Motorrad Schutzkleidung Herren Test: Ergebnisse, Kaufberatung & Preisvergleich

Wer nicht nur im Sommer bei schönem Wetter unterwegs ist, benötigt eine allwettertaugliche Motorrad-Kombi. Motorrad Textiljacken sind Allroundtalente und durch den guten Wetterschutz zumindest auf größeren Touren die bessere Wahl. In Sachen Funktionalität und Verarbeitung schon immer top, sind jetzt auch Details wie der Kragenabschluss im Vergleich zum Vorgängermodell nachgebessert.

Im Folgenden werden verschiedene Motorradjacken und -kombis für Herren vorgestellt, die in Tests gut abgeschnitten haben. Dabei werden Aspekte wie Passform, Material, Sicherheit, Praxistauglichkeit, Wetterschutz, Ausstattung und Tragekomfort berücksichtigt.

Top Motorradjacken und -Kombis im Überblick

Hier ist eine Übersicht von getesteten Motorradjacken und -kombis, die in verschiedenen Kategorien überzeugen:

  1. Touratech Compañero ULTIMATE: "Der Compañero Ultimate setzt im Hinblick auf Material, Sicherheit, Ausstattung und Verarbeitung Maßstäbe und ist so vielseitig wie komfortabel." (97 Punkte)
  2. Touratech Compañero Rambler: "Die Compañero Rambler Jacke überzeugt in allen Punkten und ist insgesamt nicht nur Spitzenreiter, sondern auch unser Toptipp." (96 Punkte)
  3. Spidi Allroad H2Out: "Premium-Ganzjahresjacke mit hervorragender Belüftung. Layer universell nutzbar." (96 Punkte)
  4. Stadler Free Sport Pro: "Ein perfektes Stück Motorradbekleidung. Rundum bestens geschützt, uneingeschränkte Bewegungsfreiheit." (96 Punkte)
  5. Rukka Rapto-R: "Hochwertige Textiljacke mit Gore-Tex Pro 3-Lagen-Laminat und herausnehmbarer Daunenjacke. Hochwertig verarbeitet und allwettertauglich." (96 Punkte)
  6. Rukka Realer: "Die Realer-Jacke gibt einem das gute Gefühl, in einer Hightech-Rüstung zu stecken - rundum bestens geschützt, aber voll beweglich. Der Daunen-/Feder-Midlayer ist eine Benchmark. Wärmeisolation und Wetterbeständigkeit sind hervorragend. Leider teuer." (96 Punkte)
  7. Stadler Tour Evo: "Alles in allem bietet der Anzug, was man braucht, und kombiniert eine erstklassige Verarbeitung mit Funktionalität im Alltag." (95 Punkte)
  8. Stadler Treasure Pro: "Mehr geht nicht. Die Jacke Treasure Pro erfüllt alle Ansprüche an das aktuelle Spitzenmodell in Stadlers 3-Layer-Programm. Bei Regen hält die Jacke dicht, während das patentierte Belüftungssystem im Sommer reichlich Frischluft einfängt." (95 Punkte)
  9. iXS HORIZON-GTX: "Wem Vielseitigkeit wichtiger ist als auffälliges Design, liegt mit der Horizon-GTX goldrichtig." (94 Punkte)
  10. Rukka Armagate: "Hochwertig, schlicht und vielseitig - auch die Jacke der Armagate Kombi von Rukka überzeugt durch Qualität und Tragekomfort, Hinzu kommen kleine Details, wie die Schlüsselhaken und runden das Gesamtbild zu einer tollen Jacke ab." (93 Punkte)
  11. Spidi Mission-T H2Out: "Eine Jacke für alle Jahreszeiten und sechs Einsatzzwecke mit und ohne Bike. Die 3-in-1-Lösung macht die Spidi Mission-T zur Funktionsbekleidung im besten Sinne: durchdacht, funktional, dazu lässig und italo-stylisch. Klarer Kauftipp." (93 Punkte)
  12. Spidi Hard Track 3 H2Out: "Diese Jacke macht alles mit - Sturm, Kälte, Hitze, Dauerregen. Ideale Ergänzung: Hard-Track-3-Hose." (92 Punkte)
  13. Modeka Hydron: "Die Modeka Hydron ist eine insgesamt sehr gute Tourenkombi für drei von vier Jahreszeiten, mit viel Stauraum, guter Sichtbarkeit und hohem Komfort. Praktisches Highlight ist die abnehmbare und als Bauchtasche nutzbare Rückentasche." (92 Punkte)
  14. Büse Porto: "Sehr gute Tourenjacke mit umfangreichem Größensortiment für Fahrer­innen und Fahrer und weitem Einsatzbereich." (92 Punkte)
  15. Modeka Panamericana: "Die Panamericana von Modeka ist eine überaus gelungene Jacke mit vielen durchdachten Details, auch auf großer Tour." (92 Punkte)
  16. Spidi Frontier: "Ein sehr guter, federleichter und sommerlicher Anzug für alle Adventure-Fahrer, die es eher in den warmen Staub als in den kalten Matsch zieht." (91 Punkte)
  17. iXS Tour LT Montevideo-Air 2.0: "Passgenauer Schnitt, gute Ausstattung, hoher Tragekomfort. Dank modularem Aufbau an verschiedene Klimabedingungen anpassbar." (91 Punkte)
  18. Büse Open Road Evo: "Multifunktionale „All-Season-Jacke”, die ganz klar hält was sie verspricht!" (90 Punkte)
  19. Held Luca: "Top Kombi! Dass man das Inlay als Regenkombi tragen kann, finde ich perfekt. Das Fehlen von Hüft- und Rückenprotektor führt leider zu einer Abwertung." (90 Punkte)

