Startprobleme sind eine frustrierende Herausforderung für jeden Motorradfahrer. Kraftstoff, Luft und Zündung - mehr braucht ein Motor eigentlich zum Funktionieren. Doch leider steckt hinter Startproblemen oft mehr als man denkt.
Häufige Ursachen für Zündungsprobleme
1. Batterieprobleme
Eine der Hauptursachen für Startprobleme liegt oft in der Batterie. Eine schwache oder entladene Batterie kann dazu führen, dass das Motorrad nicht anspringt. Eine gesunde Batterie sollte eine Spannung im Bereich von etwa 12,6 Volt haben. Die Lösung besteht darin, die Batterie aufzuladen oder bei Bedarf durch eine neue zu ersetzen. Sollte die Batterie in Ordnung sein, könnte das Problem auch am Starter liegen.
2. Probleme im Kraftstoffsystem
Ein weiterer häufiger Grund für Startschwierigkeiten liegt im Kraftstoffsystem. Stelle sicher, dass der Tank ausreichend Treibstoff enthält. Manchmal kann der Kraftstoffmesser ungenau sein, also versuche es mit zusätzlichem Kraftstoff, um sicherzustellen, dass dies nicht das Problem ist. Überprüfe auch den Kraftstoffilter auf Verstopfungen. Ein sauberes Kraftstoffsystem gewährleistet einen reibungslosen Motorstart.
3. Zündkerzen
Verschmutzte oder abgenutzte Zündkerzen können Startprobleme verursachen und die Effizienz der Verbrennung beeinträchtigen. Entferne die Zündkerzen und überprüfe ihren Zustand. Reinige oder ersetze die Zündkerzen nach Bedarf und stelle sicher, dass die Elektroden den richtigen Abstand haben. Kontrolliere gleichzeitig die Zündspulen auf Beschädigungen.
Zündkerzen zeigen uns wenn etwas nicht stimmt. Links eine verrußte ZK nach zu kaltem Einsatz. Rechts eine geschmolzene ZK nach einem viel zu heißem Motor.
4. Luftfilter
Ein vernachlässigter oder verschmutzter Luftfilter kann den Luftstrom zum Motor beeinträchtigen.
5. Elektrische Verbindungen
Untersuche alle elektrischen Kabel und Verbindungen auf Beschädigungen oder lose Verbindungen. Manchmal kann ein schlechter Kontakt das Starten beeinträchtigen.
Systematische Fehlersuche
Das Beheben von Startproblemen erfordert eine systematische Herangehensweise und eine gründliche Überprüfung verschiedener Komponenten.
Sicherungen
Der erste Blick geht immer zu den Sicherungen, die man sorgfältig kontrolliert. Eine weitere, wenn auch seltene Möglichkeit ist ein defektes Zündschloss, das die Stromversorgung unterbrechen kann. Prüfen Sie, ob alle Verbraucher (Licht, Blinker und so weiter) nach Drehen des Schlüssels mit Strom versorgt werden. Tritt ein Startproblem direkt oder kurz nach einer Bastelaktion auf, so ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst verschuldet. Fehler beim Zusammenbau (beispielsweise bei der Tankmontage), abgeklemmte Kabel, durchgebrannte Sicherungen oder eingeklemmte Schläuche sind oft für das Ungemach verantwortlich.
Detaillierte Überprüfung der Systeme
Batterie und Anlassersystem
Motor dreht nicht: Hier ist in den meisten Fällen, besonders bei tiefen Temperaturen, die Batterie der Verursacher der Probleme. Schnelle Abhilfe unterwegs lässt sich bei alten Maschinen meist durch einen beherzten Tritt auf den Kickstarter, bei Motorrädern ohne Kat durch Anschieben und bei Einspritzern mit Kat durch Überbrücken mit geeigneten Starthilfekabeln erreichen. Sobald wie möglich sollten dann aber Batterie, Ladestromkreis und Lichtmaschine mithilfe eines Multimeters geprüft werden.
