus diesem Grund sind im Öl spezielle Additive enthalten, welche die Anforderungen von Schaltgetrieben erfüllen. Im Vergleich zum Auto-Motor ist die Literleistung des Motorrad-Motors um einiges höher, die Ölfüllmenge jedoch geringer.

Letztendlich sind fast alle Auto-Motorenöle, egal ob High- oder Low-Tech, nur eine Kompromißlösung, denn sie sind für den Einsatz in Otto- und Dieselmotoren konzipiert. Auto-Motorenöle enthalten also auch spezielle Dieseladditive, welche verstärkt Rußpartikel und saure Verbrennungsprodukte binden und deren Ablagerung im Motor verhindern.

Alle japanischen Motorradhersteller lassen in Europa die Verwendung von Motorenölen mit einer Viskosität, welche niedriger ist als 10W-X, nur bedingt zu. Die API-Klassfikation (American Petroleum Institute) darf generell nicht SG überschreiten. Das Produkt muß JASO (Japanese Automobile Standard Organization) MA oder die Anforderungen des Reibwert-Tests nach JASO T 904 erfüllen.

Praktische Tipps

Wenn Du dieser Tage fährst, solltest Du aber 1. bedenken, dass die Reifen bei diesen Temperaturen schwerlich warm werden / bleiben und Du solltest dann auch erstmal den Motor langsam warm fahren bis eventuell im Öl vorhandenes Kondenswasser verschwunden ist. Und dann solltest Du den Motor auch komplett warm fahren - nicht nur ein paar Mal um den Block.

Solange Du regelmäßig fährst, ich meine 1-2 Mal pro Quartal würde ich das Öl und den Filter nur alle 10tsd km wechseln. Wird ja schließlich nicht schlecht das Öl.

Es ist wichtig, dass die vom Hersteller vorgegebenen Anforderungen bzw. Spezifikationen erfüllt werden. Das Motoröl darf man nicht verwechseln mit dem Getriebeöl eines Fahrzeugs. Das ist ein Spezialöl für Getriebe und Achsantrieb. Für Getriebeöl schreiben die Hersteller oft kein Wechselintervall vor. Trotzdem empfehlen wir bei Automatikgetrieben einen Wechsel alle etwa 60.000 bis 100.000 km. In Schaltgetrieben ist ein Wechsel etwa alle 100.000 km ratsam.

Ölfilter und Ölfarbe

Im Ölfilter sammeln sich Metallabrieb, Staub und Verbrennungsrückstände. Nach längerem Betrieb kann er verstopfen. Besser also immer auch den - vergleichsweise preiswerten - Filter samt Dichtung wechseln bzw.

Frisches Motoröl ist meist honigfarben bis goldgelb. Dunkelbraune bis schwarze Farbe des Öls deutet auf Verschmutzung hin.

Flexibles Intervall und Sensorik

Moderne Fahrzeuge berücksichtigen verschiedene Faktoren, um den optimalen Zeitpunkt für den Ölwechsel zu bestimmen. Der Bordcomputer analysiert dabei Daten von diversen Fahrzeugsensoren.

Kurzstreckenbetrieb

Bei häufigen Kurzstreckenfahrten ist ein kürzeres Ölwechselintervall sinnvoll, oft schon nach 10.000 Kilometern oder jährlich. Auch bei geringer Fahrleistung sollte das Öl spätestens nach einem Jahr gewechselt werden.

Motorrad abstellen

Ansonsten macht es einen Unterschied, ob das Motorrad mit frischem oder mit gebrauchtem Öl steht.

Kondenswasser

Kondenswasser kann es geben, wenn die Feuchtigkeit - als Luftfeuchtigkeit - warm in den Motor kommt und dann später abkühlt, z. B. auf 6 Grad.

Kondenswasser in Verbindung mit Kraftstoffen und Motoröl sind immer ein Problem, weil ja auch Verbrennungsablagerung eine Rolle spielen. Dazu kommen noch die verschiedenen Additive / Zusatzstoffe, das kann eine mitunter aggressive Mischung sein, die auch vermeintlich resistente Materialien angreift.

Ich habe mir das Öl mal angeschaut: es ist hellbraun und sieht optisch noch sehr frisch aus. Motorrad steht immer in einer abgeschlossenen Garage.Ich mache dann den Ölwechsel im nächsten Jahr - also nach drei Jahren und dann auch den Bremsflüssigkeitswechsel.

Die ist stark hygroskopisch, und das ist sie immer - egal, wie schnell und wie weit Du fährst.

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