Motorrad Räder Auswuchten: Eine Detaillierte Anleitung

Motorradreifen sind Verschleißteile. Je nach Reifentyp wird zwischen 2.000 und 10.000 Kilometern ein Reifensatz fällig. Nach der Montage eines neuen Reifens muss ein Motorradrad wieder ausgewuchtet werden, denn ein Reifen hat nicht an jeder Stelle das gleiche Gewicht.

Warum Motorradreifen Auswuchten Wichtig Ist

Wenn ein Reifen nicht überall das gleiche Gewicht hat, kann dies zu einem wackelnden Lenkrad oder einem schwankenden Rad führen. Das fährt natürlich nicht angenehm und kann sogar gefährlich sein. Deshalb ist es wichtig, ein neu montiertes Rad auszuwuchten.

Werkzeuge und Materialien

Mit der richtigen Ausrüstung ist das Auswuchten eines Rades ein Kinderspiel und in wenigen Minuten erledigt. Zum Auswuchten benötigen Sie Folgendes:

  • Ein Auswuchtgerät
  • Schlaggewichte
  • Innensechskantschlüssel 3 mm
  • Entfettungsmittel
  • Ein Stück Stoff
  • Markierung (Wasserwaage)

Vorbereitungen zum Auswuchten des Motorradreifens

Vor dem Auswuchten müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Zum Beispiel sollte das Auswuchtgerät immer waagerecht sein. Einige Auswuchtmaschinen sind in der Höhe verstellbar und mit einer Wasserwaage ausgestattet. Wenn dies nicht der Fall ist, müssen Sie sie selbst nivellieren.

Wichtig ist auch, dass die Felge des Rades gut gereinigt ist, damit das Klebegewicht haftet. Mit einer Dose Bremsenreiniger oder einem anderen Entfetter kann man die Felge reinigen. Wenn das Rad bereits mit Klebegewicht versehen ist, entfernen Sie auch diese vorher.

Einsetzen des Motorradreifens in die Auswuchtmaschine

Danach wird die Auswuchtstange (die Stange, die auf der Auswuchtmaschine ruht) durch die Nabe des Rades gesteckt. Dann wird ein Konus (die runden, abgewinkelten Rohre) auf beiden Seiten der Ausgleichsstange angebracht, wobei die kleine Seite zum Reifen zeigt.

Achten Sie darauf, dass das Motorrad und die Kegel in der Mitte der Balancierstange platziert werden. Schieben Sie dann die Konen so fest wie möglich gegen die Radnabe und ziehen Sie sie mit dem Innensechskantschlüssel fest.Setzen Sie dann das Motorrad auf die Auswuchtmaschine, ohne es zu drehen. Wenn sich das Rad von selbst zu drehen beginnt, ist es nicht mehr im Gleichgewicht. Ist dies nicht der Fall, ist das Rad gut ausgewuchtet.

Auswuchten des Reifens mit Schlaggewichten

Wenn sich das Rad zu drehen beginnt, hält es automatisch an, wenn der schwerste Punkt schließlich unterschritten wird. Das bedeutet, dass das Rad oben leichter ist als unten, so dass der obere Teil beschwert werden muss. Es ist sinnvoll, die Oberseite jetzt mit einem Marker zu kennzeichnen.

Nun muss das Gewicht aufgeklebt werden. Beginnen Sie immer mit kleinen Stücken Blei. In diesem Fall gilt: lieber zu wenig als zu viel. Dann lassen Sie ihn los (nicht drehen) und schauen Sie, ob derselbe Punkt jetzt wieder nach oben kommt und ob er schon langsamer ist als beim letzten Mal.

Als Nächstes steckst du ein weiteres Stück Blei in dieselbe Stelle, drehst es um ein Viertel und lässt es dann wieder los. Wiederholen Sie diesen Vorgang so oft, bis sich das Rad, egal in welcher Position, nicht mehr von selbst dreht.

Abschluss des Auswuchtvorgangs

Wenn sich das Rad aus allen Blickwinkeln nicht mehr von selbst dreht, ist das Rad in jeder Position gleich schwer und somit vollständig ausgewuchtet und Sie können Ihr Fahrrad sicher und bequem auf der Straße fahren.

