Motorradrennen in England: Eine Reise durch die Geschichte der Isle of Man Tourist Trophy

Die Tourist Trophy (TT) ist extrem bekannt und das wohl größte und gefährlichste Straßenrennen der Welt. Da die Rennen bald starten, möchte ich euch mit etwas Hintergrundwissen versorgen. Die Tourist Trophy (TT) ist extrem bekannt und das wohl größte und gefährlichste Straßenrennen der Welt.

Die Isle of Man: Mehr als nur ein Rennen

Eigensinnig, klein und ein wenig skurril: Auf der Isle of Man zwischen Großbritannien und Irland gelegen ist alles ein wenig anders. König Charles III. ist zwar Staatsoberhaupt - zum Vereinigten Königreich gehört dieses Eiland jedoch nicht. In Millionen von Jahren entstand sie durch Schlamm und Sand, welches aus den Tiefen des Ozeans an die Oberfläche der Irischen See kam und sich dort verhärteten. Sanfte Hügel, steile Klippen, Dünen, Täler und heidekrautgesäumte Ebenen prägen heute die abwechslungsreiche und idyllisch anmutende Landschaft der Isle of Man.

Flächenmässig ist es etwa doppelt so groß wie Dortmund, die neuntgrößte Stadt Deutschlands. Die Insel hat zudem eigene Gesetze und niedrige Steuern. Sie hat ihr eigenes Geld (Pence und Pfund), eigene Briefmarken, Telefonkarten und neuerdings sogar eine eigene Domain (“.im”). Die Insel gehört nicht zur EU und hat ihre eigene Währung, die Isle-of-Man-Pounds. Sie hat ca. 85.500 Einwohner und eine Fläche von 572 km². Die Insel besitzt ca. 800 km an Straßen. Die Rennstrecke hat eine Länge von 37,37 Meilen oder ca. Die Flagge zeigt ein Triskele. Dies ist ein keltisches Symbol in Form von drei Beinen. Die Beine stecken in einer Rüstung. Das Triskele findet sich aber nicht nur auf der Isle of Man. In Deutschland findet es sich auch oft, mit unglaublicher Ähnlichkeit.

Das berühmt / berüchtigte Motorradrennen der Welt findet hier statt: die Tourist Trophy. Seinen Rang als Motorrad-Mekka unterstreicht die Isle of Man vollends durch die jährliche Austragung des Manx Grand Prix.Zu den rund 76.000 Einwohner, genannt Manx, gesellen sich noch über 170.000 Schafe. Man findet hier mittelalterliche Burgen und viktorianische Gebäude. Hauptstadt ist Douglas, das geschäftigste Zentrum der Insel, welches sich in einer Bucht befindet. Außerhalb der Städte unberührte Natur wohin man sieht. Die Landschaft erinnert mit ihren Mauern aus unbehauenen Steinen an schottische oder irische Idylle und beweist, dass die Isle of Man gar nicht so fern von den größeren Nachbarinseln ist.

Der einzige Berg der Insel ist der 620 m hohe Snaefell, der bei klarem Wetter einen Blick bis nach Großbritannien und Irland bietet. Ebenfalls einladend ist die 160 km lange Küste mit ihren Klippen, Dünen und zahlreichen Buchten. Sandstrände locken im Sommer badefreudige Urlauber an. Auf der Insel herrscht ein ausgeglichenes Klima. Der Golfstrom sorgt vor allem an den Küsten für wärmere Luft. Mai und Juni gelten als trockenste Monate, Juli und August sind am wärmsten.

Die ursprüngliche Sprache der Insel, das Manx Gaelic, ist eine Variation des irischen und schottischen Gälisch; Englisch wurde erst im letzten Jahrhundert eingeführt. Eine weitere Eigenart der Insel sind die sog. Manx-Katzen. Diese Rasse besitzt keinen Schwanz - ein Gendefekt, der tödlich sein kann, wenn er von beiden Eltern vererbt wird.