Ein Tausch von Batterie, Regler oder Gleichrichter ist relativ unproblematisch, der einer Lichtmaschine schon aufwendiger und meist erheblich teurer. Liegt das Problem an defekten oder korrodierten Kabeln beziehungsweise Anschlüssen oder Kriechströmen, ist die Fehlersuche allerdings meist ein Geduldsspiel.
Sind Batterie und Ladestromkreis in Ordnung, liegt vermutlich ein Defekt im Anlassersystem vor. Der simpelste Fehler ist dabei der Sicherheitsschalter am Seitenständer, der ein Losfahren mit ausgeklapptem Seitenständer verhindern soll. Wegen Verschmutzung oder Korrosion kann er klemmen, und trotz eingeklappten Seitenständers ist dann ein Starten des Motors nicht möglich. Abhilfe schaffen eine Reinigung und Schmierung. Manche Maschinen haben eine "Sidestand"-Kontrollleuchte, dank der man den Fehler sofort erkennen kann.
Ein Anlasser wird in der Regel über ein Relais, den sogenannten Anlasser-Magnetschalter gesteuert. Dieses Relais schließt nach Betätigung des Startknopfs den Kontakt zwischen Batterie und Anlasser, und der Anlasser nimmt seine Arbeit auf. In seltenen Fällen kann der Fehler im Starter-Schalter an der Lenkerarmatur (oft verursacht durch Korrosion) oder an einem Defekt an den entsprechenden Kabeln liegen. Häufiger ist es allerdings der Magnetschalter selbst, der beschädigt ist.
Gibt er trotz geladener Batterie nur ein klackerndes beziehungsweise schnarrendes Geräusch von sich, sollte man ihn prüfen. Dazu kann man den Magnetschalter entweder demontieren und mithilfe einer Widerstandsmessung gemäß der Anleitung des Werkstatthandbuchs prüfen oder ihn in eingebautem Zustand überbrücken.
Kraftstoffsystem
Motor dreht, aber die Maschine springt nicht an: Wenn der Motor beim Starten kräftig durchgedreht wird, liegt es zumindest nicht am Anlassersystem. Geht es nur darum, die Maschine möglichst schnell zum Laufen zu bringen, hilft manchmal Startpilot oder alternativ auch einfach Bremsenreiniger, der in den Einlass des Luftfilterkastens gesprüht wird. Dadurch entsteht ein besonders zündfähiges Gemisch, das den Kaltstart erleichtert.
In diesem Fall wird die Fehlersuche mit einer Überprüfung des Kraftstoffsystems fortgesetzt. Dazu gehören Benzinhahn, Leitungen, Filter und - falls vorhanden - die Benzinpumpe. Da die Benzinleitungen meist schwarz sind, lässt es sich oftmals gar nicht erkennen, ob überhaupt Benzin bei den Vergasern beziehungsweise der Einspritzanlage ankommt.
Tückisch sind auch per Unterdruck gesteuerte Benzinhähne (Unterdruckschlauch prüfen) und eine verstopfte Tankbelüftung (Tankdeckel öffnen). Auch ein komplett verunreinigter oder verölter Luftfilter kann die Ursache für Startprobleme sein, denn das Benzin/Luft-Gemisch wird dadurch zu fett. Ein poröser oder verrutschter Ansaugstutzen führt hingegen zum Ansaugen von Nebenluft, sodass der Motor zu mager läuft und zumeist im kalten Zustand nicht anspringen will.
Vergaser
Zum Kreis der "üblichen Verdächtigen" gehören bei dieser Art von Startproblemen vor allem die Vergaser. Nach längerer Standzeit verflüchtigen sich die brennbaren Bestandteile des Benzins. Der verbleibende Restkraftstoff ist nicht mehr zündfähig, und der Motor säuft beim Startversuch ab. Außerdem führt altes Benzin durch Verharzung zu Verstopfungen der Kanäle oder der winzigen Bohrungen der Düsen.
