Gran Canaria und die anderen Kanarischen Inseln locken mit ganzjährig angenehmen Temperaturen und abwechslungsreichen Strecken, die Motorradfahrerherzen höherschlagen lassen. Die Vielfalt der Inseln ist dabei bemerkenswert: Teneriffa beherbergt den Pico del Teide, Spaniens höchsten Berg. Gran Canaria beeindruckt mit Dünen und Felsformationen, La Gomera mit dem malerischen Nationalpark "Garajonay". Ein Mix aus schroffen Bergen, steilen Schluchten und alten Lavafeldern bietet ein faszinierendes Natur-Schauspiel der Extraklasse.
Die Faszination der Kanarischen Inseln für Motorradfahrer
Die Kanarischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Sie bieten ein ideales Terrain für Motorradtouren. Inmitten dieser exotischen Inselgruppe im Atlantischen Ozean eröffnet sich ein Paradies auf zwei Rädern, die vulkanische Ursprungsform der Inseln eignet sich perfekt für eine Motorrad-Reise.
Mit einer Fläche von 1.560 Quadratkilometern ist Gran Canaria nach Teneriffa und Fuerteventura die drittgrößte der sieben Kanarischen Inseln. Die gehören politisch zu Spanien, geografisch jedoch zu Afrika und liegen etwa 500 Kilometer westlich der marokkanischen Küste. Diese Lage ist für das ausgewogene Klima verantwortlich, das die „Inseln des ewigen Frühlings“ für uns Europäer so attraktiv macht - 24 Grad Durchschnittstemperatur, das ganze Jahr über angenehm warm.
Wieso? Wie alle Kanarischen Inseln, ist auch Gran Canaria vulkanischen Ursprungs. Ihr höchster Punkt, der 1.949 Meter hohe Vulkan Pico de las Nievas, spuckt glücklicherweise schon seit Jahrtausenden weder Feuer noch Asche mehr. Seine Höhe zeigt jedoch, wie unterschiedlich die Klimazonen auf Gran Canaria ausfallen, es gibt insgesamt 14 davon, jede mit einem eigenen Miniaturklima. Entsprechend vielfältig erscheinen Flora und Fauna, was der Insel den Ruf eines Miniaturkontinents gab.
Die Routenvielfalt Gran Canarias
Bereits die Busfahrt entlang der Küste deutet an, dass die Insel über ordentliches Windungspotential, garniert mit fantastischen Aussichten, verfügt. Fahrtechnisch haben wir uns diesmal das nicht endend wollende Kurven- und Kehrenband in Richtung La Aldea de San Nicolas vorgenommen, das grandiosen Spaß bereitet. Swingtime, mit dem nötigen Platz zum Überholen, sollte dies wirklich einmal nötig sein. Ein saftiger Landschaftsmix aus Palmen, Lavagestein und Meerblicken sind auch fürs Auge Luxus pur. Die Kurvenorgir führt uns hinauf bis nach Agaete, von wo aus wir über Tejeda und Mogán müde und mit strahlenden Bikeraugen in die Hotelgarage einfahren.
Wir steigen noch in einige Abzweigungen ein und schließen dann die Warmfahrrunde mit knackigen Küstenwindungen ab, die schon auf der Busanreise vielversprechend ausgesehen hatten. Am nächsten Morgen biken wir auf dem schnellsten Weg in Richtung Arguineguin, um von dort auf Nordkurs zu gehen. Und dann kommen bereits die ersten Hammerstraßen, die die Asphaltbänder um das Vulkangestein zirkeln und Dir mitteilen “hier ist Dein Revier“.
Wir hatten die Route bewusst nicht vorher geplant, da ein Blick auf die Inselkarte deutlich macht, dass jede Abzweigung ein neues Erlebnis verspricht. So haben wir nach kurzer Zeit bereits wieder die Wahl und entscheiden uns für die nordöstliche Abzweigung in Richtung Inselmitte und Tejeda. Die Straße wird enger, die Windungen stärker und wer bei Alpenstraßen wie der Silvretta Hochalpenstraße oder dem Hahntennjoch bereits Beklemmungen verspürt, der sollte hier mit allerhöchstem Respekt hineinfahren.
