Motorrad für 16-Jährige: Der A1-Führerschein und alles, was du wissen musst

Du möchtest langsam den Schritt in die Welt der Motorräder wagen? Der Führerschein der Klasse A1 ist dein Einstieg in die Welt der Motorräder. Den kleinen Motorrad-Führerschein darfst du bereits mit 16 Jahren machen. Beim A1-Führerschein erhältst du automatisch auch den AM-Führerschein.

Voraussetzungen für den A1-Führerschein

  • Mindestalter: 16 Jahre
  • Unterlagen/Dokumente: Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs und biometrisches Passbild.
  • Befristung: keine. Jedoch ist der Führerschein nur 15 Jahre gültig. Spätestens dann musst du ein neues Dokument beantragen, das dann wieder 15 Jahre gültig ist.
  • Prüfungen: Für den A1-Führerschein musst du eine erfolgreiche Theorie- und Praxisprüfung ablegen.

Die Theorieprüfung kannst du bereits 3 Monate vorher ablegen, die praktische Prüfung 1 Monat vor deinem Geburtstag.

Was darfst du mit dem A1-Führerschein fahren?

Mit dem A1-Führerschein darfst du die "kleinen" Motorräder mit einem Hubraum von bis zu 125 ccm fahren. Das darfst du mit dem A1-Führerschein fahren: Krafträder mit einem Hubraum von max. 125 ccm, einer Leistung von höchstens 11 kW und einem Verhältnis von Leistung zu Gewicht von max. 0,1 kW/kg. Zudem darfst du dreirädrige Kraftfahrzeuge (z.B. Trikes) mit einem Hubraum von über 50 ccm (bei Verbrennungsmotoren) oder einer bbH von über 45 km/h fahren. Allerdings ist die Leistung auf max. 15 kW begrenzt.

Theoretische und praktische Ausbildung

In deiner theoretischen Führerscheinausbildung wirst du mit den Grundlagen des Motorradfahrens und den Verkehrsvorschriften vertraut gemacht. Der Theorieunterricht umfasst dabei den Grund- und Zusatzstoff. Der Grundstoff beinhaltet den allgemeinen Prüfungsstoff, der für alle Führerscheinklassen gilt. Der Zusatzstoff beinhaltet die besonderen Anforderungen der jeweiligen Fahrzeugklasse.

Beim Grundstoff in Klasse A1 musst du insgesamt 12 Doppelstunden à 90 Minuten besuchen, um zur Theorieprüfung zugelassen zu werden. Besitzt du bereits eine Fahrerlaubnis, reduziert sich der Grundstoff auf 6 Doppelstunden. Zudem musst du beim Zusatzstoff mindestens 4 Doppelstunden à 90 Minuten besucht haben. In diesen Stunden geht es anders als im Grundstoff um spezielle Motorradinhalte der Ausbildung. Sie sind verpflichtend vorgeschrieben für den Erwerb des Führerscheins. Dabei gilt: Hast du Probleme bei einem bestimmten Thema, z. B. den Vorfahrtregeln, darfst du dir den Stoff selbstverständlich auch noch ein zweites Mal im Unterricht anhören.

In deinen Motorrad-Fahrstunden machst du dich mit deiner Maschine und den Verkehrsvorschriften vertraut. Wie viele dieser Übungsstunden du brauchst, hängt ganz von deinem Können und Lernfortschritt ab. Eine Fahrstunde dauert dabei immer 45 Minuten. Eine vorgeschriebene Zahl an Sonderfahrten muss absolviert werden. So musst du in Klasse A1 mindestens 5 Ausbildungsstunden auf Bundes- oder Landstraßen machen, 4 Ausbildungsstunden auf Autobahnen und 3 Ausbildungsstunden bei Dämmerung oder Dunkelheit.

Wenn du bereit für die Prüfung bist, wird dir dein Fahrlehrer Bescheid geben und dir in einer finalen Stunde nochmals wertvolle Tipps für deine Prüfungsfahrt geben.

