Motorrad sicher auf dem Anhänger verzurren: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Du hast dir gerade dein erstes Motorrad zugelegt - Glückwunsch! Oder steht vielleicht eine Tour mit der Clique an, und du willst dein Bike zur Startlocation transportieren? In beiden Fällen bist du hier goldrichtig. In diesem Ratgeber bekommst du eine klare und verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand: Wir erklären dir alles rund um die Auswahl eines geeigneten Motorradanhängers, zeigen dir, wie du dein Bike richtig sicherst - und worauf du beim Fahren mit Gespann achten solltest.

Die Wahl des richtigen Anhängers

Bevor es ans Eingemachte geht, brauchst du den passenden Anhänger. Und hier gilt: nicht jeder Anhänger ist gleich gut geeignet. Wer häufig ein oder mehrere Motorräder transportiert, für den ist ein spezieller Motorradanhänger wie zum Beispiel ein Absenkanhänger ideal.

Denn dank der hydraulischen Absenkfunktion lässt sich das Motorrad mühelos aufladen, ohne dass eine Auffahrschiene erforderlich ist. Der Anhänger lässt sich mit Bordwänden nachrüsten, um ihn für weitere Zwecke nutzbar zu machen. Ein absenkbarer Kofferanhänger schützt das Motorrad zudem vor Wind und Wetter. Aber auch ein klassischer Tieflader mit niedriger Ladehöhe, bei dem das Bike über eine Auffahrschiene auf den Hänger gelangt, kann für den Transport genutzt werden.

Diese sind zudem ideale Allzweckanhänger und können somit neben dem Motorsport auch für andere Transportaufgaben rund um Haus und Garten genutzt werden.

Benötigte Ausrüstung für den Motorradtransport

Was wird benötigt, um ein Motorrad zu transportieren? Die Spanngurte müssen einiges aushalten, um das Motorrad während der Fahrt zu sichern. Achten Sie bei der Auswahl immer auf die Zugfestigkeit (LC = Lashing Capacity).

Für Motorräder bis 200 kg sind Gurte mit LC = 175 daN (daN = Dekanewton, 1 Dekanewton = 10 Newton) ausreichend. Für schwere Maschinen wird LC = 500 daN empfohlen. Außerdem sollten die Zurrgurte mit Ratschen ausgestattet sein, um die Verzurrung zu erleichtern. Mehr zum Thema Spanngurte finden Sie auch in unserem Blogartikel zum Thema Ladungssicherung beim Anhänger.

Um den Höhenunterschied zum Anhänger auszugleichen, benötigen Sie eine Auffahrrampe. Achten Sie dabei auf die Merkmale wie maximale Traglast sowie Breite und Länge der Auffahrschiene. Dabei gilt: Je breiter die Rampe ist, desto einfacher ist das Auffahren.

Eine Motorradwippe bzw. ein Vorderradständer erleichtern das Verladen auf dem Anhänger, da sie das Vorderrad des Motorrads ohne weitere Hilfsmittel senkrecht halten. Wichtig ist, dass der Ständer möglichst weit vorne angebracht wird und die Breite zum Reifen des Motorrads passt. Eine andere Möglichkeit sind Standschienen.

Eine Plane schützt das Motorrad während der Fahrt vor Wind, Wetter und Schmutz.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Verzurren des Motorrads

Das A und O beim Transport: Dein Motorrad muss felsenfest stehen. Das Transportieren eines Motorrads auf einem Anhänger erfordert einige Sicherungsmaßnahmen.