Adventure-Textilkombis im Test

Spezielle Adventure-Kombis müssen aber noch mehr können: Hitze, Kälte, Wasser und auch Dreck dürfen ihnen nichts anhaben. Gehören Nässe- und Kälteschutz noch zu den einfacheren Disziplinen einer Adventure-Textilkombi, müssen die Anzüge auch exzellente Belüftung bieten. Wer abseits der Straße unterwegs ist, freut sich außerdem über viele Taschen. Trotz Preislimits von 1.000 Euro pro Set verdienen sich viele Anzüge eine Empfehlung und distanzieren sich durch Ausstattung und Materialqualität deutlich von der Einsteigerklasse und klassischen Touren-Textilklamotten.

Beispiele für Adventure-Textilkombis:

  • Alpinestars Andes Pro Drystar: Die leichte Alpinestars-Kombi lässt sich umfassend mit Protektoren und sogar einem innenliegenden Airbag aufrüsten. Passform, Bewegungsfreiheit und Ausstattung überzeugen dagegen auch so. MOTORRAD-Urteil: gut
  • Bering Bronco: Bering bietet mit der Bronco-Kombi ein rundes Paket mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Kombi überzeugt da, wo es drauf ankommt, und hat darüber hinaus viele nette Extras zu bieten. Ein Anzug für alle Tage. MOTORRAD-Urteil: gut
  • Büse Porto: Die Büse-Kombination verblüfft mit der Luftigkeit eines Sportanzugs. Auch mit zweiter Lage ist er beweglicher als andere Anzüge und überzeugt mit guter Isolierung. Die Regenkombi sollte aber trotzdem im Gepäck bleiben. MOTORRAD-Urteil: sehr gut
  • Difi Sierra Nevada Edt Aerotex: Der leichte und günstige Difi-Anzug hält, was die Rallye-Optik verspricht. Auch wenn die Schwächen beim Tragekomfort und Nässetest wertvolle Punkte kosten, bleibt die Sierra-Nevada-Kombi eine solide Empfehlung für alle Tage. MOTORRAD-Urteil: befriedigend
  • FLM Reise Textil 2.0: Wer sich mit der groß ausfallenden Passform arrangiert hat, findet mit der FLM-Kombi einen guten Reisepartner. Viele Taschen, guter Wetterschutz und tolle Belüftung kompensieren die Schwächen im Bereich Tragekomfort. MOTORRAD-Urteil: gut
  • Germot Allround: Die straßenorientierte Germot-Kombi punktet mit perfekter Passform und ungewohnt hoher Bewegungsfreiheit. Kleinen Taschen und durchschnittlicher Belüftung steht eine vollständige Protektorenausstattung gegenüber. MOTORRAD-Urteil: befriedigend
  • Held Hakuna II/Matata II: Die durchdachte, gut ausgestattete und obendrein schicke Held-Kombi bietet sehr gute Belüftung und viele Taschen. Doch die steife Passform, Druckstellen und Schwächen im Nässetest trüben den guten Gesamteindruck etwas. MOTORRAD-Urteil: gut
  • iXS Adventure GTX: Der luftige Adventure-Anzug von iXS punktet vor allem bei der Passform und der Ausstattung, die auch ein komplettes Protektorenset und viele Taschen einschließt. Für frischere Tage besteht jedoch Nachrüstbedarf. MOTORRAD-Urteil: gut
  • Macna Equator/Fulcrum: Die Macna-Kombi schlägt sich gut im Bereich Klimatisierung; Passform und Bewegungsfreiheit sind aber nur durchschnittlich. Wenige und zu kleine Taschen sowie die schmale Protektorenausstattung kosten Punkte. MOTORRAD-Urteil: befriedigend
  • Modeka Talismen: Die Talismen gibt sich optisch zurückhaltend, überzeugt aber auf ganzer Linie. Denn die Modeka-Kombi bietet viele große Taschen, schöne Extras, sehr gute Belüftung und wird bei Bedarf zur mollig-warmen Schutzhülle. MOTORRAD-Urteil: sehr gut
  • Rev’it Offtrack: Beim Rev’it-Anzug passt (fast) alles. Verarbeitung, Passform, Wetterschutz und auch die gut sitzenden Protektoren. Wünschenswert wären höchstens größere Taschen und ein paar Extras. Beim Wetterschutz und der Ausstattung liegt sie im guten Durchschnitt. MOTORRAD-Urteil: gut

