Möchte man ein neues Motorrad kaufen, lohnt es sich, in jeder Hinsicht genau hinzuschauen. So gilt es nicht nur, den passenden Maschinentyp zu finden, sondern es kommt auch darauf an, dass man die richtige Größe des Motorrads wählt. Ist das Bike zu groß, harmoniert es nicht optimal mit den eigenen Körpermaßen. Das bedeutet unter anderem, dass der Komfort beim Fahren zu wünschen übriglässt.
Zudem erhöht sich das Unfallrisiko erheblich, wenn das Motorrad nicht zum Körperbau passt. Ist die Maschine zu klein, melden sich bald Rücken und Gelenke - ist sie indes zu groß, besteht die Gefahr, mit dem Bike umzukippen oder die Kontrolle zu verlieren. Es wird klar: Ein absolut dringend zu beachtender Faktor für den Kauf eines Bikes ist die Körpergröße, beziehungsweise Sitzhöhe.
Die Sitzhöhe ist ein wesentlicher Aspekt am Motorradfahren, der über Wohlfühlen auf und Vertrauen zur Maschine entscheidet - und das logischerweise beim ersten Aufsitzen. Gute Bodenhaftung ist auf dem Motorrad nicht nur beim Fahren wichtig, sondern beim Anhalten ebenso. Dann gilt es, beide Füße stabil auf die Erde zu bekommen, denn wie schnell man umfallen kann, hat jeder Biker irgendwann schon mal erlebt.
Gerade kleinere Menschen müssen deshalb auf die richtige Sitzhöhe achten, sonst wird jeder Stopp an der Ampel oder im Stau zur Zitterpartie. Kurze Beine erschweren zudem das Rangieren sowie das Auf- und Absteigen. Große Menschen wiederum müssen aufpassen, dass sie sich auf dem Bike nicht so unbequem zusammenfalten müssen, dass der Körper schon nach wenigen Kilometern rebelliert.
Die richtige Sitzhöhe finden
Sie können die Suche nach einem Motorrad, das Ihrer Körpergröße besonders gut entspricht, mit einem Kniff vereinfachen. Messen Sie dafür den Abstand von Ihrer Fußsohle bis nach oben zu Ihrem Schritt aus. Somit ergibt sich die Sitzhöhe. Nehmen Sie die Messung zunächst ohne Schuhe vor.
Hier eine Tabelle als Anhaltspunkt:
| Körpergröße | Empfohlene Sitzhöhe |
|---|---|
| 160 cm | ca. ... cm |
| 165 cm | ca. ... cm |
| 170 cm | ca. ... cm |
| 175 cm | ca. ... cm |
| 180 cm | ca. ... cm |
| 190 cm | ca. ... cm |
Doch Vorsicht: Selbst, wenn die Sitzhöhe eines Motorrads laut Tabelle zu den eigenen Maßen passt, können andere Faktoren die Maschine trotzdem als unpassend ausschließen. Ist der Sitz beispielsweise sehr breit und vielleicht auch etwas kantig, kann dies die Strecke vom Sitz bis zum Boden verlängern - und sich zudem als unbequem erweisen.
Anpassungsmöglichkeiten
Anpassungen sind in gewissem Umfang möglich, beispielsweise das Auf- oder Abpolstern eines Motorrads. Manche Hersteller haben zudem weitere Sitzbänke oder Kits für die Tieferlegung im Angebot. Natürlich sollten Änderungen dieser Art unbedingt von einem Profi vorgenommen werden.
In der Werkstatt wird man Sie auf die Folgen einer Tieferlegung des Motorrads aufmerksam machen - von der Kürzung des Seitenständers über die Neuausrichtung des Abblendlichts bis auf das leicht veränderte Fahrverhalten in der Schräglage. Generell können bei Motorrädern auch Lenker und Fußrasten sowie andere Teile, welche die Sitz- und Fahrergonomie beeinflussen, angepasst werden. Auch hier lohnt sich die Beratung in einer Fachwerkstatt oder im Fachhandel.
Damit die Fahrsicherheit und das einwandfreie Fahrwerksverhalten erhalten bleibt sollte die Tieferlegung in einer Werkstatt vorgenommen werden. Oft muß auch der Seitenständer/Hauptständer gekürzt werden.