Angenehm gemächlich geht es beispielsweise mit der alten Dampfeisenbahn zu, die seit 1873 den Port Erin im Süden mit der Hauptstadt Douglas im Osten verbindet. Die antiquierte Bahn bringt es gerade einmal auf 40 km/h. Auf der ältesten pferdebespannten Bahn der Welt, die seit etwa 125 Jahren existiert, sorgen Pferde für die Fortbewegung einer Straßenbahn, der sog. Horse Tram (Pferde-Straßenbahn). Wer sich so durch die beschauliche Stadt mit ihren viktorianischen Gebäuden bewegt, fühlt sich garantiert in das 19. Jahrhundert zurückversetzt.

Wer es mittelalterlich mag, sollte eine der vielen Burgen der Isle of Man besuchen. Castle Rushen, eine Festung aus Sandstein, und Peel Castle auf der St. Patrick’s Isle gehen noch auf die Wikingerzeit zurück. Besonders geheimnisvoll sind die Mull bzw. Meayll Circles, prähistorische, im Kreis angelegte Grabstätten, die den Forschern Rätsel aufgeben.

Genauso turbulent wie die geologische Entstehung der Insel verlief die Geschichte ihrer Bewohner. Erst kamen die Kelten und dann die Wikinger. Während die Kelten ihre Mythen auf der Insel hinterließen, gelten die Wikinger als Urheber der Bürgerversammlung, die alljährlich am 5. Juli, am Tag des alten Mittsommerfestes, auf dem Tynwald Hill stattfindet. 1266 ging die Isle of Man an die schottische Krone, erst ab Mitte des 14. Jahrhunderts war sie im Besitz der Engländer. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden englische, schottische und irische Siedler sesshaft.

Die Tourist Trophy: Spektakulär und gefährlich

Bekannt ist die Isle of Man vor allem für ihr alljährlich stattfindendes Motorradrennen. Gegen Ende Mai/Anfang Juni wandelt sich die sonst ruhige und beschauliche Insel zu einem Mekka der internationalen Motorradszene: 40.000 Motorradfans kommen dann auf die Isle of Man, um an der Tourist Trophy teilzunehmen oder zuzuschauen. Seit 1907 wird das Rennen hier ausgetragen. Ursprünglich sollte es in Großbritannien stattfinden. Dort herrschte allerdings zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein striktes Tempolimit von gerade einmal 24 km/h. Die Isle of Man kannte keine Geschwindigkeitsbegrenzung, so dass die Veranstalter entschieden, das Rennen hier stattfinden zu lassen.

Kein anderes Motorradrennen weist eine solch‘ anspruchsvolle Strecke auf! Mit 264 Kurven (das hängt jedoch auch davon ab wie man Kurve definiert) schlängelt sich die Straße zwischen Steinhäusern, Böschungen, Steinbrücken, Steinmauern, Felswänden, Verkehrsinseln, Kreuzungen mit Rotlichtampeln, Kanaldeckeln und Telegrafenmasten. Die Straßen sind überwiegend schmal, hohe Bordsteine auf beiden Seiten sorgen für einen halsbrecherischen Kurs. Die Zuschauer können das Rennen hautnah miterleben - was jedoch nicht ganz ungefährlich ist: Lediglich Sandsäcke entlang der Straßenränder dienen als Schutzmaßnahme für Fahrer und Fans. Jeder Abschnitt der ca. 60 km langen Strecke hat einen Namen, damit die Zuschauer jeweils wissen, wo sich die Fahrer gerade befinden. Das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Während am Start in Douglas die Sonne scheint, kann es 422 Meter höher bei «Hailwood’s Height» nebelig oder regnerisch sein. An einem Tag kann man auf diesem Wege praktisch alle vier Jahreszeiten erleben.

Weniger Rummel als die Tourist Trophy, aber ein ebenso umfangreiches Rahmenprogramm bietet der Manx Grand Prix (MGP). Das alljährlich abgehaltene Rennen verläuft über die gleiche Strecke wie die Tourist Trophy. Den MGP - früher Manx Amateur Road Race Championship genannt - gibt es seit 1923. Seit über 100 Jahren zieht das Isle of Man TT Fans und Fahrer an, die die einzigartige Atmosphäre des Festivals erleben wollen. Es ist das ultimative Motorradrennen. Kein anderes Straßenrennen auf der ganzen Welt findet auf einer so anspruchsvollen Strecke statt, wie dem über 60 Kilometer langen Bergkurs mit seinen schier endlosen Kurven. Bei Geschwindigkeiten von weit über 300 km/h sind die Ansprüche an die Fahrer immens.

