Motorrad Scheck Wangen: Eine Geschichte von Motorsport und Tradition

Herbert Schek, eine Ikone des Motorradsports, ist auch mit 70 Jahren noch aktiv und voller Leidenschaft für das Zweirad. Sein Name hallt weiterhin in der Motorradsportszene wider. Im Laufe seiner Karriere hat Herbert Schek viele Titel gesammelt, die Welt bereist und dabei Rekorde für die Ewigkeit aufgestellt. Die Liebe des Wangeners zum Zweirad ist auch mit 70 Jahren ungebrochen - und hält ihn jung.

Die Anfänge einer Motorsport-Karriere

'Es begann mit einem Ski-Jöring in Isny am 6. Januar 1951', schrieb Schek in seinen Erinnerungen. Dass er jenes Rennen als 18-Jähriger gleich gewann, ist im Manuskript nicht erwähnt. Einfach Glück habe er gehabt, sagt Schek, der mit seinen 1,94 Metern nicht gerade das perfekte Motorradfahrer-Längenmaß hat. Im folgenden Jahr kam an Schek in hiesigen Regionen kaum einer vorbei. Mehrere oberschwäbische Skijöring-Meisterschaften hat er gewonnen. Aus Leidenschaft, aber auch wegen des Geldes: '30 Mark wurden als Siegprämie ausbezahlt - und das in einer Zeit, als man sich noch mit einer Mark Stundenlohn zufrieden gab.' 1952 stieg Schek 'so richtig' ein. Wochenende für Wochenende zog es Schek nun an die nationalen Rennstrecken. Die Fahrten dorthin legte er mit demselben Motorrad zurück, mit dem er später um schnelle Zeiten kämpfte.

Eine Karriere voller Erfolge

Schek hat die volle Bandbreite des Motorradsports kennengelernt. Von den Bahn- bis zu den Bergrennen fehlt kaum eine Disziplin. 1962 wurde Schek zum ersten Mal deutscher Geländemeister. Noch 13 weitere Male schaffte er dieses Meisterstück. Die Liste seiner sonstigen Erfolge ist lang: Zweimal Enduro-Europameister im Einzel, viermal Enduro-Mannschaftsweltmeister. An den Six Days hat Schek 25 Mal in Folge teilgenommen. Jeder Erfolg hat seine eigene Geschichte. Schek erzählt sie auch heute noch voller Leidenschaft.Auch wenn Herbert Schek in diesem Jahr aufgrund diverser Operationen an Knie und Hüfte „nur“ ein Rennen bestreiten konnte, kann er dennoch mit dem Jahreswechsel auch auf 66 aktive Jahre im Motorsport zurückblicken.85 Jahre - und kein bisschen leise! Schek, unter anderem 15-facher Paris-Dakar-Teilnehmer und Sieger der Marathonwertung 1984 mit BMW, feiert seinen 85. Geburtstag und ist weit davon entfernt, „Ruheständler“ zu sein. Gut, das Alter bringt Einschränkungen mit sich. Bei Herbert Schek sind es die Augen: „Rennen kann ich nur noch fahren, wenn die Strecken keine Wälder beinhalten. Da verschwimmen bei mir die Konturen.“ Schek geht es heute meist gemütlicher an. Zum Beispiel mit der Motorradgruppe des Bürgerforums: „Da bin ich in diesem Jahr sicherlich über 2000 Kilometer gefahren. Und ich hoffe, dass ich das auch noch eine Weile machen kann.“