Motorrad Textiljacken - Drei Schichten Schutz

Grundsätzlich ist eine Textiljacke in drei Schichten aufgebaut: Der äußeren Schicht, zumeist aus widerstandsfähigem Cordura, folgt eine wind- und wasserundurchlässige Membran. Hier unterscheidet man Z-Liner und ein 2- oder 3-Lagen-Laminat. Ein Z-Liner, in der Regel eine einzippbare Membranjacke, ist etwas kostengünstiger in der Produktion. Der Nachteil: Die Außenjacke saugt sich bei Regen voll, wird nass und schwer. Bei den Membranen unterscheidet man porige und rein physikalische. Porige Membrane wie etwa Gore-Tex basieren auf einer Teflonschicht, die so lange gezogen wird, bis eine mikrofeine Porung entsteht, durch die nur noch Wasserdampf entweichen kann, die ansonsten aber wind- und wasserdicht ist.

Anders funktionieren zum Beispiel SympaTex-Membrane. Das sind Stoffe, die so fein gewebt sind, dass sie zwar Wasser abhalten, Wasserdampf aber durchlassen. Egal ob mit oder ohne Porung, zum Abtransport des Wasserdampfes nach außen ist ein Temperaturgefälle hin zur Außentemperatur nötig. Als Faustregel geht man hier von etwa 15 Grad aus, bei der eine Klimamembran am besten funktioniert.

Weitere getestete Textiljacken

Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch weitere empfehlenswerte Textiljacken:

  • Alpinestars Andes V3 Tourer
  • Bores Emilio
  • Büse Highland
  • Dainese Carve Master 2 Gore-Tex Jacket
  • Difi Ontario Aerotex
  • FLM Touren Textiljacke 3.0
  • Furygan Thruxton
  • Harley-Davidson FXRG Riding Jacket
  • Harley-Davidson Vanocker Waterproof Riding Jacket
  • Held Renegade
  • Icon Stormhawk WP Jacket
  • IXS Tour LT Montevideo
  • Modeka Viper LT
  • Rukka Armarone
  • Rukka Melfort
  • Scott Voyager Dryo
  • Vanucci HiRider III

8 Allwetter-Textilkombis im Test (400 bis 1.600 Euro)

Für Schutz sorgt dabei in der Regel eine abriebfeste Außenschicht, für Wärme ein herausnehmbares Thermofutter, für Nässeschutz eine entnehmbare oder ins Außenmaterial integrierte Membran und für kühlende Frischluft großflächige Belüftungsöffnungen.

Im Testfeld gab es insbesondere bei den letzten beiden Aspekten große Unterschiede, Gemeinsamkeiten zeigten sich derweil beim Mut zu helleren Farben und in der Tendenz, die herausnehmbaren Thermofutter so zu gestalten, dass sie auch separat als Alltags- oder zumindest Notfalljacke getragen werden können.

