Motorradreifen Reparaturanleitung: Was tun bei einer Panne?

Ein platter Reifen ist ein echtes Ärgernis. Solange die Panne nicht zu groß ist, lässt sie sich in den meisten Fällen mit wenig Aufwand beheben und man kann die Fahrt fortsetzen. Dennoch sollte die erste Anlaufstelle danach immer ein Reifenspezialist sein, um den beschädigten Reifen zu ersetzen, damit die Tour sicher weitergefahren werden kann.

Erkennen einer Reifenpanne

Bei einer geringen Beschädigung verliert der Reifen nur langsam Luft. Wenn man eine kurvige Strecke fährt, merkt man ziemlich schnell, dass etwas nicht stimmt: Die Lenkung reagiert seltsam, und das Motorrad neigt dazu, immer mehr von der angepeilten Linie abzuweichen.

Glücklicherweise sind viele Motorräder heute mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet. Dieses überwacht den Reifendruck und warnt den Fahrer, wenn der Druck nicht im richtigen Bereich liegt. In Situationen wie dieser kann das kleine orangefarbene Licht, das einen auf die Gefahr aufmerksam macht, ein wahrer Segen sein.

Was tun bei einer Reifenpanne?

Es versteht sich von selbst, dass man sich zuerst einen sicheren und ausreichend großen Platz zum Anhalten suchen sollte. Im nächsten Schritt sollte der Grund für die Reifenpanne gesucht werden. Meist handelt es sich um eine Schraube oder einen Nagel, der in vielen Fällen noch im Reifen steckt. Wenn der Reifen nicht zu viel Luft verloren hat, kann man versucht sein, es dabei zu belassen und vorsichtig und langsam bis zum nächsten Reifenservice weiterzufahren. Besser ist es aber, gleich zu handeln. Der scharfe Gegenstand muss entfernt werden, was nicht immer einfach ist - deshalb ist eine Zange ein wichtiges Teil des Bordwerkzeugs.

Je nach Art des Reifens gibt es zwei Möglichkeiten: Ist es ein schlauchloser Reifen oder einer mit Schlauch? Außerdem gibt es als dritte Option auch noch (eigentlich) schlauchlose Reifen, die trotzdem mit einem Schlauch ausgerüstet sind. Bei Tubeless-Reifen wird die Luft vom Reifen und der (speziell dafür entwickelten) Felge gehalten, für eine Reparatur muss also normalerweise „nur“ die beschädigte Stelle im Reifen abgedichtet werden. Bei einer Reifenpanne mit einem Schlauch lässt der Druck sofort nach.

Spraydose oder Reparaturset?

Es gibt zwei Arten von Schnellreparaturmethoden: das klassische „Aufpumpen und Reparieren“-Spray sowie mehrteilige Reparatursets für schlauchlose Reifen. Von den klassischen Schlauchflicken, die nicht zu den „schnellen“ Lösungen zählen, wollen wir hier nicht sprechen.

Wenn eine echte Offroad-Reise ansteht, sollten zudem auch einige Ersatzschläuche und ein Hauptständer mit an Bord sein. In jedem Fall ist die Demontage eines Reifens und die anschließende Reparatur des Schlauches oder der Austausch des Reifens eine schwierige und aufwändige Angelegenheit.

Vor- und Nachteile eines Aufpump- und Reparatursprays

Die Verwendung eines Sprays könnte nicht einfacher sein. Zunächst sollte der Gegenstand, der die Panne verursacht hat, entfernt werden. Der Schlauch des Reparatursprays muss dann am Ventil des Reifens fixiert und über dem Ventil festgehalten werden, so kann die Dichtmasse gut in den Reifen eindringen. Mit Druck auf den Knopf beginnt das Spray den Latexschaum über das Ventil im Reifen zu verteilen. Dadurch wird das Loch abgedichtet und der Reifen wieder aufgepumpt. Nach wenigen Sekunden ist der Druck im Reifen so hoch, dass man wieder starten kann. Dies alles geschieht schnell, sauber und einfach.

Die Sprühreparatur ist somit äußerst praktisch. Wir raten dringend davon ab, den beschädigten Reifen danach nochmals mit weiteren Anwendungen von flüssigen Dichtmitteln zu reparieren, da dies nur eine vorübergehende Lösung ist. Die Beschädigung der Reifenstruktur durch die ursprüngliche Panne kann damit nicht repariert werden.

