Der private Motorradtransport erfreut sich wachsender Beliebtheit. Warum die Abfahrt im Kurvenrevier stumpf mit dem Bike auf der Autobahn runterspulen, wenn es auch komfortabler geht? Es gibt mittlerweile bestechend einfache Lösungen für den privaten Motorradtransport.
Marktübersicht und Hersteller
Wir stellen 16 Hersteller von Motorradanhängern vor:
- Airtrailer: Die Plattform aus durchgehend geriffelter Aluplatte lässt sich zum Be- und Entladen komplett absenken. Die Continental-Luftfederung, die zurückgesetzte Achse und ein niedriger Schwerpunkt sollen für hohen Fahrkomfort sorgen.
- Barthau Anhängerbau: Die Motorradanhänger der MO-Reihe sind in ungebremster und gebremster Ausführung erhältlich und verfügen über eine umfangreiche Serienausstattung. Durch die geprägte Lochung von Auffahr- und Standschiene sowie die verstellbare Radwippe soll sich der Trailer auch von einer Person beladen lassen.
- Böckmann Fahrzeugwerke: Böckmann vertreibt die Motorradanhänger der slowenischen Marke TPV in un- und gebremster Ausführung für den Transport von bis zu drei Motorrädern.
- Boxer-Design: Die süddeutschen BMW-Zubehörspezialisten vertreiben einen Zweiradanhänger, der sich für den Nichtgebrauch mit wenigen Handgriffen komplett zerlegen lässt und kofferraumtauglich ist.
- Brenderup: Die dänische Anhängermarke hat ein klassisches Modell mit zwei Standschienen plus Bügel und vier Verzurrösen im Programm.
- Hermann Harbeck Fahrzeugbau: Der Plattformtrailer lässt sich dank zahlreicher Extras für mehr als den reinen Zweiradtransport nutzen.
- Heku-Fahrzeugbau: Ankuppeln und auffahren - so das Prinzip der Heku-Kippanhänger. Nach Lösen der Verriegelung senkt sich der Rahmen über eine Gasdruckfeder ab.
- Humbaur: Vom simplen Schienen-Anhänger bis hin zum wettergeschützen Koffermodell bietet Humbaur ein breites Sortiment. Ein Highlight: der hydraulisch absenkbare Trailer HKT.
- Koch Anhängerwerke: Es gibt sowohl den klassischen Plattform-Trailer mit 100 km/h-Zulassung wie auch die absenkbaren Anhänger. Für den besonders edlen Auftritt gibt es zudem den Excalibur mit zweifarbig lackiertem Fiberglas-Aufbau.
- Ostmann Fahrzeugbau: Der nordwestdeutsche Hersteller fertigt die Anhänger im Regelfall individuell nach den jeweiligen Kundenwünschen an.
- Pongratz Trailer-Group: Der österreichische Anbieter will mit dem absenkbaren Trailer PLL das Laden selbst von schweren Motorrädern zum Kinderspiel machen.
- SMV AG: Die Schweizer haben eine eher ungewöhnliche Trailerlösung für Wohnmobilisten entwickelt. Bei den Modellen Alu Star und Space Extender steht das Zweirad nämlich quer zur Fahrtrichtung.
- Stema Metalleichtbau: Der ostdeutsche Hängerspezialist bietet ein besonders breit gefächertes Programm. Die einfachen Trailer mit Standschienen für den Transport von bis zu drei Motorrädern beginnen bereits bei rund 600 Euro.
- Unsinn Fahrzeugtechnik: Für den bayerischen Trailer-Hersteller steht die komfortable Verladung ganz oben im Lastenheft. Weshalb alle Motorradanhänger der AS-Baureihe entweder über eine Kippfunktion verfügen oder komplett absenkbar sind.
- Wörmann: Anhänger für jeden Geldbeutel - so das Angebot von Wörmann aus dem Großraum München.
- Wolf Anhänger-Großmarkt: Die Hessen vertreiben nicht nur diverse Motorradanhänger von Pongratz oder Humbaur und rüsten diese nach Kundenwünschen um, sondern fertigen seit bereits 25 Jahren den zerlegbaren Trailer „Follow me“.