Mit Preisen von 400 bis 1.600 € liegen die getesteten Kombis sehr weit auseinander. Ziel des Tests ist deshalb auch weniger der knallharte Vergleich der Testteilnehmer als vielmehr ein Eindruck, was welcher Anzug bietet und wie viel man dafür zu zahlen bereit sein muss.

Die interessantere Frage ist jedoch, ob sie angesichts des niedrigen Preises dennoch die an sie gestellten Erwartungen erfüllen kann. Wie die Endwertung zeigt, schaffen das tatsächlich alle Kombis, selbst die mit Abstand günstigste von FLM: 229,99 € für die Jacke und 179,99 € für die Hose - damit erhalten Motorradreisende bei Polo eine voll ausgestattete Tourenkombi für zusammen gerade einmal 410 €.

Im Bereich von 600 bis 700 € findet sich zunächst die Bogotto-Kombi, die bei kühleren Temperaturen schön warm hält, bei Kombination der Schichten aber die Bewegung einschränkt. Preislich knapp darüber steht die Kombi von iXS, die wesentlich mehr Belüftung bietet und nur knapp die Bewertung "sehr gut" verfehlt. Und schließlich findet sich hier noch die Lösung von Modeka, die zugunsten von Meshgewebe auf herkömmliche Belüftungsöffnungen verzichtet, insgesamt trotz des niedrigen Preises aber sehr gut ist und damit zum Kauftipp gekürt wird.

Alpinestars und Scott liegen um die 1.000 €, Erstere lässt aufgrund der kleinen Level-1-Protektoren Punkte liegen, der Scott bleibt derweil nur deshalb die Note "sehr gut" verwehrt, weil sie mehr Adventure- als Tourenkombi ist und dadurch sehr robust ausfällt.

Weitere 400 bis 600 Euro darüber kommen wir zu den Testsiegern: Held und Rukka teilen sich punktgleich den ersten Platz, wobei sie die Punkte unterschiedlich sammeln.

Rukka Rimo-R Kombi im Detail

Rukka bezeichnet die Rimo-R Jacke und Hose als Sommerkombi für Enduro- und Reiseendurofahrer. Die Jacke selbst besteht aus Gore-Tex® 2 Lagen Laminat mit leichtem und robustem Polyester Oberstoff. AirVents vorn, seitlich, an den Schultern, unter den Armen und im Rücken sollen bei heißen Temperaturen für ausreichende Belüftung sorgen. 500D CORDURA verstärkt das Material an anfälligen Stellen und vier Außentaschen bieten Stauraum am Körper.

Die zur Jacke passende Rimo-R Hose bietet die gleichen Qualitäten: atmungsaktiv, wind- und wasserdicht durch GORE-TEX 2 Lagen Laminat, AirVents an den Oberschenkeln und 2 wasserdichte Außentaschen + 2 aufgesetzte Cargo-Taschen. Zusätzlich sind hitze- und abriebfeste Ledereinsätze an Gesäß auf der Bein-Innenseite als Hitzeschutz angebracht. Mit der Weitenverstellung lässt sich die Hose auch so festziehen, dass das Risiko hängenzubleiben minimiert wird.

Allgemeine Kaufberatung für Motorradjacken

Bei der Wahl der richtigen Motorradjacke sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Material: Textil oder Leder? Textiljacken sind oft vielseitiger und bieten besseren Wetterschutz, während Lederjacken eine höhere Abriebfestigkeit aufweisen.
  • Protektoren: Achten Sie auf CE-geprüfte Protektoren an Schultern, Ellenbogen, Rücken, Hüfte, Knien und Schienbeinen.
  • Passform: Die Jacke sollte eng anliegen, aber nicht die Bewegungsfreiheit einschränken.
  • Wetterschutz: Eine wasserdichte Membran und ein herausnehmbares Thermofutter sind ideal für wechselnde Wetterbedingungen.
  • Belüftung: Ausreichende Belüftungsöffnungen sorgen für Komfort bei warmem Wetter.
  • Ausstattung: Viele Taschen, Verstellmöglichkeiten und andere praktische Details können den Komfort erhöhen.

