Bei der Wahl der richtigen Motorradstiefel spielen viele Faktoren eine Rolle. Dieser Artikel vergleicht verschiedene Modelle und hilft Ihnen, die idealen Stiefel für Ihre Bedürfnisse zu finden. Ob für die Rennstrecke, die Landstraße oder den Alltag - hier finden Sie die passenden Informationen.
Die Bedeutung von Motorrad Sportstiefeln
Gute Motorradstiefel sind ein Muss, besonders wenn es sportlich zugeht. Sie schützen die Füße, die bei Stürzen besonders verletzungsanfällig sind. Zehn Motorradstiefel bis 250 Euro müssen im Test zeigen, was sie draufhaben.
Es ist wichtig, bereits im Laden eindeutige Hinweise darauf zu bekommen, ob die Motorradjacke oder -hose, der Handschuh oder Stiefel tatsächlich den harten Schutzanforderungen entsprechen, die im Worst Case erforderlich sind. Die entscheidende Norm für diesen Test ist die just aktualisierte DIN EN 13634:2017 und trägt zu Deutsch den schönen Titel „Schutzschuhe für Motorradfahrer.
Entspricht ein Motorradstiefel dieser Norm, muss er auch entsprechend gekennzeichnet sein. Dabei darf man sich nun nicht von irgendwelchen kryptischen Zusatzzahlen und Markierungen irritieren lassen. Jahreszahlen wie 2010 oder 2015 geben lediglich Auskunft darüber, welche Norm-Fassung der Zertifizierung des Stiefels zugrunde liegt. Weiterhin können Zusatzangaben zum Schutzlevel gemacht werden, meist als Zahlenkolonne 1-1-1, 1-2-1, 2-2-1 und so weiter. In der Ziffernreihenfolge beschreibt diese Angabe die Abrieb- und Schnittfestigkeit sowie Quersteifigkeit des Stiefels. Und als Faustregel gilt: Zwei ist besser als eins.
Sicherheitsmerkmale
Die Qualität des Außenmaterials gehört zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen eines Motorradstiefels. Achten Sie vor allem auf Robustheit und Widerstandsfähigkeit - dabei muss es nicht immer Echtleder sein. Dank neuster Technik bieten Materialien wie Microfiber und Lorica usw. hervorragende Eigenschaften.
Ein qualitativ hochwertiger Stiefel verfügt über Protektorenelemente seitlich am Schuh, im Knöchelbereich, an der Ferse und am Schien- und Wadenbeinbereich. Ein Muss an jedem Modell ist die sogenannte Schaltverstärkung - ein kleiner Bereich auf dem linken Stiefel, der durch zusätzliches Material (Leder, Kunststoff) besonders verstärkt ist.
Bislang optional sind Prüfverfahren, nach denen der Aufprallschutz - sprich das Dämpfvermögen für Knöchel- und Schienbeinprotektoren - begutachtet wird. Erst mit der Angabe IPA oder IPS kann man sicher sein, dass der Schutz für Knöchel („Ankle“) oder Schienbein („Shin“) normiert ist.
Da dieser Schutz für einen zeitgemäßen Sportstiefel eigentlich unerlässlich ist, haben wir alle Stiefel - ob zertifiziert oder nicht - auf dem Fallprüfstand untersucht und die Ergebnisse in die Wertung unter dem Kapitel „Sicherheit“ mit einfließen lassen. Nur die wenigsten bleiben bei einem Impact von zehn Joule unterhalb der nach Norm erlaubten fünf Kilonewton Restkraft. Dies als Hinweis an die Hersteller: Hier darf in Zukunft noch nachgelegt werden.
Komfort und Passform
Grundsätzlich sollte ein Motorradstiefel fest sitzen und eng anliegen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bewegungsfreiheit der Füße und Unterschenkel nicht eingeschränkt wird. Selbstverständlich sollte sowohl die Bremse, als auch die Gangschaltung weiterhin problemlos benutzbar bleiben.