Persönliche Erfahrungen und Routenempfehlungen
Am nächsten Tag lädt uns bereits kurze Zeit nach Tourstart die Mühle von Mogán zum Fotostopp ein. Neben dem großen Windrad sorgen überdimensionierte Gegenstände wir Kannen, Stühle und Öfen für spaßige Erinnerungsfotos. Am letzten Motorradtag, einen bikefreien Relaxtag haben wir uns für morgen aufgehoben, nehmen wir den westlichen Teil der Insel unter die Motorradreifen und finden rund um Sta Brigida noch einmal Pistenverhältnis vor, die man im Wintersport wohl „Pulverschneeparadies“ nennen würde.
Auf dieser Reise entschied ich mich, die Insel als Sozia zu genießen. In früheren Urlauben hatte ich bereits die Gelegenheit, Gran Canaria mit dem Mietwagen zu erkunden. Diese Erfahrung erwies sich als äußerst hilfreich bei der Planung unserer Motorradtouren, da ich viele der Strecken bereits kannte und gezielt die schönsten Routen auswählen konnte. Besonders auf den engen Bergstraßen, wo Kehrtwenden oft unübersichtlich sind, war es ein großer Vorteil zu wissen, dass man sich durch Hupen ankündigt. Diese kleine, aber wichtige Regel hat uns an einigen Stellen geholfen, brenzlige Situationen zu vermeiden und die Fahrt sicher zu genießen.
Gerade für Paare, bei denen nur eine Person einen Motorradführerschein hat, ist Gran Canaria ideal. So kann der oder die Fahrende den Fahrspaß genießen, während die Sozia oder der Sozius die Fahrt in vollen Zügen genießt und sich auf die unglaublichen Aussichten einlässt. Unser Abenteuer begann mit der Triumph Tiger 900, einem kraftvollen Bike, das sich sowohl auf den kurvigen Küstenstraßen als auch auf den längeren Strecken als perfekter Begleiter erwies.
Der Tag startete mit einer Fahrt entlang der Küste von Las Palmas nach Agaete, einem charmanten Ort im Nordwesten der Insel. Von Agaete aus führte uns die Strecke in den Süden nach Maspalomas, wo uns die goldenen Sanddünen erwarteten. Die Aussicht war spektakulär, und ein kurzer Halt zum Sonnenbaden und Fotografieren durfte natürlich nicht fehlen. Am Nachmittag erreichten wir das malerische Hafenstädtchen Mogan, das mit seinen kleinen Kanälen und bunten Häusern besticht.
Am zweiten Tag wartete eine der schönsten Strecken Gran Canarias auf uns: die GC-605. Die Tiger zeigte hier erneut ihre Stärken, besonders auf den engen Kurven und steilen Anstiegen. Die Strecke bot uns nicht nur Adrenalin, sondern auch atemberaubende Ausblicke, den sogenannten Miradores. Unser erster Stopp war der Stausee Presa de las Niñas, ein idyllischer Ort, an dem wir die Ruhe der Natur genossen und es so den vielen spanischen Familien gleichtaten.
Für unseren letzten Tag tauschten wir die Tiger gegen die Honda Transalp, ein ebenso beeindruckendes Adventure-Bike, das sich perfekt für die heutige Tour eignete. Der Tag begann mit einer Fahrt von Las Palmas nach La Aldea de San Nicolás, einem kleinen Ort, der von imposanten Bergen umgeben ist. Von La Aldea aus setzten wir unsere Fahrt nach Puerto Rico fort, wo wir die Gelegenheit nutzten, am Strand zu entspannen und das Meer zu genießen. Doch der absolute Höhepunkt des Tages war die Fahrt zurück nach Las Palmas entlang der GC-200 Küstenstraße. Diese Straße schlängelt sich entlang steiler Klippen und bietet spektakuläre Ausblicke auf das türkisfarbene Meer.