Die Anfänge bei ADLER und der Weg zum BMW Motorrad Vertragshändler

Äußerst lebendig erinnert sich Schek an seine Anfänge. Zwar fuhr der am 30. Dezember 1932 Geborene schon als 16-Jähriger mit seinem „125erle“. Rennen fahren durfte man - so sahen es die Statuten des ADAC vor - allerdings erst mit 18 und einem gültigen Führerschein. Ergo musste Schek bis zum Dreikönigs-Skijöringrennen 1951 in Isny warten, bevor er erstmals sein Rennfieber ausleben durfte. Es war übrigens auch sein erster Sieg mit seiner Puch.Bald entdeckte Schek, dass sich mit der Rennfahrerei auch Geld verdienen lässt. Ganz berechnender Schwabe startete er alsbald mit der gleichen Maschine auch in der nächsthöheren Klasse - und baute sich irgendwann auch noch einen abnehmbaren Seitenwagen, mit dem sich noch zwei zusätzliche Klassen bestreiten ließen. Diese Geschichte ist ebenso legendär wie die Tatsache, dass zu jener Zeit auch mit einem offenen Pritschenwagen und auf Bierbänken, das Motorrad festhaltend, zu Rennen gefahren wurde.Heiter auch, wenn Schek darüber berichtet, dass er nach der ersten Wintersaison überlegte, was er denn im Sommer machen könnte. Der Ausgang ist bekannt: Von Geländefahrten bis zu Grasbahnrennen folgte eine ganze Menge. Beim Rennen in Weißenhorn nahm er einst seine Tante bei der Ehrenrunde mit. Das Besondere: Sie war Klosterschwester und in voller Montur.

Zahlen und Fakten einer beeindruckenden Karriere

Wie viele Rennen Schek in 66 Jahren bestritten hat, kann der gebürtige Wangener und Rennfahrer aus Leidenschaft beim besten Willen nicht sagen: „Ich weiß nur, dass es rund 1000 Stockerlplätze gewesen sein müssten.“Schek ist seit 1974 beim MSC Amtzell aktiv. Schek wurde zwei Mal Europameister Gelände, 14facher Deutscher Meister, nahm 25 Mal an der Six Days (Gelände-Mannschaftsmeisterschaft, heute Enduro-Mannschafts-Weltmeisterschaft) teil und kehrte zwölf Mal mit Gold, sechs Mal mit Silber und einmal mit Bronze nach Hause. Kein Wunder also, dass auch der MSC Amtzell seinem laut MSC-Vorsitzenden Klaus Schmehl „ältesten und erfolgreichsten, aktiven Mitglied“ alles Gute zum Geburtstag wünschte. Schek, Mitgliedsnummer 18 und längst Ehrenmitglied, ist seit 1.

