Motorrad über Winter volltanken: Ja oder Nein?

Die Frage, ob man den Motorradtank über den Winter volltanken sollte, ist unter Bikern ein umstrittenes Thema. Die einen machen es gar nicht, die anderen machen daraus eine Wissenschaft. Hier sind Tipps zu Pflege und technischer Wartung im Winter.

Tank befüllen bzw. entleeren

Stahltank: Einen Motorradtank aus Blech sollten Sie bis zum oberen Rand befüllen, wenn das Motorrad auf dem Mittelständer abgestellt wird, ansonsten entsprechend den Herstellervorschriften befüllen. Ein voller Tank verhindert das Entstehen von Kondenswasser, was später zu Rost führen kann.

Die Luft im Tank gleicht sich ja bei Luftdruckänderung über den Be/Entlüftungsschlauch aus, und somit kann auch feuchte Luft in den Tank gelangen. Je mehr Luft drin ist, desto mehr tauscht sich die auch dabei aus.

Kunststofftank: Kunststofftanks hingegen sollten möglichst leer sein, da Kraftstoffbestandteile durch die Tankwand diffundieren können. Das Benzin könnte bei längerem Stehen bestimmte Bestandteile des Kunststoffen angreifen und herauslösen.

Benzinstabilisator

Beim Einwintern absolut sinnvoll, da kein Alkohol enthalten ist (der ja im Sprit eigentlich ohnehin nix zu suchen hat ). Vereinzelt soll es bei längeren Standzeiten mit "normalem" Sprit Probleme gegeben haben. Wer mag, kann sich da mal durch`s Netz googlen.

In der Oldtimerszene hat es sich allgemein durchgesetzt, einen Benzinstabilisator/Konservierungsmittel in den vollen Tank zu schütten.

Weitere Tipps zur Wintervorbereitung

Bevor die große Liebe in den Keller oder in den Schuppen muss, sollte man sie konsequent reinigen. Also alles, aber wirklich alles sauber machen. Folgende Punkte sollten Sie daher auf alle Fälle beachten, wenn Sie Ihre Maschine einwintern wollen.

  • Motorrad säubern: Machen Sie das Motorrad vollständig sauber und trocknen Sie es gut ab.
  • Motoröl wechseln: Lassen Sie das Motoröl aus dem warmen Viertaktmotor ab, wechseln Sie den Ölfilter, und befüllen Sie den Motor mit frischem Öl.
  • Schwimmerkammern der Vergaser entleeren: Wenn möglich schließen Sie auf der letzten Fahrt den Benzinhahn rechtzeitig vor dem Abstellen des Motors.
  • Kühlflüssigkeit prüfen: Überprüfen Sie den Flüssigkeitsstand und die Konzentration des Frostschutzmittels.
  • Batterie ausbauen und laden: Laden Sie die Batterie von Zeit zu Zeit kurzfristig oder dauerhaft an einem speziellen Ladegerät.
  • Rostanfällige Bauteile warten: Sprühen Sie rostanfällige Bauteile wie Auspuff, Felgen, Speichen etc. sparsam mit Konservierungsmittel ein, und verteilen Sie dieses mit einem Lappen.
  • Kette und Ritzel reinigen: Im Winter sollten Sie Kette und Ritzel mit einem Reinigungsset säubern. Anschließend müssen die geputzten Teile mit Kettenspray geölt werden.
  • Reifendruck erhöhen oder Motorrad unterbauen: Erhöhen Sie den Reifendruck um ca. 0,5 bar und/oder unterbauen Sie Ihr Motorrad, zum Beispiel mit Getränkekisten, sodass kein Rad den Boden berührt.

Batteriepflege im Winter

Am meisten Sorgen macht vielen Motorradfahrern die Geschichte mit der Batterie. Wenn ich diese jetzt komplett ausbaue und mit in die Wohnung nehme, brauche ich wohl ein Ladeerhaltungsgerät. Die Frage ist, ob die Batterie dann den gesamten Winter an dem Gerät sein muss oder ob es in regelmäßigen Abständen mal wieder drangehangen werden sollte?

Einige Kumpels haben mit Dauer-Erhaltungsladegeräten schlechte Erfahrungen gemacht. Besser mit nach drinnen nehmen und alle 6 Wochen einmal normal aufladen.

Der richtige Stellplatz

Stellen Sie das Motorrad in einem trockenen, gut belüfteten, nicht zu warmen Keller- oder Garagenraum ab, und decken Sie es mit einer Decke oder Stoffbahn ab. Verwenden Sie keine luftundurchlässige Plane, da sich darunter Schwitzwasser sammeln kann.

Wichtig: Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen dürfen außerhalb des Zulassungszeitraums nicht im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt werden.

Warmlaufen lassen: Ja oder Nein?

Gelegentlich anschmeißen, bis Lüfter einsetzt warmlaufen lassen, dabei den Sound als Vorfreude geniessen. Ist auch meine Erfahrung/Ansicht: laufenlassen ist so übel wie 2 KM Kurzstrecke fahren. Kann gutgehen, muss aber nicht.

Ein Kaltstart und ein danach im Leerlauf warmlaufen belastet den Motor mechanisch. Das liegt unter anderem daran, das zwar der Öldruck da ist, der ist sogar eher zu viel, so lange das Öl kalt ist, aber das Öl eben zähflüssig (weshalb der Öldruck so hoch ist), die Schmierung also so lalala.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0