Laut Statistik werden bei Motorradunfällen die unteren Gliedmaßen der Fahrerinnen und Fahrer am häufigsten verletzt - in mehr als 82 Prozent der Fälle. Gute Motorradstiefel schützen davor. Die Motorrad-Experten vom ADAC Technik- und Testzentrum sagen: "Turnschuhe oder gar Sandalen haben nicht einmal auf dem Mofa oder dem 50-Kubik-Scooter etwas zu suchen."
Selbst bei Stadtflitzern sind Produkte, die von der Industrie als Zwitter zwischen Freizeitschuh und Motorradstiefel angeboten werden, nicht die beste Wahl: "Sie sind bei weitem nicht so sicher wie gute Motorradstiefel, aber sicher besser als normale Turnschuhe. Alle anderen Piloten sollten zum Eigenschutz zu Stiefeln aus mindestens zwei Millimeter dickem, abriebfesten und schwer entflammbaren Leder greifen, die mehr als nur Mindestkriterien erfüllen." Für mehr Sicherheit beim Fahren sollten Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer also unbedingt Motorradstiefel tragen, um sich vor Verletzungen bei Unfällen zu schützen.
Es reicht nicht aus, einen robusten Schuh aus Leder mit einem flachen Schaft zu tragen. Wichtig ist vor allem, dass Ihre Knöchel und Schienbeine bedeckt und somit geschützt sind. Die Hersteller haben verschiedene Modelle für Damen und Herren im Portfolio, denn die Anatomie der Füße und Waden von Frauen und Männern ist sehr unterschiedlich. Zum Beispiel fängt die Wade bei Damen im Vergleich zu Herren meist viel weiter unten an.
Wichtige Eigenschaften von Motorradstiefeln
Motorradstiefel sind an bestimmten Stellen nicht nur bei Unfällen starker Beanspruchung ausgesetzt und müssen besonders strapazierfähig sein. Als stärkstes Material hat sich bei fast allen Typen von Motorradschuhen eigentlich immer noch Leder bewährt. Besonders im Zehenbereich, an der Ferse sowie am Knöchel sollten Motorradstiefel mit speziellen Verstärkungen ausgestattet sein, um gelegentliche Berührungen mit dem Asphalt auszuhalten. Teilweise gibt es auch austauschbare Elemente, wie der Zehenschleifer für sportliche Fahrerinnen und Fahrer.
Außerdem sollten Motorradstiefel eine Verstärkung im Vorfuß des linken Stiefels haben - eine sogenannte Schaltverstärkung. Ein ausgeprägter Absatz sorgt für Halt auf den Rasten ihres Motorrads. Jede Motorradfahrerin und jeder Motorradfahrer hat unterschiedlich geformte Füße und Beine. Achten Sie bei Ihren Motorradstiefeln daher darauf, dass ausreichend Verstellmöglichkeiten in Form von Klettverschlüssen, Reißverschlüssen oder Schnallen vorhanden sind.
Auch elastisches Material kann für eine bessere, enganliegende Passform sorgen. Eine weitere wichtige Eigenschaft von Motorradstiefeln ist die Wasserdichtigkeit des Obermaterials. Wenn Ihre Boots wasserdicht sind, können Sie bei schlechtem Wetter mit Regen auf Gamaschen oder Überzieher verzichten. Die Sohle von Motorradstiefeln muss besonders rutschfest sein, damit Sie stets einen sicheren Grip auf dem Motorrad haben.
Einige Modelle sind neben der Außensohle aus Gummi und der Innensohle aus Leder zusätzlich mit einer dünnen Sohle aus Stahl ausgestattet. Das sorgt für ein Plus an Stabilität. Ihre Motorradstiefel sollten jedoch immer noch eine gewisse Flexibilität aufweisen, damit Sie ein besseres Gefühl beim Schalten haben. Schnallen, Klettverschlüsse und Ratschen sorgen für eine sichere, enganliegende Passform.
