Motorradfahren ist für viele Biker ein ungetrübter Spaß. Doch gerade im Herbst lauern einige Gefahren, wenn Biker ihre Ausflüge starten. Besonders im Herbst wird das Motorradfahren wegen schlechter Sicht durch Regen, Laub, Nebel und die tiefstehende Sonne gefährlicher. Daher ist es wichtig, einige Tipps zu beachten, um sicher durch die goldene Jahreszeit zu kommen.
Vorbereitung ist alles
Motorradfahren im Herbst erfordert eine besondere Einstellung und Vorbereitung. Wenig verwunderlich, dass herbstliche Motorradtouren wesentlich umfangreichere Vorbereitungen verlangen als eine abendliche Hausrunde im Sommer.
Gesundheit und Zustand des Motorrads
Das aller Wichtigste vor Antritt deiner Tour ist, dass du dich fit und gesund fühlst. Du solltest nur aufsteigen, wenn du dir sicher sein kannst, dass du konzentriert bei der Sache bist. Das ist beim Motorradfahren das A und O. Nur eine kleine Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr kann schnell böse enden.
Funktionieren Lichter, Blinker und Bremsen? Sind die Reifen und der Reifendruck in Ordnung? Stimmt die Kettenspannung? Diese Fragen solltest du dir vor Fahrtantritt gewissenhaft beantworten.
Ausrüstung: Sicherheit geht vor
Bei Unfällen sind Motorradfahrer besonders gefährdet, denn Helm und Lederkombi schützen längst nicht so gut wie eine Autokarosserie. Dennoch ist gute Motorradbekleidung das A und O, um sich im Ernstfall gut zu schützen.
Gerade im Herbst ist die richtige Bekleidung entscheidend:
- Das Zwiebelschicht-Prinzip anwenden, also mehrere Schichten anziehen.
- Kleidung mit Membransystemen wählen, da es plötzlich regnen kann.
- Sicherstellen, dass alles wasserdicht ist, also nicht nur die Jacke und die Hose, sondern auch die Stiefel und die Handschuhe.
- Thermounterwäsche kann im Herbst ebenfalls nicht schaden.
Die Sichtbarkeit ist bei der Bekleidung auch ein Thema - ordentlich viele Reflektoren an der Kleidung sind durchaus angebracht, denn sie können in der Dämmerung einen extremen Unterschied machen!
Beim Thema Motorrad-Helm im Herbst steht und fällt es mit dem Visier - geputzt und völlig ohne Kratzer sollte es sein! Damit es innen nicht beschlägt, sollte es idealerweise mit einem Pinlock versehen werden können. Das Hauptvisier sollte wegen der, im Herbst oftmals eingeschränkten Sicht klar und nicht getönt oder verspiegelt sein, da ist es natürlich praktisch, wenn man etwa bei tief stehender, blendender Sonne ein integriertes Sonnenvisier herunterklappen kann.
Streckenplanung und Wetter
Plane deine herbstliche Motorradtour so, dass du rechtzeitig wieder zu Hause bist. Im Herbst werden die Tage rasch kürzer. Die Sonne kommt später raus, die Straßen werden später trocken, und am Nachmittag fängt es schon langsam wieder an zu dämmern. Dadurch wird der Tourentag wesentlich kürzer als im Sommer. Und damit auch die Tourenstrecke, die du unter die Räder nehmen kannst.
Wenn du Glück hast und es beruflich einrichten kannst, lässt sich aus der Wettervorsage der nächsten 10 Tage der voraussichtlich beste Tag für deine Herbsttour herauspicken. Aber auch in diesem Fall empfiehlt es sich, die aktuelle Wetterentwicklung kontinuierlich zu prüfen. So manches Tief zieht im Herbst wesentlich schneller heran als im Sommer. Stichwort: Wetterradar.
Fahrweise anpassen
Im Herbst muss man immer und überall mit unvorhergesehenen Gefahren rechnen: Es kann rutschig sein, sei es durch Nässe, Blätter oder Schmutz von anderen Fahrzeugen wie etwa Traktoren. Vor allem sieht man die Änderungen des Fahrbahnzustands nicht so gut, weil es schon dämmert oder die Sonne flach steht.
