Viele Frauen träumen davon, die Freiheit auf zwei Rädern zu erleben und selbst Motorrad zu fahren. Doch oft halten Unsicherheiten, Ängste oder vermeintliche Klischees sie davon ab. Dieser Artikel soll Frauen ermutigen, ihren Traum zu verwirklichen und ihnen mit praktischen Tipps und Ratschlägen den Einstieg ins Motorradfahren erleichtern.
Die ersten Schritte zum Motorradführerschein
Der Weg zum Motorradführerschein beginnt mit der Wahl der richtigen Fahrschule und eines kompetenten Fahrlehrers. Es ist wichtig, dass du dich wohlfühlst und Vertrauen zu deinem Fahrlehrer hast. Sprich offen über deine Ängste und Unsicherheiten, damit er individuell auf deine Bedürfnisse eingehen kann.
Die richtige Ausrüstung
Sicherheit hat beim Motorradfahren oberste Priorität. Investiere in eine hochwertige Motorradkombi, bestehend aus Jacke und Hose mit Protektoren an Schultern, Ellenbogen, Hüfte und Knien. Achte auf festes Schuhwerk, wie Motorradstiefel, und einen passenden Motorradhelm. Selbstverständlich gehört zu jeder Ausfahrt ein Motorradhelm, egal ob einem Jethelm, Klapphelm oder Motocrosshelm auf den Kopf, der vor Stürzen schützt.
Egal, wie kurz die Routine ist oder wie sehr die Sonne euch zum Schwitzen bringt: tragt feste Motorradschuhe oder Motorradstiefel sowie passende Motorradkleidung. Zu empfehlen ist entweder eine Kombi oder eine Motorradjacke in Kombination mit einer langen Motorradhose.
Das passende Motorrad finden
Die Wahl des richtigen Motorrads ist entscheidend für einen erfolgreichen Start. Achte darauf, dass du dich auf dem Motorrad wohlfühlst und es gut handhaben kannst. Gerade für kleinere Frauen ist es wichtig, dass die Sitzhöhe nicht zu hoch ist und du mit beiden Füßen den Boden erreichst. Es gibt Fahrschulen, da darf man sein eigenes (passendes) Motorrad benutzen. Hat ein Bekannter so gemacht, da die Fahrschule kein Motorrad in der passenden Klasse hatte.
Ein guter Tipp ist, verschiedene Modelle Probe zu sitzen und dich von einem Fachmann beraten zu lassen. Was ist denn das für ein Fahrlehrer, der nicht erkennt, dass das Motorrad nicht passt? Ich habe mit meinen 1,64 m gerade frisch den Schein bestanden. Bevor es überhaupt auf die Straße ging, gab es ein Meeting mit der Wahl zwischen 2 Maschinen, die erst mal Probe gesessen wurden. Das war die Honda cbf 600 (viel zu groß und unhandlich) und der kawa z650). Mein Lehrer hat sich Beides angeschaut und die Sitzbänke noch angepasst. Ein sicherer Stand ist die Grundlage für sicheres Fahren.
Üben, üben, üben!
Wie bei jeder neuen Fähigkeit gilt auch beim Motorradfahren: Übung macht den Meister. Nutze jede Gelegenheit, um deine Fahrkünste zu verbessern. Fahre regelmäßig, absolviere ein Fahrsicherheitstraining und tausche dich mit erfahrenen Bikern aus. Nach dem Training ist vor dem Training. In der Fahrschule habt ihr die Regeln für den Straßenverkehr verinnerlicht und erste Praxiserfahrungen auf dem Motorrad sammeln können, nun geht es darum, Erfahrungen zu sammeln. Absolviert regelmäßig ein Motorrad-Fahrsicherheitsstraining.
Bereits vor meiner Theorieprüfung durfte ich die ersten Fahrstunden nehmen. Ein kleines Highlight auf dem Weg zum offenen Motorradführerschein der Klasse A. Aufregung und Nervosität gehören bei den ersten Fahrten dazu. Auf dem Weg zum Motorradführerschein gibt es einige Ausbildungsbestandteile, ohne diese ihr keine Führerscheinprüfung ablegen dürft. Auch wenn Übungsstunden keine Pflicht sind, kannst du davon ausgehen, dass bis zur Prüfungsreife einige Stunden dazukommen. Üblich sind ca. 10 Übungsstunden, um ein Gefühl für die eigenen Fähigkeiten und das Motorrad zu bekommen.