Ein Besuch bei Motorrad Schek in Wangen

Überaus freundlich wurde ich bei Motorrad Schek, dem BMW Motorrad Vertragshändler in Wangen im Allgäu empfangen. Heribert Schek - genannt Herbert - hatte zuerst den Termin etwas versäumt, was mir persönlich ganz recht war. So hatte ich noch etwas Zeit, mich vor Ort umzuschauen. Die Tochter Cornelia Schek nahm sich die Zeit und lud mich auf einen Kaffee ein. Sie erzählte mir, wie sie das Motorradgeschäft von ihrem Vater übernommen hatte und wie sich das ganze weiterentwickelt hat. Das Geschäft brummt, so scheint es jedenfalls, es ist ein reges Kommen und Gehen.Zwischenzeitlich wurde der vermisste Vater ( Herbert Schek ) aufgefunden, er war kurz mal mit seinen über 80 Jahren in die Stadt gelaufen. „Heute Nachmittag mache ich noch meine Hausstrecke“, gab er an, denn die Fitness die er noch besitze komme nicht von ungefähr. Es wurde sich gleich auf die Bank vor das Geschäft gesetzt und Herbert begann frei weg von den vergangenen Jahren seines sehr interessanten und teils abenteuerlichen Lebens zu erzählen. Er erzählte, wie sein Vater das Geschäft in den 1920er Jahren gegründet hat und damals noch ADLER Autos vertrieben hat. Die Firma SCHEK hat in den letzten 50 Jahren einige Veränderungen durchgemacht. Doch dem Motorsport blieben sie immer treu. Herbert hatte einiges aus seinen Werksfahrerzeiten bei PUCH, SACHS - Wankel, MAICO, BMW, Neckermann ( JAWA ) zu erzählen. In der Firma hängen zahlreiche Portraits mit Bildern aus der Vergangenheit.Nach einiger Zeit zog es uns beide in seine Garage: Hier lebte das Schrauberherz hoch. Es gab einiges vom „alten“ Werksmaterial zu sehen. Kurbelwellen, Nockenwellen, Kolben und Zylinder liegen in den Regalen. Es ist schön, ihm beim Erzählen zu zu hören, die Zeit ist dabei ganz vergessen. Auf seine Töchter ist er sehr stolz. Diese machen ihren Weg erfolgreich und erfüllen ihn mit Freude. Wir wechseln das Gebäude und kommen in die ehemalige Renault Werkstatt. Hier gibt es noch einen Ausstellungsraum mit Bildern von DAKAR und einer originalen BMW - Werksmaschine aus der Zeit. Herbert spricht auch den Einsatz von 1979 im Siegerland Neunkirchen an. Im anschließenden Gespräch mit dem Schwiegersohn Alexander Schek-Popp wurde mir sein persönliches Projekt, ein Nachbau einer WERKS - BMW von damals, vorgestellt. Diese Art von BMW Motorrad Umbauten bereiten ihm sehr viel Spaß. Es sind unzählige Stunden, die in ein solches Projekt laufen. Das Kerngeschäft seien jedoch die Neufahrzeuge der Marke BMW MOTORRAD gab er an, was noch geht sind die Vespa und Kymco Roller. Durch die guten Verkaufszahlen bedingt muss er nahezu jeden Samstag im Geschäft verbringen und hat deshalb keine Zeit mehr, dem Endurosport nachzukommen.

Die Zusammenarbeit mit Hornig und die Wankel-GS

Manche Geschichten beginnen im Atelier, andere am Biertisch - und manchmal sind es genau diese Zufälle, die etwas Einzigartiges entstehen lassen. Die Zusammenarbeit von Mike Marotzky und Helmut Hornig gehört zweifellos zu der zweiten Kategorie. Zwei Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Mike, der kreative Polstermeister mit Sammelleidenschaft, dessen Werkstatt ein Mix aus Museum und Zukunftslabor ist, und Helmut, der strukturierte Maschinenbauer, der seit über 20 Jahren mit seiner Firma Motorradzubehör Hornig für hochwertige, maßgefertigte Teile rund um BMW Motorräder steht.Zu der Schek-Geschichte mit dem abvibrierten Stutzen an der Wankel kann ich noch was beitragen: Im letzten Jahr habe ich für eine Video-Produktion bei der Klassik-Geländefahrt in Höxter ein Interview mit Herbert Schek gemacht - es ist schon beeindruckend, daß er sich noch an fast alle Einzelheiten seiner Karriere seit 1950 erinnern kann. In der Schek'schen Werkstatt war die wassergekühlte Version entstanden, dazu nutzte man ein Trochoidengehäuse der wassergekühlten Langstrecnen-Rennmaschine. Die Wankel-GS hatte immer mit Überhitzung zu kämpfen, so daß es manchmal zu kuriosen Situationen an den zeitkontrollen von Geländefahrten kam: die Betreuer schütteten kübelweise Wasser über die Motoren, um sie abzukühlen. Damit hatte man zumindest in der folgenden Sonderprüfung wieder etwas mehr Leistung. Bei heißen Motoren war der Leistungsabfall immens. Das war dann auch der Anstoß für eine wassergekühlte Version. Weil Herbert auch ein Renault-Händler war, lag es nahe, einen Wärmetauscher von einem PKW zu nehmen, der steinschlaggeschützt hinter dem "Zylinder" eingebaut war.Als Rheinländer kann ich es nicht beschreiben, wie der lange Allgäuer erzählte, daß es bei einer Geländefahrt hinter ihm plötzlich nebelig wurde. Das muß man ihn selbst erzählen lassen...... Von der Maschine waren seinerzeit 3 Stück und soweit nachvollziehbar, 11 Motoren gebaut worden. Kurt Fischer errang in Österreich bei den Six Days 1976 eine Goldmedaille, es sollte die einzige Sechstage-Medaille sein, die mit einer Wankel errungen wurde. Schek fiel mit einem Getriebeschaden aus. Das muß aber nicht der Wankel angelastet werden, weil die Getriebe auch in den Hubkolben-Motoren eingebaut waren (auch die Vorjahresmannschaft mit den W 2000-Geländemaschinen - Fritz Witzel, Ivan Saravesi und Doug Wilford- war bei den Six Days 1975 auf der Insel Man ausgefallen).