Nicht zu unterschätzen ist der Tragekomfort der Stiefel. Nur ein Modell, in dem Sie sich wirklich wohlfühlen, werden Sie bei jeder Ausfahrt tragen. Die Schwierigkeit bei Sport-Motorradstiefel besteht darin, optimale Stabilität und Verwindungssteifigkeit mit hoher Beweglichkeit unter einen Hut zu bringen.
Viele Vielfahrer besitzen ein Paar Stiefel für den Sommer und eines für die anderen Jahreszeiten, das gefüttert ist oder in das auch dicke Thermosocken passen. Beim Kauf von Motorradstiefeln empfiehlt es sich grundsätzlich, diese zusammen mit der übrigen Ausrüstung anzuprobieren. Nur so ist sichergestellt, dass die Stiefel im Verbund mit der Lederhose oder dem Fahreranzug aus Textil gut sitzen. Die Hosenbeine der Lederkombi sollten in den Stiefelschaft passen.
Materialien
Leder ist nach wie vor ein beliebtes Material im Motorradsport, da es extrem reiß- und abriebfest ist und bei Stürzen gut schützt. Kunstleder muss keinesfalls schlecht sein. Bei den Materialien handelt es sich um extrem dünne Mikrofasern, meist aus Polyamid. Gewebe aus diesen Fasern bilden eine Mikroporen-Struktur, die Atmungsaktivität verspricht.
Billig gegerbtes Naturleder, dessen schlechte Qualität durch dicken Lack überkaschiert wurde, ist weder atmungsaktiv noch besonders strapazierfähig. Wer also mit dem Rotstift partout einen technisch anspruchsvollen Sport-Motorradstiefel herstellen möchte, ist mit Leder nicht immer gut bedient. Das spricht für Synthetikware.
Modelle im Test
Hier werden einige Modelle von Motorrad Sportstiefeln vorgestellt, die in Tests besonders gut abgeschnitten haben:
- Alpinestars SMX-S: Fester Sitz mit hohem Abstreifschutz; guter Rastenhalt; bequemer Einstieg; auch beim Gehen noch komfortabel; sauber verarbeitet. Durchschnittliche Schlagdämpfungswerte; Reißverschluss fummelig zu schließen.
- Sidi Performer: Ultrastabiler Sitz mit vorbildlich geformter Fersenkappe; sehr leicht; bequemer Einstieg, schnell zu schließen; top verarbeitet. Dämpfungswerte deutlich unter Durchschnitt.
- Held Epco II: Sehr gute Dämpfungswerte an Knöcheln und Schienbeinprotektoren; bequemer Einstieg, leicht zu schließen; sehr guter Rastenhalt; angenehmes Innenklima. Leichte Druckstellen an Verstärkungen; eingeschränkter Komfort beim Fahren und Gehen.
- Dainese Nexus: Zertifizierter Schienbeinschutz mit guten, Knöchel mit hervorragenden Dämpfungswerten; bequemes Fußbett; guter Rastenhalt. Sehr umständlich zu schließen; passt nicht mit jeder Lederkombi; nur mäßiger Fersenhalt.
- Modeka Speed Tech: Schienbeinprotektor mit hervorragenden Dämpfungswerten; leichter Einstieg und einfach zu schließen; guter Rastenhalt; stabiler Sitz mit gutem Komfortpolster.
Testergebnisse und Bewertungen
Die folgenden Tabellen fassen die Testergebnisse und Bewertungen einiger ausgewählter Modelle zusammen:
| Modell | Preis (ca.) | Sicherheit | Komfort | Material | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|
| Alpinestars SMX-S | 199,95 € | Gut | Sehr Gut | Kunstleder | Top gemachter Sportstiefel mit ultrafestem, aber bequemem Sitz. |
| Sidi Performer | 199,95 € | Befriedigend | Sehr Gut | Kunstleder | Bei der aktiven Sicherheit (Sitz, Komfort) spielt dieser klassisch gestylte Sportstiefel in der ersten Liga. |
| Held Epco II | 199,95 € | Sehr Gut | Befriedigend | Kunstleder/Leder | Muss man anprobieren. Je nach Größe und Fußform leidet der Komfort. |
| Dainese Nexus | 239,95 € | Gut | Befriedigend | Kunstleder | Aus Daineses Rennabteilung abgeleiteter Allround-Sportstiefel. |
| Modeka Speed Tech | 149,90 € | Sehr Gut | Gut | Kunstleder | Schienbeinprotektor mit hervorragenden Dämpfungswerten. |
Weitere Modelle im Überblick
Neben den oben genannten Modellen gibt es noch viele weitere interessante Optionen auf dem Markt. Hier eine kurze Übersicht:
- Held Short Lap: Kombiniert PU-beschichtetes Leder und Textilmaterial mit perforierten Ledereinsätzen.
