Motorrad überwintern: Tank voll oder leer?

Die Frage, ob man den Tank beim Überwintern eines Motorrads voll oder leer machen soll, beschäftigt viele Motorradfahrer. Es gibt unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema, insbesondere im Hinblick auf die Lagerung von Benzin und die Bildung von Kondenswasser.

Tank aus Stahl oder Kunststoff?

Die Art des Tanks spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, ob der Tank voll oder leer sein sollte:

  • Stahltank: Bei einem Stahltank wird im Allgemeinen empfohlen, ihn vollzutanken, um Rostbildung durch Kondenswasser zu vermeiden.
  • Kunststofftank: Kunststofftanks sollten möglichst leer sein, da Kraftstoffbestandteile durch die Tankwand diffundieren können.

Allerdings gibt es auch Stimmen, die besagen, dass das Volltanken bei modernen Kraftstoffen nicht mehr den gleichen Rostschutz bietet wie früher, da sich Wasser trotz vollem Tank am Boden absetzen und dort Korrosion verursachen kann.

Benzinlagerung und Additive

Langes Lagern von Benzin ist nicht ideal, da es altern und Wasser aufnehmen kann. Einige Motorradfahrer empfehlen die Verwendung eines Benzinstabilisators, um die Haltbarkeit des Benzins zu verlängern. Es wird aber auch argumentiert, dass Benzin nicht so schnell schlecht wird, und dass die Effekte nur bei extrem langen Lagerzeiten oder ungünstigen Bedingungen auftreten.

Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der Additive im Benzin, die bei Verdunstung des Benzins im Vergaser zu Problemen führen können.

Erfahrungen und Empfehlungen

Viele Motorradfahrer berichten von positiven Erfahrungen mit dem Volltanken des Tanks über den Winter, insbesondere in Kombination mit einem Benzinstabilisator. Andere bevorzugen es, den Tank leer zu fahren und mit einem Rostschutzspray zu behandeln.

Der ADAC hat laut Auto Motor und Sport mal Benzin für 25 Jahre gelagert, das sich danach noch verwenden ließ.

Einige Tipps und Empfehlungen:

  • Bei einem Stahltank: Volltanken oder komplett leerfahren und austrocknen lassen.
  • Bei einem Kunststofftank: Möglichst leerfahren, um Diffusion von Kraftstoffbestandteilen zu vermeiden.
  • Benzinstabilisator verwenden, um die Haltbarkeit des Benzins zu verlängern.
  • Rostanfällige Bauteile mit Konservierungsmittel einsprühen.

Ölwechsel vor oder nach dem Winter?

Auch beim Ölwechsel gibt es unterschiedliche Meinungen. Einige empfehlen, das Öl vor dem Winter zu wechseln, da beim Verbrennen von Kraftstoff schweflige Säure entsteht, die durch das Motoröl gebunden werden soll. Andere bevorzugen es, den Ölwechsel erst im Frühjahr durchzuführen, da Öl angeblich auch altert.

Es ist jedoch sinnvoller, vor der Winterlagerung einen Ölwechsel durchzuführen, um das Motoröl von schädlichen Verbrennungsrückständen zu befreien.

Weitere Tipps zur Motorrad-Überwinterung

Neben der Frage nach dem Tankinhalt gibt es noch weitere wichtige Punkte bei der Motorrad-Überwinterung:

  • Batterie: Batterie ausbauen und an einem kühlen, trockenen Ort lagern. Regelmäßig aufladen oder ein Ladeerhaltungsgerät verwenden.
  • Reinigung: Motorrad gründlich reinigen und trocknen.
  • Reifendruck: Reifendruck um ca. 0,5 bar erhöhen oder Motorrad aufbocken, sodass die Räder den Boden nicht berühren.
  • Stellplatz: Motorrad in einem trockenen, gut belüfteten Raum abstellen und mit einer atmungsaktiven Plane abdecken.

Tabelle: Vor- und Nachteile von vollem und leerem Tank

Option Vorteile Nachteile
Tank voll Verhindert Rostbildung in Stahltanks, kein Platz für Kondenswasser Kraftstoff kann altern, Bestandteile können in Kunststofftanks diffundieren
Tank leer Keine Alterung des Kraftstoffs, keine Diffusion in Kunststofftanks Rostbildung in Stahltanks möglich, Tank muss konserviert werden

Letztendlich hängt die beste Vorgehensweise von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. dem Material des Tanks, der Lagerdauer und den persönlichen Vorlieben. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile abzuwägen und die für die eigene Situation passende Entscheidung zu treffen.

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