Häufige Anfängerfehler und wie du sie vermeidest
Natürlich träumen viele Anfänger auf dem Motorrad von einem fehlerfreien Start ins neue Hobby. Wer will nicht einfach aufsteigen, seine Maschine perfekt beherrschen und mit bester Haltung die Kurven nehmen, um ein anerkennendes Kompliment von erfahreneren Bikern zu hören? Wenn ihr wie ein Profi im Sattel sitzen wollt, hilft vor allem eins: viel Übung und Routine!
- Falsche Kurvengeschwindigkeit: Anfänger passen Kurvengeschwindigkeit oft nicht korrekt an oder sie wählen Fahrtlinie und Blickführung nicht optimal. Um mit dem Motorrad richtig Kurven zu fahren, fährt man mit einer angemessenen Geschwindigkeit in die Kurve ein, indem zuvor gleichmäßig abgebremst wird. In der Fahrschule lernen Motorradfahrer, auf welcher Linie sie die Kurve durchfahren sollen.
- Unzureichende Schutzkleidung: So mancher Anfänger scheint seine Maschine oder sein Können jedoch zu überschätzen. Denkt immer daran: Motorrad Sicherheit geht vor!
- Motorrad nicht rangieren können: Das eigene Motorrad nicht rangieren zu können, ist ein unangenehmer Fehler, der vor allem Neulingen schnell passiert. Ein falscher Winkel und das Motorrad verliert seine Balance.
- Falsches Blinken: So konzentriert Neulinge auch fahren, mit dem Blinker stehen sie häufig auf Kriegsfuß. Fahranfänger auf dem Motorrad sollten unbedingt darauf achten, sich das korrekte Blinken anzugewöhnen.
- Überschätzung der eigenen Fahrkünste: Auch wenn die Fahrstunden gut liefen und die Prüfung bestanden ist, solltet ihr nun zunächst Erfahrungen in der Fahrpraxis sammeln, bevor ihr lange Touren auf eurem Motorrad plant.
- Falsche Körperhaltung: Motorrad-Neulinge verkrampfen schnell in einer unbequemen Position, weil sie nicht an ihre Sitzposition denken.
- Fahren mit Beifahrer ohne Übung: Auch das Fahren mit Beifahrer sollte trainiert werden, bevor ihr zu einer längeren Ausfahrt startet, weil sich das Verhalten der Maschine komplett ändern wird.
- Unsicherheit im Kreisverkehr: Um die nötige Lockerheit im Kreisverkehr zu erreichen, sollten Anfänger auf eine flüssige Linie achten.
Sicherheitstipps für Motorradfahrerinnen
Sicherheit ist das A und O beim Motorradfahren. Hier sind einige Tipps, die du unbedingt beachten solltest:
- Fahrberichte, Events, Tourentipps: Motorrad-Infos vom ADAC.
- Sichtbarkeit: Mache dich immer so gut sichtbar wie möglich. Kontrastreiche Kleidung und Fahrzeuglackierungen sowie Scheinwerferlampen mit erhöhter Lichtausbeute sind in diesem Zusammenhang ebenfalls sinnvoll.
- Schnell, entschlossen und berechenbar: Umso wichtiger ist es, eigene und fremde Fehler möglichst schnell zu erkennen und sofort entschärfende Maßnahmen zu ergreifen, also meist die Geschwindigkeit stark reduzieren.
- Nicht über die anderen ärgern: Nehmen Sie sie als Realität wahr und überlegen Sie sich, wie Sie in Zukunft solchen Störungen entgehen können.
Mentale Stärke und Selbstvertrauen aufbauen
Motorradfahren passiert zu 90 Prozent im Kopf. Umso wichtiger ist es also, dass die „Regierungschefin“ zwischen unseren Ohren, wie es meine geschätzte Kollegin Astrid auszudrücken pflegt, frei ist von Stressoren und Blockaden. Ein freier Kopf beim Motorradfahren garantiert uns, den Fokus auf das zu legen, was wichtig ist.