Sawiko Wheely im Praxistest
Mit dem Sawiko Wheely lassen sich mehrere Fahrzeuge gleichzeitig transportieren. Der sehr kompakte Universalanhänger bringt seine zwei Quadratmeter Nutzfläche auf nur 1,8 Metern Länge unter. Die 2,25 Meter Breite hinter dem Pkw solle man aber gut im Blick haben. Ungebremst nutzt der Wheely das zulässige Gesamtgewicht von 750 Kilogramm voll aus, mit Auflaufbremse sind bis zu 950 Kilogramm drin. Als Wheely Duo ist der Einachser auch für zwei Motorräder erhältlich.
Im Test besonders praktisch: die Motorradverladehilfe. Über eine Handseilwinde wird selbst die schwere Guzzi ohne großen Kraftaufwand auf den Anhänger gezogen. Die Rampe kann auf dem Anhänger verschraubt werden und braucht keinen Platz im Kofferraum. Optional sind für den Wheely auch verschiedene Zusatzhalterungen für Fahrräder oder Transportboxen erhältlich. In der Garage nimmt der Wheely hochkant an die Wand gestellt kaum Fläche ein.
Preisbeispiele
Ab 1.980 Euro gibt es den Wheely ohne Zubehör, mit Motorradverladehilfe kostet er 3.000 Euro.
Motorradanhänger kaufen oder mieten?
Gabriele & Jean Eiler (Inhaber eines Fachgeschäfts für Fahrzeuganhänger und Baumaschinen) aus Vaihingen/Enz geben Auskunft:
MOTORRAD: Anhänger kaufen oder mieten: Gibt es eine Faustregel, ab wann sich was mehr lohnt?
Gabriele & Jean Eiler: Nein. Denn im Prinzip stellt sich eher die Frage, was mit dem Anhänger passiert, wenn er nicht genutzt wird. Gerade in Großstädten hat man keine geeignete Unterstellmöglichkeit. Überhaupt halten sich die Mietkosten im Rahmen. Für eine 14-tägige Urlaubstour müssen maximal 200 Euro kalkuliert werden, die bei Gruppentouren auch noch unter den Mitfahrern aufgeteilt werden können. Für diese Gelegenheitsfahrer ist die Miete die eindeutig bessere Wahl.
MOTORRAD: Wem würden Sie den klassischen Motorradanhänger mit Schienen empfehlen?
Gabriele & Jean Eiler: Die Schienenlösung ist ein reiner Motorradanhänger - nicht mehr und nicht weniger. Deshalb eine gute Lösung für alle, die häufig und mit stets gleicher Beladung zu Rennstrecken oder Crosspisten unterwegs sind. Bei der Auswahl kann der Hänger genau auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt werden. Was die Kosten im Rahmen hält: Mit guter Ausstattung ist solch ein Trailer bereits für weniger als 1000 Euro zu bekommen. Allerdings kann er kaum für andere Einsatzzwecke genutzt werden.
MOTORRAD: Und was sollte sich der Gelegenheitstransporteur hinters Auto hängen?
Gabriele & Jean Eiler: Dem würden wir einen multifunktionalen Anhänger mit praktischer Kippfunktion empfehlen. Zum einen kann er damit auch seinen Grünschnitt wegbringen oder Brennholz holen. Zum anderen erhöht die geschlossene Plattform die Sicherheit bei der Motorradverladung. Mit Vorderradwippen, Standschienen oder Antirutschmatte, richtig gesetzten Verzurrpunkten und 100-km/h-Zulassung kostet ein Trailer, auf den zwei ausgewachsene Bikes passen, zwischen 2000 und 2500 Euro. Das klingt zunächst nach viel. Relativiert sich aber, wenn man die Nutzungsdauer berücksichtigt. Denn ein solcher Anhänger ist meist eine Anschaffung fürs Leben.
MOTORRAD: Was sind typische Fehler der Hobby-Spediteure?
Gabriele & Jean Eiler: Dass falsch verzurrt wird, Gurte oder Fixierpunkte zu schwach ausgelegt sind und das Zuladungslimit nicht beachtet wird. Im Idealfall bringt der Kunde sein Bike zum Anhängerkauf bzw. der Anmietung mit. So kann man gemeinsam besprechen, wie das Motorrad optimal verladen und sicher transportiert wird.
Welcher Motorradanhänger ist der richtige?