Verschiedene Typen von Motorradstiefeln
Es gibt viele verschiedene Modelle von Motorrädern. Daher haben die Hersteller mit der Zeit auch ihre Motorradstiefel an die unterschiedlichen Anforderungen der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer angepasst. Wir unterscheiden zwischen vier grundsätzlichen Typen:
- Touren-Motorradstiefel
- Sport-Motorradstiefel
- City-Motorradstiefel
- Offroad-Motorradstiefel
Touren-Motorradstiefel
Bei Touring-Motorradstiefeln (Allround) handelt es sich um die Tausendsassa unter den Motorradstiefeln. Die Stiefel sind meist aus schlichtem, schwarzem Leder und mit Reflektoren versehen - das erhöht die Sichtbarkeit und somit ihre Sicherheit bei Nachtfahrten. Touren-Motorradstiefel lassen sich meist per Klettverschluss oder mit Hilfe eines Reißverschlusses öffnen und schließen oder an ihre Fußform anpassen. Sie eignen sich sowohl für längere Touren als auch für die alltägliche Fahrt zur Arbeit und bieten auch abseits des Motorrads einen hohen Tragekomfort.
Sport-Motorradstiefel
Sportstiefel sind im Vergleich zu Touren-Motorradstiefeln oft deutlich bunter und mit mehr Verstärkungen ausgestattet. Fahrerinnen und Fahrer von Supersportlern schleifen schon mal über den Asphalt und benötigen daher mehr Protektoren als gemütliche Biker. Ein Sport-Motorradstiefel sollte vor allem über Fersenschleifer und Schalthebelverstärkungen verfügen. Lüftungsöffnungen sorgen für ein angenehmes Klima im Inneren des Schuhs. Das Öffnen und Schließen sowie die Justierung der Passform funktioniert bei Sport-Motorradstiefeln meist mittels Ratschen und Schnallen.
City-Motorradstiefel
Wenn Sie häufig in der Stadt mit ihrem Motorrad unterwegs sind und auf der Suche nach einem Stiefel sind, der sich sowohl für Ihr Bike als auch für den alltäglichen Einsatz eignet, sollten sie City-Motorradstiefel in Betracht ziehen. Solche Modelle sind häufig auf einem Chopper zu sehen und werden daher auch Chopper Boots genannt. Sie sind meist aus schwarzem oder braunem Leder und haben im Vergleich zu anderen Stiefeln einen nicht ganz so hohen Schaft. Die Knöchel sind zwar geschütz, die Schienbeine jedoch nicht komplett.
Offroad-Motorradstiefel
Wenn Sie Motocross betreiben oder eine Enduro fahren, sind Offroad-Motorradstiefel die beste Wahl für Sie. Solche Modelle sind besonders hohen Belastungen ausgesetzt und bieten durch einen sehr hohen Schaft eine hohe Stabilität mit vielen Protektoren im Bereich des Knöchels, der Ferse und des Schienbeins. Häufig sorgt eine Stahlkappe an den Zehen für zusätzliche Sicherheit. Beim Material von Enduro-Stiefeln handelt es sich oft um einen Mix aus Leder und Kunststoff.
Testergebnisse und Meinungen
Motorradstiefel werden oft in Fachmagazinen, wie MOTORRAD, Motorrad News, Motorradfahrer oder Tourenfahrer getestet. Besonders beliebte Modelle von Herstellern wie Alpinestars oder Daytona werden häufig sogar mehrmals von den Testerinnen und Testern unter die Lupe genommen. In ihren Tests gehen die Experten unter anderem auf den Tragekomfort der Boots ein und beleuchten außerdem die Beschaffenheit des Materials. Sowohl die Wasserdichtigkeit als auch die Atmungsaktivität der Stiefel spielt bei den Tests meist eine große Rolle. Auch in den Meinungen der Kundinnen und Kunden erfahren Sie, ob ein Schuh bequem ist oder nicht.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Unabhängig davon, ob Sie auf dem Hockenheimring, in den schweizer Alpen, oder auf einer abgelegenen Schotterpiste unterwegs sind: Motorradstiefel sollten stets über gewisse Qualitätskriterien verfügen, um Ihnen im Ernstfall einen optimalen Schutz zu gewährleisten. Hier einige wichtige Aspekte:
- Optimale Passform: Ein Motorradstiefel sollte fest sitzen und eng anliegen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.
- Robuste Konstruktion: Die Stiefel sollten eine robuste Grundform haben, um Überstreckungen und Torsionen zu verhindern.
- Höhe des Schafts: Ein hoher Schaft, der Knöchel, Wade und Schienbein umschließt, ist empfehlenswert.
- Beschaffenheit der Sohle: Die Sohle sollte robust und rutschfest sein.