Das erste Rennen der Tourist Trophy fand 1907 auf einer 25 Kilometer langen Strecke auf den öffentlichen Straßen der Insel statt. Die Isle of Man TT Rennen sind ein Spektakel wie kein anderes in der Welt des Motorradsports. Aber die Aufregung und Begeisterung, die durch die Veranstaltung hervorgerufen wird, trägt das ständige Gespenst von Verletzung und Tod auf der Strecke mit sich. Der Snaefell Mountain Course hat sich seit 1911 nicht wesentlich verändert. Was sich jedoch geändert hat, ist die Geschwindigkeit, mit der die Strecke befahren wird. Die Höchstgeschwindigkeit beim ersten IoM TT lag bei etwas über 65 km/h, und in diesem Jahr werden die Fahrer der Spitzenklasse alle die 300 km/h-Marke überschreiten. Das bedeutet, dass ein Kurs, der anfangs gefährlich war, von Jahr zu Jahr durch schnellere Maschinen immer riskanter wird. Drei Fahrer haben 2018 ihr Leben an der Strecke verloren und seit 1911 gab es über 250 Tote. Hauptsächlich starben Fahrer, aber auch eine Handvoll Rennbeamte und Menschen aus der Öffentlichkeit.

Die Gefahr hindert Konkurrenten und Zehntausende von Zuschauern allerdings nicht daran, die Reise auf die Insel zu unternehmen. Die TT-Strecke ist keine Spezialrennstrecke, sondern eine normale Straße, die eine Stunde vor dem Rennen gesperrt wird. Es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung, auch nicht, wenn die Straße für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Während der zweiwöchigen Veranstaltung ist es eine Einbahnstraße, die es den Besuchern der Insel ermöglicht auf ihren Motorrädern TT-Fahrer zu spielen, wenn die Strecke nicht gerade für den Rennsport gesperrt ist. Sicher kann man auch Streckenabschnitte der Le Mans-Strecke oder Abschnitte von World Rallye Etappen fahren.

Bei dem Rennen handelt es sich um ein Zeitfahrrennen, bei dem die Bikes im 10-Sekunden-Takt starten, also gegen die Uhr, nicht gegeneinander. Natürlich können über ein Rennen von bis zu sechs Runden die Startintervalle durchbrochen werden, sodass die Fahrer sich häufig auf dem anspruchsvollen Straßenkurs begegnen. Es gibt fünf große Klassen, Superbike, Senior, Superstock, Supersport und Leichtgewicht. Kein Motorradrennen der Welt ist tödlicher - aber auch kein Rennen ist einzigartiger oder gefeierter. Der starke Kontrast zwischen der heutigen sicherheitsbesessenen Gesellschaft und der Gefahr des Isle of Man TT ist in der Tat das Wesen ihres Charmes - das Schauspiel der todesmutigen Geschwindigkeiten nur wenige Zentimeter von den Aussichtsplätzen entfernt ist für die Zuschauer faszinierend. Für die Rennfahrer bedeutet es, dass jedes Rennen das Letzte sein könnte und dieser Nervenkitzel verleiht ihm seinen legendären Status.

Wie der erfahrene Rennfahrer Guy Martin in seinem Buch über das Rennen sagte: "Alles ist inzwischen so sauber und hygienisch, dass es nichts mehr gibt außer blutigem Computerunsinn, Gesundheits- und Sicherheitswahn. Das Isle of Man TT ist der Mount Everest des Motorradrennsports - wer es absolviert hat, wird zu einer lebenden Legende. Menschen sind bereit, ihr Leben zu riskieren, um ein Teil des Spektakels zu sein. Das Isle of Man TT hat in den letzten Jahren immer mehr an Popularität gewonnen und immer mehr Fahrer fragen sich, ob sie das Zeug dazu haben, den legendären Kurs zu absolvieren. Viele Motorradfahrer möchten wissen, ob sie gut genug sind auf der Isle mitzufahren, oder ob das für immer unerreichbar bleiben wird.