Dein schärfster Kritiker bist du selbst. Das hat möglicherweise zur Folge, dass du dir verstärkt zu Gemüte führst, was du noch nicht (so gut) kannst. Du hältst dir vielleicht vor Augen, was du beim Motorradfahren noch lernen kannst und vergleichst dich mit anderen Motorradfahrer:innen, die es, in deinen Augen, besser können als du. Dabei vergisst du das Wichtigste. „Du kannst mehr als du denkst! Glaube an dich und deine Fähigkeiten.
Es gibt also „falsche“ oder negative Glaubenssätze, die wir uns selbst einreden. Es gibt jedoch auch positive Glaubenssätze, die „ein wahres Gaspedal auf dem Weg zu deinen Wünschen und Zielen“ sein können. Wenn mein Glaubenssatz ist, dass niemand mit mir auf Tour geht, weil ich noch Anfänger bin, wird das auch niemand tun. Der Grund dafür ist simpel. Zum einen werde ich nicht danach fragen, schließlich glaube ich ja fest daran, dass der andere das ohnehin nicht will. Zum Anderen werde ich nicht danach gefragt, vielleicht, weil ich sogar schon gesagt habe, dass ich mich nicht auf eine große Tour traue.
Die Gemeinschaft der Motorradfahrerinnen
Im Motorradsport sind Frauen nach wie vor stark in der Unterzahl. Es gibt generell sehr wenige Frauen, die fahren. Allein die Tatsache, dass wir Motorradfahren, zeigt sowohl Willenskraft, als auch Ausdauer, Risikofreude, Lebenslust und Selbstbewusstsein. Und das Bild einer motorradfahrenden Frau als Rockerbraut mit Motorradkluft und entsprechendem Image trifft bei Weitem nicht auf alle zu.
Männliche Biker finden es super, wenn Frauen Motorrad fahren. Generell gilt, je zügiger und sicherer eine Frau ihr Bike bewegt, desto ernster wird sie genommen. Doch Schnelligkeit sollte gerade als Fahranfängerin nicht ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Man sollte sich zuerst an erfahrene und besonnene Fahrer wenden, die einem bei Ausfahrten Tipps geben können, um das Mopped so sicher wie möglich in der ungewohnten Umgebung bewegen zu können.
Tipps für die ersten Fahrten
Sobald ihr den Lappen und ein Bike habt, werden eure Freunde mit euch mitfahren wollen. Zusammen cruisen und der gemeinsam zu einer Party fahren macht ja auch Bock. Aber hey, zu zweit auf einem Bike zu fahren ist eine andere Geschichte als alleine. Erstmal solltet ihr euch ordentlich einfahren und euch wirklich sicher fühlen im Handling des Bikes. So ein Sozius Fahrer verändert die ganze Fahrdynamik. Bremsen wird schwieriger und beim Beschleunigen kommt es schnell zum Wheelie. Einfacher ist es, wenn der Mitfahrer selbst schon ein Biker ist.
- Sieh deine Kupplung als deinen Freund und Helfer. Wenn du mal in eine Situation kommst, du das Gefühl hast etwas die Kontrolle zu verlieren, zieh die Kupplung! So nimmst du sofort den Antrieb raus und kannst dein Bike stabilisieren.
- Ein Spurwechsel ist gerade für Anfänger im Straßenverkehr (ob Motorrad oder Auto) eine stressige Angelegenheit. Daher gilt beim Spurwechsel: Ordentlich den Verkehr beobachten. Auch mehrfach um den Speed der Leute hinter dir einzuschätzen.
- Trag deine Schutzkleidung und zwar das ganze Paket. Was hast du davon, wenn du einmal cool durch die Gegend geheizt bist, dafür aber Narben bis ans Lebensende hast?
- Gerade wenn du im Stress bist und vielleicht spät dran bist, kann etwas passieren. Riskiere dann lieber angemeckert zu werden, weil du zu spät kommst, als dass du garnicht ankommst ;)
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