- Material: Achten Sie auf Robustheit und Widerstandsfähigkeit des Außenmaterials.
- Protektoren: Qualitativ hochwertige Stiefel verfügen über Protektoren an Knöchel, Ferse und Schienbein.
- Schaltverstärkung: Eine Schaltverstärkung auf dem linken Stiefel ist ein Muss.
- Sichtbarkeit: Reflektierende Elemente erhöhen die Sicherheit.
- Herausnehmbare Einlegesohle: Dies erleichtert die Reinigung und Belüftung.
- Wasserdichtigkeit: Für Vielfahrer ist ein wasserdichtes Modell empfehlenswert.
- Tragekomfort: Nur ein bequemer Stiefel wird bei jeder Ausfahrt getragen.
Top Marken für Motorradstiefel
Es gibt zahlreiche Marken für Motorradstiefel. Zu den bekanntesten gehören:
- Alpinestars: Bekannt für qualitativ hochwertige Produkte im Motorsportbereich.
- SIDI: Führender Hersteller, der auch professionelle Motorradfahrer ausstattet.
- Daytona: Deutsche Marke, die für Qualität und Langlebigkeit steht.
- O’Neal: Spezialisiert auf robuste und strapazierfähige Motocross-Stiefel.
- IXS: Schweizer Marke mit einem breiten Produktsortiment.
- Protectwear: Eine aufstrebende Marke mit vielen Bestseller-Produkten auf Amazon.
Online-Kauf vs. Fachgeschäft
Beim Kauf von Motorradstiefeln haben Sie die Wahl zwischen dem Online-Kauf und dem Fachgeschäft. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile:
- Fachgeschäft: Direkte Beratung, Ansprechpartner vor Ort, Möglichkeit die Haptik des Stiefels zu erfassen.
- Online-Kauf: Größere Auswahl, Vergleichsmöglichkeiten, oft günstigere Preise.
Letztlich bleibt es eine sehr individuelle Entscheidung. Die richtige Sicherheitsausrüstung für die Füße zu finden ist leichter gesagt als getan. Zusätzlich sollten Sie entscheiden, ob es wasserdichte Motorradstiefel sein sollten, oder ob Sie sich zu den Schönwetterfahrer zählen. Nicht zuletzt ist der Motorradstiefel Kauf auch abhängig vom persönlichen Budget.
Beispiele für Motorradstiefel-Modelle
Hier sind einige Beispiele für beliebte Motorradstiefel-Modelle, die in Tests gut abgeschnitten haben:
| Modell | Beschreibung | Besondere Merkmale |
|---|---|---|
| FORC50 W-9938 von Forma | Moto Adventure low WP | Wasserdicht, atmungsaktiv, Leder, Unisex |
| Road Star von Daytona | Gore-TEX | Leder, Knöchelschutz, wasserdicht, langlebig |
| Herren Fedro Igloo von Panama Jack | PT100344 | Allround-Stiefel, wasserfestes Leder, Reißverschluss |
| S-MX Plus von Alpinestars | SMX 6 V2 | Mikrofaser, wasserdicht, Schnalle |
| Thomson Brown 43 von SHIMA | Verstärktes Leder, Reißverschluss, Knöchelstütze, wasserabweisend |
Diese Tabelle zeigt eine Auswahl von Motorradstiefeln verschiedener Hersteller, die sich durch ihre spezifischen Eigenschaften und Einsatzbereiche auszeichnen.
Nachdem ich im letzten Jahr bereits den Daytona Lady Evoque GTX getestet habe, bin ich gespannt, ob es Unterschiede zwischen der kurzen und langen Version dieses Schuhs gibt. Das Schöne an diesem Motorradstiefel mit Absatz - man sieht ihm nicht an, dass er mich ca. 6 cm größer macht, denn ein Großteil der Erhöhung ist im inneren des Schuhs versteckt. Die Schafthöhe beträgt ca. 20 cm.
Im vorderen Bereich ist der Schaft ca. 2 cm höher als hinten. Auf mich wirkt der Schuh zunächst ziemlich schwer. Geschlossen wird der Kurzstiefel mit einem Reißverschluss, sowie einem Klettverschluss am Schaft. Der reflektierende Fersenreflektor sorgt für Sicherheit und gibt dem Schuh ein stylisches Aussehen. Jetzt bin ich auf die Trageeigenschaften gespannt. Endlich hat der Sommer in Berlin Einzug gehalten und ich kann mit Jeans, Lederjacke und SL Pilot GTX auf Tour gehen.
