Motorrad Sitzbank selber bauen: Eine detaillierte Anleitung

Viele Motorradfahrer träumen davon, ihre Maschine individuell anzupassen. Eine selbstgebaute Sitzbank ist dabei ein beliebtes Projekt. Dieser Artikel zeigt, wie man mit einfachen Mitteln und etwas handwerklichem Geschick eine individuelle und komfortable Sitzbank für sein Motorrad fertigen kann. Ziel ist es, eine Sitzbank zu bauen, die so günstig und so gut wie möglich ist, den Sitzkomfort deutlich erhöht und auch auf langen Reisen ein angenehmes Fahrerlebnis bietet.

Materialien und Kosten

Für den Bau einer individuellen Motorradsitzbank sind folgende Materialien erforderlich:

  • Eine alte Sitzbank als Basis (z.B. von einer KLE, ca. 35€ über Ebay Kleinanzeigen)
  • Hartschaumstoff (z.B. alte Schwimmmatten, ca. 0€, da Recycling)
  • Weichschaumstoff zum Glätten (ca. 10€, lokale Möbelpolsterei)
  • Gummileder oder ähnliches rutschfestes und wetterfestes Bezugsmaterial (ca. 10€, lokale Möbelpolsterei)
  • Schaumstoffsprühkleber (ca. 6€, lokaler Baumarkt)

Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf etwa 50€.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Vorbereitung der alten Sitzbank

Zuerst muss die alte Sitzbank geöffnet werden. Das bedeutet, dass alle alten Tackernadeln entfernt werden müssen, was einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Nachdem der Rost entfernt wurde, sollte die Bank gründlich gereinigt und alle Metallteile erneuert oder entrostet werden.

2. Aufbau des neuen Polsters

Da Hartschaumstoff sich nicht gut an das Plastik der Sitzbank anpasst, wird empfohlen, auf dem alten Schaumstoff aufzubauen. Alternativ zu Verbundschaumstoff, der oft teuer und schwer erhältlich ist, können recycelte Schwimmmatten verwendet werden. Dieses Material ist fest, gut zu verarbeiten und ausreichend vorhanden.

Über den Hartschaumstoff wird eine weichere Schicht Schaumstoff gelegt, um Unebenheiten auszugleichen und eine glatte Oberfläche zu schaffen.

3. Spannen des Bezugs

Das Spannen des Bezugs ist oft die anspruchsvollste Aufgabe. Hier ist es wichtig, sorgfältig und präzise zu arbeiten.

Lose Tackernadeln sollten entfernt und neu gesetzt werden, um einen sauberen und sicheren Halt zu gewährleisten.

4. Tipps für Nachmacher

  • Probesitzen: Unbedingt Probesitzen, auch wenn es nur auf einem Hocker ist, um Druckstellen zu finden und zu beseitigen.
  • Mehrere Schichten Weichschaumstoff: Lieber zwei Schichten weichen Schaumstoffs verwenden, um Unebenheiten des harten Schaumstoffs besser zu verdecken.
  • Geeignetes Bezugsmaterial: Kein festes Kunstleder verwenden, sondern ein rutschfestes und dehnbares Material, das sich besser spannen und glatt anlegen lässt.

Detaillierte Tipps und Tricks

Einige zusätzliche Tipps und Tricks können helfen, das Projekt noch erfolgreicher zu gestalten:

  • Schaumstoff bearbeiten: Zum Bearbeiten von Schaumstoff kann man ein langes, scharfes Messer verwenden, das mit Öl benetzt wird. Alternativ kann eine Flex mit Fächerscheiben verwendet werden. Für die Feinarbeit eignet sich Schleifpapier mit 40-K Körnung.
  • Zellkautschuk: Wer es puristisch mag, kann Zellkautschuk (Moosgummi) als Sitzpolster verwenden. Es saugt sich nicht mit Wasser voll, ist aber härter und weniger bequem.
  • Hartschaumplatten: Als Grundplatte eignen sich Hartschaumplatten, die leicht, stabil und einfach zu bearbeiten sind. Sie lassen sich mit Wärme verformen und sind TÜV-unkritisch.

Erfahrungen und Anpassungen

Viele Motorradfahrer haben ihre eigenen Erfahrungen mit dem Bau von Sitzbänken gemacht und teilen diese gerne. Hier sind einige Einblicke:

  • Sitzhöhe und Kniewinkel: Die Sitzhöhe beeinflusst den Kniewinkel. Eine höhere Sitzbank kann den Kniewinkel angenehmer machen.
  • Breite der Sitzbank: Die Breite der Sitzbank im vorderen Bereich beeinflusst den Druck auf die Beininnenseite. Eine schmalere Bank kann hier Abhilfe schaffen.
  • Materialauswahl: Die Wahl des Materials hängt von den individuellen Vorlieben ab. Während einige harte Polster bevorzugen, setzen andere auf weiche Gelkissen.

Alternativen und Ergänzungen

Es gibt verschiedene Alternativen und Ergänzungen, die das Projekt erweitern können:

  • Gelkissen: Gelkissen können den Komfort auf längeren Touren erhöhen, helfen aber nicht unbedingt gegen die Sitzposition.
  • Taschenhalter: An der Sitzbank können Halterungen für Soziustaschen befestigt werden, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen.

Outdoor & Boot Kunstleder Ocean

Für den Bezug der Sitzbank empfiehlt sich die Serie Outdoor & Boot Kunstleder Ocean mit Sanitized®Ausrüstung. Diese zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Extrem hohe Strapazierfähigkeit (Scheuertouren: 300.000 Martindale)
  • Flammhemmende Ausrüstung gemäß EN 1021 1+2
  • Widerstandsfähigkeit gegen die Bildung von Schimmel- und Stockflecken
  • Pflegefreundlichkeit
  • Antimikrobielle, antifungale Beschichtung
  • Salzwasser- und Chlorwasserbeständigkeit
  • Sehr hohe Lichtechtheit Stufe 7
  • Alkoholresistenz
  • Phthalates-Free
  • Wasserdicht
  • UV-Beständig

Werkzeuge

Folgende Werkzeuge sind für das Projekt hilfreich:

  • Spitzzange / Schraubendreher
  • Drahtbürste
  • Scharfes Messer / elektrisches Küchenmesser / Schere
  • Tacker
  • Tacker-Klammern (ca. 6 - 8 mm)
  • Fön

Tabelle: Materialübersicht und Kosten

Material Kosten (ca.) Bezugsquelle
KLE Bank 35€ Ebay Kleinanzeigen
Hartschaumstoff 0€ Recycling (z.B. alte Schwimmmatten)
Weichschaumstoff 10€ Lokale Möbelpolsterei
Gummileder Bezug 10€ Lokale Möbelpolsterei
Schaumstoffsprühkleber 6€ Lokaler Baumarkt
Gesamtkosten 50€

Mit diesen Informationen und etwas Geduld kann jeder Motorradfahrer seine eigene, individuelle Sitzbank bauen und den Fahrkomfort deutlich verbessern. Viel Erfolg beim Selbermachen!

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