Der Gedanke, das eigene Motorrad zu vermieten, mag verlockend sein, um die Unterhaltskosten zu decken oder sogar einen Gewinn zu erzielen. Doch bevor man diesen Schritt wagt, gilt es, einige wichtige Aspekte zu berücksichtigen. Viele Motorradfahrer haben sich schon einmal gefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, das Motorrad zu vermieten, anstatt es die meiste Zeit ungenutzt in der Garage stehen zu lassen.
Rechtliche und finanzielle Aspekte
Die Vermietung eines Motorrads ist kein Hexenwerk, sondern ein ganz gewöhnliches Gewerbe, auch im Nebenjob. Das hat natürlich ein paar Folgen:
- Rechtsform festlegen: Jede hat ihre Vor- und Nachteile, ggf. Gesellschaft (z.B. GmbH, UG ...) errichten oder als Einzelkaufmann arbeiten.
- Gewerbe anmelden: Eigentlich kein Problem.
- Geschäftsbücher führen: Mindestens Einnahme-Überschussrechnung - nicht besonders schwer, aber nervig.
- Steuererklärungen abgeben: Ggf. Wohnmobil, Auto und Motorrad vermieten oder verleihen: Egal ob Sie Ihr Fahrzeug Freunden oder Fremden überlassen, ein schriftlicher Vertrag ist immer anzuraten.
Wenn die Einkünfte aus der Vermietung eine bestimmte Grenze überschreiten, müssen Sie den gesamten Betrag versteuern. Klären Sie die Vermietung Ihres Fahrzeugs unbedingt mit der Versicherung ab, bevor Sie es vermieten.
Hier sind einige wichtige Punkte, die bei der privaten Vermietung zu beachten sind:
- Schriftlicher Vertrag: Jede Partei sollte ein unterschriebenes Exemplar erhalten.
- Versicherung: Halten Sie schriftlich fest, wie das Motorrad versichert ist.
- Schäden: Vereinbaren Sie, wer im Schadensfall die Selbstbeteiligung trägt.
Versicherungsfragen
Das Ausleihen der eigenen Maschine an jemand anderen ist in der Regel ein Versicherungsproblem. Viele Versicherungspolicen schränken den Kreis derer ein, die das Fahrzeug fahren dürfen. Im Endeffekt scheiterte das aber daran, dass man in einer solchen Konstellation ein Vermögen für die Versicherung zahlt.
Klären Sie, wer die Haftung für Strafzettel (Ordnungswidrigkeiten und Bußgelder) übernimmt. Vereinbaren Sie im Vertrag, dass der Mieter/Entleiher für Bußgelder während der Miet- oder Leihzeit aufkommt.
Haftung bei Schäden
Für die private Miete und private Leihe gilt: Die mietende bzw. leihende Person haftet grundsätzlich für alle selbst verschuldeten Schäden und hat daher ein erhebliches finanzielles Risiko.
- Grobe Fahrlässigkeit: Beschädigt der Mieter das Auto durch grob fahrlässiges Verhalten (zum Beispiel stark überhöhte Geschwindigkeit, Trunkenheit oder Drogenkonsum), haftet er für die selbst verursachten Schäden.
- Autoleihe: Der Entleiher haftet für Schäden durch nicht vertragsgemäßen Gebrauch, wenn er sie verschuldet hat. Der Verleiher haftet nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit oder wenn er arglistig einen Mangel an dem Auto verschwiegen hat.
Erfahrungen mit Motorradvermietungsplattformen
RIBE ist eine Plattform, die das Vermieten des eigenen Motorrads vereinfachen soll. Auf RIBE kann man als Privatperson Motorräder von Händlern oder anderen Privatpersonen mieten. RIBE strebt danach, mit ihrer Plattform diese Problematik zu lösen.
Wie RIBE funktioniert
- Registrierung: Erstellen Sie ein Konto und geben Sie Ihre Konditionen für die Vermietung an.
- Konditionen festlegen: Passen Sie die Vermietkonditionen an Ihre Bedürfnisse an, z.B. Abholung am Vorabend, Sofortbuchungen aktivieren sowie Zubehör wie Taschen, Navi etc. für eine zusätzliche Tagespauschale einpflegen.
- Preisgestaltung: Legen Sie den endgültigen Vermietpreis fest und berücksichtigen Sie dabei, dass RIBE Abzüge für Servicegebühren sowie Versicherungsgebühren abzieht.