Gran Canaria ist ein Paradies für Motorradfahrerinnen - ob du alleine, mit Partner oder Freunden reist. Die Insel bietet abwechslungsreiche Strecken, milde Temperaturen und die Möglichkeit, das ganze Jahr über Motorrad zu fahren. Dank Canary Ride kannst du zwischen verschiedenen Motorradtypen wählen und dir wertvolle Tipps vom Team holen. Unsere drei Tage mit Canary Ride waren eine perfekte Mischung aus Abenteuer, Entspannung und Romantik. Die Triumph Tiger und die Honda Transalp waren ideal für die unterschiedlichen Streckenprofile, und die sorgfältige Planung durch das Team von Canary Ride machte unsere Reise reibungslos und besonders.
Für alle Frauen, die den Winter nutzen möchten, um auf zwei Rädern Sonne, Freiheit und Abenteuer zu erleben, ist Gran Canaria das perfekte Ziel. Und mit Canary Ride habt ihr den besten Partner an eurer Seite, um die Insel auf zwei Rädern zu erkunden.
Motorradverleih und Ausrüstung
Um unserer redaktionellen Pflicht bezüglich Leihmotorrädern gerecht zu werden besuchen wir die Vermietstation von „Moto and Bike“ in Maspalomas und lernen Inhaber Jorge kennen, der außergewöhnlich gut deutsch spricht und uns auf einen Kaffee einlädt. Er zeigt uns seinen umfangreichen Verleihpark, der von BMW über KTM bis zu Honda und Suzuki mit ordentlichen Maschinen ausgestattet ist, die vor allem auch in einem Top-Zustand gehalten werden.
Jorge fragt mit Kennerblick nach unserer Motorradkleidung, prüft fachmännisch die Qualität des Leders und die Verarbeitung unserer Jacken und begutachtet auch unsere Hosen, von denen er hier sicher welche brauchen könnte. Er hat schon so manchen Unbelehrbaren gehabt, der mit normalen Jeans oder gar in kurzen Hosen ein Motorrad oder einen Roller holte und mit bösen Blessuren zurückkehrte. Wir selbst sind nach mehreren Motorradtagen ebenfalls mehr als angetan von unserer Testkleidung. Sinnvolle Features wie der justierbaren Beinabschluss, der Doppelhaken am Bund und der Stretcheinsatz am Bund zeigen die Stadlerische Motorraderfahrung. Einzig eine Gürtelschlaufe mehr zur Hosenmitte hin wäre wünschenswert.
Dank der großartigen Unterstützung von Canary Ride, dem lokalen Motorradverleih in Las Palmas, konnten wir die Insel auf zwei Traumbikes erkunden: An den ersten beiden Tagen mit einer Triumph Tiger und für den dritten Tag mit einer Honda Transalp. Dank Canary Rides immer mit viel Stauraum unterwegs.
Canary Ride, mit Standorten auf Gran Canaria und Teneriffa, überzeugt mit einem frisch renovierten Shop in Las Palmas und einem professionellen Team, das auf unsere Wünsche und Fragen einging. Doch falls du keine eigene Ausrüstung mit dabei hast, bist du bei Canary Ride bestens versorgt.
Die Küche Gran Canarias
So vielfältig wie die Natur fällt auf Gran Canaria auch die Küche aus. Seefahrer und Reisende aus aller Herren Länder brachten Speisen, Düfte und Aromen aus ihrer Heimat mit und mixten sie mit einheimischen Zutaten und Rezepten. Leckere Fleisch- und Fischspeisen werden mit „papas arrugadas“ gereicht, den kleinen kanarischen schrumpeligen Kartoffeln, die mit Schale gegessen werden. Die schmackhaften Knollen sind auch oft solo als Snack, mit den beliebten roten und grünen Tunken, den Mojos, erhältlich. Unbedingt probieren sollte man Spezialitäten wie den Blütenkäse, das Kartoffelkonfekt, den Inselwein, den Zuckerrohrrum und den aromatischen Kaffee. Auch ist Gran Canaria wegen des milden Klimas mit prall gefüllten Obst- und Gemüsegärten gesegnet.
Weitere Kanarische Inseln für Motorradfahrer
Die Kanarischen Inseln bieten mehr als Strand und Hotelburgen. Viel mehr. Und jede Insel besitzt einen ganz eigenen Charakter. Wer sich ein wenig Zeit (und ein Mietmotorrad) nimmt, wird ihn entdecken. Das Beste: Pauschalangebote kosten nicht viel.