Vor- und Nachteile von Reparatursätzen für schlauchlose Reifen

Zunächst muss das Loch mit der Ahle gereinigt werden, um Rückstände zu entfernen und Platz für das Einsetzen des Gummistreifens zu schaffen. Dieser wird dann mit Dichtmasse bestrichen und mit dem Einsetz-Werkzeug etwa 2/3 seiner Länge in das Loch geschoben. Anschließend entfernt man das Werkzeug und pumpt den Reifen auf, wofür normalerweise drei Druckluftkartuschen benötigt werden. Zum Schluss entfernt man mit dem Cuttermesser den überschüssigen Teil des Gummistreifens.

Der Vorteil dieser Methode ist die größere Wirksamkeit bei der Reparatur von Einstichen (typischerweise bis zu 8 mm) im Vergleich zu einem Aufblas- und Reparaturspray. Der Nachteil ist, dass sie mehr Arbeit erfordert. Die Methode ist sehr effektiv bei einem Schaden in der Mitte der Lauffläche. Was die zum Aufpumpen benötigten Druckluftkartuschen betrifft, so empfehlen wir, einige Ersatzkartuschen mitzuführen, da bei einer Reifenpanne oft mehr gebraucht werden als geplant.

Wann kann ein Reifen nicht mehr repariert werden?

Bis zu einer bestimmten Größe der Beschädigung ist es möglich, Reifenpannen zu beheben - besonders leicht ist dies bei schlauchlosen Reifen. Wenn die Lauffläche jedoch eingerissen ist - beispielsweise nach dem Überfahren einer scharfen Oberfläche, z. B. einem Stück Blech - kann man in den meisten Fällen vor Ort keine Reparatur mehr durchführen.

Es gibt noch eine andere Situation, in der es sehr schwierig oder sogar unmöglich ist, den Reifen zu reparieren: Wenn der Reifenwulst vom Felgenhorn abgesprungen und in die Felge „hineingerutscht“ ist. Dies kann passieren, wenn man eine Panne hat und trotzdem mit einem platten Reifen weiterfährt. In diesem Fall kann man leider nicht viel tun, denn in den meisten Fällen (vor allem bei größeren Reifen) bieten weder Aufpump- und Reparatursprays noch die Druckluftkartuschen in den Tubeless-Reparaturkits den nötigen Druck, um den Reifen wieder in seine Position zu bringen.

Schnelle, aber provisorische Reparaturen können sehr nützlich sein, um aus einer meist schwierigen Pannensituation herauszukommen. Allerdings sollten nach der Reparatur einige wichtige Sicherheitsempfehlungen beachtet werden. Sobald man wieder auf der Straße ist, gilt es mit mäßiger Geschwindigkeit zur nächsten Tankstelle zu fahren, um den Reifendruck zu überprüfen. Darauf sollte baldmöglich der Besuch beim nächsten Reifenspezialisten folgen.

Ursachen von Reifenpannen

Das Vorderrad wirbelt während der Fahrt die Schraube oder den Nagel so auf, dass sich das Hinterrad daran aufspießt. Leider passiert das häufiger, als man sich wünschen möchte. Da der Schaden meist so punktuell passiert, verkraften die Sicherheitsreserven der Karkasse das.

Reparatursets und Werkzeuge

Das wichtigste Utensil: Ein Reifenreparaturset für schlauchlose Reifen. Diese Mindestausstattung kostet beim Motorradversand Louis knapp 10 Euro. Sie passt in jedes Reisegepäck und gehört dort hin. Ausgehend von dieser Basisausstattung können Sie schrittweise beliebig aufrüsten. Ich nehme immer ein Set, das noch ein Cuttermesser enthält.

Ich würde also gar keine mitnehmen, sondern eine dieser kurzen Fahrradpumpen, denn die passen ins Motorradgepäck und sie können Luft liefern, bis sie kaputt sind. Wer die Kartuschen liebt: Nehmen Sie die doppelte Menge mit, also für ein typisches Hinterrad sechs Stück statt drei. Sehr hilfreich: ein kleiner Luftdruckprüfer. Und zuletzt sollte das Bordwerkzeug am besten immer, mindestens jedoch für die große Tour eine Zange enthalten, die den Fremdkörper herauszieht.

