Motorrad Reifen Alter Ablesen – Eine Anleitung

Der Austausch von Reifen wird nicht nur aufgrund eines abgefahrenen Profils notwendig. Auch das Herstellungsdatum (Reifen Baujahr und -monat) spielt eine wichtige Rolle, da die Gummimischung mit der Zeit spröde wird und ein optimales Fahrverhalten nicht mehr gewährleistet ist.

Was ist die DOT-Nummer?

Der Begriff DOT-Nummer (auch DOT-Nr. bzw. DOT-Code) steht für "Department of Transportation". Er entstand aufgrund der Vorschriften des US-amerikanischen Verkehrsministeriums, das eine einheitliche Kennzeichnung von Reifen gewährleisten wollte.

Wo finde ich die DOT-Nummer?

Das Herstellungsdatum ist an der Reifenflanke zu finden. Die DOT-Nummer ist auf jeder Reifenflanke zu finden und hat mindestens acht Stellen. Die DOT-Nummer oder auch DOT-Codierung kann je nach Hersteller und Modell auf einer oder beiden Reifenflanken (innen/außen) zu finden sein.

Wie liest man die DOT-Nummer?

Anschließend folgt ein vierstelliger Ziffernblock, der das Herstellungsdatum angibt. Diese Zahl ermöglicht es Ihnen, das genaue Reifenalter zu bestimmen. Sie gibt die Kalenderwoche und das Jahr der Herstellung an. Eine Kombination wie "2322" bedeutet beispielsweise, dass der Reifen in der 23. Kalenderwoche des Jahres 2022 hergestellt wurde.

Die Nummernfolge war bei Reifen bis 1999 dreistellig und ist ab dem Jahr 2000 vierstellig. Der dreistellige Code gibt in seinen beiden ersten Ziffern die Woche und mit der dritten Ziffer das Jahr der Produktion an. Der Code 378 könnte dabei gleichermaßen für die 37. Übrigens: Ein Reifen mit noch dreistelligem Code wird heute kaum noch zu finden sein. Und wenn doch: Unter keinen Umständen mehr verwenden!

Der neuere, vierstellige Code funktioniert nach demselben Prinzip. Hierbei werden dem Jahr jedoch ebenfalls zwei Ziffern eingeräumt, sodass auch eine eindeutige Unterscheidung von Jahrzehnten direkt möglich ist. Eine beispielhafte DOT mit der Ziffernfolge 1423 sagt also aus, dass dieser Reifen in der 14. Kalenderwoche des Jahres 2023 produziert wurde.

Die beiden mittleren, vierstelligen Ziffernblöcke enthalten dabei weitere Informationen zum Hersteller, zum Reifenmodell und zum Produktionsstandort (konkrete Fabrik). Diese Angaben dienen eher der internen Identifikation durch den Reifenhersteller und sind für Verbraucher lediglich in Ausnahmefällen relevant.

Beispiele für die DOT-Nummer

Hier eine Tabelle zur leichteren Entschlüsselung der DOT-Nummer:

Erstes ZiffernpaarMonatZweites ZiffernpaarJahr
01 bis 05Januar142014
06 bis 09Februar152015
10 bis 14März162016
15 bis 18April172017
19 bis 23Mai182018
24 bis 27Juni192019
28 bis 31Juli202020
32 bis 36August212021
37 bis 40September222022
41 bis 45Oktober232023
46 bis 49November242024
50 bis 53Dezember252025

Warum ist das Reifenalter wichtig?

Das Herstellungsdatum ist - zusammen mit der Abnutzung des Reifens - ein wichtiger Hinweis darauf, wann ein Reifen ausgetauscht werden sollte. Ein Reifen könnte beispielsweise über Jahre hinweg selten genutzt worden sein, aber durch monatelange direkte Sonneneinstrahlung spröde und brüchig geworden sein. Bei normaler Nutzung und ohne extreme äußere Einflüsse haben moderne Reifen eine Lebensdauer von fünf bis sechs Jahren.

Das Reifenalter hat entscheidenden Einfluss auf die Funktion des Reifens und damit auf die Fahrtüchtigkeit des Fahrzeugs. Abgenutzte Reifen zeigen zum Beispiel eine schlechtere Straßenhaftung.

Viele Experten sind sich in diesem Punkt relativ einig: Spätestens nach 10 Jahren weist ein Reifen nicht mehr die nötigen Eigenschaften auf, um sicher und zuverlässig seinen Dienst zu verrichten. Der Richtwert 10 Jahre sollte übrigens auch für ein Reserverad berücksichtigt werden, sofern vorhanden.

Es wird dringend empfohlen, Reifen spätestens nach 10 Jahren zu ersetzen, da das Gummi im Laufe der Zeit altert und die Sicherheit beeinträchtigt werden kann.

Es lässt sich zusammenfassen: Wie stark ältere Reifen in ihren Eigenschaften beeinflusst sind und ob man diese noch guten Gewissens nutzen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ist ein Sommer- oder Winterreifen generell wenig bewegt worden, so kann dieser auch nach 10 Jahren oder mehr noch eine sehr hohe Restprofiltiefe aufweisen. Von dem Profil allein sollten sich Verbraucher jedoch nicht täuschen lassen.

Denn wenig Profilabnutzung kann auch auf lange Standzeiten hindeuten. Ferner können versteckte Verletzungen des Reifens oder Schäden durch falsche Lagerung vorhanden sein sowie Beeinträchtigungen durch jahrelange Sonneneinstrahlung. Zumindest letztere lassen sich häufig durch eine blasse Färbung des Reifens (grau statt schwarz) sowie durch Rissbildung im Profil, an der Schulter und der Flanke feststellen.

Reifenprofil

Der einfachste Weg führt über die Begutachtung des Profils. Ein neuer Reifen besitzt noch seine volle Profilstärke. Mit der Zeit nutzt sich dieses Profil jedoch durch den Abrieb auf der Straße ab. Ein Reifen mit einer Profilstärke von anfänglich acht mm zum Beispiel kann nach einer gewissen Verwendungszeit nur noch drei oder zwei mm Profil besitzen. Je weniger Profil vorhanden ist, desto älter muss der Reifen sein.

Das Reifenprofil sorgt aber für den erforderlichen Grip auf der Straße. Fällt dieser geringer aus, muss der Fahrer mit einem schwammigeren Fahrverhalten des Fahrzeugs zurechtkommen. Das stellt einen erheblichen Risikofaktor dar. Verschlechtert sich der Zustand des Reifens wegen der Abnutzung weiter, können sich Beschädigungen ergeben. Das Material wird irgendwann spröde und rissig. Im schlimmsten Fall kann sich die Lauffläche ablösen.

Empfehlungen zum Reifenwechsel

  • Sommerreifen sollten nach Empfehlung des ADAC nach spätestens sechs Jahren gegen neue Modelle getauscht werden.
  • Winterreifen haben ein deutlich dickeres Profil und eine weichere Gummimischung als Sommerreifen.
  • Es gibt aber die Empfehlung, Reifen nach 8 Jahren (ADAC), spätestens nach 10 Jahren zu ersetzen - unabhängig von der Profilhöhe.

Durch einige Maßnahmen des Fahrers kann die Lebensdauer der Reifen effektiv verlängert werden. So sollten starke Bremsungen und eine allzu dynamische Fahrweise vermieden werden. Letzteres gilt gerade für Kurvenfahrten, die die Reifen am stärksten belasten. Wichtig ist auch, dass die Reifen mit dem richtigen Druck gefahren werden.

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