Motorradreifen Selbst Wechseln

Motorrad Reifen selber wechseln kann bares Geld sparen - erfordert aber gute Schrauber-Kenntnisse und die entsprechende Ausrüstung. Der Grund, um Motorrad Reifen selbst zu wechseln, liegt auf der Hand: Man kann an diesem Punkt viel Geld sparen. Eine Motorradwerkstatt schlägt beim Material natürlich auf, außerdem will auch der Mechaniker und das Werkzeug (anteilig in den Werkstattstunden) bezahlt werden.

Vorweg: Bei Motorradreifen sollte man keine Kompromisse machen. Wer sich nicht zu den geübten Schraubern zählt, fährt im Zweifelsfall besser damit, die ausgebauten Räder zu einem Reifenhändler zu geben.

Demontage des Reifens

Zunächst muss die Luft raus. Am schnellsten geht dies, wenn man mit einem Ventilausdreher die Düse des Ventils entfernt. Ist der Reifen luftlos, muss er von der Felge. Leichter gesagt als getan. Mit einem Abdrücker ist der Reifen ins Bett der Felge runter von den Humps zu drücken. Besitzt man nur eine manuelle Montiermaschine, empfiehlt sich dieser Vorgang von beiden Seiten.

Sind die Reifen schon sehr alt, ist dies eine durchaus schweißtreibende Arbeit. Oft kann der halbe Reifen hier schon per Hand über das Felgenhorn abgezogen werden. Für die vollständige Demontage greift man nun mit einem Montiereisen unter den Rand des sich noch auf der Felge befindenden Reifens und dreht diesen auf der Montiermaschine liegend ab. Dabei ist darauf zu achten, die Felge nicht zu beschädigen.

Besitzt man nur die manuelle Montiermaschine, ist es besser, diese stabil im Boden zu verankern. Gleichzeitiges Drehen und Gegenhalten ist sonst schwierig. Auch fängt man am besten mit dem Vorderrad an.

Montage des Reifens

Ist der Reifen montiert, muss auch die Luft wieder hinein - besser lässt man hier die Ventildüse noch heraus, um schneller mehr Luft in den Reifen pumpen zu können. Beim Aufpumpen der Reifen springt der Pneu in seine Position zwischen Felgenhorn und Hump - es knallt entsprechend zwei Mal. Je nach Härte des Reifens kann das auch erst bei 5 bis 6 bar passieren - nicht erschrecken, kurzfristig kann der Reifen das ab. Danach kann die Luft wieder raus und die Ventildüse wieder ins Ventil.

Rückmontage der Räder

Sind die neuen Reifen montiert und die Felgen gewuchtet, können die Räder wieder an ihren angestammten Platz zurück ans Bike. Die Montage erfolgt in umgekehrter Reihenfolge wie der Ausbau. Für die Achsen, die Klemmschrauben an den Gabelfüßen sowie für die Bremssattelschrauben müssen die Drehmomentangaben beachtet werden.

Sitzen die Räder in Position, haben sich durch den Ausbau die Bremsbeläge von der Scheibe gelöst und müssen jetzt wieder beigepumpt werden. Die ersten Meter mit neuen Reifen sind mit Vorsicht zu genießen. Auf ihnen befindet sich noch eine extrem glatte Schicht vom Backen, die erst vorsichtig abgefahren werden muss. Die ersten 50 km gilt daher: Piano!

Professionelles Auswuchten mit Haweka-Technologie

Reifen-Rad-Kombinationen am Motorrad lassen sich mithilfe moderner Technik leicht nicht nur statisch, sondern dynamisch auswuchten. Die Experten von Haweka zeigen, wie das Auswuchten eines Motorradreifens funktioniert. In Sachen Fahrwerkstechnik haben Motorräder längst zum Automobilbereich aufgeschlossen. Doch wenn es ums Auswuchten der Räder geht, arbeitet die Zweiradbranche oft noch wie anno Tobak.

Die Auswuchtprofis von Haweka demonstrierten, wie derselbe Vorgang mithilfe moderner Technik leicht und schneller zu einem besseren Ergebnis geführt wird.

Statische Auswuchtung

Erstes Anschauungsobjekt: der Pendel- oder auch Auswuchtbock. So etwas ist bereits für unter 100 Euro zu bekommen. Das auszuwuchtende Rad wird inklusive Bremsscheibe(n), aber natürlich ohne alte Auswuchtgewichte über zwei Konen auf einer Achse fixiert und auf den Bock gesetzt. Die schwerste Stelle befindet sich unten. Genau gegenüber bringt der Uwe nun Ausgleichsgewichte an, und das Spielchen beginnt von vorn. Irgendwann herrscht stabiles Gleichgewicht, das Rad verharrt in jeder Position. Das statische Auswuchten ist erfolgreich beendet und ein "Springen" des Rads weitgehend ausgeschlossen.