Nachdem ich inzwischen nur noch Damen Motorradstiefel mit Erhöhung trage, habe ich keine Probleme, die vier Stockwerke von meiner Wohnung nach unten zu meinem Motorrad zu laufen. Auch das Schalten funktioniert problemlos. Wie immer mache ich den Tankstellen- und Regentest. Es findet sich immer eine Öllache und auch ein Regenschauer lässt nicht lange auf sich warten. Der Damen Motorradstiefel lässt sich leicht mit warmem Wasser säubern.
- ca. 6 cm Fersenerhöhung
- rutschfeste Profilgummisohle mit Absatz
- Korksohle mit Lederbezug
- wasserabweisend gefettetes Spezial-Vollrindleder
- wasserdicht und atmungsaktiv durch Gore-Tex More-Season-Membrane (80 % Polyamid, 20 % Polyester)
- reflektierender Biese
- Klettriegel für individuelle Wadenweiten
- elastische, weiche Einsätze an der Ferse
- abriebfeste PU-Schaltverstärkung
- PU-Schaum-Zwischensohle
- robuster Knöchelschutz, mit offenzelligem Spezialschaum gepolstert
- Schienbeinschutz
- kunststoffverstärkte Innensohle mit feuerverzinkter Stahleinlage, extra verwindungssteif und leicht abrollbar
- 3M-Scotchlite-Fersen-Reflektor
- Schafthöhe: ca.
Der Daytona SL Pilot GTX ist jeden Euro wert.
Motorradstiefel sollten perfekt sitzen
Grundsätzlich gilt: Ein Motorradstiefel sollte eng anliegen und fest sitzen, die Füße dürfen aber nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden: Das Bedienen von Gangschaltung und Bremse muss problemlos möglich und die Durchblutung gesichert sein. Bei der Anprobe sollten Sie sowohl auf die richtige Schuhgröße als auch die passenden Socken oder Strümpfe achten. Viele Vielfahrer besitzen ein Paar Stiefel für den Sommer und eines für die anderen Jahreszeiten, das gefüttert ist oder in das auch dicke Thermosocken passen.
Beim Kauf von Motorradstiefeln empfiehlt es sich grundsätzlich, diese zusammen mit der übrigen Ausrüstung anzuprobieren. Nur so ist sichergestellt, dass die Stiefel im Verbund mit der Lederhose oder dem Fahreranzug aus Textil gut sitzen. Die Hosenbeine der Lederkombi sollten in den Stiefelschaft passen.
Sicherheitsstufe eins bei Stiefeln für Sportfahrer
Außer den klassischen Motorradstiefeln werden Modelle für Tourenfahrer und Enduro-/Crosspiloten angeboten, die für den speziellen Einsatzzweck optimiert sind. Die große Bandbreite der Stiefel für Sportfahrer reicht vom Straßeneinsatz bis zum Hochsicherheitsschuh für die GP-Strecke. So ein Spitzenprodukt aus rund 100 Einzelteilen kostet dann auch mehr als 500 Euro.
Neben einer fast glatten Haut aus extrem reißfestem Känguru-Leder besitzt es als wichtigstes Sicherheitselement einen verwindungsfesten Innenschuh aus hartem Kunststoff-Verbundmaterial. Zahlreiche Dämpfungs- und Komfortelemente sorgen für möglichst hohen Schutz der Füße, ohne die Beweglichkeit zu sehr einzuschränken.
Neben einer besonders stoßdämpfenden und anpassungsfähigen Polsterung unter der Schale kommen in solchen Hightech-Stiefeln ein mehrlagiger Schienbeinschutz, stoßabsorbierende Einbauteile im Waden- und Fersenbereich, eine belastbare Scharnier-Gelenk-Verbindung, ein anatomisch geformtes Kugelfersenbett, mehrfaches Aramidgewebe im Zehenbereich und eine komplett schweißabsorbierende Fütterung aus Feinleder zum Einsatz. Eine abriebfeste PU-Schaltverstärkung, auswechselbare Schleifer aus hochabriebfestem Kunststoff oder Hartmetall und eine rutschfeste Spezial-Racingsohle mit extrem verrundeten Absatzkanten gehören ebenso dazu.