Anleitung zur Reparatur mit einem Reparaturset

  1. Dichtigkeit mit etwas Wasser prüfen. Solange der Reifen nur wenig oder keine Luft verliert: Fremdkörper stecken lassen und sich möglichst weit in Richtung einer besseren Situation bewegen.
  2. Legen Sie den 1. Gang ein, denn zur Reparatur waltet einiges Drehmoment am Rad. Ziehen Sie den Fremdkörper vorsichtig hinaus. Die Luft entweicht jetzt.
  3. Weitere Informationen liefert die (vorsichtige!) haptische Untersuchung des Schadens mit der Reibahle. Die soll nun den Lochkanal glätten und weiten. In der Werkstatt oder der eigenen Garage erspart alternativ die elektrische Bohrmaschine einige körperliche Arbeit. Hierbei einen Bohrer von der Dicke der Reibahle wählen.
  4. Einer der Gummistreifen im Set soll in der Mitte gefaltet durch das Loch, also in doppelter Dicke. Mein Tipp: Ein kleineres Loch funktioniert genauso, wenn man den Vulkanisierungskleber wie in mancher Anleitung beschrieben großzügig als Gleitmittel ins Loch drückt und zusätzlich den Gummistreifen gut einschmiert.
  5. Jetzt den Gummistreifen mit dem Einfädelwerkzeug ins Loch drücken, bis nur noch kurze Stummel oben herausgucken (je nach Anleitung ca. 15 mm). Werkzeug herausziehen. Der Streifen sollte stecken bleiben. Überschüssigen Kleber abwischen. Stummel mit dem Messer abschneiden.
  6. Mit Luft befüllen, liebe Freunde der Fahrradpumpe. Dichtigkeit prüfen.
  7. Nach der optionalen längeren Wartezeit vorsichtig 20 bis 50 km fahren und noch einmal auf Dichtigkeit prüfen.

Schäden an der Reifenflanke, Schlitze oder größere Risse kann ein Reparaturset nicht so beheben, dass Sie damit weiterfahren können.

Reifenreparatursets im Auto

Stattdessen lagert in der Mulde unter der Abdeckung im Stauraum oft ein Reifenreparatur- beziehungsweise Tire-Set. Damit lässt sich ein Platter zumindest so weit wieder fit machen, dass es für den Weg in die nächste Werkstatt reicht, wo dann ein neuer Reifen am Auto montiert wird. Doch die Sets für die Reifenreparatur haben ihre Grenzen.

Wann kommt das Reifenreparaturset zum Einsatz?

Eine Reifenpanne ereilt Autofahrer nach Experteneinschätzung im Durchschnitt zwar nur alle 150.000 Kilometer oder alle zehn Jahre, doch wenn sie da ist, muss gehandelt werden. Tire-Sets versprechen schnelle Abhilfe und du machst dir deine Hände beim Flicken kaum schmutzig. Zudem ist ihre Handhabung einfacher, als mit Wagenheber, Radkreuz und womöglich sehr schweren SUV-Reifen zu hantieren.

Allerdings: Ein Reifenreparaturset ist nicht geeignet, um alle Arten von Schäden zu reparieren. Sind Flanke oder Schulter beschädigt, kommst du mit den enthaltenen Dichtmitteln nicht weit. Reifenplatzer lassen sich nicht beheben. Eine Reparatur ist auch nicht möglich, wenn der Reifen von der Felge gerutscht ist. Ist ein Loch die Ursache des Schadens, dann darf es nicht größer als sechs Millimeter sein.

Was ist in Reifenreparatursets enthalten?

Sets zum Flicken von Autoreifen oder fürs Motorrad gibt es in Hülle und Fülle. Immer enthalten ist ein Dichtmittel, meist auf Basis von Latex. Die Sets unterscheiden sich darin, wie das Mittel in den beschädigten Reifen kommt. Günstigeren Sets zur Reifenreparatur sind ein Spray oder eine Quetschflasche beigelegt, die das manuelle Aufpumpen des Reifens erfordern. Teurere werden mit einem elektrischen Kompressor bestückt, der über den Zigarettenanzünder oder einen entsprechenden Zwölf-Volt-Anschluss im Kofferraum betrieben wird.

Im Handel gibt es allerdings auch Reifenreparatur-Sets mit Kautschukstreifen beziehungsweise sich selbst vulkanisierenden Reparatursteckern und T-Griff-Werkzeug. Diese eignen sich auch zur Reparatur eines Reifens am Motorrad.

Anleitung: Wie benutze ich das Reifenreparaturset?