Neben der Frage nach dem Reisekomfort stellt sich oft auch die Frage, wie groß der Anhänger sein muss und welche Gewichtsklasse benötigt wird. Die Frage „ich brauche einen 2er Motorradanhänger - was habt ihr da?“ lässt sich so pauschal nicht beantworten.
Standardwerte ohne Sonderausstattung
- Roller: ca. 2 m Länge, 150-200 kg Eigengewicht, Lenkerbreite 60-80 cm
- Normales Motorrad: ca. 2,2 m Länge, 230-280 kg Eigengewicht, Lenkerbreite ca. 80 cm
- BMW GS: ca. 2,4 m Länge, 250-280 kg Eigengewicht, Lenkerbreite ca. 110 cm
- Harley´s: ca. 2,5 m Länge, 280-400 kg Eigengewicht, Lenkerbreite 100-150 cm
- Goldwing: ca. 2,6 m Länge, 350-420 kg Eigengewicht, Lenkerbreite 100-120 cm
Pauschal für Standardmotorräder lässt sich festhalten, dass Sie mit einer Anhängerlänge von 2,5 m in den meisten Fällen hinkommen. Bei einem Motorrad reicht die Breite von 1,2 m. Bei zwei Motorrädern reicht in der Regel die Breite von 1,5 m.
Bei einem 2er Motorradanhänger sind die Standschienen oder Wippen immer versetzt montiert, sodass die Maschinen nie exakt nebeneinander stehen und Sie somit Spielraum mit den Lenkern haben.
Faustformel
Wenn Sie unsicher sind, welcher Anhänger der Richtige für Ihre Maschinen ist, gilt grundsätzlich die Faustformel: Der Anhänger ist besser zu groß als zu klein.
Wenn der Anhänger zu groß ist, haben Sie im schlimmsten Fall zu viel Platz. Ist der Anhänger zu klein, haben Sie ganz klar zu wenig Platz. Das bedeutet: Mindestens eine Maschine bleibt zu Hause.
Tipps zur Auswahl des richtigen Anhängers
- Einschätzung der richtigen Größe: Schaffen Sie sich Spielraum durch eine ausreichende Länge oder Breite des Anhängers, weil Sie die Maschinen versetzt oder weit genug auseinander stellen können.
- Rampen und Traglast: Eine Motorradauffahrschiene hat eine Nutzlast / Traglast von 400 kg.
- Probefahrt: Leihen Sie sich Ihren gewünschten Motorradanhänger für einen Tag oder WE aus und verladen Sie ganz in Ruhe zu Hause Ihre Maschinen zur Probe.
Verschiedene Anhängertypen
- Standardanhänger: Motorradanhänger verfügen meist über Schienen und Vorderradhalterungen, die das Verladen und Sichern der Fracht erleichtern.
- Absenkanhänger: Die Ladefläche wird auf den Boden abgelassen, das Bike barrierefrei aufgeschoben.
- Faltanhänger: Zusammengeklappt nimmt das Eiler-Modell (2549 Euro) nur 1,2 Quadratmeter (1,85 mal 0,64 Meter) ein.
- Quertransporter: Ein Modell, auf das ein Zweirad quer aufgeladen wird - wie auf einen Heckträger -, macht’s leichter, denn es ist besonders kurz.
Kosten bei der Anschaffung eines Anhängers
- Preis des Anhängers selbst (750 Kilogramm für zwei Bikes ab ca. 750 Euro)
- Zulassung (26 Euro)
- Versicherung (rund 55 Euro im Jahr)
Multifunktionaler Anhänger für Haus und Motorrad
Ziel ist es, einen Anhänger zu entwickeln, der im Alleingang mit Motorrädern beladen werden kann, Platz für zwei BMW R 1250 GS Adventure Motorräder bietet, für Laub und Co geeignet und auch für mindestens eine Tonne Zuladung geeignet ist. Wichtig war, dass der Anhänger nicht breiter als das Zugfahrzeug, nicht zu lang und möglichst kompakt ist, um ihn platzsparend abstellen zu können.
Ein Beispiel für eine solche Speziallösung ist der STEMA Doppelachser STP O2 15-25-13.2, mit einer Ladefläche von 251 cm x 128 cm und 1500 kg Gesamtgewicht, in Kombination mit einem Schienensystem von SAWIKO.
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