Weil im wahren Leben Motorradfahren und Freizeit untrennbar zusammengehören, bleibt als Problem das Laufen in Motorradstiefeln. Eine Stadtbesichtigung in steifen Biker-Boots kann durchaus zur Qual werden. Unser Tipp: leichte Freizeit- oder Turnschuhe in den Tankrucksack.
Pflege gegen Nässe
Obwohl heute viele Motorradstiefel mit wasserabweisenden Membranen wie zum Beispiel Goretex ausgestattet sind, müssen auch solche Stiefel nach der Reinigung regelmäßig mit Nässe-Stopp imprägniert werden, damit sich das Leder nicht mit Wasser vollsaugt. Sind die Stiefel doch einmal nass geworden, sollten Sie sie als erstes mit der Sohle nach oben aufstellen, damit das Wasser zwischen Futter und Obermaterial leichter entweichen kann.
Trocknen durch Ausstopfen mit zerknülltem Zeitungspapier ist auch bei modernen Boots nötig: Ist das Oberleder vollgesogen und nass, kann sich im Stiefel über Nacht Rückstellfeuchtigkeit einstellen und das Futter kann sich feucht anfühlen.
Wissenswertes zu wasserdichten Motorradstiefeln
In unserem Test sollte es dieses Jahr um die gesunde Mitte gehen, den idealen Allrounder: Um den Stiefel, der eigentlich alles kann, und zwar ziemlich gut. Nennen wir sie leichte Tourenstiefel, wasserdichte Textilstiefel oder luftige Ganzjahresstiefel. Gemeinsam ist ihnen die Wasserdichtigkeit, Unterschiede liegen hingegen im textilen Aufbau, der Atmungsaktivität, in Verstärkungen und der Schutzfunktion.
Kriterien für eine Testteilnahme waren folglich ausgewiesener Nässeschutz bei zugleich spürbarer Belüftung. Und zwar in typischer Tourenstiefelhöhe daherkommen. Eine weitere Voraussetzung war die zumindest stellenweise Verarbeitung von Textilgewebe im Obermaterial, erlaubt waren dabei aber auch Lederstiefel mit Stretcheinsätzen.
Ebenfalls Grundvoraussetzung für eine Teilnahme an unserem Vergleichstest war natürlich die Zertifizierung als Motorradschutzkleidung. Der Stiefel muss also entsprechend der Norm EN 13634 geprüft und zugelassen sein, das Motorradfahrer-Piktogramm ist folglich im Schuh zu finden.
Interessanterweise sind zwar alle Testteilnehmer grundsätzlich als Schutzbekleidung für Motorradfahrer zertifiziert, nicht alle Hersteller haben ihren Motorradstiefel aber auf Wasserdichtigkeit (WR) prüfen lassen. Das muss freilich nichts aussagen: In unserem Test zeigten sich einerseits Stiefel wasserdicht, die auf eine Zusatzprüfung zum Nässeschutz und den Nachweis WR unter dem Piktogramm verzichteten.
Andererseits kam es bei Stiefeln, die eigentlich wasserdicht sein müssten, zu Lecks. Oftmals ist dafür dann gar nicht die Klimamembran an sich verantwortlich, sondern eine unsaubere Verarbeitung: Die hauchzarten Membranen sind nämlich sehr empfindlich, das macht das Vernähen entsprechend kompliziert. Das ist aber keineswegs eine Entschuldigung, deshalb hat mangelnder Nässeschutz in unserem Test ordentlich Punkte gekostet. Entsprechend landen die inkontinenten Testteilnehmer allesamt am unteren Ende unserer Bewertungstabelle.
Ganz oben in unserer Rangliste findet sich hingegen ein Stiefel, der sich bezüglich Wasser keine Blöße gibt und in Sachen Luft traut, Bekanntes neu zu denken: Statt passiver Atmungsaktivität von innen nach außen setzt der TCX auf aktive Belüftung von außen nach innen. Dazu besitzt der TCX Clima Surround GTX insgesamt 12 seitliche Kanäle, über die Frischluft in Richtung Fußsohle geleitet wird. Das ist in der Praxis durchaus spürbar, im Vergleich zu anderen Stiefeln bleibt der Fuß hier nämlich frisch, ohne an Spann und Schienbein vom Fahrtwind zu sehr gekühlt zu werden.