Zunächst entfernst du gegebenenfalls den eingefahrenen Gegenstand aus dem Pkw-Reifen - meist handelt es sich dabei um eine Schraube oder einen Nagel. Dazu liegt manchen Reifenreparatur-Sets eine spitze Zange bei. Im Falle von Quetschflaschen, über die anschließend das Dichtmittel in den Reifen gelangt, muss vorab noch der Ventileinsatz aus dem Reifen gedreht werden.

Ist noch Luft im Reifen, lässt du diese ganz heraus. Das Rad sollte so gedreht sein, dass das Ventil unten ist. Das vereinfacht das Einfüllen des Dichtmittels. Verwendest du ein Spray, sollte das nach üblichen Herstellerangaben eine Mindesttemperatur besitzen, zur Not wärmst du die Flasche am Heizgebläse deines Autos auf.

Anschließend wird der Anschlussstutzen auf das Ventilgewinde gedreht, über den der komplette Sprayinhalt in den Reifen gesprüht wird. Während der Vorgang dem bei Quetschflaschen ähnelt, läuft er beim Einsatz eines Kompressors mittels Druckluft komfortabler ab.

Wie funktioniert das Dichtungsmittel?

Sobald das Dichtungsmittel im Reifen ist, darf nicht lange gezögert werden. Bevor es eintrocknet, muss es sich im Innern verteilen, um an die beschädigte Stelle zu gelangen. Nachdem du den Reifen auf den angegebenen Mindestluftdruck gebracht hast, setzt du dich ans Steuer des Autos und fährst ein paar langsame Runden. Nach rund zehn Minuten kontrollierst du den Luftdruck nochmals und bringst ihn auf den in der Produktbeschreibung angegebenen vollen Druck zur Weiterfahrt mit dem Fahrzeug in die Werkstatt.

Der Reifen des Fahrzeugs ist jetzt nur provisorisch geflickt, der Einsatz von Reifenreparatursets ist keine Dauerlösung und versteht sich lediglich als Notbehelf.

Wie lange darf ich mit einem geflickten Reifen fahren?

Wie lange du mit dem derart instand gesetzten Reifen fahren darfst, steht in der Bedienungsanleitung des Reifenreparatur-Sets. In aller Regel liegt die maximale Reichweite bei 30 bis 50 Kilometern. Nach Möglichkeit solltest du dies aber nicht ausnutzen. Außerdem beträgt die mögliche Höchstgeschwindigkeit 80 km/h.

Erlaubte Reparaturen gemäß StVZO

Grundsätzlich ist es laut § 36 Straßenverkehrszulassungsordnung erlaubt, einen Reifen zu reparieren, auch einen Motorradreifen. Diese Reparatur darf aber nur von qualifiziertem Personal und nach eingehender Untersuchung durchgeführt werden.

Beim Motorradreifen sind Reparaturen bis sechs Millimeter Durchmesser nur auf der Lauffläche erlaubt. Löcher in der Flanke und am Wulst dürfen nicht repariert werden.

Was sagen die Reifenhersteller?

Die Reifenhersteller raten mit Blick auf die durchbohrte Karkasse und hohe Fahrgeschwindigkeiten von Reparaturen ab:

  • Bridgestone: Rät grundsätzlich von der Reparatur eines Motorradreifens ab, da weitergreifende Beschädigungen der Reifenstruktur nie ausgeschlossen werden können.
  • Maxxis: Rät generell davon ab, einen beschädigten Reifen selbst zu reparieren. Ist der Reifen kaputt, verliert Luft, läuft nicht mehr rund oder bildet Blasen, betrachtet Maxxis ihn als irreparabel und deshalb sollte dieser gegen einen neuen Reifen ausgetauscht werden.
  • Pirelli und Metzeler: Schließen zwar eine Reparatur durch den Fachmann nicht aus, raten aber zum Wechsel des Reifens, da durch die Fahrt mit geringem Luftdruck der Reifen an anderer, unsichtbarer Stelle Folgeschäden haben kann.
  • Continental: Rät zur Pannenhilfe nur als Notbehelf für die Fahrt zur nächsten Werkstatt, um dort den Reifen tauschen zu lassen. Von Reparaturen rät Continental dagegen ab, selbst wenn kein Verdacht besteht, dass Gürtellagen beschädigt sind und fügt an, dass wenn überhaupt repariert wird, dann bitte nach Urteil und Ausführung eines Fachmanns.
  • Michelin: Rät unter allen Umständen einen Fachmann zur Rate zu ziehen, da nur der Schäden durch die Fahrt mit zu geringem Luftdruck richtig einordnen kann.

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