- XPD XP9: Rennstiefel mit hochgriffiger Sohle, konturierten Protektoren und perforiertem Mikrofaser-Obermaterial.
- Vanucci RV6 Performance: Stiefel, die sofort zeigen, aus welchem guten Stall sie kommen.
- BMW M Pro Race: Stiefel mit großflächigen Schutzelementen aus Hartplastik und austauschbaren Schleifern aus Magnesium.
- Dainese Nexus 2: Sport-Motorradstiefel aus D-Stone-Gewebe (Microfaser).
- Bogotto Assen: Sportstiefel mit hochwertigen Materialien und modernem Design.
- Held Epco II: Stiefel mit robuster Bauweise und bequemer Passform.
- Sidi Performer: Stiefel mit maximalem Schutz und ergonomischem Design.
- Daytona Evo Sports: Stiefel mit erstklassigem Schutz und Komfort.
- Alpinestars SMX S: Stiefel mit strapazierfähigem Obermaterial aus Mikrofaser und zahlreichen Schutzeigenschaften.
- Dainese Nexus 2 Air: Stiefel mit perforiertem Design für hervorragende Belüftung.
- Dainese Torque 3 Out: Stiefel mit robuster Bauweise und ergonomischer Passform.
- Bogotto Cartagena 2.0: Wasserdichte Variante des beliebten Motorradstiefels.
- Bogotto Assen 2.0: Wasserdichte Rennstiefel mit angenehmem Sitz und Flexibilität.
- Modeka Yron: Sportschuh aus der Modeka Sport Collection 2023.
- Daytona Security Evo G3 GP: Stiefel mit Innenschuh, verwindungsfester Aramid-Hartschale und stoßdämpfender Polsterung.
- Gaerne GP1 Evo: Stiefel mit Gaerne Floating System und patentiertem BOA-Verschluss.
- Büse Sport Evo: Stiefel mit Schienbein-, Knöchel-, Fersen-, Zehen- und Schalthebelverstärkung.
- Büse GP Race Tech: Stiefel mit Carbon Einsätzen, Komfortpolster und Aluminiumschleifer.
Tipps zur Auswahl
Bei der Auswahl der richtigen Motorradstiefel sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Sicherheitsmerkmale: Achten Sie auf Protektoren, Verstärkungen und zertifizierte Schutzlevel.
- Passform und Komfort: Stellen Sie sicher, dass die Stiefel gut sitzen und bequem sind, auch bei längeren Fahrten.
- Material: Wählen Sie robuste und widerstandsfähige Materialien, die Ihren Bedürfnissen entsprechen.
- Wasserdichtigkeit: Entscheiden Sie, ob wasserdichte Stiefel für Sie notwendig sind.
- Zweck: Berücksichtigen Sie, ob Sie die Stiefel für sportliche Fahrten, Touren oder den Alltag nutzen möchten.
Wo kann man Motorradstiefel kaufen?
Motorradstiefel können sowohl online als auch im Fachgeschäft gekauft werden. Beide Optionen haben Vor- und Nachteile:
- Fachgeschäft: Direkte Beratung, Anprobieren möglich, Haptik erfassbar.
- Online-Kauf: Große Auswahl, Vergleichsmöglichkeiten, oft detaillierte Informationen zu Größen und Passform.
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