Tieferlegungs-Kits
Für die meisten Motorradmodelle mit hoher Sitzposition bieten die Hersteller und der Zubehörhandel besondere Sitzbänke oder Tieferlegungs-Kits an. Bei Letzteren kommen natürlich nur solche infrage, die über eine ABE oder ein Gutachten verfügen. Bei der Auswahl und der Montage sollte unbedingt ein kundiger Fachmann bzw. eine Werkstatt hinzugezogen werden - idealerweise schon vor dem Kauf der Maschine, da diese Umrüstungen auch Einfluss auf die Fahrwerksgeometrie und damit auf das Fahrverhalten haben können. Die Tieferlegung eines Motorradfahrwerks kann es mit sich bringen, dass der Seitenständer gekürzt werden muss, damit die Maschine sicher steht. Darüber hinaus ist die Schräglagenfreiheit in Kurven eventuell geringer als vor der Änderung. Abschließend ist zu beachten, dass das Abblendlicht der Maschine neu eingestellt werden muss, um Blendungen anderer Verkehrsteilnehmer zu vermeiden.
Neben Umbauten, die die Sitzhöhen reduzieren, gibt es natürlich auch Umrüstmöglichkeiten, die die Sitzhöhe vergrößern oder die Anordnung von Lenker und Fußrasten so korrigieren, dass die Sitz- und Fahrergonomie optimiert werden kann. Einige Änderungen erleichtern zudem das Handling beim Fahren deutlich, z.B. verkürzt die Anhebung des Fahrzeughecks den Nachlauf, ein breiterer Lenker reduziert die Lenkkräfte.
Motorradmodelle mit niedriger Sitzhöhe
Im Modelljahr 2024 gibt es eine gewaltige Vielfalt an Motorrädern mit niedriger Sitzhöhe - und nicht nur Cruiser! Hier eine kleine Auswahl:
- Cruiser: Honda CMX500 Rebel (690 mm), Hyosung GV125S Aquila (710 mm), UM Renegade 125 (bis 730 mm)
- 125er Motorräder: Honda Monkey 125 / MSX 125 / DAX 125 (761-775 mm), Suzuki GSX-S 125 (785 mm), Honda CB125F (790 mm)
- Naked Bikes: Yamaha MT-03 (780 mm)
- Supersportler: Yamaha R3 / CFMOTO 300 SR (780 mm), Suzuki GSX-R 125 (785 mm)
- Roller: Honda PCX 125 (764 mm), Yamaha NMAX 125 (765 mm), Suzuki Burgman 400 (755 mm), BMW C 400 GT / C 400 X (775 mm)
- Retro Modelle: BMW R12 (754 mm), Triumph Speed Twin 900 (765 mm), Kawasaki W800 (770 mm)
Wichtige Hinweise vor dem Kauf
Probesitzen und Probefahren sind vor dem Kauf eines Motorrads deshalb unerlässlich. Auch das Schieben des Bikes sollte getestet werden. Nachspüren: Sitzt es sich bequem? Probefahrt machen: Wie sicher fühlt sich das Anhalten an der Ampel an? Wie gut funktionieren Auf- und Absteigen?
Für Anfänger ist es nicht ratsam, sich für eine schwere Maschine zu entscheiden. Stattdessen hilft ein leichtes Modell dabei, ein Gespür für das Motorradfahren über längere Strecken zu entwickeln. Ist das Gewicht des Motorrades zu hoch, führt das zu einem unsicheren Fahrgefühl. So ist es zum Beispiel bei einem Körpergewicht von etwa 60 kg nicht empfehlenswert, ein 500 kg schweres Motorrad zu kaufen. Schon das Schieben der Maschine würde sich in diesem Fall als äußerst herausfordernd herausstellen und könnte gefährlich werden. Auch für das richtige Motorradgewicht gilt demnach die Probefahrt als guter Test.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Motorradfahrer in erster Linie das Design und die Bauweise der Maschine im Fokus haben: Wenn sich bei der Testfahrt ein Gefühl der Unsicherheit bemerkbar macht, wird dieses Empfinden mitunter bagatellisiert oder heruntergespielt. So setzen viele Käufer voraus, dass sie zunächst lediglich eine Gewöhnungsphase überstehen müssen. Experten sind sich allerdings einig, dass dies nur in den seltensten Fällen zutrifft. Vielmehr sollte sich der Fahrer von Anfang an wohlfühlen, wenn er auf der Maschine sitzt.
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