  1. Verladen des Motorrads: Die erste Verladeaktion sollte am besten mit einem Helfer durchgeführt werden, denn gerade beim Aufladen kann damit so manche brenzlige Situation vermieden werden. Befestigen Sie die Auffahrschiene und schieben Sie das Motorrad über die Rampe auf den Anhänger. Dazu können Sie das Motorrad vorsichtig im ersten Gang neben sich herschieben. Bei einem absenkbaren Anhänger entfällt die Rampe.
  2. Positionierung auf dem Anhänger: Stelle dein Motorrad mittig auf dem Anhänger ab. Das Motorrad muss nun so aufgestellt werden, dass es im nächsten Schritt mit Spanngurten gesichert werden kann. Achten Sie darauf, dass das Vorderrad nach vorne stabil abgestützt ist. Dafür eignet sich ein Vorderradständer, der die Maschine sofort aufrecht hält. Die Motorradwippen fixieren das Vorderrad, während du mit den Gurten - jeweils diagonal vorn und hinten - alles sicher verzurrst.
  3. Anbringen der Spanngurte: Jetzt kommt der wichtigste Arbeitsschritt - das Anbringen der vier Spanngurte. Zuerst einen Gurt von rechts und einen von links vorne um die Gabelbrücke legen und abwechselnd festziehen, damit sich das Motorrad aufrichtet. Danach werden hinten die zwei Zurrgurte angebracht. Falls der Seitenständer verwendet wurde, wird dieser nun wieder eingeklappt.
  4. Schutz vor Beschädigungen: In einigen Fällen ist es unvermeidlich, dass ein Spanngurt die Verkleidung oder das Auspuffrohr berührt. Um zu verhindern, dass der Gurt die Oberfläche beschädigt, sollten Sie diese Bereiche schützen. Wichtig: Die Gurte dürfen nicht scheuern! Ein Stück Stoffpolster oder ein alter Lappen hilft, den Lack zu schonen.
  5. Endgültige Fixierung: Positionieren Sie die Zurrpunkte gleichmäßig auf der Ladefläche des Anhängers. Fixieren Sie die Zurrgurte an festen Motorradteilen.

Zusätzliche Tipps und Hinweise

  • Regelmäßige Kontrolle: Halte spätestens alle 100 Kilometer kurz an und check die Ladungssicherung. Überprüfen Sie regelmäßig die Spannung der Gurte, damit das Motorrad stabil auf dem Anhänger bleibt.
  • Abladen des Motorrads: Auch das Abladen will gut geplant sein. Werden die Gurte nach der Fahrt gelöst, sind alle Schritte in umgekehrter Reihenfolge durchzuführen. Um ein Umfallen des Motorrads beim Entladen zu vermeiden, bitten Sie eine zweite Person darum, das Motorrad zu halten, wenn Sie die Spanngurte an einer Seite lösen. Suche dir einen ebenen Untergrund mit ausreichend Platz.
  • Fahrweise: Achten Sie beim Transport auf eine vorsichtige Fahrweise, besonders in Kurven, und halten Sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit mit Anhänger ein. Bremsweg: Länger. Überholen: Besser mal verzichten.

Wichtig: Die Spanngurte dürfen auf keinen Fall an den Abschleppösen befestigt werden. Diese sind, wie der Name schon sagt, nur für das Abschleppen geeignet, wenn die Kräfte im geraden Zug auf das Auto einwirken. Ebenfalls zu beachten ist, dass die Spanngurte nicht an der Karosserie befestigt werden dürfen. Das Auto sollte an den Reifen verzurrt werden, damit die Federung bei Bewegung nicht die Spanngurte lockert und stärker belastet.

Weiterhin sollten die Zurrhaken nicht an beliebigen Stellen am Transportfahrzeug angebracht, sondern nur die vorgesehenen Zurrpunkte verwendet werden. Wenn die Zurrhaken etwa auf Biegung belastet werden, können die einwirkenden Kräfte diesen verbiegen und das Auto löst sich schlimmstenfalls aus der Befestigung.

Grundsätzlich sollten ebenfalls alle vier Räder befestigt werden. Es reicht nicht aus, nur zwei oder drei Räder des Autos zu befestigen, da die Sicherheit sonst nicht gewährleistet ist und die Verspannung nicht den Vorschriften entspricht, was Bußgelder nach sich ziehen kann.

Zudem sollte darauf geachtet werden, dass das zulässige Höchstgewicht nicht überschritten wird und die Last möglichst gleichmäßig verteilt auf dem Anhänger liegt. Selbstverständlich sollte auch ein geeigneter Anhänger verwendet werden, um das Auto zu transportieren.

Mit etwas Routine, der richtigen Ausrüstung und einer sorgfältigen Vorbereitung gelingt die Verladung im Handumdrehen.

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