Deshalb sollte man nicht vergessen, bei einer zeitweisen Stilllegung den Sprit aus der Schwimmerkammer abzulassen. Das ist je nach Zugänglichkeit meist in wenigen Minuten möglich. Hat man das versäumt, muss im schlimmsten Fall der Vergaser ausgebaut und komplett im Ultraschallbad gereinigt werden. Meist reicht es aber, die Schwimmerkammer zu leeren und mithilfe von Startpilot den Motor wieder zum Leben zu erwecken.
Kaltstartsystem
Falls der Motor nur in kaltem Zustand schwer anspringt, bei Betriebstemperatur aber problemlos startet, kann logischerweise auch das Kaltstartsystem eine mögliche Fehlerquelle sein. Der Chokehebel muss sich leichtgängig bis zur Maximalstellung bewegen lassen. Liegt es lediglich an klemmenden Zügen, dann ist die Reparatur vergleichsweise einfach. Gelegentlich ist die Ursache aber auch Verschmutzung beziehungsweise Verschleiß im Kaltstartsystem selbst. Je nach Bauart ist die Fehlerbehebung dann erheblich aufwendiger.
Zündung
Sofern man einen Fehler im Kraftstoffsystem ausschließen kann, steht die Überprüfung der Zündung an. Aufgrund der sehr hohen Spannung sind Arbeiten an der Zündung nicht ungefährlich. Unbedingt Werkstatthandbuch und Sicherheitshinweise beachten! Zuerst prüft man, ob alle Zündkerzenstecker fest auf den Kerzen sitzen, sich nicht gelockert haben und Zündkabel und Kerzenstecker keine Haarrisse aufweisen.
Um eventuell vorhandene Feuchtigkeit zu vertreiben, WD 40 oder anderes Kriechöl in den Kerzenstecker sprühen und im Zweifelsfall die Kerzenstecker erneuern. Bringt das nichts, kontrolliert man die Zündkerzen. Falls die Elektroden an den Kanten rundgebrannt sind oder der Elektroden-Abstand zu groß ist, sind die Kerzen verschlissen und müssen getauscht werden.
Zündspulen
Neben den Steckern und Kerzen können Defekte an Zündspulen, Gebern, Steuergerät beziehungsweise Unterbrecher-Kontakten und natürlich an der Verkabelung ebenfalls Grund für die Probleme sein.
Die Zündspulen befinden sich häufig unter dem Tank und bestehen aus Primär- und Sekundärwicklungen im Innern, die vergossen sind und nicht repariert werden können. Solange diese Wicklungen intakt sind, funktioniert eine Zündspule problemlos, aber bei einem Defekt muss sie ersetzt werden.
| Komponente | Mögliche Probleme | Lösungsansätze |
|---|---|---|
| Batterie | Schwach, entladen | Aufladen, ersetzen |
| Kraftstofffilter | Verstopft | Reinigen, ersetzen |
| Zündkerzen | Verschmutzt, abgenutzt | Reinigen, ersetzen, Elektrodenabstand prüfen |
| Luftfilter | Verschmutzt | Reinigen, ersetzen |
| Elektrische Verbindungen | Lose, korrodiert | Überprüfen, reinigen, festziehen |
| Zündspule | Defekt | Ersetzen |
Motordefekt
Als letzte Ursache für die Startprobleme bleibt noch ein Motordefekt, der dazu führt, dass das Kraftstoff/Luft-Gemisch nicht genügend komprimiert wird, um zünden zu können. In diesem Falle stoßen die meisten Hobbyschrauber schnell an ihre Grenzen, denn Motorreparaturen sind relativ aufwendig und von Laien kaum zu bewältigen. Erste Auskunft über eine ausreichende Verdichtung gibt ein Kompressionstest.
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