Die richtige Fahrschule und Ausrüstung

Eine gute Fahrschule lässt dich nicht ohne sichere Schutzkleidung aufs Motorrad steigen, sondern wird dir diese zur Verfügung stellen. Lege dir aus hygienischen Gründen eine Sturmhaube zu oder kaufe dir am besten gleich einen gut sitzenden Helm, den du danach sowieso brauchen wirst.

Die beste Fahrschule finden Schüler zum einen durch persönliche Empfehlungen von Freunden oder Bekannten. Zum anderen gibt es ein paar objektive Kriterien: "Von Vorteil ist es, wenn der Fahrlehrer in den ersten Fahrstunden seinen Schüler mit einem eigenen Motorrad begleitet und nicht im Auto hinterher fährt", sagt Bartels. "Gut sind diejenigen Fahrschulen, die eine gewisse Affinität zu Motorrädern haben", bestätigt auch Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Das bekommen Jugendliche aus seiner Erfahrung meist nur durch Berichte von anderen Fahrschülern mit. Eltern könnten im Freundes- oder Kollegenkreis nach Tipps für Fahrschulen fragen, die für ihre Kinder in Frage kommen.

Bevor sich Schüler zum Unterricht anmelden, sollten sie sich das Fahrschulmotorrad zeigen lassen und Probe sitzen. "Die Sitzposition muss bequem sein und der Fahrer muss mit beiden Füßen vollständig den Boden berühren", sagt Bartels. Das Fahrsicherheitssystem ABS für 125-ccm-Maschinen bietet einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor.

Die Schutzkleidung sollte passen und in gutem Zustand sein. Dazu zählen Helm, Stiefel, Hose, Handschuhe und Jacke mit integriertem Rückenprotektor. Am besten sei es, wenn der Fahrer sie selbst schon hat und mitbringt, so Bartels. "Denn diese passt einwandfrei." Dafür muss man allerdings mehrere Hundert Euro einkalkulieren. Wer das Geld nicht hat, dem stellen die Fahrschulen die Ausrüstung.

Kosten für den A1-Führerschein

Was ein 125er-Führerschein kosten kann, lässt sich pauschal nicht beziffern. Der sogenannte kleine Motorradführerschein kostet je nach Region und Zahl der Fahrstunden durchaus bis zu 2000 Euro. Es lohnt sich, Angebote verschiedener Fahrschulen einzuholen und zu vergleichen. Achten Sie auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.

125ccm-Motorrad: Zulassung, Versicherung und Steuern

Bei dem 125ccm-Motorrad handelt es sich um ein Kraftrad mit einem Hubraum von höchstens 125 Kubikzentimetern (ccm). Eine 125er-Maschine ist in die Fahrzeugklasse der Leichtkrafträder einzuordnen. Bei einem Motorrad bis zu 125 ccm Hubraum ist es allerdings nicht ganz so einfach, denn dieses muss bei der Zulassungsbehörde für den Straßenverkehr zugelassen werden. Dafür benötigt es außerdem einen Versicherungsschutz.

Kfz-Steuern: Für Krafträder zahlen Sie grundsätzlich eine Kfz-Steuer von 1,84 Euro je 25 ccm Hubraum.

Versicherung: Wie für jedes Kraftfahrzeug in Deutschland, ist auch für ein Leichtkraftrad zumindest eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Die Höhe des Versicherungsbeitrags können Versicherer selbst festlegen. Es kann sich also lohnen, mehrere Angebote einzuholen und Anbieter miteinander zu vergleichen. Entscheiden Sie sich dabei nicht einfach für den günstigsten Tarif. Achten Sie dabei auf das Preis-Leistungsverhältnis und die genauen Versicherungskonditionen. Ein Leichtkraftrad verursacht aber grundsätzlich geringere Versicherungskosten als ein Motorrad mit höherer Leistung. Auch Faktoren wie die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit und das Alter des Versicherten spielen dabei eine Rolle. Selbstverständlich können Sie für Ihr Leichtkraftrad auch eine umfangreichere Versicherung abschließen.