Nach über einem Jahrhundert des Rennsports hat die Isle of Man ihren legendären Status entwickelt. Da so viele Motorradfahrer diesem Reiz nicht widerstehen können, hat die Manx-Regierung längst eine Möglichkeit für Amateur-Rennfahrer geschaffen, um dort zu fahren und die ersten Schritte in die "Big League" der großen Rennen zu machen. Man könnte es die "lokale Version" der TT-Rennen nennen - das gleiche Rennen, aber ausgerichtet auf Amateurfahrer und Privatteams und mit einer viel entspannteren Einstellung. Dieses Rennen zieht vor allem die Einheimische von der Insel und dem Rest Großbritanniens an. Der Manx GP wurde als Tor für höheren Rennsport, nicht nur für die TT-Rennen, konzipiert und war das Sprungbrett für viele Rennfahrer, die dort fuhren und dann sogar professionelle Straßenrennlaufkarriere machten. Die Teilnahme am Manx Grand Prix ist viel leichter möglich als beim IoM-TT. Neueinsteiger des Manx Grand Prix müssen farbige Trikots über dem Leder tragen und haben mehr Training und niedrigere Qualifikationszeiten, aber sie erhalten das Privileg, auf dem gleichen legendären Kurs zu fahren.

Historische Meilensteine der Isle of Man TT

  • 1903: Aufhebung des "Red Flag Act", aber Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h bleibt bestehen.
  • 1907: Erstes Rennen der Tourist Trophy auf der Isle of Man.
  • 1911: Der Snaefell Mountain Course wird erstmals befahren.
  • 1926: Die Gespannklasse wird aus dem Programm genommen.
  • 1928: Änderung des Trainings: abgesperrte Strecke statt normaler Verkehr.
  • 1937: Erster nicht-englischer Fahrer gewinnt.
  • 1949-1976: Die TT gehört zur Straßen-WM der FIM.
  • 1972: Boykott nach einem tödlichen Unfall.
  • 1976: Das TT-Rennen wird aus der WM der FIM genommen.
  • 1985: Einführung der "Classic TT".
  • 1992: Die großen Klassen werden als zu gefährlich gestrichen.
  • 2001: Rennen wird wegen der Maul- und Klauenseuche abgesagt.

Anekdoten und Kuriositäten

  • 1922: Stanly Woods wird bei seinem Debüt fünfter.
  • 1963: Florian Camathias fährt mit Mechaniker und Beifahrer auf dem Renngerät zur Insel.
  • 1965: Mike Hailwood fährt nach einem Sturz mit blutender Nase weiter.
  • 1985: Das Fischerboot von Joey Dunlop sinkt, aber sein Rennmotorrad wird geborgen.
  • Laut Sagen leben auf der Insel die "Little People", die unter der Fairy Bridge leben und gegrüßt werden müssen, um Glück zu bringen.

Die Anfänge des Motorradsports

Die Geschichte des Motorsports begann im Juli 1894 mit der Wettfahrt Paris - Rouen. Gefeierter Sieger war Graf Albert De Dion auf seinem eigenen, gemeinsam mit Firmenpartner Georges Bouton produzierten 20 PS starken Dampf-Automobil. Auch wenn er im Nachhinein des Reglements wegen zurückgestuft wurde …Qualifiziert hatte sich für das Rennen sogar ein dampfgetriebenes Dreirad, was jedoch das Ziel nicht erreichte. Zudem hatte die Konstruktion mit dem Motorrad, das sich wenig später nach und nach durchsetzte, nicht viel zu tun.