Dynamische Auswuchtung mit Haweka-Tool

Wenn aber zum Beispiel Felge und/oder Reifen zwei unterschiedlich schwere und unterschiedlich positionierte Unwuchten haben, gerät das Rad ins Taumeln, und es ist mit dem statischen Auswuchten nicht getan. Dann sind Auswuchtmaschinen gefragt, die auch auftretende Kräfte aufnehmen und messen können. Die Profis nutzen bislang meist Auswuchtmaschinen, die ursprünglich für den Automobilbereich gedacht waren und behelfen sich mit speziellen Motorrad-Spannvorrichtungen.

Sehr viel einfacher und deutlich schneller funktioniert das dynamische Auswuchten (in dem das statische Auswuchten grundsätzlich enthalten ist) mit dem 2015 präsentierten "Bike Boss" von Haweka, dem weltweit ersten Motorrad-Wuchtbock, der ab drei Zoll Radbreite dynamisch auswuchtet.

Die Auswuchtwelle hat eine Zweipunkt­lagerung, und das Rad wird nicht über ­Konen, sondern über modellspezifische zylindrische Zentrierhülsen fixiert, was Montagefehler ausschließt und exakt den Bedingungen in Vorderradgabel oder Hinterradschwinge entspricht. Die Auswuchtwelle dreht sich auf zwei aufgesteckten ­Kugellagern, welche Kräfte und Schwingungen auf Kraftsensoren übertragen.

Unter Zuhilfenahme der zuvor eingegebenen Radgröße, Felgenbreite und Wuchtgewicht-Ebene errechnet die Elektronik in wenigen Sekunden die genaue Position und Größe der nötigen Auswuchtgewichte und zeigt diese exakt an.

Vom 12-Zoll-Rollerrad bis zum 23-Zöller von Enduros ist alles wuchtbar, was nicht mehr als 400 mm (zirka 15,5 Zoll) Breite hat. Ob der lokaler Reifen- bzw. Motorradhändler einen Auswuchtbock einsetzt, eine Profi-Auswuchtmaschine nutzt oder womöglich ganz aufs Auswuchten verzichtet wird, erfährt der Kunde meist nur durch gezieltes Nachfragen.

Kosten für das Auswuchten von Reifen

Lassen Sie in einer Werkstatt Ihre Reifen richtig auswuchten, entstehen dadurch Kosten. Wie hoch diese ausfallen, hängt dabei vom jeweiligen Betrieb und den vorhandenen Felgen ab. Autofahrer sollten für das Auswuchten etwa mit Ausgaben in Höhe von 12 bis 32 Euro rechnen. Bei Felgen aus Aluminium ist zudem mit einem Aufpreis von 10 bis 15 Euro je Satz zu rechnen.

Häufigkeit des Auswuchtens

Feste Intervalle für das Auswuchten schreiben die Hersteller in der Regel nicht vor. Viele Werkstätten bieten diesen Service zusätzlich bei jedem Reifenwechsel an, um ein Höchstmaß an Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Es gibt aber auch Autofahrer, die einmalig neue Reifen auswuchten lassen und erst bei Auffälligkeiten beim Fahrverhalten eine erneute Überprüfung veranlassen.

Auswirkungen von nicht ausgewuchteten Reifen

Gerade bei hohen Geschwindigkeiten können sich Unwuchten negativ auf das Fahrverhalten und somit die Verkehrssicherheit auswirken. Zudem tragen die Korrekturen dazu bei, die maximale Laufleistung der Reifen zu erreichen, den vorzeitigen Verschleiß zu reduzieren und auch den Fahrtkomfort zu verbessern.

DIY oder Profi?

Sie wollen Ihre Reifen eigenhändig auswuchten? Ohne entsprechende Maschine ist dies nicht möglich und die Anschaffung einer solchen rechnet sich für Privatpersonen in der Regel nicht. Es besteht aber die Möglichkeit, Mietwerkstätten aufzusuchen, die eine professionelle Wuchtmaschine zur Verfügung stellen.

Grundsätzlich sollten Sie Reifen nur selbst auswuchten, wenn Sie über das notwendige Fachwissen verfügen oder Sie von einem Profi beaufsichtigt werden.

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