Motorrad mit breiten Reifen: Vor- und Nachteile

Die Wahl der richtigen Reifengröße ist entscheidend für das Fahrverhalten eines Motorrads. Breitere Reifen sind ein Zugeständnis an den vermeintlichen Käufergeschmack. Doch welche Vor- und Nachteile bringen breite Reifen tatsächlich mit sich? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte.

Vorteile breiter Reifen

  • Optik: Viele Motorradfahrer bevorzugen breite Reifen aus ästhetischen Gründen. Richtige Biker stehen auf schöne wohlgeformte Hintern. Flache Breitreifen sehen einfach cooler aus.
  • Haftung auf trockener Fahrbahn: Auf trockener Fahrbahn gilt die Formel „Je breiter, desto mehr Grip“ uneingeschränkt. Mit wachsender Breite bremsen breitere Reifen auf trockener Straße zudem schneller und besser.
  • Geringerer Verschleiß: Der breitere Reifen muss mit besser verteiltem Bodenkontakt auch weniger Walkarbeit als der schmalere leisten, hält also länger.

Nachteile breiter Reifen

  • Handling: Breitere Reifen benötigen bei gleicher Kurvengeschwindigkeit eine größere Schräglage, daher fühlen sich schmalere Reifen handlicher an. Je breiter der Reifen, desto mehr Schräglage ist bei gleicher Kurvengeschwindigkeit und gleichem Kurvenradius notwendig.
  • Aquaplaning: Da mit jedem Zentimeter mehr Breite aber auch mehr Wasser verdrängt werden muss, schwimmen die Breitreifen bei gefährlichem Aquaplaning früher auf. Mit den schmalen Reifen kann man auf gerader Strecke über 10 km/h schneller fahren, bevor der Wagen aufschwimmt.
  • Komfort: Breite Modelle fahren sich spürbar unkomfortabler als dünne.
  • Kraftaufwand: Jo ist schwerer, eine Kurve zu fahren, brauchste mehr Kraft dazu.
  • Eingeschränkte Agilität: Der 180er ist vollkommen überdimensioniert und in richtig engen Ecken hinderlich.

Weitere Aspekte

Das Fahrverhalten eines Motorrads hängt nicht nur von der Reifenbreite ab. Dafür sind viele Faktoren, wie Radstand, Nachlauf, Lenkkopfwinkel u.a. mit verantwortlich. Die Kontur des Reifens spielt auch noch eine Rolle. Die Unterschiede der Abrollumfänge mögen gering sein, aber theoretisch interessiert das den TÜV schon.

Reifenbreite im Rennsport

Bei Superbikes mit mehr Leistung und höherem max. Drehmoment haben sich die Reifenbreiten bei rund 180 eingependelt. Nur in Ausnahmefällen, auf Strecken mit vielen schnellen Kurven wird ein 190er Reifen montiert, um mit einer möglichst großen Reifenaufstandsfläche dem Abrieb mehr Gummi entgegen zu setzen. Versuche mit 200 Millimeter breiten Schlappen wurden wieder aufgegeben, weil sie kaum noch zu realisierende Schräglagen erfordern.

Subjektives Fahrgefühl

Es gibt auch so etwas wie subjektives Befinden: Obwohl die schmalen Reifen wendiger waren und so leicht in die Kurven kippten, was irgendwie auch schön war, hatte ich ein satteres Fahrgefühl bei den breiteren Reifen: die fühlten sich so an, als ob sie nicht aus der Spur zu bringen seien ... das gab mir ein sichereres Gefühl, obwohl ich mehr drücken musste in den Kurven.

Reifendimensionen und ihre Bedeutung

Die Reifenkennzeichnung gibt Auskunft über die Reifengröße und weitere wichtige Eigenschaften. Welche Reifengrößen für das Fahrzeug freigegeben sind, geht aus den Angaben in den Zeilen 15.1 und 15.2 der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) hervor.

Beispiel: 225/40 R18 Y

  • 225: Reifenbreite in mm
  • 40: Reifen- oder Flankenhöhe im Verhältnis zur Breite in Prozent
  • R: Reifenbauart Radial
  • 18: Felgendurchmesser in Zoll
  • Y: Speedindex (erlaubt bis 300 km/h)

Empfehlenswerte Reifenmarken

  • Michelin Pilot Road 3: Wenig sportliche Fahreigenschaften, aber zusammen mit dem Angel GT der beste bei Nässe.
  • Pirelli Angel GT: Zusammen mit Road Attack 2 sehr sportlich zu fahren und hat sehr gutes Nässeverhalten.
  • Pilot Power 3: Sehr handlich/agil, hält vorn länger als Z8, hinten aber weniger. Auch bei Nässe einer der besten - habe ich gelesen.

Fazit

Die Wahl zwischen breiten und schmalen Reifen hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des persönlichen Geschmacks, des Fahrstils und des Motorradmodells. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile abzuwägen und die Reifengröße zu wählen, die am besten zu den individuellen Bedürfnissen passt.

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