In den folgenden Rennen ab 1895 - die ebenfalls vor allem in Frankreich zur Austragung kamen - verbreitete sich der Einsatz von leichten Dreirädern mit Benzinmotoren. Es waren meist Fabrikate des bereits erwähnten Automobil-Pioniers De Dion, der mit Konstrukteur Bouton auch diese Modelle produzieren lies. Zahlreiche Piloten der Anfangszeit stammten aus dem Fahrradsport, schließlich musste noch immer wieder kräftig mit getreten werden …Schon bald aber ließen die leichten, nicht einmal ein PS starken Gefährte die Autos hinter sich. Bereits 1893 entwarfen Alois Wolfmüller und Hans Geisenhof ein Zweirad mit Petroleum- oder Benzinmotorantrieb. Unter diesem Titel erhielt es das Deutsche Reichs-Patent. In der Patentschrift wird erstmals die Bezeichnung „Motorrad“ verwendet. Produziert wurde dieses ab dem Frühjahr 1894 in der Münchener Firma Hildebrand & Wolfmüller.

Ab etwa 1900 wird dann von größeren Sporterfolgen mit Motorrädern, hauptsächlich französischer Marken, berichtet. Auguste Bucquet auf einem Werner-Motorrad gelang nicht nur bei der Fernfahrt Paris - Wien im Juni 1902 ein viel beschriebener Sieg. Aber: den allerersten Triumph mit einem Motor-Zweirad landete schon Jahre zuvor ein deutscher Fahrer auf einem deutschen Produkt … und den bei einer bedeutsamen Veranstaltung mitten in Frankreich! Davon konnte man bislang kaum etwas erfahren! Seit geraumer Zeit recherchiert Steffen Ottinger in den zeitgenössischen Berichterstattungen nach den tatsächlichen „Uralt-Geschichten“ des Motorradsports. Sein Ziel ist es, irgendwann auch darüber umfangreich und authentisch zu publizieren.

Neben den berühmten Rennen von Stadt zu Stadt wurden auch Bergrennen wie Nizza - La Turbie, auf den Semmering oder den Exelberg bei Wien veranstaltet. 1904 gipfelte die Entwicklung des Motorradsports im ersten „Grand Prix von Europa“. Auf einem Dreieckskurs bei Dourdan in Frankreich waren Spitzenpiloten aus Frankreich, Deutschland, Österreich und England am Start. Diese „Ur-Europameisterschaften“ wurden bis 1906 ausgetragen.

Bereits 1904 glänzte Österreich mit einem zweiten Platz durch František Toman auf Laurin & Klement aus dem böhmischen Jungbunzlau - heute Mladá Boleslav - hinter dem Franzosen Léon Demester. In beiden Folgejahren gingen die Titel in die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn: 1905 gewann Václav Vondřich auf Laurin & Klement, 1906 Eduard Nikodem mit der Grazer Puch. Ein Jahr später rief man in Großbritannien die „Tourist Trophy“ ins Leben - alljährlich findet das so bekannt gewordenen Straßenrennen noch heute auf der Isle of Man statt. Die Briten waren es auch, die seit 1903 Geländefahrten mit Motorrädern veranstalteten. Zehn Jahre später wurde unter der Regie der FICM im Norden Englands die erste Internationale Sechstagefahrt ausgetragen, deren Tradition ebenfalls noch heute bewahrt wird.

Selbst in Deutschland gab es in der Anfangszeit diese Städtefahrten, hauptsächlich jedoch Bahnrennen mit Motorrädern. Es wurden auch weiterhin Motorräder gebaut … und mit Sport-Erfolgen dafür geworben. Nach der Hildebrand & Wolfmüller - die Firma musste bereits Ende 1895 Vergleich anmelden - war es schon vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges vor allem die Marke NSU aus Neckarsulm, die sich auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen machte. Im Jahr 1920 ermittelte man dann den ersten „Motorradmeister von Deutschland“. Bedingt durch zahlreiche Vorschriften fand die Veranstaltung auf einer Radrennbahn statt, auch der Sieg auf einer NSU-Maschine war kein Zufall.