Besondere Gefahren im Herbst
Laubbedeckte Fahrbahnen sind ganz besonders gefährlich für Motorradfahrer. Schnell kannst du ins Rutschen geraten und mit deinem Zweirad stürzen.
Tagsüber Sonnenschein bei 20 Grad und nachts Frost bei Minusgraden: Dieses Wetterchaos ist im Herbst nicht selten. Achte bei einer Tour, die früh losgeht, darauf, dass es an der ein- oder anderen Stelle glatt sein könnte.
Herbst - die Tage werden kürzer und es wird früher dunkel. Rehe und Wildschweine sind auf der Suche nach Futter, bevor es kalt wird. Pass deshalb gut auf, wenn du in der Abenddämmerung bzw.
Meistens geht es ziemlich früh und direkt nach dem Frühstück los. So kann man den Motorrad-Tag voll und ganz ausnutzen. Doch so früh unterwegs zu sein, kann an manchen Tagen auch eine mit Nebel bedeckte Fahrbahn bedeuten.
Traktoren und schwere Erntemaschinen hinterlassen nach Rückkehr vom Feldeinsatz meist üblen Dreck auf der Fahrbahn. Beim Fahren immer mal den Horizont abchecken, ab links oder rechts auf dem Feld ein Ernteeinsatz läuft. Das lässt ahnen, dass später viel Dreck auf der Straße liegen könnte.
Tipps für sicheres Fahren
Vor allem in kurvenreichen Strecken ist Vorsicht geboten, denn hier vermindert sich die Sicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Deshalb lieber etwas langsamer fahren.
Auch Autofahrer können nicht immer schnell genug bremsen oder ausweichen. Gerade Fahranfänger können Risiken auf nassen Straßen durch fehlende Erfahrung häufig noch nicht richtig einschätzen.
Seine neu erlernten Fähigkeiten regelmäßig zu trainieren und zu verbessern, kann in Gefahrensituationen Leben retten.
Eine bessere Sicht erhält, wer Kurven nicht schneidet, sondern von außen in sie hineinfährt. So kann deutlich frühzeitiger auf Hindernisse reagiert werden
Auch wenn ein Motorrad manchmal dazu verleitet, schnell zu fahren, bei nassen Straßen, schwieriger Sicht und unbekannten Situationen empfiehlt sich ein defensives Fahrverhalten.
Wenn es mal brenzlig werden sollte, den Bremshebel nicht schlagartig ziehen. Erst wenn der Druckpunkt des Bremshebels zu spüren ist, voll belasten, ansonsten besteht die Gefahr, das Vorderrad zu überbremsen.
Versicherungsschutz
Trotz aller Vorsicht, können Unfälle mit Blechschäden leicht passieren. Gut, wer in diesem Fall optimal versichert ist: Die Kfz-Haftpflicht ist gesetzlich verpflichtend und daher ein absolutes Muss für MotorradfahrerInnen. Sie regelt alle Schäden, die im Straßenverkehr gegenüber Dritten entstehen. Teil- und Vollkasko-Versicherung hingegen decken alles ab, was das eigene Fahrzeug betrifft. Welche der beiden Versicherungen die geeignetere ist, richtet sich stark nach dem Wert des Motorrads sowie den gewünschten Leistungen.
Deshalb kann gerade für Biker eine private Unfallversicherung sinnvoll sein: „Bei bleibenden Schäden zahlt die Versicherung die vereinbarte Invaliditätsleistung aus, die an keinen Verwendungszweck gebunden ist und beispielsweise für den Umbau zur behindertengerechten Unterkunft eingesetzt werden kann.
Die richtige Technik
- Die technischen Anlagen am Motorrad wie Lichtanlage, Blinker und Bremsen müssen einwandfrei funktionieren.
- Zu überprüfen sind auch Reifendruck und Reifenprofil.
- Moderne Krafträder ab 125 Kubik sind heute mit leistungsfähigen Antiblockiersystemen (ABS) ausgestattet. Diese helfen bei Gefahr, einen kühlen Kopf zu bewahren.
Zusammenfassung
Alles in allem bietet der Herbst wunderschöne Gelegenheiten, das Motorradfahren noch einmal so richtig zu genießen. Mit der richtigen Vorbereitung und angepasstem Fahrverhalten kannst du die goldene Jahreszeit sicher und entspannt auf zwei Rädern erleben.
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