Praxisbeispiel mit RIBE
Ein Nutzer hat seine eigene Africa Twin auf RIBE inseriert und positive Erfahrungen gemacht. Er erhielt eine Buchungsanfrage und konnte die Abholung sowie die Rückgabe problemlos planen. RIBE führt mit einem roten Faden durch alle wichtigen Punkte. So wurden Fotos von Emils Führerschein hochgeladen, der Fahrzeugausweis meiner Africa Twin, die bereits bestehenden Schäden am Fahrzeug aufgenommen und vermietetes Zubehör notiert.
Nach einem sichtlich spaßigen Tag für Emil habe ich mit ihm nochmals eine Runde ums Motorrad gemacht, um auf dem Rückgabeprotokoll die Daten auszufüllen. Aufgrund einer Zusatzbuchung einer GoPro, die ich für CHF 10 zusätzlich zur Verfügung stellte, betrug der eingenommene Endbetrag schließlich CHF 72.40.
Vorteile von RIBE
- Einfache Vermietung: RIBE macht die Vermietung des eigenen Motorrads einfacher.
- Versicherung: RIBE kooperiert mit Helvetia als Versicherungspartner, und im seltenen Fall eines Schadens wird die Abwicklung zwischen RIBE und Helvetia koordiniert.
- App: RIBE hat eine App lanciert, die für Smartphones zum Download bereitsteht, um Prozesse zu vereinfachen.
Nachteile von RIBE
- Servicegebühren: RIBE zieht Abzüge für Servicegebühren sowie Versicherungsgebühren ab.
- App-Funktionen: Für viele Funktionen aus der App wird man in den Browser geleitet, wo man sich erneut anmelden muss und die User Experience teils hapert.
Weitere Überlegungen
Bei der Vermietung von Motorrädern gibt es noch weitere Punkte zu beachten:
- Saisonales Geschäft: Die Motorradvermietung ist ein extrem saisonales Geschäft. Den größten Teil des Jahres wirft es nichts ab, sondern verursacht nur Kosten.
- Führerschein: Sie können nur Motorräder an Leute vermieten, die auch die passende Fahrerlaubnis haben.
- Wartung: Regelmäßige Wartungen sind unerlässlich, um die Sicherheit der Mieter zu gewährleisten.
Kosten und Rentabilität
Die Kosten für die Anschaffung und den Unterhalt von Motorrädern sollten nicht unterschätzt werden. Hinzu kommen die Kosten für die Versicherung, die Miete für einen Laden, Gewerbesteuer und Mitarbeiter.
Einige Beispielrechnungen verdeutlichen die Herausforderungen:
- Beispiel 1: Eine BMW R1200GS kostet neu etwa 16.500 Euro netto. Bei einer Miete von 400 Euro pro Wochenende und Abzug von Umsatzsteuer und Einkommensteuer bleiben etwa 240 Euro übrig. Bei Wartungskosten von 1.000 Euro pro Jahr und einer gewerblichen Versicherung von 400 Euro müsste die Maschine etwa 69 komplette Wochenenden vermietet werden, um die Kosten zu decken.
- Beispiel 2: Für ein Leihmotorrad (CBF 1000) können in der Woche bei 1.500 Freikilometern ca. 300 € rechnen. Jeder Mehrkilomter kann mit ca. 0,50 € zu Buche schlagen.
Es gibt auch andere Anbieter, die Motorräder vermieten, meistens BMW, macht aber auch nicht jede Station.
Fazit
Die private Motorradvermietung kann eine interessante Möglichkeit sein, die eigenen Kosten zu senken oder sogar einen Gewinn zu erzielen. Es ist jedoch wichtig, sich im Vorfeld gründlich zu informieren und alle rechtlichen und finanziellen Aspekte zu berücksichtigen. Plattformen wie RIBE können die Vermietung erleichtern, aber auch hier fallen Gebühren an. Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, ob sich die Vermietung des eigenen Motorrads lohnt.
| Kostenart | Betrag (geschätzt) |
|---|---|
| Anschaffungskosten Motorrad | 16.500 € |
| Umsatzsteuer | -60 €/Woche |
| Einkommensteuer | -30% |
| Wartungskosten pro Jahr | 1.000 € |
| Gewerbliche Versicherung pro Jahr | 400 € |
| Miete pro Wochenende | 400 € |
| Reingewinn pro Vermietungstag bei RIBE | 72.40 € |
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