Ab 1924 fanden bis einschließlich 1939 alljährlich Europameisterschaften - eine Weltmeisterschaft gab es seiner Zeit noch nicht - und Deutsche Meisterschaften im Motorradsport auf der Straße statt. Mit den DKW-Motorrädern aus Zschopau im Erzgebirge holten die Fahrer zahlreiche Titel, allein zehn bei den Europameisterschaften. Willy Henkelmann, Josef Klein, Walfried Winkler, Arthur Geiss, Heiner Fleischmann, Ewald Kluge (zwei Mal) und der Belgier Ivan van Goor sowie mit dem Gespann Karl Braun / Erwin Badsching und Hans Schumann / Julius Beer erkämpften sich diese internationalen Lorbeeren.

Berühmte Fahrer der Isle of Man TT

Die Isle of Man TT hat im Laufe der Jahre viele legendäre Fahrer hervorgebracht. Hier sind einige der bekanntesten:

  • Mike Hailwood: Gewann 14 TT-Rennen und stellte unglaubliche Rekorde auf.
  • Joey Dunlop: Eine Ikone mit 26 TT-Siegen, bekannt für seinen Mut und sein Talent.
  • Giacomo Agostini: Hält den Rekord für die meisten Siege in der Königsklasse mit 10 TT-Rennen.
  • John McGuinness: Eine moderne Legende mit 23 TT-Siegen, bekannt als "Morecambe Missile".

Das Isle of Man TT heute

Heute ist das Isle of Man TT Rennen ein globales Phänomen, das Fans aus aller Welt anzieht. Die Zuschauerzahlen steigen von Jahr zu Jahr, und die Popularität des Rennens wächst stetig. Das Isle of Man TT hat sich zu einem wichtigen Ereignis im Kalender der Motorradrennen entwickelt und zieht Fahrer und Zuschauer gleichermaßen an.

Was das Isle Of Man TT so besonders macht, ist die einzigartige Atmosphäre, die auf der Insel herrscht. Die Straßen sind gesäumt von begeisterten Zuschauern, die die Fahrer anfeuern und die Spannung in der Luft spüren. Die Insel selbst bietet eine atemberaubende Kulisse, die das Rennen zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

Der Einfluss des Isle of Man TT auf den Motorradrennsport

Das Isle Of Man TT Rennen hat einen erheblichen Einfluss auf den Motorradrennsport weltweit. Es hat neue Maßstäbe gesetzt und andere Rennen inspiriert, ähnliche Strecken und Herausforderungen anzubieten. Die Fahrer des Isle Of Man TT sind zu Legenden geworden und haben den Weg für die nächste Generation von Rennfahrern geebnet.

Das Isle Of Man TT Rennen hat auch zur Entwicklung der Motorradtechnologie beigetragen. Die Fahrer und ihre Teams arbeiten hart daran, ihre Maschinen auf die extremen Bedingungen des Rennens vorzubereiten. Neue Innovationen und Technologien werden entwickelt, um die Leistung und Sicherheit der Motorräder zu verbessern.

Die Zukunft des Isle of Man TT

Das Isle Of Man TT Rennen hat eine lange und erfolgreiche Geschichte, aber wie sieht die Zukunft des Rennens aus? Das Isle Of Man TT Rennen steht vor vielen Herausforderungen und Veränderungen. Die Technologie entwickelt sich weiter und neue Sicherheitsstandards werden eingeführt. Das Rennen muss mit der Zeit gehen und sicherstellen, dass es weiterhin spannend und sicher bleibt.

Das Erbe des Isle Of Man TT Rennens ist von großer Bedeutung. Es ist wichtig, die Geschichte und Traditionen des Rennens zu bewahren und an die nächsten Generationen weiterzugeben. Das Isle Of Man TT ist ein Symbol für Mut, Leidenschaft und Teamarbeit und wird immer ein Teil des Motorradrennsports sein.

Die Café Racer Bewegung

Es ist nicht leicht, genau die Zeit und den Ort festzumachen, an dem die Motorradkultur und der Lebensstil der Café Racer begann. Es gibt jedoch drei Elemente, die prägend für diesen besonderen „way of life“ gewesen sind: eine Jukebox, das Londoner Ace Café und Rennen auf öffentlichen Straßen. Die Café-Racer-Bewegung wurde in den fünfziger Jahren in England populär und hat ihren Ursprung in der Subkultur von Fans der damals neu aufkommenden Rock 'n' Roll-Musik. Zu dieser Zeit verbrachten junge britische Arbeiter, die auf den elektrisierenden Rock 'n' Roll-Sound abfuhren, einen Großteil ihrer Freizeit in Cafés.