Geschwindigkeit und Sicherheit

Bis zum Jahr 2013 durften unter 18-jährige Fahrer mit dieser Art von Kraftrad maximal 80 km/h fahren. Diese Begrenzung gibt es nun nicht mehr. Alle Besitzer eines A1-Führerscheins können mit einem 125ccm-Motorrad nun bis zu 110 km/h schnell fahren.

Im jugendlichen Alter entwickelt sich laut Bente das Gefahrenbewusstsein für den Straßenverkehr erst. "Junge Fahrer müssen deshalb intensiv geschult werden, damit sie immer mit der Dummheit aller anderen Verkehrsteilnehmer rechnen", sagt der Experte.

Das Thema Fahrsicherheit sollte im Unterricht also ganz besonders im Fokus stehen. Dazu zählt das Bewusstsein für defensives Fahren ebenso wie falsch eingeschätzte Geschwindigkeit - und Sturzgefahr. "In einem guten Unterricht wird dem Fahrschüler der Indianerblick beigebracht: alles sehen und Gefahren frühzeitig erkennen", erklärt Bartels.

Alternativen zum A1-Führerschein

Neben dem A1-Führerschein gibt es noch andere Möglichkeiten, ein 125ccm-Motorrad zu fahren:

  • Führerschein der alten Klasse 3 (vor dem 01.04.1980 erworben): Berechtigt zum Fahren von 125ccm-Motorrädern.
  • Führerschein B196: Inhaber der Klasse B können ihren Führerschein durch eine zusätzliche Schulung (4 Theorie- und 5 Praxis-Einheiten) erweitern, ohne eine Prüfung ablegen zu müssen. Voraussetzung: Mindestalter 25 Jahre und Besitz der Klasse B seit mindestens 5 Jahren.
Fahrerlaubnis / Führerschein-Klasse Rahmenbedingungen Inhalte
Klasse A1 Mindestalter: 16 Jahre Komplette Fahrschule einschließlich theoretischer und praktischer Prüfung
Klasse B196 (Klasse B plus Schlüssel 196) Mindestalter: 25 Jahre
Mindestfahrpraxis: 5 Jahre Besitz Führerscheinklasse B
4 x 90 Minuten Schulung Theorie
5 x 90 minuten Schulung Praktisch
Keine Prüfungen
Klasse 2, 3 oder 4 alt und entsprechende Führerscheine der ehemaligen DDR Erworben vor dem 01.04.1980 - keine weiteren -
(Um Probleme bei Kontrollen zu vermeiden ist es sehr empfehlenswert, alte Führerscheine entsprechend umschreiben zu lassen bzw. durch neue zu ersetzen.)

Motorrad oder Roller?

Ein rationales besser oder schlechter gibt es kaum. Es hängt viel von persönlichen Vorlieben und den Einsatzzwecken ab. Motorräder lassen sich im Vergleich zu den Rollern vor allem sportlicher fahren, auch wenn sie sich in den Höchstgeschwindigkeiten kaum unterscheiden. Motorräder sind auch als 125er schon deutlich schwerer zu beherrschen und haben zudem nahezu alle manuelle Schaltungen, die vor allem im Stadtverkehr einiges abverlangen können - anders bei 125er-Rollern mit Automatik-Schaltung. Andererseits bieten die Motorräder vielen mehr Vergnügen, wenn es mal über Landstraßen oder Autobahnabschnitte geht.

125er-Motorräder bieten keinen Stauraum, sodass der Motorradhelm oder kleine Einkäufe unterbracht werden können.

Typen von 125er-Motorrädern

Im Grunde gibt es nahezu alle klassischen Motorrad-Bauweisen, von Choppern und Tourern einmal abgesehen, auch bei den 125ern. Zumeist kommen sie als Naked Bikes, Cafè Racer, Enduros oder auch als Supersportler auf den Markt. Gelegentlich sieht man Nachbau-Exoten, etwa die Daytona 125 im Harley-Stil der spanischen Schmiede Leonart Motorcycles.

Du entscheidest, womit der Spaß beginnt. Was auch immer du suchst - es steht für dich bereit. Motorradfahren bietet immer die beste Mischung aus Mobilität und Fahrfreude.

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