Teneriffa
Auf dieser Insel hat die Erde ihr Innerstes nach außen gekehrt: Kurvensüchtige Motorradfahrer finden wahre Traumstrecken durch urzeitliche Lava-Landschaften. Absolutes Highlight dürfte die perfekt ausgebaute Straße zum 3718 Meter hohen Pico del Teide sein, dem höchsten Berg Spaniens. Oder die geniale Trasse, die sich vorbei an Dattelpalmen, Zitrusbäumen und Bananenstauden an den Hängen der Masca-Schlucht entlang windet - da wird so mancher Alpenkurs blass vor Neid, zumal man hier meist mit »Schönwettergarantie« unterwegs ist. Kanarenstrom und Passatwinde sorgen auf der Insel des ewigen Frühlings das ganze Jahr über für ausgeglichene Temperaturen.
Die Insel Teneriffa liegt etwa 300 Kilometer westlich der marokkanischen Küste im Atlantischen Ozean. Auf einer Fläche von rund 2.034 Quadratkilometern bietet sie eine erstaunliche Vielfalt an Landschaften. Die Nordküste ist geprägt von grünen Tälern und steilen Klippen, während der Süden mit seinen sonnigen Stränden und trockenen Landschaften lockt.
Teneriffa wird oft als Insel des ewigen Frühlings bezeichnet, da das Klima das ganze Jahr über mild ist. Die durchschnittlichen Temperaturen variieren zwischen 17 Grad Celsius im Winter und 25 Grad Celsius im Sommer. Jedoch ist das Klima auf Teneriffa auch sehr abwechslungsreich. Im Norden der Insel kann das Wetter feuchter und kühler sein, während der Süden trockener und wärmer ist. Diese Unterschiede sollten bei der Planung von Motorradtouren berücksichtigt werden.
Grundsätzlich ist Teneriffa ein sehr zugängliches Reiseziel. Als Teil Spaniens ist es Teil der EU. Somit genießt man als EU Bürger eine unkomplizierte Einreise und keine Kosten für Roaming. Auf Teneriffa gilt, wie in ganz Spanien, eine strikte Helmpflicht für Motorradfahrer und Beifahrer. Der Helm muss den EU-Sicherheitsnormen entsprechen. Während der Tour sollte man nicht nur seinen Führerschein sondern auch seinen Reisepass oder Personalausweis mit sich führen.
La Gomera
Tiefe Schluchten, bizarre Lavafelsen und dichte Lorbeerwälder - die kleine Insel fasziniert durch steile Canyons und beeindruckende Naturlandschaften. Motorradfahrer können auf den vielen kleinen Wegen, von denen einige nach wie vor unasphaltiert sind, wahrlich auf Entdeckungsreise gehen, zumal die Insel vom Massentourismus noch immer relativ unberührt ist.
Dass La Gomera viel von seiner kanarischen Ursprünglichkeit bewahrt hat, liegt hauptsächlich daran, dass die Insel recht umständlich zu erreichen ist: Die Anreise erfolgt über Teneriffa, wo es per Fähre vom Hafen Los Christianos oder Flugzeug (Flughafenwechsel) weiter nach La Gomera geht.
Fuerteventura
Das fast schon wüstenhaft wirkende Fuerteventura gilt wegen optimaler Windbedingungen als Eldorado für die internationale Surferszene, und Badefans wissen die genialen Sandstrände zu schätzen. Motorradfahrern gefallen dagegen besonders die recht kurvigen Bergsträßchen, die sich durch die karge, zumeist braune Landschaft winden. Oder das weit verzweigte Pisten- und Wegenetz, auf dem man sich mit einer kleinen Enduro richtig austoben kann.
Verwandte Beiträge:
- Motorradfahren in den Vogesen: Routen, Tipps & Infos
- Motorradfahren: Regeln, Führerschein & Zulassung
- Kopfhörer beim Motorradfahren: Sicherheit & Empfehlungen
- Der Illerradweg: Die ultimative Etappen-Tour von Ulm nach Oberstdorf entdecken!
- Karl Maier: Die unglaubliche Legende des Motorradrennsports, die du kennen musst!
Kommentar schreiben