Der Rock 'n' Roll war die Musik der Rebellen, er war schnell und aggressiv und repräsentierte auch den gesamten Lebensstil der so genannten „Rocker“: Schwarze Lederjacken, ein selbstbewusstes Auftreten und natürlich die Kombination mit einem Motorrad passten perfekt zu dieser Einstellung. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren Motorräder so teuer, dass sie nur von wohlhabenden Leuten gefahren wurden. Weitere Ziele waren Performance und Speed und der Weg dorthin führte über geringeres Gewicht, bessere Fahrwerke und mehr Motorleistung. Das Ergebnis waren schlanke, leichte Bikes, die zumeist mit einem Einzelsitz und niedrigen Lenkern ausgerüstet waren. Hinzu kamen Renntanks - meist aus Aluminium oder schwarz lackiert - kurze, konische Schalldämpfer und nach hinten versetzte Fußrasten.

Natürlich kannten sich sie Café Racer einer Region sehr gut und wussten genau, wer von ihnen besonders schnell, mutig und rücksichtslos fuhr. Im Café warteten sie auf neue „Beute“ für das nächste Rennen: Wenn ein Bike mit einer als „ausreichend“ eingeschätzten Geschwindigkeit vorbeifuhr, war es Ehrensache, den Fahrer herauszufordern. Die Rennen bestanden zumeist aus einem kurzen Sprint auf der Straße, manchmal nur über ein paar hundert Meter. Es gibt auch Stories von spontanen Rennen, die mit einer Jukebox verbunden sind. Damals dauerten die Lieder zwischen zwei und drei Minuten und wurden als Zeitmesser für die Speed-Challenge genutzt.

Das Phänomen Café Racer startete in England, wurde aber durch einen stilbildenden Film aus den USA maßgeblich befeuert. Im Jahr 1953 erzählt der Film The Wild One die Geschichte einer Gruppe von Motorradfahrern, des „Black Rebel Motorcycles Club“ und seines von Marlon Brando gespielten Anführers. In England waren die „Cafés“, in denen sich die Motorradfahrer trafen, für Erwachsene gedacht. Diese Lokale lagen oft an größeren Vorortstraßen und wurden daher von einfachen Arbeitern und vor allem auch Lastwagenfahrer besucht. Oft nahmen diese die Heranwachsenden, die mit ihren Motorradrennen auf der Straße beschäftigt waren, nur am Rande wahr. Trotz dieser unverhohlenen Herabwürdigung übernahmen die Jungs schnell diese Definition: Sie betrachteten die Bezeichnung vielmehr als Anerkennung ihres Amateurstatus, auf den sie stolz waren.

Alle „schnellen Jungs“ im Café waren als Café Racer bekannt, aber nur eine exklusive Gruppe gehörte zu den Ton-Up Boys. Der englische Slang-Ausdruck „doing the ton“ bedeutete, die magische Geschwindigkeitsgrenze von 100 Meilen pro Stunde (rund 160 km/h) und damit die prestigeträchtige erste dreistellige Zahl auf dem Tacho zu erreichen. Heutzutage ist es auch mit einem Motorrad mittleren Hubraums nicht schwer, 100 Meilen pro Stunde zu erreichen. Nachkriegsstraßen erzielen mussten - mit sehr unebenem Asphalt und Kopfsteinpflaster und inklusive der Verschmutzungen durch Öl und Benzin von Lastwagen und anderen Fahrzeugen. Zudem hatten die Fahrer keine Schutzkleidung, sondern trugen - wie Brando - nur Jeans und Lederjacke. Auch Helme gab es in den 1950er Jahren noch nicht (was auch den aufwändigen Pomade-Frisuren nicht gutgetan hätte).

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