Wichtigste Aufgabe eines Motorradstiefels: Schutz vor Verletzungen. Hierfür ist die richtige Passform wichtig. Motorradstiefel sollten dem Fuß ausreichend Komfort und einiges an Belüftung bieten, dabei aber vor Regen schützen und ihn in seinen Bewegungen nicht einschränken - egal, ob es sich um einen Touren-Stiefel, Enduro-Stiefel oder um einen Sportstiefel handelt.
Da der TCX Clima Surround GTX auch in den Kategorien Passform und Tragekomfort, Sicherheit, Ausstattung und Verarbeitung fleißig Punkte sammelt, sichert er sich verdient den Testsieg. In den einzelnen Kategorien gibt es dennoch teilweise andere Stiefel, die ihm mindestens ebenbürtig sind. Dazu gehört auch der günstigste Stiefel im Test: Der Kochmann Travel ist beim Tragekomfort einsame Spitze, wie auf Wolken oder in mit Fell ausgekleideten Pantoffeln. Damit hätte er beinahe auch die Auszeichnung zum Kauftipp verdient, ein einseitiges Leck beim Nässetest erlaubt dies aber nicht. Daher geht dieses begehrte Prädikat stattdessen an den sehr guten, äußerst komfortablen, top ausgestatteten, vergleichsweise günstigen Gaerne Vento.
Eine Tragepflicht von speziellen Schuhen beim Motorradfahren gibt es nicht. Der eigenen Gesundheit zuliebe sollten trotzdem Stiefel getragen werden, welche die in der Europäischen Norm 13634 festgehaltenen Mindestanforderungen erfüllen.
Die Norm "Schutzschuhe für Motorradfahrer" regelt zwar auch chemische Parameter wie beispielsweise die Menge an gesundheitsbelastenden Stoffen, für die Sicherheit bei Verkehrsunfällen sind aber vor allem die mechanischen (Schutz-)Eigenschaften wichtig. Genau darüber müssen Hersteller in einem standardisierten Label im Schuh Auskunft geben. Wichtig ist hier das Motorradfahrer-Piktogramm, das die Zertifizierung als "Persönliche Schutzausrüstung" nachweist.
Darunter findet sich der Verweis auf die für Stiefel gültige EN 13634. Die Jahreszahl dahinter gibt an, nach welchem Stand der Norm geprüft wurde. Seit 2017 neu ist die Angabe a) zur Schafthöhe. Zuvor fanden sich hier lediglich die drei Angaben b), c) und d). Alle vier Kategorien können Level 1 oder 2 entsprechen, höher ist besser. Weitere vom Stiefel erfüllte Anforderungen wie Knöchel- oder Schienbeinschutz werden darunter aufgezählt.
Wir testeten die Stiefel in den Größen 41 und 45. Der Fokus lag auf Allround-Motorradstiefeln, sie mussten daher wasserdicht und zugleich möglichst luftig sein. Außerdem setzten wir voraus, dass nicht der gesamte Stiefel aus Leder bestehen sollte.
Zehn Hersteller konnten schließlich an unserem Vergleichstest teilnehmen, andere mussten wegen der weltweiten Ausnahmesituation oder eines quer stehenden Schiffes leider passen.
Zur Bewertung: Passform und Tragekomfort, wozu auch das An- und Ausziehen sowie die Beweglichkeit auf und neben dem Motorrad zählen, wurden mit bis zu 35 Punkten gewürdigt, mit 30 maximal zu erreichenden Punkten folgt darauf das Kapitel Sicherheit. Hier geht es um die Protektoren-Ausstattung, aber auch um Abstreifschutz, Materialwahl und Dämpfung.
Mit maximal 25 Punkten ebenfalls stark bepunktet wurden die beiden für diesen Test besonders wichtigen Kriterien Belüftung und Nässeschutz. Die Wasserdichtigkeit wurde u. a. in einem Wasserbad getestet. Zur Bewertung der Atmungsaktivität wurden die Stiefel mit unterschiedlichen Socken gefahren.
Wenn ich im Sommer mit Jeans unterwegs bin, dann trage ich am liebsten Kurzstiefel. Seit Mai habe ich deshalb die Damen Motorradstiefel SL Pilot GTX im Test.
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