Motorradjacken im Vergleich

Hier ist eine Tabelle, die einige der getesteten Motorradjacken vergleicht:

Modell Material Protektoren Wetterschutz Belüftung Besonderheiten
Touratech Compañero ULTIMATE Textil CE-geprüft Gore-Tex Ja Sehr vielseitig und komfortabel
Spidi Allroad H2Out Textil CE-geprüft H2Out Membran Hervorragend Premium-Ganzjahresjacke
Rukka Rapto-R Textil CE-geprüft Gore-Tex Pro Ja Herausnehmbare Daunenjacke
Modeka Talismen Textil CE-geprüft Sympatex Sehr gut Viele Taschen, schöne Extras

Motorrad Lederjacken

Die integrierten CE-geprüften Sicherheitselemente und die Rückplatte mit hoher Dichte sorgen für zusätzlichen Schutz. Ein Verbindungsreißverschluss für die Hose und elastische Einsätze an den Achseln machen diese Jacke zu einer guten Wahl für jeden Fahrer.

Aus vollnarbigem Rindsleder gefertigt ist sie im Race-Cut geschnitten, besitzt also eine vorgekrümmte Passform ideal für aktuelle Sportmotorräder. Lederdopplungen befinden sich an den exponierten Stellen wie Schultern, Ellbogen, Gesäß und an den Knien. Eine optimale Beweglichkeit garantieren Stretch-Einsätze an den Innenarmen, Achseln, Kniekehlen und im Schrittbereich. An Schultern, Ellbogen und Knien sind Level 2 Protektoren verbaut, auch ist im Lieferumfang ein Rückenprotektor gleicher Schutzklasse enthalten. Für die Hüften sind Level 1 Protektoren integriert, die etwas weniger auftragen. Tribut an den sportlichen Ansatz zollen die serienmäßigen Knieschleifer.

Sicherheit geht vor

Sind Ihre Motorradklamotten älter als zehn Jahre? Dann wird es Zeit für ein Update. Die richtige Motorrad-Schutzkleidung und der korrekte Helm können Leben retten und verhindern, dass im Fall eines Unfalls Ansprüche gekürzt werden.

Schutzpolster und Protektoren

Den Namen "Protektor" dürfen streng genommen nur Schutzpolster tragen, die nach der europäischen Norm 1621-1, -2 und -3 geprüft sind. Beworben werden diese Protektoren als "CE-geprüfte Protektoren". Ihre Aufgabe: Beim Sturz die Aufprallenergie aufnehmen, auf eine größere Fläche verteilen und das Durchschlagen spitzer Gegenstände vermeiden.

Ganz einfach: Je dicker ein Protektor ist und je größer die Fläche, die er abdeckt, desto höher die Sicherheit bei einem Unfall. Gut ausgerüstete Kombis müssen dabei keineswegs unbequem sein. Immer häufiger kommen Hightech-(PU-)Schaumstoffe zum Einsatz, die beim Tragen flexibel sind und sich erst beim Aufprall verhärten.

Vorsicht vor dünnen Rückenprotektoren in zweiteiligen Low-Cost-Kombis: Sie sind nicht selten aus billigem Schaumstoff gefertigt und decken wichtige Bereiche der unteren Wirbelsäule gar nicht ab. Hier hilft nur eines: Diese Pseudo-Schützer entfernen und einen separaten, hochwertigen Rückenprotektor unter der Kombi-Jacke tragen!

Und wo sollte ein sicherer Motorradanzug Protektoren haben? Am besten an Schulter, Ellenbogen, Rücken, Hüfte, Gesäß, Knie, Schienbein und Fußknöchel.

Bußgeld bei nicht geeignetem Helm

Ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro droht, wenn während der Fahrt kein oder kein geeigneter Schutzhelm getragen wird. Die aktuelle Version ist die Norm ECE-R 22.06, mit der seit 2022 geprüft wird. Mittlerweile dürfen keine Helme mehr mit der früheren Norm ECE 22.05 produziert werden.

Unfall ohne Schutzkleidung

Obwohl gesetzlich - anders als bei der Helmpflicht - das Tragen von Motorradschutzkleidung nicht vorgeschrieben ist, ist in der Rechtsprechung eine Tendenz zu beobachten, schuldlos geschädigten Motorradfahrern wegen des Nichttragens von Schutzkleidung Ansprüche zu kürzen.

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