Maxi Schek: Ein aufstrebendes Talent in der BMW Motorrad Familie

Maxi Schek ist ein aufstrebendes Talent im deutschen Motorsport und gehört fest zur BMW Motorrad Familie. Als leidenschaftlicher Rennfahrer hat er sich durch seinen Ehrgeiz und seine spektakulären Leistungen einen Namen gemacht. Maxi stammt aus Wangen im Allgäu und wuchs in einer echten Motorrad-Familie auf. Seine Eltern betreiben vor Ort einen BMW Motorradhandel, was ihm schon früh den Zugang zur Welt des Motorsports ermöglichte. Der Ursprung meiner Begeisterung für den Motorsport wurde mir in die Wiege gelegt.In diesem Jahr sorgte Maxi Schek besonders bei der German Cross Country (GCC) für Aufsehen. Die GCC ist eine der wichtigsten Offroad-Rennserien in Deutschland, bei der sich die besten Fahrer auf anspruchsvollen Strecken messen. Ende September fand das große Finale der German Cross Country im baden-württembergischen Bühlertann statt - bereits zum 11. Mal ging es offroad durch Schlamm und Dreck. Was für ein Abschluss einer überragenden Saison - Maxi Schek #34 ist Meister der XLMOTO Big Twin Klasse der GCC - Deutsche Cross Country Meisterschaft. Bei einer wahren Schlammschlacht ging Maxi am Ende als Sieger von Bühlertann hervor - die Meisterschaft war damit gesichert. Als Endurofahrer wächst man an seinen Aufgaben. Bei der Hellas Rally 2024 in Griechenland stellte Maxi auf den anspruchsvollen Offroad-Strecken erneut seine Fähigkeiten unter Beweis und zeigte eine starke Performance.Maxi Schek fährt die neue BMW F 900 GS, ein sportliches Bike, das mit seiner Dynamik und Agilität perfekt zu Scheks Fahrstil passt. Das Motorrad bietet ein präzises Handling, einen kraftvollen Zweizylinder-Reihenmotor und modernste Elektronik - die ideale Kombination, um sowohl auf Offroad-Strecken und als auch auf Rallyes die maximale Leistung abzurufen.Die Partnerschaft zwischen BMW Motorrad und Maxi Schek ist eine Erfolgsgeschichte. Maxi Schek verkörpert die Werte von BMW Motorrad: Präzision, Technikbegeisterung und Siegeswillen. BMW und Maxi Schek bilden ein unschlagbares Team, das in der Welt des Motorsports für Furore sorgt.

Fit bis ins hohe Alter

Noch immer hält sich Schek fit mit Bergläufen, Krafttraining, Radfahren. Noch immer schwingt er sich auf eine seiner Maschinen und fährt mehrere Rennen pro Jahr. Noch immer ist es Schek ein Anliegen, den sportlichen Kampf mit Gleichgesinnten aufzunehmen - und dabei die Rote Laterne möglichst anderen zu überlassen.
Name Erfolge
Herbert Schek
  • 14facher Deutscher Meister
  • 2facher Europameister Gelände
  • 25 Teilnahmen an den Six Days
  • Sieger der Marathonwertung Paris-Dakar 1984
Maxi Schek
  • Meister der XLMOTO Big Twin Klasse der GCC

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